Niger: Weihnachtsessen im Gefängnis

16.12.2016 15:09

DMG-Missionarin Christa Englert berichtet aus Niamey, der Hauptstadt des Niger:

Ein jugendlicher Häftlingt erhält eine Bibel
Ein jugendlicher Häftlingt erhält eine Bibel

Jede Woche besuchen wir die Jugendlichen im Gefängnis von Niamey, erzählen ihnen biblische Geschichten, singen christliche Lieder und teilen Essen aus – die Nahrungsausgabe ist wichtig, weil die jungen Häftlinge im Gefängnis nur sehr wenig Essen von schlechter Qualität bekommen.

Gestern traf ich in der Stadt einen ehemaligen Sträfling auf seinem Motorrad. Er erkannte mich und gab hupend zu verstehen, dass ich halten solle. Hassane war als Jugendlicher vor zehn Jahren dreimal wegen verschiedener Delikte im Knast. Wir hatten kaum Hoffnung für ihn und befürchteten, dass er ganz auf die schiefe Bahn geraten könnte. Er kam gerne zu unseren Treffen und hörte auf Gottes Wort. Mit der Zeit schlossen meine Mitarbeiterinnen und ich ihn ins Herz. Nach seiner Entlassung hörten wir nichts mehr von ihm.

Es ist eine Freude, gerade an Weihnachten die Liebe und Fürsorge Gottes ins Gefängnis zu tragen.

Das Team der Gefangenenhilfe rund um Christa Englert
Das Team der Gefangenenhilfe

Heute ist Hassane verheiratet und arbeitet als Elektriker. Bei der Begegnung am Straßenrand sagte er, dass er unsere Bibelgeschichten nicht vergessen hat und oft daran denkt. Leider hat er keine Entscheidung für Jesus getroffen, so können wir weiter für ihn beten. Trotzdem ist es eine Freude, dass er sich selbst nach zehn Jahren noch an Gottes Wort und unsere Besuche erinnert.

Am Eingang zu einer Haftanstalt
Am Eingang zu einer Haftanstalt

Vergangenes Weihnachten konnten wir dank großzügiger Spenden aus Deutschland für alle 1.400 Inhaftierten ein Weihnachtsessen zubereiten. Zwölf riesige Töpfe mit duftendem Inhalt köchelten über dem Holzfeuer. Jungs aus dem Gefängnis halfen fröhlich bei der Ausgabe. Mit zwei von ihnen kamen wir ins Gespräch, seither sehen wir sie regelmäßig bei unseren Versammlungen. Es ist eine Freude, gerade an Weihnachten die Liebe und Fürsorge Gottes ins Gefängnis zu tragen. Viele haben sich rührend bedankt. Auch andere Gefängnisse im Department konnten wir über Weihnachten besuchen und Insassen mit Lebensmitteln und Bibeln beschenken.

Übrigens: Ab Januar bin ich in Deutschland. Gerne komme ich in Ihre Gemeinde und berichte mehr über die Gefangenenhilfe im Niger, nehmen Sie über die DMG (Kontakt@DMGint.de) mit mir Kontakt auf.

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