Rollstuhlprojekt in Thailand

25.10.2017 14:31
Ein Minister würdigt die Arbeit des Rollstuhlprojektes
Ein Minister würdigt die Arbeit des Rollstuhlprojektes

Zehntausend Rollstühle verteilt

Mitarbeiter der DMG haben in Thailand 10.000 Rollstühle an Menschen mit Behinderung verschenkt. Beim zehntausendsten Exemplar handelte es sich um eine außergewöhnliche Sonderanfertigung, die einer bedürftigen Familie viel Freude bereitet hat. Hier ein Bericht von Johannes und Astrid Janzen (DMG), die vor Ort für das Rollstuhlprojekt verantwortlich sind:

Wenn die Liebe Gottes auf Rädern rollt …

Von Johannes und Astrid Janzen, Thailand

Wir sind im Jahr 2000 als DMG-Mitarbeiter nach Chiang Mai im Norden Thailands ausgereist, um in sozialen und landwirtschaftlichen Projekten mitzuarbeiten. Eines Tages bat mich ein amerikanischer Kollege, einen Container mit Rollstühlen auszuladen – das Material kam von „Wheels of Hope“ aus den USA. Daraus entwickelte sich eine langjährige Mitarbeit im Rollstuhlprojekt des Rajanakarindra Institut of Child Development, das Mobilitätshilfen aller Art an Bedürftige in Thailand verschenkt.

Der erste Rollstuhl wechselte im Jahr 2000 den Besitzer
Der erste verschenkte Rollstuhl

Der erste verteilte Rollstuhl ist uns trotz der vielen Jahre noch frisch in Erinnerung. Jetzt, nach 17 Jahren Dienst, haben wir die 10.000er-Marke erreicht! 10.000 Menschen mit Behinderung, deren Familien sich keine solche Hilfe hätten leisten können, haben Dank unseres Projektes einen Rollstuhl erhalten, andere Patienten erhielten kostenlos Gehhilfen aller Art oder Prothesen. Die Rollstühle sind gebraucht und erreichen uns als Spenden aus den USA, Japan und Europa. Sie werden in Containern angeliefert. Wir haben ein Team von Freiwilligen, das die Rollstühle und Mobilitätshilfen vorsortiert, überprüft und wartet. Dann geht es für Tage hinaus in verschiedene Regionen Thailands, um sie an Patienten zu verteilen. Die Rollstühle werden vor Ort an jeden Empfänger genau angepasst. Zudem schauen wir uns oft auch das familiäre und soziale Umfeld an und reden viel mit den Menschen.

Die Sonderanfertigung spiegelt unsere Überzeugung wider, dass jeder unserer Patienten zum Bilde Gottes geschaffen ist und wir deshalb immer unser Bestes geben.

Hinter jedem Empfänger eines Rollstuhls steht eine tragische Geschichte, an der wir Anteil nehmen. Manchmal kommen wir über den Glauben ins Gespräch, können für sie beten und geben ihnen und ihren Familien christliche Literatur mit. Wenn unser Dienst der freien Verteilung von Rollstühlen eine sichtbare Hoffnungsreaktion auslöst, Freude weckt über wiedererlangte Mobilität und Eltern und Betreuern Entlastung schenkt, sind wir stets aufs Neue motiviert.

Phutawan benötigte eine Sonderanfertigung
Phutawan benötigte eine Sonderanfertigung

Phutawan (Name geändert) hieß unser zehntausendster Patient, ein dreijähriger Junge, der seit seiner Geburt Hydrocephalus (Wasserkopf) hat. Die Umstände im Umfeld von Phutawans Familie verhinderten, dass er eine dringend benötigte Operation bekam, so verschlechterte sich sein Zustand über die Jahre. Als er zu uns kam war sofort klar, dass er etwas anderes als einen normalen Rollstuhl benötigte. Wir bauten ihm ein kreatives Sondermodell, ganz genau passend, das eher einem fahrbaren Bettgestell glich, aber wirklich gut für ihn geeignet ist.

Der erste Schritt war, einen Rollstuhlrahmen aufs Nötigste zu reduzieren. Dann schweißten wir einen Rahmen darauf, das erledigte Tobias Schönfelder, der mit der DMG seinen Jahreseinsatz in unserem Rollstuhlprojekt absolviert. Zuletzt brachte er Griffe und die Stütze fürs Vorderrad an. Inzwischen bereitete die Nähabteilung wasserfeste Vinyl- und Stoffbezüge für eine Matratze vor, die wir maßgeschneidert für den Jungen anfertigten. Seitenteile zur Sicherheit und ein Schirm mit Ständer als Sonnenschutz kamen dazu, ein weiteres Gestell mit Matratze zum Waschen mit extra Wasserwanne aus Edelstahl wurde zusätzlich angefertigt.

Die Herstellung des mobilen Betts dauerte etwa eine Woche, fünf Helfer waren daran beteiligt. Das Sondermodel ermöglicht der Mutter, ihren Jungen draußen spazieren zu fahren, so dass Phutawan künftig mehr als nur die vier Wände seines Zimmers zu sehen bekommt. Es spiegelt unsere Überzeugung wider, dass jeder unserer Patienten zum Bilde Gottes geschaffen ist und wir deshalb immer unser Bestes geben. So schenken wir den Menschen in Thailand Gottes Liebe weiter. Bei der Übergabe des ungewöhnlichen Gefährts war selbst der neue Minister aus Bangkok zugegen, und er lobte das Engagement unserer Mitarbeiter für diesen besonderen Patienten …

Herzlichen Dank für Ihre Spende!

Familie Johannes und Astrid Janzen (DMG) in Thailand
Familie Janzen in Thailand

Bitte überweisen Sie Ihre Gabe für „P30321 Rollstuhlprojekt Janzen“ aufs Spendenkonto der DMG:

IBAN: DE02672922000000269204
BIC: GENODE61WIE
Stichwort: P30321 Rollstuhlprojekt Janzen

Spenden für den Lebensunterhalt von Ehepaar Janzen, ohne die das Projekt so nicht möglich wäre, erbitten wir mit Stichwort „P10294 Janzen“. Herzlichen Dank.

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