Südafrika: „Ich dachte, mich liebt keiner!“

20.03.2018 16:55
Südafrikanische Kinder mit Gottes Liebe beschenken: Johanna Fischer
Südafrikanische Kinder mit Gottes Liebe beschenken: Johanna Fischer

Johanna Fischer (26), neue Missionarin der DMG in Südafrika

„Du hast mir gezeigt, was Liebe ist. Ich dachte, mich liebt keiner!“, lese ich im Brief eines Teenagers des Projektes „Refilwe“ in Südafrika. Liebe hat in meinem Leben immer schon eine zentrale Rolle gespielt. Mein Name ist Johanna Fischer, aufgewachsen bin ich als zweites Kind einer sechsköpfigen, liebevollen, christlichen Familie.

Von klein auf hörte ich Geschichten aus der Bibel von dem einem Gott, der uns Menschen liebt. Mit neun Jahren wollte ich entdecken, ob das auch für mich als junges Mädchen gilt. Ich betete um Sachen, die so einer Drittklässlerin halt wichtig sind: Beispielsweise wollte ich nicht alleine aufs Sportcamp meiner Schule fahren. Ich weinte zu Jesus: „Bitte hilf mir …“ Am Tag darauf wurde ein „wichtiger“ Termin meiner Mama abgesagt und sie konnte doch mitfahren. Ich hüpfte vor Glück, wie Jesus mein Gebet erhört hatte. Nicht erst seit meiner Taufe 2001 lebe ich aus der Wahrheit, dass ich ihn „Papa“ nennen und mich unendlich geliebt wissen darf.

Spenden

... für die Arbeit von Johanna Fischer erbitten wir mit Stichwort: P10906 Fischer J. aufs

Konto der DMG >>

Nach meinem Abitur verbrachte ich sieben Monate in Südafrika und arbeitete im Projekt „Refilwe“ mit, der Name bedeutet „Geschenk“ in der Sprache der Zulus. In der Nähe der Blechhüttensiedlung Joe Slovo, einem Armenviertel der Metropole Johannesburg mit rund 1.500 Einwohnern, liegt das Zentrum von Refilwe. Wir bieten Kindern ein Zuhause, einen Kindergarten, eine kleine Klinik, Nachmittagsbetreuung und Jobs für ihre Eltern. In Südafrika sind Reichtum und Armut oft direkte Nachbarn, Tausende finden keine Arbeit. Krankheiten wie Aids und Kriminalität rauben vielen Kindern ihre Eltern. Doch gerade im Leid habe ich lebendige Freude und Gastfreundschaft erlebt und neu verstanden was es bedeutet, Gott zu vertrauen. Land und Leute haben mich nie mehr losgelassen.

Refilwe bedeutet Geschenk: Rund 40 Mitarbeiter helfen Kindern im Armenviertel. Auch Johanna Fischer von der DMG
Refilwe hilft Kindern im Armenviertel

Zurück in Deutschland absolvierte ich die theologisch-pädagogische Ausbildung des Marburger Bildungs- und Studienzentrums, ich bin Erzieherin und Jugendreferentin. Es folgte eine Weltreise. Die ganze Zeit blieb ich in Kontakt mit meinen Kollegen von Refilwe und den Menschen in Joe Slovo, die mein Herz so bewegt hatten. Ich besuchte sie mehrfach. Einmal als ich wieder abreisen musste, drückte mir der 15-jährige Thabang obigen Brief in die Hand.

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.
Die Bibel, 1. Johannes 4,19

Seine Zeilen und die strahlenden Augen der Kinder in der Tagesstätte weckten meine Leidenschaft für Südafrika neu. Ich wusste einfach, dass Jesus mich bei Refilwe haben wollte. Was kann es Schöneres geben, als die Liebe Gottes, wie ich selbst sie erfahren habe, weiterzugeben?

Es begeistert mich, dass ich bei Refilwe Kinder zu Gottes Familie einladen und ihnen konkret helfen kann. Ihnen die Liebe geben kann, die ihnen zu Hause oft fehlt. Bei der Hausaufgabenhilfe im Nachmittagsprogramm erzähle ich ihnen von Jesus. Für die Jugendlichen möchte ich Mentorin und Begleiterin werden, um sie zu ermutigen. Es gibt nichts Schöneres, als mitzuarbeiten dabei, wenn Gott Menschen aufblühen lässt. Das ist mein Wunsch für mein Leben.

Kinder brauchen Menschen, die sie lieben wie sie sind. Die an sie glauben, dass sie Großes erreichen können, selbst wenn die Umstände ihnen etwas anderes einreden. So ein Mensch will ich hier sein. Ich lade Sie herzlich ein, Teil meines Teams zu werden, indem Sie für mich beten und spenden. Vielen Dank für alle Ihre Hilfe.

Zurück