20 Jahre Drogenhilfe im Süden Spaniens

23.09.2015 10:00

Damit Suchtkranke frei werden

Drogenrehazentrum „El Buen Samaritano“ in Spanien:

Spanien ist von der Finanzkrise hart getroffen; die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 60 Prozent, die Zahl der Drogen- und Alkoholabhängigen wächst. Die kleine ev. Gemeinde in Pozoblanco hat einen Verein „El Buen Samaritano“ (Der barmherzige Samariter) gegründet. In einer Olivenfarm 70 Kilometer nördlich von Cordoba können bis zu 12 Suchtkranke eine Lebensgemeinschaft mit fachkundiger Begleitung und professioneller Therapie erhalten. Manche Familien von Suchtkranken können die Eigenbeteiligung von 400 Euro im Monat nicht aufbringen. Mit einem Hilfsfond soll finanzschwachen Patienten die Therapie ermöglicht werden.

Der Verein hat große Anstrengungen unternommen, durch Olivenölverkauf einer eigenen Marke „El Buen Samaritano“ eine höhere Eigenfinanzierung zu erreichen. In der akuten Finanzkrise reicht das jedoch nicht aus, zumal staatliche Zuschüsse gekürzt wurden. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie mehr Suchtkranken einen Neustart. Zudem sollen ein spanischer Mitarbeiter eingestellt und dringende Renovierungen und Anschaffungen getätigt werden.

Die Mitarbeiter sind auch präventiv tätig, beispielsweise durch Vorträge an Schulen und in Elternverbänden. Leiter des Zentrums sind die DMG-Mitarbeiter Roland und Sabine Weinmann.

Herzlichen Dank für Ihre Spende – Konto der DMG:

IBAN: DE02 6729 2200 0000 2692 04
BIC: GENODE61WIE
Stichwort: P30851 El Buen Samaritano


Bericht vom April 2015:

Suchthilfe rettet Leben

Feierstunde zum 20. Jubiläum der Drogenrehaarbeit der DMG in Spanien
Feierstunde zum 20. Jubiläum der Drogenrehaarbeit der DMG in Spanien

Seit 20 Jahren helfen DMG-Missionare im Süden von Spanien zahlreichen schwerst Drogen- und Alkoholabhängigen aus der Sucht heraus. Das Drogenrehazentrum „El Buen Samaritano“ (Der Gute Samariter), das von Elisabeth Bolduan vor 20 Jahren mitgegründet und aufgebaut worden ist und heute von Roland Weinmann (beide DMG) geleitet wird, hat im April 2015 sein 20. Jubiläum gefeiert.

Zur Festveranstaltung am 11. April 2015 fanden sich rund 200 Personen in der Therapieeinrichtung mit Olivenfarm in der Nähe von Pozoblanco bei Córdoba ein, und sie staunten über die vielen Wunder Gottes in der Geschichte der Einrichtung. Derzeit bietet das Drogenrehazentrum Platz für sechs bis zwölf drogen- und alkoholabhängige, die unter fachkundiger Begleitung eine professionelle Therapie durchlaufen. Zum Team gehört beispielsweise auch eine Psychologin.

Sie möchten die Drogenrehaarbeit von Ehepaar Weinmann unterstützen? Das Stichwort für Ihre Spende lautet:

P30851 Weinmann

400 Abhängigen bisher geholfen

Die Einrichtung nimmt sogar Klienten auf, die wegen der Schwere und Auswirkungen ihrer Suchtprobleme von anderen Einrichtungen abgewiesen worden sind. DMG-Missionar Roland Weinmann berichtete beim Jubiläum: „In den vergangenen 20 Jahren haben circa 400 Abhängige die Rehabilitation bei uns durchlaufen, viele von ihnen sind frei geworden.“ Ehemals Drogenabhängige erzählten beim Jubiläum, wie sie neben der Freiheit von Sucht im Guten Samariter auch eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus gefunden haben.

Bilder von der Feierstunde am 11. April 2015

Seniormissionarin Elisabeth Bolduan (83 J.) war extra zur Feier aus Deutschland angereist. Sie zeigte sich tief bewegt von Gottes Wirken und schilderte ihre Eindrücke aus der Anfangszeit der Drogenrehaarbeit in Pozoblanco. Gerald Häde (Personalleiter der DMG für Europa) überbrachte Grüße sowie eine Gabe der DMG. Er betonte, dass die wertvolle Drogenhilfe von Roland und Sabine Weinmann dringend mehr Beter und Spender benötige, damit noch weitere Drogenabhängige im Zentrum aufgenommen und frei werden können.

Türschild: El Buen Samaritano – Der Gute Samariter
Türschild: Der Gute Samariter

In diesem Zusammenhang dankte der Präsident von El Buen Samaritano, Francis Arjona, der DMG und allen Betern und Spendern aus Deutschland herzlich für die langjährige gute Zusammenarbeit. Gleichzeitig bat er um neue Mitarbeiter, auch ehrenamtliche: „Wir würden das Zentrum gerne weiter ausbauen.“ Die DMG sucht neben Vollzeitmitarbeitern auch Freiwillige allen Alters für Kurzeinsätze in Pozoblanco, besonders handwerklich begabte Helfer. Senioren könnten beispielsweise über das 50plus-Programm der DMG dort tätig werden, sagte Häde.


Detaillierte Beschreibung des Projektes:

Das Drogenrehazentrum El Buen Samaritano in Pozoblanco bei Córdoba
Das Drogenrehazentrum El Buen Samaritano in Pozoblanco bei Córdoba

Wo Suchtkranke eine zweite Chance bekommen

In Andalusien im Süden Spaniens ist die Wirtschaftskrise längst nicht überwunden. 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, Demonstrationen in den Straßen und eine wachsende Zahl Drogen- und Alkoholabhängiger sind die offensichtlichsten Auswirkungen, berichten Roland und Sabine Weinmann. Die DMG-Mitarbeiter leiten ein Drogenrehazentrum „El Buen Samaritano“ (Der Gute Samariter), 80 Kilometer von Córdoba entfernt.

In der Olivenfarm leben die Männer als Wohngemeinschaft und arbeiten entsprechend ihrer Möglichkeiten mit
In der Olivenfarm leben die Männer als Wohngemeinschaft und arbeiten entsprechend ihrer Möglichkeiten mit

Ihre Arbeit ist alles andere als einfache in diesen Tagen, denn „die staatlichen Zuschüsse sind fast auf Null zusammengestrichen worden“. Gleichzeitig erhalten sie täglich dringende Bitten um Hilfe. Während viele Suchtkranke nach Entzug fragen, kommen durch die Krise immer mehr verarmte Menschen, die um Sachgüter wie Lebensmittel, Kleidung, Windeln und mehr bitten. Mit den christlichen Gemeinden in ihrer Provinz verteilen die Mitarbeiter von El Buen Samaritano regelmäßig Lebensmittel – alleine an ihrem Ort an mehr als 300 bedürftige Einzelpersonen und Familien.

Ihre Hauptaufgaben jedoch sind der Langzeitentzug schwerst drogen- und alkoholabhängiger Männer und ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Ihr Drogenrehazentrum in Pozoblanco kann rund zehn Klienten aufnehmen. Es ist eine große Olivenfarm, in der die Männer als Wohngemeinschaft zusammenleben und entsprechend ihrer Möglichkeiten mitarbeiten. Hier kommen sie, fachlich gut betreut, Schritt für Schritt von ihrer Sucht los.

Die DMG-Mitarbeiter Roland und Sabine Weinmann helfen Suchtkranken in Spanien
Roland und Sabine Weinmann

Wie das Drogen-Rehazentrum entstanden ist

1992 wurde in der Evangelischen Missionskirche Andalusiens (Südspanien) der Verein „El Buen Samaritano“ gegründet. Von Anfang an leistete er christliche Drogenarbeit, vorsorgend, aber auch in der Betreuung von Abhängigen, die frei werden wollen. 1994 stieß DMG-Missionarin Elisabeth Bolduan zu diesem Team. Sie hatte Erfahrung in der Rehabilitation Drogenabhängiger. Mit finanzieller Hilfe (u.a. von der DMG) wurde nahe der Kleinstadt Pozoblanco eine Olivenfarm gekauft und zum Rehazentrum ausgebaut. Derzeit werden zwischen fünf und zehn abhängige Männer betreut. Die Suchtkranken arbeiten mit im Haus und in den Olivenplantagen. Ziel ist es, dass Süchtige von Drogen und Alkohol frei werden. Dabei sollen sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und selbständig in der Gesellschaft zu leben.

Jesus kann von Drogen freimachen, und er schenkt neues Leben. Menschen, die Christen geworden sind, fallen nicht so häufig in ihre Sucht zurück, wie solche, die keinen Glauben haben.

Therapie für Leib und Seele

Seit 1998 arbeiten Roland und Sabine Weinmann in dieser Arbeit mit, inzwischen leiten sie das Zentrum. Gemeinsam mit Fachleuten bieten sie eine ganzheitliche Therapie. Über die Jahre haben sie erlebt, wie der christliche Glaube in der Drogenarbeit eine Hilfe ist: „Wenn die Männer Jesus in ihr Leben aufnehmen, erhalten sie neue Hoffnung“, erzählt Roland Weinmann. „Jesus kann von Drogen freimachen, und er schenkt neues Leben. Menschen, die Christen geworden sind, fallen nicht so häufig in ihre Sucht zurück, wie solche, die keinen Glauben haben.“ Einige Hilfesuchende sind inzwischen frei geworden und haben wieder Arbeit gefunden. Bei einem jungen Mann war die Ehe wegen seiner Sucht am Ende. Als er durch Jesus Befreiung erlebte, kam auch seine Frau zum Glauben. Die Ehe wurde gerettet. Heute bezeugt das junge Paar fröhlich, was Gott an ihnen getan hat. So verbreitet sich durch frühere Süchtige die Botschaft des Evangeliums in Spanien.

Pedro geht heute wieder in die Bars

Ehepaar Weinmann erzählt von Pedro: „Er war ein Alkoholiker. Als er ins Zentrum kam, flehte er unsere Psychologin an, ihn wieder nach Hause zu schicken. Er bot ihr sogar einen Esel als Geschenk dafür. Mit der Zeit kam er körperlich wieder auf die Füße, wurde von seiner Sucht frei und nahm Jesus an. Kürzlich hatten wir ein Gespräch mit Pedros Tochter. ‚Weist du', sagte sie, ‚früher habe ich mich geschämt für meinen Vater. Wenn ich ihn im Dorf sah, wechselte ich auf die andere Straßenseite. Heute bin ich stolz auf ihn. Stell dir vor, ich muss mit ihm die Bibel lesen. Ich habe ihm eine Ausgabe mit supergroßen Buchstaben gekauft, denn er ist Analphabet. Darin lesen wir zusammen. Jetzt geht Pedro wieder in die Bars. Aber nicht, um sich zu betrinken, er sagt den Männern das Evangelium weiter. Wer könnte das besser als er. Pedro kennt die Leute und ihre Art, sich auszudrücken. Ich bin so stolz auf ihn!' Dieses Gespräch hat uns ermutigt in unserer Arbeit mit suchtkranken Männern. Was Gott beginnt, das vollendet er auch.“

Ein alkoholabhängiger Klient (l.) und ein Mitarbeiter
Ein alkoholabhängiger Klient (l.) und ein Mitarbeiter

Der letzte Rettungsanker

Im Haus „El Buen Samaritano“ werden auch Menschen aufgenommen, die sonst nirgendwo unterkommen. Ein Alkoholabhängiger wurde von allen anderen Einrichtungen als nicht therapierbar abgelehnt, weil er nach jedem Entzug wieder der Sucht verfallen war. Hier erhält er eine weitere Chance. Die Mitarbeiter bieten zudem in ganz Andalusien Vorträge in Schulen und Elternverbänden an, über Drogenprävention und den Umgang mit Abhängigen. Eine gute Arbeit, die alle Aspekte der Drogenbekämpfung beinhaltet. Sie wird von spanischen Christen und von Missionaren getan, die sich gemeinsam von Herzen einsetzen, um Menschen an Leib und Seele zu helfen.

Wie Sie sich beteiligen können ...

Die Drogenrehabilitation ist auch in Spanien eine Herausforderung. Aufgrund der Wirtschaftskrise gibt es immer weniger staatliche Unterstützung, die Finanzierung der Arbeit ist ein ständiges Problem. Die DMG möchte diese Drogenarbeit unterstützen, und benötigt dazu Ihre Hilfe: Ausbau und Unterhalt des Zentrums kosten eine Menge: Baumaterial, Möbel, aber auch das „tägliche Brot“ für Heimbewohner und Mitarbeiter müssen finanziert werden. Freiplätze im Heim geben mittellosen Drogenabhängigen eine Chance.

Helfen Sie uns helfen ...

Bitte helfen Sie, dass Süchtige ein neues Leben in echter Freiheit entdecken. Das Projekt kann über die DMG unterstützt werden unter dem Stichwort „P30851 El buen Samaritano“.

Nicht nur wir danken Ihnen herzlich für alle Unterstützung. Das tun auch die Männer, die durch Ihre Gelder und Gebete die Chance auf eine Zukunft frei von Drogen bekommen.

Die Bewohner des Drogenrehazentrums bei einem Ausflug
Bei einem Ausflug

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