Spanien: Weil „meine“ Jugendlichen mich senden!

25.05.2018 08:40
Sabina („Bini“) hat Biologie studiert und liebt Jugendarbeit aller Art. Ihr Weg führt sie nach Spanien.
Unsere „Bini“ geht nach Spanien ...

Sabina („Bini“) Höll hat Biologie studiert und liebt Jugendarbeit aller Art. Ihr Weg führt sie nach Spanien:

Egal was ich im Interview gefragt werde, ich werde nicht auf der Bühne heulen! Das ist mein fester Vorsatz für diesen Abend; mein Abschied im D16, der Jugendarbeit in Gießen, bei der ich seit zwölf Jahren mitarbeite. Den ganzen Tag habe ich schon Bauchweh, diesen Termin hätte ich gerne übersprungen. Gleichzeitig freue ich mich auch unglaublich darauf. Heute kann ich allen erzählen, wie Jesus verändert und prägt; wie er das in meinem Leben getan hat und wo er mich jetzt hinführt.

Torsten, unser Pastor, ruft mich auf die Bühne und kündigt an, dass ich die nächsten Monate nicht mehr so häufig im D16 sein werde und ich doch mal erzählen soll warum. Das ist noch einfach: „Ich habe das Gefühl, dass Gott mich in einem anderen Land haben möchte, dass ich jungen Menschen dort von ihm und seinem Wort erzählen soll. Nach einigen Gebeten und Gesprächen hat sich Cáceres im Westen Spaniens für mich herauskristallisiert. Deshalb gehe ich jetzt auf ‚Fortbildung‘ zum christlichen Missions- und Hilfswerk DMG auf den Buchenauerhof, wo ich lerne, wie man Missionar wird.“

Puh, es ist raus, der Anfang ist gemacht. 70 Augenpaare schauen mich teils fröhlich, teils gelangweilt an – wir reden hier schließlich von Jugendlichen. Nächste Frage: „Wie geht es dir aktuell damit? Freust du dich? Hast du Angst? Fällt es dir schwer?“ Okay, die Antwort darauf hab ich lange geübt:

Ich freue mich total, dass es endlich losgeht. Aber ich habe auch voll Schiss, weil ich überhaupt nicht weiß, wie meine nächsten Wochen konkret aussehen. Bisher hatte ich einen normalen Bürojob, da war klar, was jeden Tag passiert. Aber jetzt? Was genau lerne ich im Vorbereitungsseminar der DMG? Werden meine Fragen beantwortet? Werde ich gewappnet sein für den Reisedienst? Was ist das überhaupt: Reisedienst? Ich weiß, das hat mit Finanzen zu tun. Meine künftige Arbeit wird nicht bezahlt, wie andere Jobs. Stattdessen werde ich von vielen einzelnen Menschen gesponsert, die Geld für mich und mein Projekt spenden.

Binis Abschied im D16, ihrer Jugendarbeit in Gießen

Gut, das war jetzt emotional, aber auch geschafft! Nächste Frage: „Wieso machst du das? Was hat dich dazu gebracht? Spielt D16 dabei eine Rolle?“ Jetzt muss ich ein bisschen schlucken:

„Natürlich spielt D16 eine Rolle! Hier hat alles angefangen, hier durfte ich lernen und meine Begabungen entdecken … Am Anfang bin ich natürlich nur gekommen, weil es cool ist, weil hier meine Freunde sind und ich mitarbeiten konnte. Irgendwann habe ich gehört, dass wir Gott bitten sollen, uns so zu verändern, wie ER uns haben möchte. Das habe ich getan und Gott hat ganze Arbeit geleistet! Ich wollte nicht mehr nur zum Freunde treffen kommen, sondern selbst Freundin und große Schwester für euch Jugendliche sein. Heute seid ihr von der Gemeinde und D16 meine Geschwister und Familie! Jesus will aber, dass noch mehr Leute von ihm hören, auch in anderen Ländern. Ich dachte an Westeuropa, an eine Stadt und Jugendarbeit. Ich bin rumgereist, habe verschiedene Projekte besucht und mein Herz ist in Spanien hängengeblieben: in Cáceres, einer Stadt mit 100.000 Einwohnern und 30.000 Studenten. Aber auch einer Stadt mit weniger als 0,1 Prozent gläubigen Christen. Klingt jetzt komisch, ist ja schließlich Spanien und nicht irgendwo im Busch, aber es ist tatsächlich so. Spanien ist zwar stark katholisch, aber die meisten Menschen sind die üblichen Weihnachts- und Osterkirchgänger wie in Deutschland. Manche besuchen die Messe, weil es Tradition ist. Doch auf die Frage, ob sie an Gott glauben, antworten viele mit: ‚Nein!‘ Besonders junge Leute. Sie haben sich nicht nur von der Kirche verabschiedet, manche von ihnen haben keine Ahnung mehr, wer Jesus ist! Das macht mich echt traurig. Ich wünsche mir, dass sie wenigstens die Chance bekommen zu hören, dass Jesus sie lieb hat!

Jesus will aber, dass noch mehr Leute von ihm hören, auch in anderen Ländern. Mein Herz ist in Spanien hängengeblieben.

Check! Auch diese Frage ist geschafft. Es war hart, aber noch blieben die Tränen drin. Jetzt ergänzt Torsten, was ich in meiner Aufregung vergessen habe: Dass wir uns Zusammenarbeit wünschen und sich Jugendliche aus Spanien und Deutschland kennenlernen, besuchen und voneinander lernen. Da kommen sie, die Tränen. Es wird totenstill im Raum, alle schauen mich verwundert an. „Krass, Bini weint“, lese ich in ihren Gesichtern. Weil ich mir das, was Torsten gerade erzählt hat, am meisten wünsche: Dass mich „meine“ Jugendlichen besuchen kommen. Damit ich sie wiedersehen kann und erlebe wie sie sich weiterentwickeln, was sie mit Gott erleben. Am meisten wünsche ich mir, dass sie entdecken, wie cool es ist, von Jesus weiterzusagen. Von Jesus erzählen kann ein ganz natürlicher Teil ihres Lebens sein – egal ob in Spanien, Deutschland oder sonstwo auf der Welt.

Torsten ruft einige Mitarbeiter auf die Bühne. Sie beten für mich, ich muss immer noch weinen. Jetzt, weil ich so stolz auf sie bin! Ich habe jahrelang miterlebt, wie sie „groß“ geworden sind, und konnte ihnen helfen, die ersten Schritte mit Jesus zu gehen. Jetzt sind die Rollen vertauscht. Jetzt beten SIE für mich und senden mich aus! Was gibt es Schöneres? Sie machen mir Mut und Freude. Weil ich mir das auch für Spanien wünsche: dass Jugendliche „groß“ werden mit Jesus.

Stichwort für Spende:
P10907 Sabina Höll

Wer Sabina Höll unterstützen oder für sie beten möchte, kann gerne über die DMG Kontakt mit ihr aufnehmen
Sabinas Leidenschaft ist, junge Leute für Jesus begeistern.

Zurück