Kinderhilfe Arequipa (Peru)

05.12.2018 17:19
Nahrung für Leib und Seele
Nahrung für Leib und Seele

Von Cuys, Milch, Brötchen und dem großen PLUS

Die DMG-Mitarbeiter Siegfried und Dorothee Reuter haben in Peru ein wertvolles Kinderspeisungsprogramm ins Leben gerufen, die „Kinderhilfe Arequipa“. Jeden Tag erhalten mehr als 1.000 Kinder aus armen Familien durch die Mitarbeiter von christlichen Gemeinden ein nahrhaftes Frühstück mit Brötchen und Kakao, dazu eine Andacht. Darüber hinaus schulen Reuters Mitarbeiter in christlicher Kinder- und Jugendarbeit. Ein faszinierender Bericht aus ihrem Alltag:

Wie Hilfe für Kinder christliche Gemeinden fördert

Vilma nimmt ihren Becher und schließt die Wellblechtür hinter sich ab. „Hallo Vilma, bei dir piepts wohl?!“, grüßt ihre Freundin Carina sie neckisch und spielt damit auf das Fiepen von Vilmas Meerschweinchen an, die gerade ihre Tagesration grünen Klee wegputzen. Ein guter Nebenverdienst für das Mädchen, denn zum Christfest steigen die Preise. Panierte „Cuys“, wie sie in Arequipa genannt werden, gelten in Peru als Delikatesse. Das Beste, was an Weihnachten auf den Tisch kommen kann.

Mit dem Erlös sichert sich Vilma die Teilnahme an unserem Sommercamp. Nach dem Füttern gehen die Mädchen zur Kirche, wo das Frühstück unserer Kinderhilfe Arequipa ausgegeben wird. Um halb sieben in der Früh treffen sich hier 80 Kinder. Vilma hat Talent und hilft bereits mit, sie führt die Anwesenheitsliste unter Regie ihrer Tante Nicolassa. Gespannt wartet sie auf das große PLUS, die biblische Geschichte.

Das Kinderhilfe-Team der jungen Gemeinde im Einsatz

Das war vor zehn Jahren. Vilma ist ein Kind vom Land und sie ist damals zum Glauben gekommen. Sie weiß mit Alpakas umzugehen und mit Lama-Dung ihre Hütte zu wärmen und Wasser für den Milchhaferbrei zu kochen. Ihre Heimat hat was. Die klare, dünne Andenluft auf 4.800 Metern Höhe und eine Traumkulisse, wenn sie vor die Tür tritt. Für den Handyempfang muss sie nochmal 500 Meter höher auf den Berg steigen, dort liegt ihr die ganze Welt zu Füßen. Aber wer will schon ein Leben lang nur in den blauen Himmel oder bis zum Horizont schauen?

Neuanfang in der Megastadt

Mittlerweile wird ihr Dorf nur noch von Kindern und Alten bewohnt. Hinter dem Horizont muss noch mehr auf sie warten! Sie kann gut lesen und in Mathe ist sie auch nicht schlecht. Mit 17 packt Vilma ihre sieben Sachen und tauscht ihr 300-Seelen-Dorf gegen die Metropole Arequipa ein; dicke Luft und Großstadtmief mit mehr als einer Millionen Einwohnern. Hier lernt sie Bürokauffrau und Rechnungsprüferin und hat täglich mehr Menschen um sich, als sonst zum Kirchenjubiläum in der Hochlandeinöde.

Die Millionenstadt Arequipa wächst in alle Richtungen
Die Millionenstadt Arequipa wächst in alle Richtungen

Für viele der neuen Stadtbewohner bleiben ihre Heimatdörfer in den Anden noch Rückzugsort und Lebensversicherung. Herden werden auf eine Minimalstückzahl von 250 Tieren zusammengelegt und garantieren Bares für Notfälle. Irgendwann jedoch fordert der extreme Lebensstil selbst von den Alten seinen Tribut: Rheuma, Gicht und Tuberkulose verdammen auf kurz oder lang sogar sie zum Aufbruch in die Stadt.

Hauskreise in Garagen und Privaträumen reichen fürs Erste. Gesang in Ketschua dringt durchs Wellblechdach und weckt Erinnerungen und Sehnsucht nach Gemeinschaft.

Derweil machen die Bulldozer der Grundstücksinvestoren das Umland von Arequipa platt. Staubwolken in den Rockfalten der Vulkane Chachani und Misti zeugen davon. Schweres Gerät kratzt Schachbrettmuster in die Steinwüste. Genug Platz für neue „Barios“ und „Pueblos Jovenes“, wie man die „Jungen Dörfer“ nennt.

Ob Neugier, der Kampf ums nackte Überleben, Zeitgeist, Klima, Bildung, Fortschritt oder Politik die Hochlandbewohner zum Aufbruch drängen, sei dahingestellt. Gemeindegründung ist die Antwort der Christen. Christus ist nicht im Hochland zurückgeblieben! Hauskreise in Garagen und Privaträumen reichen fürs Erste. Gesang in Ketschua dringt durchs Wellblechdach und weckt Erinnerungen und Sehnsucht nach Gemeinschaft. Nachbarn gesellen sich dazu. Vilmas gelebter Glaube macht Eindruck und bleibt nicht unbemerkt.

Die DMG-Mitarbeiter Siegfried und Dorothee Reuter sind Gründer und Leiter der Kinderhilfe Arequipa
Dorothee und Siegfried Reuter

Arequipa bedeutet: „Lagern, hier ist gut sein!“

Der Name unserer Stadt, „Are Quipay!“, ist Ketschua und bedeutet: „Lagern, hier ist gut sein!“ Das soll ein Inka-König vor 500 Jahren an diesem Ort seinen Getreuen befohlen haben. Genau das hat Vilma, ebenfalls wieder unter der Obhut ihrer Tante, am äußersten Stadtrand getan. Eine fünf Kilometer entfernte Muttergemeinde hilft ihnen bei ihrer Gemeindegründung. Mit viel Geduld und doch dem Tempo einer expandierenden Stadt wächst ihre junge Kirche. Nach zwei Jahren sind Gottesdienst und Sonntagschule für die Kinder etabliert.

Vor der Schule erhalten die Kinder ein nahrhaftes Frühstück
Frühstück vor Beginn der Schule

Wie vor 2.000 Jahren, als Christus seinen Jüngern sagte: „Last sie Platz nehmen, setzt euch!“ 5.000 leere Mägen waren sensations- und worthungrig. „Bringt, was ihr habt. Dankt, teilt es aus. Es reicht. Was übrigbleibt, sammelt ein, damit nichts umkommt!“ Damals sprach Jesus von sich als dem großen PLUS Gottes: dem Brot des Lebens, das sich nicht verbraucht, verdaut, noch schlecht wird.

Seit 2016 bitten Vilma und Nicolasse wie er seinerzeit freundlich, viele in ihrer Gemeinde Platz zu nehmen. Wie schon im Hochlanddorf, steht an ihrer Wand für jeden sichtbar der Bibelvers Josua 24,15: „Wir möchten mit unserem ganzen Haus Gott dienen.“ Und 30 Kinder warten jeden Morgen vor Beginn der Schule mit ihren Müttern bei der kleinen Gemeinde auf unsere Milch, Brötchen und die Andacht. Alle sind herzlich willkommen.

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Projektnummer: P30541
Kinderhilfe Arequipa

Für Lebensunterhalt Reuter:
P10558 S+D Reuter

... aufs Konto der DMG:
IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04
BIC: GENODE61WIE

Herzlichen Dank für Ihre Gabe.

Frau in einem Andendorf in Peru
Frau in den Anden

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