Operations-Marathon in Ecuador

01.04.2015 15:30
Das Ärzteteam um Dr. Eckehart Wolff im Einsatz
Das Ärzteteam um Dr. Eckehart Wolff im Einsatz für behinderte Kinder

Bericht von Dr. Eckehart und Dr. Klaudia Wolff (DMG-Mitarbeiter in Ecuador)

Wir haben einen wahren Operations-Marathon hinter uns: In zwei Wochen haben wir 25 behinderten Kindern geholfen, von denen die meisten unter frühkindlichen Gehirnschäden leiden und dadurch auch körperlich beeinträchtigt sind. Für 70 weitere, die glücklicherweise nicht oder noch nicht operiert werden mussten, haben wir einen Therapieplan festgelegt.

Ein behindertes Kind erhält Therapie und gegebenenfalls die notwendige Operation
Ein Kind bekommt Therapie

Mit zu unserem OP-Team gehörten diesmal sechs Ärzte aus den USA, vier aus Chile, zwei aus Brasilien und vier weitere aus Ecuador. Bei der gemeinsamen Arbeit im Operationssaal sind Freundschaften gewachsen.

Gemeinsam haben wir neue Wege beschritten. Mit dem Ziel, dass die behinderten Kinder, während sie aufwachsen, so wenig wie möglich operiert werden müssen. Es gilt, Fehlentwicklungen des Skeletts rechtzeitig vorauszusehen und diesen durch unterschiedliche Therapien und Maßnahmen entgegenzuwirken. Nur, wenn es wirklich sein muss und genau zur richtigen Zeit der körperlichen Reife wird operiert. Dieses Konzept, das weltweit Schule gemacht hat, ist von Dr. James Gage entwickelt worden, und wir geben es an andere Ärzte aus aller Welt weiter. An einem Samstag gab es beste wissenschaftliche Vorträge und Fallbesprechungen. Und abends haben wir uns viel miteinander über Fachliches unterhalten.

Unsere kleinen Patienten und ihre Familien kamen aus Chile, Peru und Ecuador. Während die behinderten Kinder aus Ecuador meist staatlich unterstützt werden, müssen Patienten aus dem Ausland selbst bezahlen. Und da scheiden sich die Geister. Für Familien, die sich die Operationen nicht leisten können, bezahlen wir Ärzte die Behandlung oft aus eigener Tasche.

Dr. Eckehart Wolff (r.) und seine Kollegen
Dr. Eckehart Wolff (r.) und seine Kollegen

Das Personal im christlichen Hospital Vozandes hat begeistert bei unserem Programm mitgemacht. Wir durften einen Operationssaal volle zwei Wochen nutzen. Kurzfristige Änderungen im Programmablauf waren nie ein Problem. Die Anästhesie machte bereitwillig mit, und Pfleger arbeiteten klaglos Überstunden, wenn wir nicht rechtzeitig fertig wurden. Wir hoffen sehr, dass wir auch im nächsten Jahr wieder einen Operations-Einsatz durchführen und vielen behinderten Kindern helfen können.

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