Verstärkter Druck auf Christen in Algerien

06.02.2018 15:09
In Algerien sind in den vergangenen Wochen mehrere Kirchen geschlossen worden
In Algerien sind in den vergangenen Wochen mehrere Kirchen geschlossen worden

Mit der DMG befreundete Kirchenleiter aus Algerien beklagen eine neue Welle der Repressionen und Christenverfolgung in ihrem Land. Mehrere Kirchen und Gemeindehäuser, theologische Ausbildungsstätten sowie ein Buchladen seien in den vergangenen Wochen von den algerischen Behörden geschlossen worden. Gleichzeitig sei eine „beunruhigende Zunahme“ an Verhaftungen von Christen zu verzeichnen.

Die Schließung von Kirchen und christlichen Einrichtungen werde mit neuen staatlichen Sicherheitsbestimmungen für Gebäude begründet. Einige registrierte protestantische Kirchen hätten in den vergangenen Wochen Besuch von Prüfgruppen aus Beamten, Feuerwehr und Polizei bekommen und seien von diesen direkt geschlossen worden. Andere christliche Gemeinden warteten noch mit großer Sorge auf das Ergebnis dieser Überprüfung. Ein algerischer Kirchenleiter bittet die Christen in Deutschland um Gebet, mit folgenden Worten:

Brief eines algerischen Kirchenleiters

Gottesdienst in Algerien
Gottesdienst in Algerien

„Liebe Geschwister …

Der zunehmende Druck spricht für eine koordinierte Kampagne der Behörden. Die Vorwürfe, die zu den Kirchenschließungen führten, sind unbegründet … Als wolle man die Kirche schwächen und ihre Wirksamkeit beenden. Ein Pastor einer kürzlich geschlossenen Kirche sagte: ‚Die Gemeinde Jesu besteht nicht aus Mauern und Dach, sondern aus den an Jesus Gläubigen, seinem lebendigen Leib.‘

Wir loben und danken Gott auch in dieser Situation, weil die Christen in Algerien mehr denn je zusammenstehen, es wird viel gebetet und gefastet. Wir bitten den Herrn, uns seine Strategie für diese Zeit der Prüfung und einen Weg nach vorne zu zeigen. Wir danken Gott für sein Wirken im Leben von Zehntausenden, während der Jahre relativer Freiheit. Heute beten wir unseren Herrn in Wohnungen, Kirchen und im Wald an. Möge Gott uns durch seinen mächtigen Heiligen Geist seine neue Strategie für eine Zeit wie diese offenbaren. Nicht nur zum Überleben, sondern um ihn weiterhin zu verherrlichen und Menschen in Algerien und darüber hinaus mit dem Evangelium zu erreichen.

Viele Gemeinden sind von den jüngsten Vorfällen betroffen. Es kam zu Gerichtsverfahren. Wir beten, dass die Belästigungen aufhören und die geschlossenen Kirchen wieder geöffnet werden und ihren Dienst zu Gottes Ehre fortführen können.“

Als DMG reihen wir uns gerne mit ein in dieses Gebet für Algerien, mit der herzlichen Bitte an alle Leser, mitzubeten für unsere Glaubensgeschwister im Maghreb. Gott kann den zunehmenden Druck auf die Christen dort zum Guten wenden, davon sind wir fest überzeugt. Gebet ändert alles!

Hintergrund

Algerien ist ein mehrheitlich muslimisches Land mit rund 42 Millionen Einwohnern. In den frühen 1980er-Jahren kam es zu einer Erweckung, vor allem im Volk der Berber. Zehntausende haben sich seither für ein Leben mit Jesus entschieden. So viele, dass die Regierung beschlossen hat, Kirchen auch staatlich registriert zu erlauben, unter dem Dach der Vereinigung Algerisch Protestantischer Kirchen. Diese Kirchen sind von den oben genannten Fällen besonders betroffen. Daneben gibt es viele kleine Hausgemeinden.

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