Uganda: Erstmals Abendmahl gefeiert ...

17.07.2014 14:44
Noch vor einem Jahr konnten wir uns kaum vorstellen, wie eine Karamoja-Gemeinde aussehen könnte
Simon Gruber bei den Karamojong

Simon und Dr. Carina Gruber leben beim Nomadenvolk der Karamojong. Durch ihre Arbeit als Tierärztin und Evangelist ist eine kleine Gemeinde entstanden. Grubers berichten von der ersten Abendmahlsfeier:

Denen nichts von ihm (Jesus) verkündigt worden ist ...

Der Geruch von Feuer und gebratenem Fleisch liegt in der Luft; um uns herum munteres Stimmengewirr und Geschäftigkeit. Während einige im Schatten sitzen und sich vom Fußmarsch ausruhen, bereiten andere Essen zu. Jeder trägt seinen Teil bei, diesen Tag zu einem Erlebnis zu machen. Manche haben Bohnen und Kohl mitgebracht, andere Mais- oder Sojabrei. Simon und die Männer haben morgens zwei junge Schafe geschlachtet und rösten nun das Fleisch über dem Feuer. Es ist Ostermontag – und wir wollen mit unserer Jüngerschaftsgruppe Abendmahl feiern – für viele zum ersten Mal seit sie Jesus folgen.

Dr. Carina und Simon Gruber helfen als Tierärzte und Gemeindegründer den Karamojong
Dr. Carina und Simon Gruber

Seit Januar 2013 leben wir als Tierärztin und Evangelist im Volk der Karamojong. Der Bibelvers Römer 15,21 hat uns hierher begleitet: „Denen nichts von ihm (Jesus) verkündigt worden ist, die sollen sehen, und die nichts von ihm gehört haben, sollen verstehen.“ Wir wollen die Karamojong, die im Nordosten von Uganda als Rinderhirten leben und von den meisten im Land als unzivilisiert und minderwertig verachtet werden, konkret helfen und sie mit dem Evangelium erreichen.

Vor 100 Jahren kamen die ersten katholischen Missionare zu ihnen. Aber die Karamojong sind traditionell und stolz. Sie waren dem Christentum nie abgeneigt, sind in ihrem Denken aber eher pragmatisch, sodass sie sonntags den Segen des Priesters empfangen und am Montag wieder in ihrer traditionellen Versammlung den Ahnen einen Bullen opfern. Es gibt Kirchen, aber nur wenige hingegebene Christen.

Uns ist wichtig, die wirklichen Krieger zu erreichen, die wegen ihrer Lebensweise nie einen Gottesdienst besuchen würden.

Uns ist wichtig, die wirklichen Krieger zu erreichen, die schon aufgrund ihrer Lebensweise nie einen Gottesdienst besuchen. Sie sitzen lieber auf ihren Ekitscholon, kleinen traditionellen Hockern, statt auf harten Kirchenbänken. Deshalb gehen wir zu ihnen in die entlegenen Dörfer, helfen ihnen, ihre Tiere gesund zu halten, und setzen uns mit ihnen zum Gespräch untern Baum, statt in der Stadt in moderne Gebäude.

Bei der ersten Abendmahlsfeier
Bei der ersten Abendmahlsfeier

Vor einem Jahr haben wir in zwei Dörfern begonnen, durch chronologisches Erzählen biblische Geschichten weiterzugeben. Damals konnten wir uns noch nicht so recht vorstellen, wie eine Karamoja-Gemeinde entstehen könnte. Wie sollten Menschen, die nie zur Schule gegangen sind und nicht selbst die Bibel lesen können, Jesus verstehen und kennenlernen?

„Die sollen sehen ... die sollen verstehen“: Gott hält seine Zusagen. Wir durften erleben, wie mächtig Worte der Bibel sind und wie der Heilige Geist sich offenbart, Verständnis und Erkenntnis schenkt. Vor einem Jahr begannen wir mit der Schöpfungsgeschichte und sind schließlich bei der Kreuzigung und Auferstehung von Jesus angelangt. Nun konnten wir ihnen das Evangelium erklären, und was es bedeutet, Jesus zu folgen. Viele sind aufgestanden und haben Jesus in ihr Leben eingeladen. Wir sehen von Woche zu Woche, wie sein Geist in ihnen wirkt.

Nun konnten wir ihnen das Evangelium erklären, und was es bedeutet, Jesus zu folgen. Viele sind aufgestanden und haben Jesus in ihr Leben eingeladen.

Danke für alle Ihre Gebete für die Karamojong. Bitte beten Sie besonders für diejenigen, die sich in den vergangenen Monaten für Jesus entschieden haben; dass sie im Glauben wachsen, keine falschen Kompromisse eingehen und das Gehörte anderen in ihren Dörfern weitergeben.

Eindrücke aus der tiermedizinischen und missionarischen Arbeit beim Nomadenvolk der Karamojong im Nordosten Ugandas:

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