Peru: Wie eine Zeltlagerarbeit entsteht

22.06.2015 12:25
Viele konnten sich kaum vorstellen, wie so eine Freizeit abläuft. Die einfachste Lösung war, sie eine erleben zu lassen.
Damit Kinder und Jugendliche Jesus erleben

Mitarbeiter schulen, Kindern helfen ...

Annekathrin Dörffel unterstützt christliche Gemeinden im Hochland der Anden in erlebnispädagogischer Kinder- und Jugendarbeit
Annekathrin Dörffel in Peru

Die Achtjährige umarmt mich stürmisch, um sich zu verabschieden. „Machst du wieder mal ein Kinderwochenende mit uns?“, fragt sie mit großen Augen. Sofort gesellen sich andere Kinder zu ihr und bestürmen mich ebenfalls: „Können wir nächstes Wochenende wiederkommen? Oder mal eine ganze Woche zusammen sein? Besser einen ganzen Monat!“ Die Begeisterung und Freude an neugewonnenen Freunden spiegelt sich in ihren strahlenden Gesichtern.

So entstand die Idee, in Abancay eine Zeltlagerarbeit zu beginnen: Wochenendfreizeiten für Kinder und Jugendliche. Die Teilnehmer der ersten Freizeit waren Mitarbeiter verschiedener Gemeinden in Abancay. Viele konnten sich kaum vorstellen, wie so eine Freizeit abläuft. Die einfachste Lösung war, sie eine erleben zu lassen. Die Gemeinden und Mitarbeiter fingen Feuer. In den Monaten darauf fanden die ersten Kinder- und Jugendfreizeiten statt. Wir haben Zelte und einen Campingplatz. Kinder und Jugendliche wollen teilnehmen. Doch es fehlt an geschulten Mitarbeitern. In den nächsten vier Jahren möchte ich die Zeltlagerarbeit aufbauen und Mitarbeiter schulen.

Viele konnten sich kaum vorstellen, wie so eine Freizeit abläuft. Die einfachste Lösung war, sie eine erleben zu lassen.

Eine ist Elizabeth. Sie ist Anfang 40 und koordiniert die Sonntagsschulklassen ihrer Gemeinde. Sie liebt Jesus, hat immer einen Blick für Kinder und leitet Jugendliche in der Arbeit mit Kindern an. „Wir müssen von Jesus reden. Die Jugendlichen müssen Verantwortung in der Gemeinde übernehmen.“ Solche Sätze höre ich oft aus ihrem Mund. Sie betet, dass Kinder Jesus kennenlernen.

César ist einer der jungen Leute, die Elizabeth in die Mitarbeit hineingenommen hat. Er hatte eine schwere Kindheit und keine Liebe von Eltern und Großeltern erfahren. Es dauerte lange, bis er Gott als liebenden Vater sehen konnte: „In Abancay gibt es viele Kinder, die das Gleiche durchmachen wie ich, ihnen will ich Liebe geben“, sagt er. Elizabeth hat das Potential, einer der fünf Leiter der Zeltlagerarbeit zu werden. Und César könnte als treuer Mitarbeiter ein Segen für viele sein.

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