DMG-Herbstmissionsfest 2017

Christsein inmitten rasanter Umbrüche weltweit

Das Elops-Musikteam aus Bad Windsheim begleitete einfühlsam die Lieder
Das Elops-Musikteam aus Bad Windsheim begleitete einfühlsam die Lieder

Erdbeben, Klimawandel, Diktatoren – und Gott?

Dr. Detlef Blöcher fand ermutigende Worte zum aktuellen Weltgeschehen
Missionsleiter Dr. Detlef Blöcher

„Beim Erdbeben in Mexiko stürzt eine Schule ein und viele Menschen kommen ums Leben. Die Hurrikane Irma und Maria verwüsten die Karibik, ein Ausdruck des Klimawandels. Und der Diktator von Nordkorea droht der Welt mit Atomkrieg“, zählte Blöcher auf. Die modernsten Städte der Welt stünden heute in China, und diese neue Supermacht kaufe den halben afrikanischen Kontinent auf. Flüchtlinge strömten nach Europa und schlössen sich den Kirchen an, während die Europäer immer säkularer würden. „Mitten hinein hat Gott uns Christen gestellt und verändert durch uns die Welt.“ Für Christen gelte, neu zu denken, zu handeln und eine neue Hingabe an Gott.


Predigt am Vormittag

Botschaft am Nachmittag

Pfr. Günther Beck predigte am Vormittag zum Thema „Erneuerte Herzen“.

Dr. Detlef Blöcher sprach am Nachmittag über das Thema „Veränderte Welt“.


Das Herbstmissionsfest zählte etwa 1.300 Teilnehmer
Die randvolle Halle

„1960 hat die Hälfte der Weltbevölkerung noch nie das Evangelium gehört; 2017 sind es nur noch 28 Prozent. Darüber freuen wir uns sehr“, sagte Blöcher. Gleichzeitig jedoch sei die Weltbevölkerung von drei auf 7,5 Milliarden Menschen gewachsen, wodurch sich die Zahl der Menschen ohne Zugang zum Evangelium von 1,5 auf 2,1 Milliarden erhöht habe. Es habe noch nie so viele vom Evangelium Unerreichte gegeben, darum sei es nötiger denn je, „Botschafter der Liebe Gottes in andere Länder und Kulturen zu senden“, sagte der promovierte Physiker beim Herbstmissionsfest.

Eine gute Antwort auf die Flüchtlingsnot im Nahen Osten habe ein Partner der DMG entwickelt, der christliche Fernsehsender SAT-7. Seit August sei sein arabischsprachiger Schulfernsehkanal „SAT-7 Academy“ 24 Stunden am Tag auf Sendung und helfe den 13 Millionen durch Krieg vertriebenen Kindern aus dem Nahen Osten, dass sie Mathematik, Schreiben, Lesen, Naturkunde und christliche Werte erlernen. „Eine verlorene Generation erhält so eine Zukunft“, sagte der Missionsleiter.

Wie ein Kroate Gottes Hilfe erlebte ...

Besonders bewegend war der Lebensbericht eines Kroaten auf Video, den Missionar Tihomir Vekic für eine Fernsehsendung von TWR aufgenommen hatte. Danijel erzählte, wie ihn seine Not näher zu Gott brachte.

(Ein Klick auf den Youtube-Button macht die deutschen Untertitel sichtbar).

Bürgerkrieg und Erweckung im Kongo

Missionarin Toni Stenger gehört zur Kirchenleitung der CECA 20-Kirche im Kongo
Missionarin Toni Stenger

Auf die anhaltende Not im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo machte Missionarin Toni Stenger am Rande des Herbstmissionsfestes aufmerksam. Sie lebt seit 37 Jahren in dem geplagten Land im Herzen Afrikas und macht Menschen Hoffnung. Stenger gehört der Leitung der CECA 20-Kirche (Communauté Evangélique au Centre de l’Afrique) an, die mehr als eine Million Mitglieder zählt. Die DMG-Mitarbeiterin berichtete, dass es nach wie vor extreme Unruhen und Kampfhandlungen im Kongo gebe. Rebellen aus den Nachbarländern überfielen immer wieder Dörfer. Sie plünderten Schulen und Kliniken und entführten Erwachsene wie Kinder. Besonders brutal wüteten islamistische Gruppen. Einem Bezirk mit 25 Kirchen hätten sie in den vergangenen Monaten so zugesetzt, dass es nur noch fünf der Gemeinden an ihrem Ort gebe. Die Islamisten fielen über Dörfer her, sperrten alle in Häuser ein und zündeten diese an – es sei schrecklich. Monat für Monat höre sie von Toten, Verletzten und Vertreibungen aus den Gemeinden der CECA 20-Kirche.

In der Mittagspause
In der Mittagspause

Gleichzeitig staune sie über die Erweckung mitten in dieser katastrophalen Lage: „Jesus baut sein Friedensreich“, sagte die Missionarin. Die Botschaft der Liebe Gottes verbreite sich unter den kriegsmüden Menschen. In den Gemeinden gebe es viele Taufen mit mehr als 100 Personen. Die CECA 20-Kirche zeichne sich aus durch Wachstum, klare Verkündigung der Botschaft der Vergebung und Liebe Gottes, aktive Nothilfe für viele Bürgerkriegsflüchtlinge sowie Standhaftigkeit inmitten der Unruhen. Im Auftrag der Kirchenleitung bat Stenger junge Christen aus Deutschland, den Mut zu haben, Missionare im Kongo zu werden. Sie könnten Kongolesen schulisch, medizinisch und theologisch ausbilden und ermutigen, ihr Bestes in ihrer schweren Situation zu geben.

Aus eigener Kraft Christ sein, geht nicht lange gut

Pfr. Günther Beck predigte: Christsein ist immer ein Geschenk
Pfr. Günther Beck predigte

Vorstandsmitglied Pfr. Günther Beck predigte über den Bibelvers Sprüche 23,26: „Gib mir [Gott] dein Herz, mein Sohn, und lass dir meine Wege gefallen.“ In diesem Kapitel gehe es um Weisheit und die Vermeidung von Sünden. Beides erreiche ein Mensch nur, wenn das Herz Gott gehöre. „Christsein aus eigener Kraft ist furchtbar anstrengend“, sagte Beck. Dabei sei Glaube sehr einfach: „Wenn wir Jesus unser Herz schenken, befähigt er uns zu guten Taten – er schenkt sie uns.“ Es gehe nicht ums Selbermachen. „Lass mich ran, sagt Gott zu den Menschen von heute“, so Beck.

In ihrer Missionsarbeit lege die DMG viel Gewicht auf Ausbildung und Lehre. „Ein Fünftel unserer Mitarbeiter ist in diesen Bereichen tätig, vom Grundschullehrer über die Ausbildung von Hebammen und Krankenschwestern bis zur Theologischen Lehre. Nachhaltige Wirkung komme aus einem veränderten Herzen, sagte Beck. „Von Natur aus sind Menschen aus allen Kulturen nur zu Anstrengungen motiviert, wenn ihr Einsatz ihnen oder ihrer Familie zugute kommt.“ Wessen Herz von Gott verändert wurde, der sei in der Lage, auch Fremde als Nächste zu sehen.

Mehr evang. Missionare aus Lateinamerika als aus Europa

Der neue DMG-Personalchef für Amerika, Simon Bohn, machte auf die rasante Entwicklung der evangelischen Missionsbewegung in Lateinamerika aufmerksam. Die evangelischen Kirchen dort hätten inzwischen 21.000 Missionare entsandt, deutlich mehr als aus Europa. In den vergangen 20 Jahren habe sich die Zahl der christlichen Fachkräfte aus Lateinamerika rund um die Welt verzehnfacht, während die Zahl der Missionare aus Europa zurückgeht. Südamerikanische Missionare arbeiteten im Nahen Osten, Nordafrika und dem entkirchlichten Europa.

Die Kirchenleiter Lateinamerikas wollen Verantwortung für ihre Auslandsmitarbeiter übernehmen und ihre sendenden Gemeinden motivieren, dass sie besser den Kontakt halten

Gottes Herzschlag hören – die beiden neuen Personalleiter Matthias Knödler und Simon Bohn
Gottes Herzschlag hören

Bohn berichtete vom Missionskongress COMIBAM Ende August in Bogotá (Kolumbien), zu dem sich 1.800 geistliche Leiter aus ganz Lateinamerika versammelt hatten. Sie definierten gemeinsam das Ziel, christliche Gemeinden in ihren Ländern für Mission fit zu machen, um weltweit aktiv zu werden. Im Kongress thematisierten sie auch Probleme von lateinamerikanischen Missionaren. „Sie sagen, dass es ihnen schwer fällt, die Sprache ihres Einsatzlandes zu erlernen“, erklärte Bohn, „was ihre Integration in Missionsteams erschwert“. Darüber hinaus wünschten sie sich mehr Durchhaltevermögen im Glauben. Die Kirchenleiter Lateinamerikas wollen Verantwortung für ihre Auslandsmitarbeiter übernehmen und ihre sendenden Gemeinden motivieren, dass sie besser den Kontakt halten, ihre Mitarbeiter im Gebet, finanziell und mit Ermutigung tragen. „Ich finde es begeisternd, Zeuge dessen zu sein, was Gott von Lateinamerika aus tut“.

„Wie kann ein Mensch Gottes Herzschlag hören?“ Den zwei Männern in Weiß auf der Bühne rauchte der Kopf. Es musste doch möglich sein, Gottes Willen zu erfahren? Sie fanden ein bewegendes Bild dafür: Einer von ihnen öffnete seine Bibel, legte ein Stethoskop in die Seiten, und die 1.300 Gäste der Veranstaltung hörten staunend über Lautsprecher ein Herz pulsieren. So betonten die beiden neuen Personalleiter der DMG, Simon Bohn und Matthias Knödler, passend zum Lutherjubiläum, dass die Botschaft der Bibel uns Gottes Herz zeigt.

Musikalisch einfühlsam umrahmt

Musikmissionar Frank Bosch (Kroatien)
Musikmissionar Frank Bosch

... wurde die Feier vom Elops-Musikteam aus Bad Windsheim, mit Gesang und modernen Klängen zu Saxofon, Gitarre, Piano und Percussion. Günther Beck erzählte, dass er vor 45 Jahren als Sänger von Elops zum Glauben gekommen sei: „Damals hat ein Mitarbeiter mich direkt gefragt, ob ich nicht Christ werden will, und ich hab ja gesagt …“

Frank Bosch, der als Liedermacher für die DMG in Kroatien tätig ist, stellte dem Publikum seine neue Musik-CD „Der Anker“ mit deutschen und kroatischen Liedern zu Bibelversen vor und spielte fröhliche Glaubenslieder daraus. Besonders begeisterte Dorothea Pracht, eine Mitarbeiterin der DMG-Spendenbuchhaltung, mit ihrem Lied „Ich will dich sehn“ die Zuhörer. Mit heller Stimme sang sie für Jesus „Lass mein Herz wie Wachs unter dem Blick deiner Liebe schmelzen“ und berührte damit die Herzen des Publikums.

Beim Kindermissionsfest
Beim Kindermissionsfest

Dass es ums Herz ging beim Herbstmissionsfest (unter dem Motto „Wie Jesus erneuert“) zeigten auch die mehr als 40 Missionare der DMG. Sie stellten sich mit den Worten vor: „Mein Herz schlägt für …“ beispielsweise missbrauchte Kinder in Mexiko, denen Pia Kaufmann hilft. Für die Theologische Ausbildung junger Pastoren in Mosambik bei Verena Schafroth. Und für christliche Radiosendungen weltweit, an denen Frank Stephenson in Bratislava mitarbeitet. Elf neue Missionare stellten sich und ihre sozialen und kirchlich-missionarischen Projekte in anderen Ländern und Kulturen von Polen bis zu den Philippinen vor.

Das Herbstmissionsfest war ein Event mit viel Flair und mehr als nur Projekt-Informationen. Internationale Gäste erhielten die Botschaften übersetzt in Englisch, Französisch und Arabisch. Die Besucher, Jung und Alt, genossen es sichtlich, mit einigen der 350 DMG-Mitarbeitern weltweit ins Gespräch zu kommen, die in ihren Einsätzen, von Gottes Liebe motiviert, Menschen konkret helfen.

Fotogalerie

Hier ein Rückblick auf das Herbstmissionsfest vergangenes Jahr:

Herbstmissionsfest 2016

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