JuMi 2017 – das Jugendevent von DMG und TSA

Wie das Lutherjahr noch seinen Sinn erreichen kann

Junger Theologe der DMG fordert „Revolution der Herzen“

S i n s h e i m (tv). Von Deutschland aus sollte im Jahr des Lutherjubiläums eine neue Reformation ausgehen, die wie vor 500 Jahren erneut die gesamte Welt durchdringt und verändert. Diese Überzeugung äußerte der junge Theologe Timo Goseberg vom christlichen Missions- und Hilfswerk DMG in Sinsheim. Goseberg erklärte beim „JuMi 2017“, dem Jugend-Missions-Event der DMG und des Theologischen Seminars Adelshofen (TSA) auf dem Buchenauerhof: „Unsere Welt braucht eine grundlegende Erneuerung, eine Revolution der Herzen, durch die der einzelne Mensch und die ganze Gesellschaft verändert werden.“

Timo Goseberg wünscht sich eine von Christus erneuerte Gesellschaft
Timo Goseberg (DMG)

Bei dieser „Revolution der Liebe Gottes“ müsse die Person des Auferstandenen Jesus Christus im Zentrum stehen und seine Botschaft der Annahme von Sündern und Nächstenliebe, wie seinerzeit vor 500 Jahren bei Martin Luther, der das Wort „Christus alleine“ geprägt hat. Eine solche Neureformation gehe von vielen einzelnen Menschen aus, die ihre Herzen wirklich von Christus erneuern lassen und seine Liebe in die Welt hinaus tragen. Goseberg erklärte vor den mehr als 500 Besuchern des JuMi 2017: „Ich wünsche mir Christen, die Gottes Liebe wirklich leben! Ich wünsche mir Kirchen, die wieder Jesus alleine als Fundament haben. Und eine Gesellschaft, die tief vom Evangelium durchdrungen wird.“ Wenn das geschehe, habe das Lutherjahr seinen Sinn erreicht. Diese Revolution der Herzen verändere die ganze Welt: Denn solche Christen zeigten durch Taten der Liebe, wie Jesus sich seine neue Welt gewünscht habe. Friede werde möglich, wo zuvor Terror und Krieg herrschten. Kaputte Familien erlebten Heilung. Menschenhandel, soziale Ungerechtigkeit und Armut würden bekämpft. „Die Liebe von Jesus ändert alles!“, sagte Goseberg.


Das JuMi 2017 fürs Ohr:

Leere Hände (Poetry Slam)

von Leonie Staufner (Jahreseinsatz)

Dich selbst lieben ...

Opening von Timo Goseberg (DMG)

Gott lieben ...

Input von T. Goseberg am Abend

Deinen Nächsten lieben ...

Predigt von Timo Goseberg


Restart mit Jesus

DMG-Redakteur Theo Volland im Seminar „Restart mit Jesus“
Redakteur Theo Volland

Diesen Neustart mit Jesus brauchen alle Christen immer wieder, davon ist DMG-Redakteur Theo Volland überzeugt. In einem Seminar beim JuMi 2017 erklärte er, es sei schwer als Christ in der modernen Welt zu überleben. Routine, Stress, Arbeit und Freizeitaktivitäten, Freunde, moderne Medien und vieles andere – auch Gutes – besetzten oft Herz und Verstand. Selbst bei Menschen, die ihren Glauben bewusst leben, sei Jesus nicht immer die Mitte. Sonntags in der Gemeinde oder abends im Jugendkreis lebe man nach außen hin als Christ. „Doch wie weit bestimmt Jesus unser Leben, sobald wir die Gemeinde hinter uns gelassen haben?“, fragte Volland. Wenn Christen sich dabei ertappten, ihren Glauben nicht gelebt zu haben, kämen Schuldgefühle auf. Am Ende stehe man vor dem Scherbenhaufen seines Glaubens, manchmal sogar des ganzen Lebens, und erkenne, dass Jesus zu lange nur Randfigur gewesen sei, aber nicht mehr der Herr. Es gehe darum, das Leben klar an Jesus zu orientieren. Einzelne Christen, ganze Gemeinden und die Gesellschaft benötigten einen Neuanfang mit Jesus. „Ein solcher Restart ist jederzeit möglich, mehr Leben ist möglich, tiefer Glaube ist möglich.“ Die Freundschaft zu Jesus könne „zum Dauerbrenner werden, eine richtige Flamme, nicht nur ein Fünkchen. Jesus freut sich, wenn wir zu ihm kommen, wie weit auch immer wir von ihm entfernt waren“, sagte Volland.

Knapp 600 junge Christen feierten Jesus beim JuMi 2017
Knapp 600 junge Christen feierten Jesus beim JuMi 2017

Glaube verändert die Welt

Ruth und Alfred Waweru (r.) boten Gästen afrikanische Leckerein an
Ruth und Alfred Waweru

Dass eine Neubelebung des Glaubens weltweite Auswirkungen haben kann, darauf machten Missionare der DMG aufmerksam, die ihre karitativen Aufgaben und Hilfsprojekte in aller Welt vorstellten: Ruth und Alfred Waweru erzählten vom Flüchtlingslager Doro im Südsudan, wo 40.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus bis zu acht Volksgruppen untergebracht sind. Ihr Team unterhält dort eine Schule, ein Krankenhaus, Hungerhilfe für unterernährte Babys, eine Lepraarbeit und ein Programm zum Aufbau christlicher Gemeinden. „Wir schenken Hoffnung und lassen Bürgerkriegsflüchtlinge wissen, dass Gott sie nicht vergessen hat“, sagte Ruth Waweru auf die Frage nach ihrer Motivation. Roland und Sabine Weinmann erzählten aus der Drogenhilfe im Süden Spaniens, wo sie ein Haus für suchtkranke Männer leiten. Johann und Lydia Isaak bohren im Senegal Brunnen und versorgen Dörfer mit Trinkwasser. André und Melissa Zorob versammeln im „Haus der Begegnung“ in Bethlehem friedlich Menschen aller Religionen. Johannes und Astrid Janzen verhelfen armen Dörfern in entlegenen Regionen Thailands zu Kaffeeplantagen, sodass die Bauern ein sicheres Einkommen haben.

35 Freiwillige ausgesandt

Den Missionaren ist wichtig, Gottes Liebe in die Welt hinauszutragen. Das motiviert auch die 35 Freiwilligen und Kurzzeitmissionare der DMG: junge Leute, die ab August zwischen Abitur und Ausbildung oder Studium ein Jahr im Ausland absolvieren. Es war der Höhepunkt des JuMi, als sie sich nach Kontinenten sortiert vorstellten und für ihren Jahreseinsatz unter Gottes Segen gestellt wurden. Bei der Kollekte im Jugendgottesdienst kamen 1080 € für diese Freiwilligen zusammen.

Höhepunkt des Abends war die Aussendung der neuen Freiwilligen – hier die Afrikagruppe
Höhepunkt des Abends war die Aussendung der neuen Freiwilligen – hier die Afrikagruppe

Was bedeutet dir Glaube?

Caro Adam berichtete von ihrem Einsatz im Nahen Osten
Die Bibel ist Caro wichtig

Beim JuMi 2017 wurde deutlich, wieviel jungen Leuten im Land der Reformation der Glaube immer noch bedeutet. Kristina aus Zeven erklärte: „Mein Glaube ist meine Identität, durch ihn weiß ich, dass ich Kind Gottes bin.“ Jo aus Wismar: „Glaube bedeutet ernstzunehmen, was Gott in der Bibel sagt, weil es die Wahrheit ist.“ Magdalena aus Bad Homburg sagte: „Glaube ist Freiheit, weil Jesus mich gerechtfertigt hat.“

Michael Spieth, ein Lutherimitator aus Leonberg, stellte den Teilnehmern Fragen zur Reformation und verschenkte Lutherrosen für jede richtige Antwort: „99 Thesen? Nein, das war Sängerin Nena mit ihren Luftballons! Luther hat damals 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg genagelt“, erklärte der Mann in Mönchskutte einer 14-Jährigen. Die markigen Sprüche des Reformators kamen an beim Jugendevent, beispielsweise: „Iss, was gar ist. Trink, was klar ist. Red, was wahr ist.“ Was Luther tun würde, wenn er heute noch lebte? „Er würde sich selbst von Jesus reformieren lassen und dann den Menschen die Bibel und ihre wunderbare Botschaft ans Herz legen, genau wie damals“, sagte der Leonberger, der den Reformator darstellte. Musikalisch begeisterte das Liveworship-Kollektiv aus Düsseldorf mit energiegeladenem Power-Worship. Der musikalische Leiter, Dario Große, sagte: „Wir stellen Jesus und seine Liebe in den Mittelpunkt und lassen die Leute mit frischen, jungen Klängen erleben, dass Glaube nichts Verstaubtes ist.“

Event mit klarem Ziel

Gemeinschaft genießen und miteinander Glaube leben lernen
Teilnehmer des JuMi 2017

Das JuMi war mit knapp 600 Teilnehmern ein gelungenes Event, mit dem erklärten Ziel, junge Leute aus ganz Deutschland für Gottes Liebe zu begeistern. Warum kamen die Teilnehmer? Bene (19) aus München sagte: „Weil ich Gemeinschaft liebe und mit coolen Leuten Gott feiern und Neues über Mission hören will.“ Miriam (19) aus Bad Friedrichshall sagte: „Weil ich bei der DMG mehr über Gott lernen kann.“ Das Konzept des christlichen Missions- und Hilfswerkes DMG und des Theologischen Seminars Adelshofen kam an. Selbst tief in der Nacht am Lagerfeuer erklangen noch christliche Songs, während Teilnehmer bei leckerem Stockbrot miteinander chillend über das Erlebte redeten.

Wer nicht dabei war, keine Sorge, der Termin fürs JuMi 2018 steht schon: Es findet am 21. und 22. Juli wieder auf dem Buchenauerhof statt.

Fotogalerie

Über die Veranstalter:

Logo des Theologischen Seminars Adelshofen (TSA)
  • Das Theologische Seminar Adelshofen (TSA) bietet für junge Christen ein Orientierungsjahr von vier bis zwölf Monaten, eine dreijährige Ausbildung in Gemeindepädagogik und Mission sowie ein Studium in praktischer Theologie.
Logo des christlichen Missions- und Hilfswerkes DMG
  • Die DMG (Damit Menschen Gott begegnen) ist ein christliches Hilfs- und Missionswerk mit 350 Mitarbeitern in 80 Ländern weltweit. Als gemeinnütziger Verein helfen die Missionare durch vielfältige Projekte Menschen in Not und üben kirchliche und karitative Aufgaben aus.

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