„Tut mir leid!“

17.12.2019 08:52
Weihnachtgruß von DMG-Direktor Günther Beck
Weihnachtgruß von DMG-Direktor Günther Beck

… wollte Josef gerade sagen: „Wir können Ihre Geschenke leider nicht annehmen. Wissen Sie, Sie sind halt, Entschuldigung, Heiden und wir sind Juden und da gibt es ein paar Grundregeln zu beachten. Schon, dass sie bei uns in unserer Höhle sind, ist naja, äh, eigentlich nicht, äh, koscher. Und der Weihrauch, mit dem Sie sonst Ihre Heidentempel zuqualmen … tut mir echt leid.“

Er sagte es nicht. Hatte Maria ihn am Ärmel gezupft, als sie merkte, was sich hinter seiner sorgenumwölkten Stirn zusammenbraute? Oder erinnerte er sich an das Bibelwort Psalm 72,10: dass die „Heiden Geschenke bringen“ werden?

Sicher ist, dass Jesus nicht mit materiellen Hilfsgütern auf diese Welt kam, sondern im Gegenteil Geschenke annahm.

Kürzlich hatten wir als DMG das Vorrecht, Pastor Kokole aus dem Kongo bei uns zu haben. Er bat nicht um Geld für sein gebeuteltes Land, obwohl es auch daran fehlt. Er bat um Missionare mit „Liebe – Empathie – Beziehungsfähigkeit – Fachwissen – Lernbereitschaft“. Genauso hätte er Jesus beschreiben können: Jesus kam nicht mit Geld, er ist der Inbegriff von Liebe, Einfühlungsvermögen und Beziehungsfähigkeit. Er verstand das Gesetz Gottes wie kein anderer, und nicht nur in Hebräer 5,8 sehen wir ihn als Lernenden.

Weihnachten ist unser Vorbild in Sachen Mission. Unsere Missionare gehen zwar nicht als Babys in die fremde Kultur, aber zu Beginn hören sie sich so ähnlich an. Sie schicken kein Geld, sondern gehen selbst. Um Menschen zu lieben, zu verstehen, ihr Vertrauen zu gewinnen und auf die Liebe Gottes, die in Jesus Christus sichtbar geworden ist, hinzuweisen. Jesus kam nicht nur als „Missionar“, sondern als Erlöser. Auch das ist wichtig für unsere Arbeit. Wir sind keine Erlöser, haben nicht die Lösung für alle Probleme der Welt. Unsere Arbeit beschränkt sich darauf, auf Jesus hinzuweisen, der Erlösung und Lösungen schenkt.

Wie dankbar sind wir, liebe Freunde, mit Ihnen gemeinsam Weihnachten feiern zu dürfen. Mit Ihnen gemeinsam darüber zu staunen, wie Jesus zu uns kam.

In herzlicher Verbundenheit,

Ihr Günther Beck,
Missionsleiter

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