Weihnachten einmal anders ...

18.12.2017 14:38

Junge Teilnehmer von Einsätzen im Ausland berichten über ihre Erfahrungen an Weihnachten im vergangenen Jahr. Wie sie das Christfest in Frankreich und der Elfenbeinküste erlebten:

Weihnachten in anderen Ländern
Weihnachten in anderen Ländern

Adventskalendermomente

Katha (r.) war zehn Monate in Nordfrankreich um dort in einem christlichen Café zu helfen und Menschen zu begegnen
Einsatz in Frankreich

Katha (r.) war zehn Monate in Nordfrankreich um dort in einem christlichen Café zu helfen und Menschen zu begegnen. Sie schreibt:

Ich weiß nicht, wie genau ich mir die Adventszeit in Frankreich vorgestellt habe, aber definitiv nicht so… weihnachtlich! Ich habe wirklich nicht erwartet, dass es sich so gemütlich anfühlen würde und ich die Weihnachtszeit richtig genießen könnte. Wir als Gemeinde und im Café haben einiges anders und besonders gemacht. So gab es im Café einen Adventskalender, der immer aus zwei Geschenken bestand: eines für den Gast, der die große Preisfrage richtig beantworten konnte und eine Figur für unseren mega Dekobaum, der das ganze Café überschirmte. Jede Figur stellte einen Teil der Weihnachtsgeschichte dar: So kamen Tag für Tag Maria, Joseph, die Hirten und so weiter zusammen. Wir erzählten den Gästen die Geschichten der einzelnen Figuren und wie sie in den großen Zusammenhang des Weihnachtsfestes passen. Nach einem dieser Adventskalendermomente sprach mich eine junge Frau an, was ich denn so mache. Es war total entspannt, mit ihr zu reden. Wirklich wertvoll, weil ich so gerne in Kontakt mit jungen Franzosen kommen wollte. Wir verabredeten uns für einen Mädelsabend. Eine andere junge Frau wollte gerne Deutsch mit mir lernen. So gab mir Gott in der Adventszeit viele bereichernde Begegnungen. Gott kennt meine Wünsche und Sehnsüchte. Ich muss sie nicht aussprechen, oft weiß ich selbst gar nicht, was ich mir von Herzen wünsche – und bekomme es dann doch von ihm. Für die Adventssonntage an denen der Gottesdienst im Café stattfand, haben wir unsere Räume besonders geschmückt, es war ein Traum. Es ging unserer Gemeinde darum, den Menschen von Jesus zu erzählen, dem eigentlichen Weihnachtsgeschenk: Jesus, das Licht: Er vertreibt die Finsternis und strahlt als heller Stern. Totale Reinheit und Liebe. Jesus, die Freude: Durch seine Liebe können wir Menschen lieben und Freude verschenken. Jesus, die Vergebung: Er, der so rein war, gab sich als Opfer für uns, damit wir frei sind.


Flair ist nicht alles …

Rahel war in der Elfenbeinküste
Rahel

Rahel absolvierte die neun Monate ihres missionarischen Kurzeinsatzes in der Elfenbeinküste. Sie hat dort Kinder betreut und lebte in einer afrikanischen Gastfamilie. Wie sie Advent und Weihnachten erlebt hat?

Hier im Norden der Elfenbeinküste, einem Land an der Küste Westafrikas, ist der Weihnachtsschmuck dezenter als bei meiner Herkunftsfamilie in Deutschland. Ich war überrascht, als erst am 29. Dezember in meiner Gastfamilie noch nachträglich eine fünffarbige Lichterkette quer über den Fernseher gelegt wurde – unsere einzige Dekoration.
Am Morgen des 24. Dezember lag Aufregung in der Luft. Meine vier jüngsten „Schwestern“ aus der Gastgeberfamilie gingen sich die Haare flechten lassen – ein Anzeichen für einen besonderen Tag.

Für Heiligabend war geplant, einen mit kulturellen Beiträgen gefüllten Gottesdienst zu feiern, von 20 bis 24 Uhr. Im Gottesdienst war ich in Theaterstücke und die Musikgruppe eingebunden, alles wurde erst wenige Tage vor Weihnachten vorbereitet. Hier lernte ich, wie viel mehr es zählt, im Moment zu leben, statt mehrere Wochen mit Vorbereitungen beschäftigt zu sein. Der Abend war reich gefüllt mit Texten, Musik und Tanz!

Mein eindrücklichstes Erlebnis war das Theaterstück, das wir mit Leuten aus unserer Nachbarschaft aufführten. Es erzählte die Geschichte eines Generals, der unzufrieden mit dem Verhalten seiner Soldaten war und bei einem Pfarrer Rat suchte. Wir wollten zeigen, dass es beim christlichen Glauben nicht nur um die Einhaltung strikter Regeln geht. Im Laufe des Theaterstücks hob der General alle Verbote auf und versprach seinen Soldaten, dass Fehler nicht mehr bestraft würden. Um zu zeigen, dass es ihm ernst damit war, kam er, ohne zuvor nach dem Schuldigen zu suchen, für einen Schaden auf, den einer seiner Männer verursacht hatte, und stellte sich demonstrativ auf ihre Seite. Die ganze Mannschaft war begeistert, motiviert und ihre Veränderung zog Kreise weit übers Land hinaus.

An Weihnachten ist das Gleiche passiert: Gott ist uns Menschen entgegenkommt, indem er selbst Mensch wurde. Selbst in schwierigen Situationen möchte er bei uns sein! Beim Glauben an Jesus geht es nicht ums Befolgen von Befehlen. Was wichtig ist, ist die Beziehung zu ihm.

Informationen zu DMG-Kurzeinsätzen und -Freiwilligendiensten: www.dmgint.de/einsaetze.html

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