Trauer um Diakonisse Sr. Rose Schwarz

19.10.2017 10:09
Die langjährige DMG-Missionarin Sr. Rose Schwarz (Pressefoto der Stadt Vaihingen)

Wir gedenken unserer langjährigen Afrika-Missionarin Sr. Rose Schwarz, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande, die am 15. Oktober 2017 verstorben ist.

Sr. Rose Schwarz

* 23.01.1935     † 15.10.2017

Sr. Rose Schwarz ist 1935 zur Welt gekommen und unter sieben Geschwistern aufgewachsen, ihr Vater war Prediger. Mit 17 Jahren hat sie sich bewusst für ein Leben mit Jesus entschieden. Als 21-Jährige trat sie dem Diakonissenmutterhaus St. Chrischona in der Schweiz bei. Auf die Frage, weshalb sie Diakonisse und später Missionarin geworden ist, antwortete Sr. Rose Schwarz: „Ich wusste einfach, dass ich mein Leben mit Jesus ganz oder gar nicht leben will.“ Ihre Biografie „Ganz oder gar nicht – ein Leben unter Gottes Führung“ liest sich spannend, sie hat viele Abenteuer mit Gott erlebt.

Die junge Diakonisse absolvierte ihre Ausbildung zur Krankenschwester und wurde mit 26 Jahren leitende Oberschwester im OP-Saal des Krankenhauses von Dillenburg. Kurz nach ihrem 38. Geburtstag begann Sr. Rose einen Missionseinsatz in Äthiopien, der nach vier Jahren abrupt endete, als der dortige Kaiser gestürzt wurde und eine kommunistische Regierung die Macht übernahm.

Sr. Rose unterwegs in Kenia ...

Nach einer Übergangszeit kam sie 1978 zur DMG, für die sie jahrelang in Kenia medizinisch tätig war. Zunächst war sie verantwortlich für eine Buschklinik und den Aufbau einer medizinischen Arbeit an der somalischen Grenze. Sie wurde Lehrschwester für afrikanische Pflegekräfte und leitete später die Krankenpflegeschule der Afrika Inland Kirche. Deren medizinische Arbeit in ländlichen Regionen baute sie maßgeblich mit auf und leitete diese zeitweise landesweit. Sr. Rose Schwarz hat als Missionarin der DMG zahlreiche afrikanische Pflegekräfte ausgebildet und motiviert. Vielen hat sie in liebevoller Weise ihren Glauben bezeugt.

Im Jahr 2000 musste sie Kenia aufgrund einer Krebserkrankung verlassen, 2003 ging sie in Deutschland in den „Ruhestand“. Doch auch von hier aus half sie unermüdlich ihren Freunden in Afrika. Eine kenianische Pastorin hatte drei Aidswaisen aufgenommen und bat Sr. Rose um Hilfe. Daraus entstand das Aidswaisenprojekt „Neema ya Mungu“ (Durch Gottes Hilfe), das mehr als 600 Kinder unterstützt.

Am 26. September 2014 wurde unsere frühere Missionarin für ihr Lebenswerk und dieses Projekt mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Bei der Verleihung in Vaihingen an der Enz durch Oberbürgermeister Gerd Maisch sagte Sr. Rose Schwarz: „Soli Deo gloria“, Gott soll die Ehre zukommen. Das war ihr Lebensmotto.

„Sie hatte ein reiches Leben, das geprägt war von ihrer tiefen Beziehung zu Jesus. Sie darf nun beim Herrn sein, dem ihr Herz und Leben gehörte“, heißt es im Nachruf des Diakonissenhauses St. Chrischona. Wir reihen uns ein in die Schar der Trauernden, wünschen ihren Freunden und Angehörigen von Herzen Trost und danken Gott für die Gewissheit, dass wir unsere liebe Missionarin Sr. Rose eines Tages in seiner neuen Welt wiedersehen werden.

Theo Volland
DMG-Redakteur

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