Herbstmissionsfest 2019

Die ganze Christenheit – alle – haben den Auftrag!

Dr. Robert Miner betonte, dass der Missionsauftrag allen Christen gilt
Dr. Robert Miner

1.200 Gäste stärken DMG-Missionaren den Rücken

S i n s h e i m (tv). „Der Missionsauftrag gilt allen Christen! Dazu ist keine besondere Berufung oder Begabung erforderlich und es ist auch kein Auftrag nur für Hyperfromme oder Abenteuerlustige – alle Christen sind berufen.“ Dr. Robert Miner fand im Plenum klare Worte für die 1.200 Besucher des DMG-Herbstmissionsfestes am Sonntag, den 22. September, in Sinsheim bei Heidelberg. Es sei nicht hinnehmbar, dass es nach 300 Jahren erfolgreicher evangelikaler Missionsgeschichte noch immer Nationen, Völker, Stämme und Sprachen ohne eine einheimische christliche Gemeinde gebe. Auch Länder wie Saudi Arabien, Afghanistan und Lybien, ohne Religionsfreiheit und wo die Sicherheitslage schwierig sei, müssten mit der Frohen Botschaft erreicht werden.


Die Hauptbotschaften des Herbstmissionsfests 2019 online hören:

Direktor Günther Beck:
Der unsichtbare Nächste

Theologe Dr. Robert Miner:
Die Völker im Blick

Download Vormittag:
audio/mp3 G.Beck-HeMi19-DMG.mp3 (24,1 MiB)
Download Nachmittag:
audio/mp3 R.Miner-HeMi19-DMG.mp3 (31,2 MiB)
1.200 Gäste feierten mit der DMG das Herbstmissionsfest
Im Plenum am Nachmittag

„Die gesamte Gemeinde von Jesus Christus hat den gesamten Auftrag, der gesamten Welt die gesamte Heilsbotschaft Christi zu vermitteln“, betonte der frühere Missionar im Nahen Osten bei der Feier in der DMG-Zentrale Buchenauerhof. Der Theologe forderte auf, sich Paulus und die frühe Christenheit als Vorbild zu nehmen: „Sie haben kein Land übersprungen, nur weil das Reden von Jesus verboten war, – sie sagten sich: ‚Jetzt erst recht!‘“ Deshalb habe er ganz ohne spezielle Berufung 31 Jahre in der Arabischen Welt gearbeitet und christliche Mitarbeiter ausgebildet, weil die Menschen dort die freimachende Botschaft der Bibel brauchen.

Der Mensch im toten Winkel

Missionare beim Fest
Missionare beim Fest

Das Herbstmissionsfest stand unter dem Motto „Der Mensch im toten Winkel“ und erinnerte an Menschen und Völker, die von Kirchen und Christen übersehen werden. Missionare berichteten aus der Streetwork mit obdachlosen Kindern in Peru und von bettelarmen Witwen im Benin, um die sich niemand sonst kümmert. Wie wichtig es ist, den Schulterblick zu wagen und wie Jesus die Kranken und Verlorenen zu beachten, zu helfen, zu heilen und ihnen seine Botschaft von Sündenvergebung und ewigem Leben zu sagen.

Missionsleiter Pfr. Günther Beck predigte im Festgottesdienst über Markus 5, wie Jesus von einer kranken Frau von hinten berührt worden und sie dadurch geheilt war. „Diese Frau war gesellschaftlich in dreifacher Hinsicht im toten Winkel“, erklärte Beck: „Sie war eine Frau, sie war unrein und sie war arm.“ Wir Menschen übersehen oft andere, nicht so er. Jesus habe die Berührung dieser Frau mitten in der Menschenmenge bemerkt, seine Achtsamkeit auf sie gerichtet und ihr geholfen: „Jesus sieht uns, selbst wenn andere uns nicht bemerken“, sagte Beck.

Was 80 Käsesorten und 36 Gemeinden eint

Missionsleiter Günther Beck predigte über Achtsamkeit
Missionsleiter Günther Beck

Der Missionsleiter predigte über Hebräer 10,24 und 25, wo es heißt: „Lasst uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen …“ Alle Welt spreche über Achtsamkeit, aber meist nur in Bezug darauf, wie jeder sich selbst helfen könne. Es sei wichtig, dass Christen füreinander da sind und sich gegenseitig zur guten Tat ermutigten. Beck forderte die Zuhörer des Festgottesdienstes auf, sich verbindlich an eine Gemeinde zu halten. Sein Bild mit dem Käse wird in Erinnerung bleiben: In seiner Stadt in Nordafrika, wo er Missionar war, habe es nur eine einzige Käsesorte und auch nur eine christliche Gemeinde gegeben. So habe man diesen Käse gegessen und sei in diese Gemeinde gegangen, ob es geschmeckt habe oder nicht.

In Sinsheim gebe es an der Frischetheke des Supermarkts 80 Käsesorten. Und die 30.000-Einwohner-Region zähle 36 Kirchen und elf Freikirchen – für jeden „Geschmack“ eine! „Habe ich wirklich ‚Geschmack‘ gesagt?“, schmunzelte der Theologe. Die Vielfalt an Gemeinden in Deutschland sei schön, aber auch Luxus. Christen sollten aufeinander achthaben. Gleichzeitig müsse die Gemeinde ihren Blick nach außen wenden, um Menschen zu begegnen.

Frauen in Not beistehen, Ungeborene retten

Katrin Sander motivierte zu Engagement für Schwangere in Not
Katrin Sander von „1000plus“

Katrin Sander (Karlsruhe) von „Pro Femina“ wies auf eine gefährdete Personengruppe hin, die wirklich im toten Winkel der deutschen Gesellschaft steht: auf Mütter in Not und Babys, die abgetrieben werden. Frau Sander ist eine von elf Online-Beraterinnen von „1000plus“, einer Initiative mit Beratungszentren in Heidelberg, München und Berlin, die Schwangeren praktisch hilft und Beratung leistet. „Jedes Jahr werden 100.000 Kinder in Deutschland abgetrieben“, schilderte sie betroffen. „Vielleicht geht es Ihnen angesichts dieser Zahl ähnlich wie mir lange: Man hat das Gefühl, nichts ändern zu können. Wir bei 1000plus machen die Erfahrung, dass wir durchaus etwas tun können!“

Zwei Drittel der 1.300 Frauen im Monat, die bei „1000plus“ Hilfe suchen, sagen am Ende ja zum Kind.

Die engagierte Beraterin berichtete von Rafaela, einer Schwangeren, die wegen Finanznot und Beziehungsproblemen ihre anonyme Hilfe übers Internet in Anspruch genommen hat. Sie habe sich fürs Kind entschieden. „Wir hören den Frauen zu, achten auf ihre Wünsche und Sehnsüchte, vermitteln medizinische Versorgung und Therapie, gehen mit auf Behörden, helfen praktisch und finanziell.“ Zweidrittel der 1.300 Frauen im Monat, die bei „1000plus“ Hilfe suchen, sagten am Ende ja zum Kind. Mehr als 700 ehrenamtliche und 64 Teil- und Vollzeitkräfte gehören zu Pro Femina, seit der Gründung 2009 haben sie 50.000 Frauen beraten. Beim Herbstmissionsfest rief Frau Sander dazu auf, sich betend, durch ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden zu beteiligen, damit Frauen in Not Hilfe finden und Kinder nicht abgetrieben werden.

Glaube leben inmitten von Krieg und Leid

Kirchenpräsident Kokole berichtete von Leid und Hoffnung im Kongo
Jean-Pierre Kokole

Auf die anhaltende Not im Osten des Kongo wies der Kirchenpräsident der rund eine Million Mitglieder zählenden CECA20-Kirche (Evangelische Gemeinschaft im Zentrum Afrikas), Pastor Jean-Pierre Kokole hin. Beinahe täglich flammten in seiner Heimatregion mit mehr als 20 Millionen Einwohnern neue Konflikte auf. Großkonzerne plünderten Bodenschätze, Milizen aus Nachbarländern zündeten Dörfer an, Fulani-Nomaden zögen mit Herden durchs Land und vernichteten Äcker und Ernte. Tausende Frauen würden vergewaltigt und stürben bei Abtreibungen. Man fände Babys vergewaltigter Frauen in Latrinen und im Gebüsch. Dankbar zeigte sich der Kirchenpräsident für kongolesische Christinnen, die sich verstoßener Kinder annehmen.

Den Behörden fällt auf, wie sich die Kirche einsetzt und gegen Korruption stemmt, erzählte Kokole.

Der Aidlinger Chor unter Leitung von Kerstin Pfeiffer
Der Aidlinger Chor

Besondere Not leide die Kirche, die von Rebellen verfolgt werde. Überall entstünden Sekten, die Christen auf falsche Wege führten. Trotzdem gelinge es der CECA20-Kirche, Hoffnung weiterzugeben. Sie versuche mit ihren geringen Mitteln, die 300.000 Binnenflüchtlinge zu versorgen, die seit 2018 vor den Kriegen im Norden in die Region Bunia geflohen sind, wo DMG-Missionarin Kerstin Weiß tätig ist. Kokole berichtete, wie sein Verband mitten in der Krise Lehrer und Mediziner ausbildet, vergewaltigten Frauen beisteht, sich um Waisen und Witwen kümmert und vielen trotz schlimmster Not eine Perspektive gibt. Er dankte der DMG für 40 Jahre Partnerschaft, die mit dazu beiträgt, dass 130 medizinische Einrichtungen, fünf große kirchliche Krankenhäuser, 1.000 Schulen, vier Universitäten und weitere ganzheitliche Angebote seiner Kirche trotz Krieg und Terror funktionieren und vielen geholfen wird. Den Behörden falle auf, wie sich die Kirche einsetze und gegen Korruption stemme. Ein Gouverneur habe bewusst Mitglieder der CECA20-Kirche in seine Provinzregierung berufen.

Eine Feier für alle Generationen

Spielstraße, Hüpfburg und Kindermissionsfest begeisterten die Kleinen
Spielstraße

Das Herbstmissionsfest war eine Feier für alle Generationen, das zeigte auch der Aidlinger Chor unter Leitung von Kerstin Pfeiffer. „Wir singen für Jesus“, betonte die Dirigentin: „Lieder über ihn und zu Gott hin – dadurch breitet sich das Gute in uns aus.“ Rund 90 Kinder durften sich beim Kindermissionsfest ein Ticket für den Shinkansen-Superschnellzug ziehen und mit nach Tokio reisen. Sie erlebten live die echte Geschichte eines japanischen Bürgermeisters, der 1923 seine Dorfbewohner vor einer Tsunamiwelle bewahrte, indem er sein Feld anzündete und alle durch die Rauchwolke warnte. Missionar Martin Heißwolf begeisterte die kleinen Reisenden fürs Land der aufgehenden Sonne.

Lichthaus-Gottesdienst in der Kapelle
Lichthaus-Gottesdienst

Im „Lichthaus-Gottesdienst erlebten mehr als 100 Jugendliche und junge Erwachsene in der rappelvollen Kapelle genialen Worship mit der dazugehörigen Band aus Sinsheim und Adelshofen. Dazu die glasklare Botschaft über den Barmherzigen Samariter von Mario, einem Studenten des Theologischen Seminars Adelshofen. Er ging der Frage nach, wer den jungen Christen ihr Nächster sei, um den sie sich kümmern sollten. Für Philipp, einen jungen DMG-Missionar, sind es Studenten aus aller Welt an seiner Uni in Deutschland, denen er von Jesus weitersagt. Die Teilnehmer des Jugendgottesdienstes notierten sich Namen ihrer Freude, denen sie die Frohe Botschaft erklären wollten, und hefteten diese Zettel ans bunt beleuchtete Kreuz der altehrwürdigen Kapelle.

Auch 2020 sind drei besondere Feste geplant

… diesmal eingebunden in die Sinsheimer Heimattage. Den Startschuss gibt der große Erlebnistag am 17. Mai 2020, ein interaktiver Tag der offenen Tür unter dem Motto: „Heimat? Jesus.“ in Schloss Buchenauerhof und auf dem schönen Gelände der DMG drumherum. Herzlich willkommen!

Fotos vom Herbstmissionsfest

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