JuMi 2018

Mission: In Einheit Menschen weltweit erreichen

500 junge Christen beim JuMi auf dem Buchenauerhof

S i n s h e i m (tv). „Mission ist ganz einfach, wenn wir als Christen eine Einheit bilden und jeder mit seiner Begabung mitmacht.“ Das war die zentrale Botschaft des JuMi 2018, eines gemeinsamen christlichen Jugendevents des Missions- und Hilfswerkes DMG und Theologischen Seminars Adelshofen am 21. und 22. Juli in Sinsheim. Musikmissionar und Prediger Daniel Harter aus Gummersbach brachte den Aspekt Einheit im Abendprogramm auf den Punkt, als er die 500 Teilnehmer ermutigte: „Wir Christen weltweit sind ein Körper, wie ein Team, so wie Paulus das im Korintherbrief in der Bibel beschreibt.“ Jeder habe seine individuellen Fähigkeiten und Begabungen, mit denen er oder sie Wesentliches dazu beitragen könne, damit Menschen Jesus für sich entdecken.

„Es kommt auf den einzelnen an“, erklärte Harter.

Daniel Harter beim JuMi 2018
Daniel Harter

Dass jeder seine individuelle Aufgabe in der Welt finde: „Du bist von Gott einzigartig geschaffen – jetzt geht es um die Frage: Was kannst du gut? Was machst du gerne? Bam, genau das ist deine Berufung!“, sagte der Musikmissionar. Er forderte die jungen Christen auf, ihre Begabungen für Jesus einzusetzen, mutig in ihrem Umfeld Glauben zu leben und offen mit allen Menschen von Jesus zu reden. „Fang da an, wo du bist und wie du bist, genau da beginnt Mission.“ Dabei sei wichtig, sich nicht mit anderen zu vergleichen und immer so sein zu wollen wie die. „Gott will dich, genau wie er dich geschaffen hat!“ Es gehe darum, die Aufgabe in der Gemeinde zu finden, die zu einem passe, und diese einfach zu tun. „Sei in dem Element, wo du hingehörst. Nimm die Challenge an!“, strahlte Harter von der Bühne.

„Der Schlüssel ist die Einheit!“

Ehepaar Roß vom Kairoskurs
Ehepaar Roß

Die Leiter des deutschen Zweiges der Kairoskurse, Stefan und Helga Roß (Brüssel) betonten ebenfalls die Bedeutung der Einheit der Christen für Mission: „Wenn alle Christen zusammenarbeiten, könnte innerhalb einer Generation jedes Volk der Welt von Jesus hören“, sagten sie. „Einheit ist der Schlüssel!“ Beim JuMi unter dem Motto „Unerreicht“ stellten sie einzelne der 7.000 unerreichten Volksgruppen vor, in denen der Name Jesus noch weitgehend unbekannt ist, beispielsweise acht Millionen Banyumasan in Indonesien.


Hier als Podcast die eindrucksvollen Botschaften von  Daniel Harter:

  • ER reicht.
  • Unerreicht!
  • Erreicht?

Das Jahresteam sorgt für Stimmung
Das Jahresteam sorgt für Stimmung

7.000 unerreichte Völker

Die Liste der unerreichten Völker weltweit
Liste der unerreichten Völker

Die jungen Zuschauer staunten nicht schlecht, als Ehepaar Roß eine scheinbar unendlich lange Liste kleingeschriebener unerreichter Völker quer durch die Halle der DMG ausrollte und jeden aufforderte, für eines dieser Völker zu beten – ein Bild, das den jungen Leuten sicher im Gedächtnis bleibt. Am Rande der Veranstaltung sagte Roß, es gebe drei bis fünf Millionen christliche Gemeinden weltweit, knapp 500 pro unerreichter Volksgruppe, eine gewaltige Zahl. Es fehle weder an Finanzen noch an Mitarbeitern. „Wenn sich nur 20 Gemeinden zusammentun, auf ein unerreichtes Volk fokussieren, ein Prozent ihrer Mittel geben, beten, Mitarbeiter ausbilden und gemeinsam mit Missionsgesellschaften in dieses Volk senden, kann eine einheimische Gemeindebewegung angestoßen werden und das betreffende Volk ist nicht mehr unerreicht“, sagte Ehepaar Roß.

Menschenpyramide der Missionare

Gemeinsam kommt man leichter ans Geschenk
Gemeinsam nach oben

Wieviel man gemeinsam wirklich erreichen kann, zeigten rund 30 Missionare der DMG, die sich und ihre Projekte vorstellten. In fünf Metern Höhe baumelte ein gelbes Geschenk von der Hallendecke. Kurzerhand bauten sie eine Menschenpyramide und angelten sich das scheinbar unerreichbare Paket unter viel Beifall. Ihre Vorstellung machte deutlich, dass es beim Thema „Unerreicht“ um Völker, eigene Ziele und Gott geht – ein starkes Thema. Wie können junge Christen ihre Ängste überwinden und Menschen für den Glauben gewinnen? Moderatorin Tabea Winarkse beruhigte zunächst: „Bei unerreicht denkt ihr vielleicht an Papua Neuguinea, aber keine Angst, wir schicken euch nicht sofort ans Ende der Welt!“ – Oder etwa doch?

Das JuMi 2018 hatte internationales Flair

Auf nach Südamerika
Auf nach Südamerika

Das JuMi 2018 hatte internationales Flair. Höhepunkt war die Aussendung von 40 jungen Christen in ihre Freiwilligendienste und kurzen Auslandseinsätze in Übersee. Lena aus Angelbachtal beispielsweise wird in Botswana vernachlässigten Kindern helfen; Pauline aus Brand-Erbisdorf im Erzgebirge will Migrantenkindern in Südafrankreich Hausaufgabenhilfe geben; Martin aus Neuenburg geht ab September in ein Straßenkinderprojekt der DMG nach Tansania; und David aus Ulm repariert in Thailand gebrauchten Rollstühle, die an mittellose Behinderte verschenkt werden. In bunten Kleidern nach Kontinenten sortiert tanzten die jungen Erwachsenen auf die Bühne, wo sie für ihren Einsatz unter Gottes Segen gestellt wurden.

500 Teilnehmer, ausgelassene Stimmung
500 Teilnehmer, ausgelassene Stimmung

„... in Schwachheit gebraucht!“

Batya (r.) mit Svea
Batya (r.) mit Svea

Batya aus Stuttgart, die nach Indien will, bewegte das Publikum mit ihrem Erlebnisbericht: „Meine Freunde sind alle so begeistert von ihren Autos, Smartphones und Hobbies – ich hab mich oft gefragt, warum die Menschen so wenig von meiner Begeisterung für Jesus mitbekommen?“ Sie machte den JuMi-Teilnehmern Mut, nicht an diesem Punkt stehenzubleiben: „Vertrau’ Gott, er wird dich gebrauchen, selbst wenn du schwach bist!“ So hat es auch Jana erlebt, die das vergangene Jahr in Indien war. Sie erzählte von der schönen Aufgabe, Kindern in Not zu helfen. „Aber es war auch anstrengend, ich bin extrem an meine Limits gekommen.“ Einmal habe sie keine Kraft und Liebe mehr für die Kinder gehabt. „Gott schenkte mir unerwartet einen Tag Ruhe in einem Hotel und richtete mich wieder auf.“ Danach konnte sie den Kindern wieder lachend in die Augen schauen. „Gott hat mich in Schwachheit gebraucht.“

Wie der Glaube jedes Christen wachsen kann

TSA-Student Ole stellte sein BAM-Prinzip vor
Ole und das BAM-Prinzip

... und nach außen stärkere Wirkung erzielt, machte TSA-Student Ole Kratzat (Adelshofen) deutlich. In seinem Seminar „Mehr erreichen!“ beschrieb er drei Elemente geistlichen Wachstums: 1. Beziehung, 2. Anfechtung und 3. Message. Diese seien wesentlich, damit Glaube Profil gewinne. An erster Stelle stehe die Beziehung zu Jesus, die Grundlage von allem. Und die Beziehungen zu anderen Christen, die den Gläubigen ermutigen. Ebenso wichtig, wenn auch weitaus unangenehmer, sei die Anfechtung, in der sich Glaube in der Praxis beweise. Im Alltag geprüfter Glaube gewinne an Kontur. Zudem komme es auf die Message an, aufs Bibellesen und Hören guter Predigten sowie das eigene Weitererzählen der Botschaft. „Wir brauchen alle drei Bereiche, damit wir im Glauben vorwärtskommen“, sagte der 23-jährige Student der Gemeindepädagogik. „Vernachlässige ich die Beziehungen, werden mein Glaube und meine Botschaft herzlos. Fehlt mir die Praxis, wird alles sinnlos. Und wenn ich zu wenig auf die Message höre und sie nicht anderen weitersage, wird mein Christsein oberflächlich.“

Geflüchtete werden Missionare

Marc Menne berichtete aus der Migrantenarbeit der DMG
Marc Menne, DMG

DMG-Missionar Marc Menne berichtete aus seiner Arbeit in der Migrantenhilfe in Detmold und forderte die JuMi-Teilnehmer auf, einzelne Menschen für Jesus zu gewinnen. „Du kannst nicht alle alleine erreichen, aber einen schon, und der erreicht wieder andere.“ Begeistert berichtete Menne, wie Geflüchtete selber zur Mission ihrer Landsleute beitragen. Ein Iraner in seiner Stadt, der vor fünf Jahren nach Deutschland kam und sich für Jesus entschieden hat, habe über mehrere Smartphone-Apps inzwischen 36.000 Follower. Davon hätten sich 2.900 in einen Online-Bibelkurs eingeschrieben und hunderte in den vergangenen Monaten Bibelkurse von goodseedeurope.com heruntergeladen. Die Wirkung dieses Mannes sei ermutigend, sagte Menne. 45 Vollzeitmitarbeiter der DMG sind wie Marc Menne in der Migrantenhilfe in Deutschland tätig, sie machen allesamt ähnliche Erfahrungen.

Aussendung der Freiwilligen für Afrika beim JuMi 2018
Aussendung der Freiwilligen für Afrika beim JuMi 2018

Eindrucksvoll musikalisch umrahmt

Musiker des ICF-Karlsruhe sorgten für Worship vom Feinsten
Musik von ICF-Karlsruhe

... wurde das JuMi von Musikern der ICF-Gemeinde in Karlsruhe. „Jesus steht bei uns im Mittelpunkt“, erklärte Lobpreisleiterin Elli Schmid, „für ihn machen wir gute Musik, für ihn wollen wir singen!“ Bei den musikalisch einwandfrei und mit viel Herz interpretierten Songs wie „I’m no longer a slave to fear, I am a child of God“ (Ich bin kein Sklave der Angst, sondern Kind Gottes) oder „Der Herr der Engelsheere, er ist es, der mich trägt“ feierten und beteten die Jugendlichen begeistert singend bis in die Nacht mit. Am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel gab’s Stockbrot und Bratwurst. Trotz Nachtschicht schafften es die meisten Sonntagmorgen aus dem Massenquertier und erlebte einen Jugendgottesdienst mit, der es in sich hatte.

Lobpreis, Botschaft, Zeit der Stille

Daniel Harter verknüpft Auto-Erlebnisse mit Botschaft
Daniel Harter

Wieder Daniel Harter: Diesmal erklärte der Prediger mit Basecap, wie Gott aus einem Unfall, einem Schlussstrich (sinnbildlich sichtbar durch einen Straßenleitpfosten) im Rückblick einen Doppelpunkt macht (Rückseite des Leitpfostens mit zwei runden Rückstrahlern). „Selbst wenn du Fehler machst, Jesus verdammt dich nicht. Er sagt, obwohl du versagt hast, will ich dich gebrauchen“, so Harters Auslegung über Petrus. Kein Zweifel, das JuMi 2018 hatte Tiefe. Es lief aber auch viel Aktion und Spaß, beispielsweise beim Bungee-Run, wo immer zwei gegeneinander und gegen das Gummiseil liefen. Ein Partnerwerk griff an seinem Infostand das Thema auf und ließ die Besucher einen mannshohen Turm aus Holzklötzen bauen. Jeder konnte sich Henna-Tatoos malen lassen. Zeiten der Stille und Begegnung mit dem „unerreicht großen Gott“ rundeten das Fest ab. „Eine geniale Feier!“, wie Daniel, ein 17-jähriger Teilnehmer aus Pirmasens sagte. „Ich will nächstes Jahr wieder dabei sein.“

Fotogalerie einer genialen Feier

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