Südsudan: Wir haben mehr als nur Nahrung ...

03.06.2013 13:33

Unterernährten Kindern ganzheitlich helfen

Die Ernährungslage im 2011 unabhängig gewordenen Südsudan ist weiterhin kritisch. Viele Menschen hungern, ein Drittel der Kinder leidet an Unterernährung.

Kinderkrankenschwester Ruth Gebhardt ist DMG-Mitarbeiterin in einem Unterernährtenzentrum im Flüchtlingslager Doro (Bundesstaat Oberer Nil). Fünf bis zehn unterernährte Kinder wöchentlich werden vom Krankenhaus zu ihnen überwiesen und stationär aufgenommen, berichtet Ruth: „Wir geben ihnen Milch, die speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Wenn es ihnen besser geht, werden sie entlassen und weiter ambulant betreut.“ Ruth und ihr Team schauen wöchentlich nach 60 Kindern, wiegen sie, bringen ihnen die nächste Ration „Plumpy nut“ (nährstoffreiche Erdnusspaste) und beraten die Mütter, wie sie ihre Kinder mit den geringen Ressourcen ihres Landes ernähren und vor Krankheiten schützen können.

Südsudan: Das Unterernährtenzentrum im Füchtlingslager in dem Ruth Gebhardt tätig ist
Südsudan: Das Unterernährtenzentrum im Füchtlingslager

DMG-Kinderkrankenschwester Ruth Gebhardt berichtet aus dem Flüchtlingslager Doro:

Jimmas Geschichte ...

Der kleine Jimma mit seiner Mama - Unterernährten Kindern helfen
Der kleine Jimma mit seiner Mama

Jetzt bin ich schon ein Jahr in Afrika. Vieles ist mir inzwischen selbstverständlich geworden. Etwa beim Zähneputzen den Sternenhimmel zu bewundern. Oder dass wir uns auf der Arbeit manchmal kaum unterhalten können, weil die Hühner nebenan so fürchterlich zetern. Doch es gibt noch immer Dinge, die mich überraschen:

Der zweijährige Jimma wurde völlig ausgehungert zu uns ins Unterernährtenzentrum gebracht. Er war unruhig, weinte viel, und verweigerte jede Nahrung. Seine Mutter war verzweifelt. Eines Nachmittags kam die neue Leiterin unserer medizinischen Arbeit, Susan, zu uns ins „Nutrition Village“ und sprach auch mit Jimmas Mutter. Ihr fiel sofort das große Amulett auf, das sie um den Hals trug, wie es Zauberer in unserer Gegend ausgeben. Susan sprach sie darauf an. Die Mutter erklärte, dass sie Christin sei. Daraufhin bat Susan sie, ihr Vertrauen ganz auf Gott zu setzen und nicht auf ein Amulett. Die Mutter hörte ihr ernst zu. Susan erklärte ihr, dass solche Zaubermittel ihr Kind krank machen können.

Gebet macht den Unterschied

Noch während sie darüber redeten, griff die Mutter nach einem scharfen Gegenstand und schnitt das Band des Amulettes durch. Susan betete mit ihr, dass sie und ihr Sohn frei werden von allen Bindungen. Noch während des Gebets hörte Jimma plötzlich auf zu weinen.

Ich selbst war an diesem Nachmittag unterwegs und habe Jimma erst am nächsten Tag wiedergesehen. Ich war verblüfft. Er war viel ruhiger und friedlicher. Sein Gesichtsausdruck war völlig verändert, und er fing an zu essen. Der Junge nahm sogar seine Medizin ohne Protest zu sich. Ich konnte es kaum glauben. Gott hatte ein Wunder getan, er hat Jimma verändert. Manchmal braucht es mehr als nur Medizin, um ein Kind zu heilen.

Weil Gott heute handelt ...

Dieses Erlebnis hat mir wieder bewusst gemacht, warum ich hier bin. Im Südsudan sind etliche Hilfsorganisationen aktiv, die viel Gutes bewirken – und in viel größerem Maßstab. Als Christen haben wir jedoch mehr anzubieten als medizinische Hilfe. Da wirkt ein Gott, der Wunder tut und Menschen frei macht.

Inzwischen ist Jimma soweit gesund, dass wir ihn in unsere ambulante Betreuung entlassen konnten. Das Foto rechts zeigt ihn mit seiner Mutter am Tag seiner Entlassung.

Sie wollen helfen?

Ruth Gebhardt ist als DMG-Mitarbeiterin in einem Flüchtlingslager im Südsudan tätig
Ruth Gebhardt hilft Kindern im Südsudan

Sie wollen die Hilfe für Unterernährte der DMG-Kinderkrankenschwester Ruth Gebhardt im Südsudan unterstützen? Über den Link unten finden Sie die Spendenkonten, geben Sie als tichwort bei Ihrer Überweisung an die DMG einfach „Ruth Gebhardt“ an; ihre Spende kommt an und wird das Leben einzelner Flüchtlingskinder verändern.

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