Unё jam njё bijё – Albanisch für Anfänger!

09.01.2017 14:49
Neue Mitarbeiter der DMG in Albanien: Anne und David Kretschmer
Neue Mitarbeiter der DMG in Albanien: Anne und David Kretschmer

David und Anne Kretschmer berichten:

So aufgeregt war ich schon lange nicht mehr. Mit klopfendem Herzen und einer Topfpflanze in der Hand steige ich die Treppe eines Flüchtlingsheimes hinauf. Bei mir: eine Missionarin im (Un-)Ruhestand, die mit Flüchtlingen arbeitet, und ein Übersetzer. Meine Mission: Ein albanisches Ehepaar mit zwei Kindern davon überzeugen, dass meine Familie und ich nette Zeitgenossen sind und es sich lohnt, uns ein bisschen Albanisch beizubringen. Morgens hat besagte Missionarin angerufen, ob wir Zeit haben. Sie habe eine albanische Familie ausfindig gemacht. Ein bisschen plötzlich für mein deutsches Planungsbüro-Hirn …

Hektisch krame ich in meinem Hinterkopf nach den paar Brocken Albanisch, die Anne und ich in den letzten Monaten gelernt haben. Im Laufe des Tages habe ich extra noch ein paar neue Sätze herausgesucht. Wie war das nochmal: Unё quhёni David? Nein, Unё quhёm David. Und wie spricht man das nochmal aus? Unё jam njё bijё. Ach nein, das heißt: Ich bin eine Tochter! Maaann – diese Sprache werde ich nie lernen. Also nochmal: Unё kam … Unsere Tochter heißt Leonore und ist ein Jahr alt …

Wie verhält man sich richtig, in der neuen Kultur?

Wie verhält man sich eigentlich richtig, wenn man Albaner besucht? Was bringt man mit? Laut Reiseführer sind Blumen gut. Aber wie überreicht man sie? Noch bevor wir überhaupt ausgereist sind, habe ich schon den Kulturschock. Wie wird das erst in Tirana, wenn wir im April ins Team vor Ort einsteigen?

Ich (30 Jahre jung, Psychologe) habe eine Leidenschaft für junge Leute und Menschen am Rand der Gesellschaft. Anne ist 28 und Hebamme. Ihr Herz schlägt für (werdende) Eltern und ihre Kinder. Wir wünschen uns, dass Menschen in Albanien Hoffnung fassen. Hoffnung für ihr Leben, ihr Land, das wunderschön ist, für ihre Nachbarn und Freunde, die so herzlich sind. Eine Hoffnung, die nicht im luftleeren Raum schwebt, sondern ein Fundament hat: Jesus.

Kinder in Albanien
Kinder in Albanien

Er ist uns als Jugendliche in unseren Familien und den sächsischen Gemeinden begegnet (wir kommen aus Kamenz und Strehla nahe Dresden). Er hat uns begleitet, als wir nach Herrenberg bei Stuttgart zogen. Wir wollen Hoffnung praktisch weitergeben – durch unser Leben, Reden und Denken – an alle Menschen, ganz gleich wer sie sind, was sie glauben und tun. Wie macht man das? Wie streut man Hoffnung? Es ist ja nicht so, dass man einfach in einen Sack greifen und damit um sich werfen kann und Simsalabim?!

So wünsche ich mir auch, dass die Begegnung im Flüchtlingsheim keine Einbahnstraße ist, sondern ein Gewinn für diese Familie. Auf der Treppe rutscht mir das Herz in die Hose. Der Übersetzer (bin ich froh, dass er dabei ist) klopft an die Tür. Ein junger Mann mit rundem, freundlichem Gesicht öffnet. Im Hintergrund hat seine hübsche Frau schon Cola für uns bereitgestellt. Ein Junge liegt mit dem Bauch auf dem Teppich und ihr Einjähriges verkündet lautstark … irgendwas.

Wir wollen Hoffnung praktisch weitergeben – an alle Menschen, ganz gleich wer sie sind, was sie glauben und tun.

Das Zimmer, in dem die Vier wohnen, ist gemütlich eingerichtet. Unser Geschenk, eine Topfpflanze, nehmen sie gern an. Sie ziert jetzt ihren Fernseher. Wie freuen sie sich über unser Interesse an ihrer Sprache. Zwei Wochen später treffen wir uns bereits ohne Übersetzer und lernen einiges. Begeistert nehmen auch unsere albanischen Freunde deutsche Wörter und Sätze auf. Anne und die junge Frau schreiben sich regelmäßig SMS’ und tauschen sich über die Kinder aus. Der nächste Termin steht fest, und wir freuen uns darauf.

Es ist interessant, was Missionar sein bedeutet. Wir sind viel beschäftigt mit Sprache lernen, Bücher lesen und Organisatorischem, damit, genug monatliche Spenden für unseren Dienst zusammenzubekommen. Doch letztlich geht’s nur um eines: Begegnung mit Menschen – und gemeinsam mit ihnen mit Jesus. Begegnung ist Abenteuer, aber bahnbrechend, darum wollen wir Menschen begegnen! Und Sie?


Sie wollen die Arbeit der neuen Missionare David und Anne Kretschmer mit einer Spende unterstützen: Stichwort „P10348 Kretschmer“ aufs  Konto der DMG.


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