Frühlings­missions­fest 2018

Die DMG bleibt auf Kurs!

Etwa 1.000 Gäste kamen zum DMG-Frühlingsmissionsfest
Etwa 1.000 Gäste kamen zum DMG-Frühlingsmissionsfest

Fischen, wo’s tief ist

Predigt von Thomaz Litz (Brasilien)

Jesus, wo Not ist ...

Botschaft von Günther Beck (Direktor)


Verkündigung des Evangeliums in aller Welt

Der neue Leiter der DMG, Pfr. Günther Beck, beim Frühlingsmissionsfest
Günther Beck

S i n s h e i m (tv). Das christliche Missions- und Hilfswerk DMG in Sinsheim wird auch mit seiner neuen Leitung den bewährten Kurs weiterführen. Das betonte der neue Direktor der großen evangelischen Missionsgesellschaft in Sinsheim, Pfarrer i.E. Günther Beck, vor den etwa 1.000 Besuchern ihres Frühlingsmissionsfestes am 6. Mai: „Wir bleiben auf dem bewährten Kurs, Gott zu loben und sein Lob in alle Welt hinauszutragen.“ Beck hatte die Leitung der DMG am 1. Mai von Detlef Blöcher übernommen, der 18 Jahre Direktor war. Drei Schwerpunkte der DMG will der neue Leiter auf jeden Fall beibehalten: „Wir werden weiter das Evangelium klar verkündigen und Mitarbeiter rund um den Globus entsenden.“ Dabei gelte es besonders, junge Christen für Mission zu gewinnen. Der dritte Schwerpunkt, den der neue DMG-Direktor unbedingt bewahren will, ist: „Gebet! Unsere Zentrale Buchenauerhof wird auch künftig ein Zentrum des Gebets sein“, betonte Beck am Rande der Großveranstaltung. „Es geht uns um Jesus, er ist das Herz der Mission! Und Gebet ist die Begegnung mit ihm, das ist unverzichtbar für Christen.“

Die neue Art zu helfen: „Potluck!“

Chris Hewitt spielte auf seiner Steelpan
Karibische Steelpan

Selbstverständlich will der neue Leiter auch etwas verändern. Beispielsweise „die Art, wie wir Menschen in aller Welt helfen“. Hilfe geschehe oft nach dem Prinzip einer Suppenküche: „Auf der einen Seite der Theke stehen Helfer, auf der anderen Hilfsbedürftige.“ Diese Art zu helfen könne demütigen. Jesus habe es anders gemacht, erklärte Beck. Bei der Speisung der 5.000 nach Johannes habe er das Geschenk eines Jungen angenommen und daraus Großes gewirkt. Nicht die Jünger steuerten Brot und Fische für das Speisungswunder bei, sondern ein kleiner Bub aus der Gruppe der Bedürftigen. Hilfe sollte eher aussehen wie ein „Potluck: Wir schauen, was die Menschen selbst mit einbringen können.“ Denn jeder habe etwas, das er Jesus schenken könne, damit dieser es segnet. „So stelle ich mir Hilfeleistung in Zukunft vor“, sagte der neue Direktor beim Frühlingsmissionsfest der DMG. „In jeder Kultur gibt es Wertvolles, das die Menschen einbringen können, selbst die Ärmsten.“ Hilfe auf Augenhöhe beziehe die Menschen mit ein und stärke ihr Selbstbewusstsein, sodass sie selbst einander helfen.

Tausende fliehen aus Venezuela

Thomaz und Mayra Litz, DMG-Missionare aus Brasilien
Thomaz und Mayra Litz

Große Flüchtlingskatastrophen geschehen nicht nur im Nahen Osten und Afrika. Auch von Venezuela in Südamerika aus seien Hunderttausende auf der Flucht. Darauf machte der brasilianische DMG-Missionar und Jurist Thomaz Litz (João Pessoa, Ostbrasilien) aufmerksam. Die dramatische Wirtschaftslage, 800-prozentige Inflation, hohe Arbeitslosigkeit, Korruption und politische Instabilität hätten im nördlichen Nachbarland Venezuela dazu geführt, dass Menschen selbst in den Städten hungerten. Die Situation sei so dramatisch, dass die Regierung inzwischen sogar wegen Rohstoffmangels Autos konfisziere, um Eisen zu gewinnen. Die Menschen in Venezuela seien verzweifelt, viele machten sich zu Fuß auf den Weg in die Nachbarländer, sagte der DMG-Missionar in seiner Predigt beim Frühlingsmissionsfest. Von Venezuela wanderten Flüchtlingsströme nach Peru, Kolumbien und Brasilien. In der 300.000-Einwohner-Stadt Boa Vista in Nordbrasilien seien inzwischen 70.000 Geflüchtete aus dem Nachbarland. Christen hätten den Auftrag, Flüchtlingen zu helfen und die frohe Botschaft von Jesus weiterzugeben, sagte der südamerikanische Missionar. Christsein bedeute, mitten in der Welt aktiv für die Menschen dazusein und ihnen zu helfen. „Das Leben als Christ ist vergleichbar mit einem weißen Fischreiher“, sagte Litz in seiner Predigt. „Der Reiher steht mit den Beinen im Schlamm, doch sein Federkleid bleibt sauber.“

Regionalpolitiker würdigen die DMG

Die Welt hat etwas mit Sinsheim zu tun und Sinsheim ist vernetzt mit der Welt. Das wurde in einer Podiumsdiskussion mit Regionalpolitikern, Missionaren und dem ehemaligen Leiter der DMG, Detlef Blöcher, deutlich. Albrecht Schütte, Mitglied des Baden-Württembergischen Landtags, betonte: „Angesichts der wachsenden Migration von Afrika nach Europa gilt es, in den Herkunftsländern der Flüchtlinge in Afrika Arbeitsplätze zu schaffen und Menschen eine Zukunft in ihrer Heimat zu ermöglichen.“ Dabei sei wichtig, die Menschen auf Augenhöhe mit einzubeziehen: „Wir sehen die Afrikaner zu sehr als Leute, denen wir helfen müssen, dabei können auch wir viel von ihnen lernen.“ Monika Mench, die Personalchefin der DMG, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Missionsorganisation von Sinsheim aus aktiv christliche Fachkräfte nach Afrika schickt. Auf die Frage, was für Mitarbeiter sie künftig suche, erklärte Frau Mench: „Viele Menschen brauchen ein Gegenüber, das ihnen zeigt, wie man Konflikte friedlich löst, etwa Stammeskonflikte.“ Zudem suche die DMG dringend Landwirtschaftsexperten, um Ernteerträge zu steigern und Ausbilder für unterschiedliche Berufe, damit sich die Menschen in Afrika einen Lebensunterhalt verdienen können, sagte die DMG-Mitarbeiterin.

MDL Albrecht Schütte beim Frühlingsmissionsfest
MDL Albrecht Schütte
Sinsheims OB Jörg Albrecht beim Frühlingsmissionsfest
OB Jörg Albrecht

Welche Teile der deutschen Kultur sind schützenswert?

Die Podiumsdiskussion
Die Podiumsdiskussion

Auf die Frage, welche Herausforderungen die Stadt Sinsheim in den nächsten Jahren zu bestehen habe, erklärte Oberbürgermeister Jörg Albrecht, wie sehr ihm ein friedvolles Miteinander aller Kulturen und Einwohner in der großen Kreisstadt am Herzen liegt. 18 Nationalitäten lebten heute in Sinsheim und es gebe neben vielen christlichen Gemeinden  auch eine Moschee. Ihm als Oberbürgermeister sei von Bedeutung, allen Menschen die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken. Was erhaltenswert an der Kultur Deutschlands sei? „Unter anderem der christliche Glaube ist unverzichtbar“, sagte der Oberbürgermeister. MDL Schütte findet die deutsche Sprache und wichtige Größen der Geschichte wie Bach und Goethe auf jeden Fall erhaltenswert. „In unserer Kultur hat das Individuum seinen Platz, das kann man der Welt anbieten.“ Und dem ehemalige Missionsleiter Detlef Blöcher ist wichtig, dass „wir auf keinen Fall die ersten elf Artikel des Grundgesetzes aufgeben: die Gleichstellung von Frau und Mann, Religions- und Pressefreiheit …“

Karibik-Steelpan und schweizerischer Lobpreis

Auch für Kinder war beim Frühlingsmissionsfest viel geboten
Spielstraße

Eindrucksvoll beim Frühlingsmissionsfest war die abwechselnd mal regionale, mal internationale Vielfalt des Programms. Missionar Chris Hewitt aus Trinidad begeisterte mit Steelpan-Klängen vom Feinsten. Als er sein selbstgefertigtes Instrument aus der Oberhälfte eines Ölfasses mit Schlegeln wie ein Xylophon anspielte, erfüllte er die gesamte Halle der DMG mit klaren, durchdringenden und filigranen Klängen. Hewitts Song „You are beautiful“, den er mit kräftig-sensibler Stimme vortrug, erhielt großen Beifall. Und die junge schweizerische Lobpreisband der ev. Chrischona-Gemeinde Zürich lud das Publikum mit einfühlsamen, modernen Worshipsongs zum Lob Gottes ein. Sieben neue Missionare stellten sich vor. Sie erzählten von ihren geplanten Einsätzen in Japan, dem Südsudan, Südafrika und Spanien in der christlichen Jugendarbeit, theologischen Lehre und Hilfsprojekten. Rund 100 Kinder feierten parallel ihr Kinderfest und tobten sich auf der aufwändig gestalteten Spielstraße aus. Das Frühlingsmissionsfest der DMG war eine Feier für die ganze Familie, die zum Nachdenken über die Welt, die Zukunft und unsere Verantwortung als Christen in der Welt anregte.

 

Bilder vom Fest

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