„Aber ich gehe in die Mission!“

22.08.2018 10:28
Timon und Ann-Kristin Steiner gehen nach Südafrika
Timon und Ann-Kristin Steiner gehen nach Südafrika

Unsere neuen Missionare Timon und Ann-Kristin Steiner berichten über ihre Bekehrung und Berufung in den vollzeitlichen Dienst:

Eisige Kälte, Dunkelheit und leichter Schneeregen, nicht das beste Wetter für einen Spaziergang. Das Jahr 2010 war noch ganz frisch. Gemeinsam mit Freunden hatten wir eine kleine Silvesterfreizeit veranstaltet. Ich (Ann-Kristin) musste mal durchatmen und machte mich gut eingepackt auf den Weg. Plötzlich hörte ich Schritte hinter mir, sie kamen immer näher. Langsam drehte ich mich um, da war er: Timon. Komisch, eine Jacke hatte er sich nicht übergezogen, dennoch wollte er mich ein Stück begleiten. „Was will der nur?“, dachte ich genervt. Als er dann anfing, seine Gefühle für mich offen zu legen unterbrach ich ihn schnell. In der Hoffnung das Gespräch beenden zu können sagte ich: „Aber ich gehe in die Mission!“. Zu meinem Entsetzen antwortete er ganz einfach: „Ich auch.“ Leicht schockiert und sprachlos stand ich nun da. „Wieso willst du in die Mission?

Missionarskind in Afrika

Der junge Timon in Südafrika.
Der junge Timon in Südafrika.

"Als ich (Timon) mit 16 nach Deutschland zog, hätte ich nie gedacht, dass mich meine Vergangenheit als Missionarskind in Afrika wieder einholt. Denn damals bestand mein Glaube größtenteils aus Kopfwissen. Obwohl ich in eine lebendige Jugendgruppe mit hineingenommen wurde, ließ ich mich mitreißen von den weltlichen Trends. Es war ein Kompromiss, der zum Scheitern verurteilt war. Nach einem Jahr erreichte ich einen ziemlichen Tiefpunkt. Genau dann erlebte ich, wie sehr Gott mich trotz meines Versagens und meiner Fehler liebt. So kniete ich an einem Spätsommerabend zu Tränen gerührt an meinem Bett und weihte Gott mein Leben, etwas das ich bis dahin noch nie bewusst getan hatte. Mein Glaube erlebte eine regelrechte Erweckung. Ein prägender Gedanke setzte sich in meinem Herz fest, ich wollte Gott mit all meinen Gaben und all meiner Zeit dienen können.

Auf dem Weg dorthin machte ich erst einmal zwei Jahre Berufskolleg zum elektrotechnischen Assistenten. Dann folgte ein Jahr Zivildienst als Haustechniker. Und nun bin ich dabei, technische Informatik zu studieren. Doch eigentlich bin ich am liebsten ehrenamtlich in der Gemeinde- und Jugendarbeit tätig. Und ich merke, meine Gaben und mein Herz liegen in Wirklichkeit im geistlichen Dienst. Besonders stark erlebte ich Gottes Ruf in die Mission bei unseren evangelistischen Einsätzen auf der Straße."

Ein Herzenswunsch

Mittlerweile war besonders Timon durchgefroren. Aber ich (Ann-Kristin) war nun neugierig geworden und dachte mir: „Jetzt muss ich dem Kerl zumindest eine Chance geben.“ Und so erzählte auch ich von meinem Herzenswunsch:

Ich hatte das Privileg in einem gläubigen Elternhaus aufzuwachsen. Als ich noch ein kleines Mädchen war, vertraute ich Gott mein Leben an. Schon in jungen Jahren war ich gefesselt, wenn ich Missionarsberichte hörte. Als naiver Teenager habe ich mich dann festgelegt: Ich bin bereit, bis an die Enden der Erde zu gehen! Nach meinem Realschulabschluss machte ich eine zweijährige Ausbildung zur Sozialassistentin. Mit dem Ziel „Mission“ vor Augen erarbeitete ich mir die Fachhochschulreife, um dann Soziale Arbeit und Religionspädagogik zu studieren. Naja, und heiraten wollte ich eigentlich nicht unbedingt, aber ich gebe dir mal eine Chance.“, sagte ich in die Nacht hinein.

Unsere gemeinsame Zukunft beginnt

Mit einer Chance endete unser Gespräch und eine gemeinsame Zukunft begann. Im Laufe der Jahre heirateten wir (2012), schlossen unser Studium ab und Timon arbeitete zwei Jahre als Ingenieur, während Ann-Kristin sich auf ehrenamtliche Arbeiten und unseren Erstgeborenen (geb. 2014) konzentrierte.

Am 15.01.15 war es dann soweit, wir reisten das erste Mal aus. Aber nicht etwa als Missionare, nein als Studenten. Timon hatte seinen sicheren, gut bezahlten Job an den Nagel gehängt und drückte wieder die Schulbank, genauer gesagt, die „Bibel-Schulbank“ in Kapstadt, Südafrika. Während des dreijährigen Theologiestudiums bewegte uns immer wieder die Frage, wo es danach hingehen sollte und was Gott mit uns vorhatte.

Schon Jahre zuvor saßen wir in einem Missionsvortrag der Familie Hasenknopf, die von ihrer Arbeit unter den AmaZioni in Südafrika berichteten. Am Ende des Vortrags spaßten wir: „Wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages Kollegen!“. Aus Spaß wurde Ernst. Mitte 2017 durften wir die Arbeit der ZEMA (Zion Evangelical Ministries of Africa) auf einer Erkundungsreise durch Südafrika genauer anschauen. Während der Zeit kamen wir beim Bibellesen über Lukas 9,62: „Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes!“. Der Vers sprach genau in unsere Situation. Wir hatten bereits die „Hand an den Pflug gelegt“ durch unseren Aufbruch in Richtung Mission und unserer Reise unter die AmaZioni. Das war die finale Bestätigung und unsere Entscheidung stand!

Seit diesem Jahr sind wir wieder in Deutschland und bereiten uns mit der DMG auf eine erneute Ausreise nach Südafrika vor. Die religiöse Bewegung der AmaZioni ist eine wilde Mischung aus Ahnenkult und christlichen Elementen, ein sehr verbreitetes Phänomen in Südafrika. So hat unsere Partnerorganisation ZEMA ihren Schwerpunkt auf theologische Ausbildung gesetzt. Viele AmaZioni lernen dadurch Jesus erst richtig kennen. Wir freuen uns mit einzusteigen in diese Arbeit und danken euch für alle Unterstützung!

Familie Steiner gehen nach Südafrika
Famile Steiner

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Stichwort: „P10911 Steiner“

Für weitere Informationen von und über Timon und Ann-Kristin hier auf den Link zum Blog klicken.

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