Neue Mitarbeiter für Haiti

01.06.2013 00:00

Wir haben drei neue Mitarbeiter, die sich auf ihren Einsatz in Haiti vorbereiten. Lesen Sie hier ihre eindrucksvollen Berichte, wie Gott sie berufen hat und was sie auf dem Inselsstaat in der Karibik tun werden:

Wichtig: Christliche Kinderarbeit in Haiti
Wichtig: Christliche Kinderarbeit in Haiti

Arne und Priscilla Clemm werden die christliche Kinderarbeit und Mitarbeiterschulung unserer langjährigen Missionarin Susanne  Baerg übernehmen und weiterführen. Ein wichtiger Dienst in einem Land, das seit Generationen von Animismus und Voodookult geprägt ist. Hier schildert Ehepaar Clemm, wie Gott sie in die Mission berufen hat:

Verlobung nur mit Auslandseinsatz

Arne und Priscilla Clemm sind neue Mitarbeiter der DMG für Haiti
Arne und Priscilla Clemm mit Olivia

Ich (Arne / damals 24) stand mit offenem Mund da und wusste nicht mehr, was ich sagen sollte. Priscilla (23) hatte mir gerade erklärt, dass ich erst um ihre Hand anhalten dürfe, wenn ich mit ihr nach Haiti gereist war, um den Inselstaat kennenzulernen. Denn die Karibik hat ihr Leben nachhaltig verändert. Mit 17 ist sie das erste Mal dort gewesen und hat ihr Herz an Land und Menschen verloren. Es folgten zwei weitere Einsätze in Haiti. Auch ich, ursprünglich aus Wiedenest, kann unseren gemeinsamen Besuch im Sommer 2008 nicht mehr vergessen.

Priscilla ist im Raum Bielefeld großgeworden und heute 28 Jahre alt. Durch ihre großartige Familie und Gemeinde hat sie Jesus kennengelernt. Priscillas Gemeinde hatte schon immer ein Herz für Mission. Unter anderem unterstützen sie Susanne Baerg, die seit 30 Jahren mit der DMG in Haiti ist und Schulungsmaterial für Kinder und Erwachsene erstellt. In der Gemeinde tat Priscilla erste und entscheidende Schritte im Glaubensleben. Missionarin Susanne Baerg hat viel dazu beigetragen, dass in Priscilla schon früh eine Leidenschaft für Mission gewachsen ist.

Sie erinnert sich noch gut an ihre erste Ankunft in Haiti, als sie über die Treppe das Flugzeug verlassen hat. Noch bevor sie unten war und zum ersten Mal haitianischen Boden berührte, wusste sie, dass sie an dem Ort angekommen war, wo Gott sie haben wollte. Priscilla fühlte sich sofort zu Hause. Der Einsatz bei Susanne war eine intensive Zeit mit Gott. Sie wusste, ihr Leben würde nie wieder sein wie vorher. In den vergangenen zehn Jahren ist kein einziger Tag vergangen, an dem Haiti nicht in ihrem Blickfeld war.

Nach dem Abschluss ihres Fachabiturs und einem FSJ in den USA zog sie in den Westerwald zur theologischen Ausbildung am Neues-Leben-Seminar. Wie das Leben so spielt, lernte wir uns dort kennen und lieben.

Ich (Arne) bin 29 ebenfalls in einer christlichen Familie groß geworden. Mit zwölf traf ich die bewusste Entscheidung für Jesus als Freund und Retter. Mitten in einer Zeit, die von familiären und schulischen Problemen geprägt war, las ich die Worte von Jesus aus Matthäus 11,28: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Ich erkannte, dass ich selbst mühselig und beladen war und gab diese Last bewusst an Jesus ab.

In den folgenden Jahren war ich gesegnet mit einer tollen Jugendarbeit in der EFG in Wiedenest. Hier fand ich Vorbilder, die mich prägten und förderten. Durch die verantwortliche Mitarbeit in der Jugendgruppe, Musikprojekte, Bands und Missionseinsätze wuchs in mir der Wunsch, Gott auch mit meinem Beruf zu dienen. Nach meiner Ausbildung zum Energieelektroniker und einem FSJ beim Forum Wiedenest ging ich ans Seminar in Wölmersen, wo mir Priscilla begegnet ist.

Für uns beide war es Liebe auf dem ersten Blick. Immer wieder staunen wir, wieviele Gemeinsamkeiten wir haben und wie gut wir uns ergänzen. Wir hatten auch ähnliche Vorstellungen für unsere Zukunft und wie wir Gott dienen wollten. Allerdings wollte Priscilla das im Ausland tun und ich hier in Deutschland. Das hat Priscilla einige schlaflose Nächte gekostet. Was tun? Sie bat mich, mit ihr nach Haiti zu fliegen, um Land und Menschen kennenzulernen. Gott würde alles weitere in die Hand nehmen. Und das hat er auch getan. Seit vier Jahren sind wir nun glücklich verheiratet, und seit Juli ebenso glückliche Eltern von Olivia.

Was wir planen:

Schulung von Mitarbeitern für christliche Kinderarbeit Haiti
Schulung von Kinder-Mitarbeitern

Vergangenes Jahr fiel die Entscheidung, dass wir die Schulungsarbeit von Susanne Baerg in Les Cayes im Südwesten von Haiti weiterführen wollen, wenn sie 2014 in ihren wohlverdienten Ruhestand geht. Der Inselstaat war in den letzten Jahren oft mit negativen Nachrichten in den Medien. Auf das verheerenden Erdbeben 2010 folgten ein Tropensturm und Überschwemmungen 2012. Haiti gehört zu den drei am schlechtesten versorgten Ländern der Erde. Die Menschen brauchen dringend Hoffnung.

Wir wollen Kinder für Jesus erreichen und ihnen Hoffnung schenken durch Kinderbibelwochen, Arbeitsmaterial, christliche Radiosendungen und natürlich durch persönliche Beziehung zu den Kindern selbst. Noch sind wir im Reisedienst und besuchen gerne auch Ihre Gemeinde; bitte laden Sie uns über die DMG ein. Im September geht es weiter ins Sprachstudium nach Frankreich. 2014 planen wir die Ausreise als Familie nach Haiti.

Und: Kinderkrankenschwester Susanne Fassl

Susanne Fassl wird über die DMG als Kinderkrankenschwester in Haiti arbeiten
Kinderkrankenschwester Susanne Fassl


Sonne, Sandstrände und Palmen so weit das Auge reicht … Den Inselstaat Haiti nannte man einst die „Perle der Antillen“. Der Reichtum der Zuckerplantagen war jedoch mit dem Schweiß und Blut unzähliger Sklaven erkauft. 300 Jahre Kolonialgeschichte, Gewaltherrscher und Misswirtschaft haben das Land zugrundegerichtet. Dann das verheerende Erdbeben vom 12. Januar 2010. Hunderttausende kamen ums Leben; 300.000 Menschen wurden schwer verletzt; Unzählige verloren Hab und Gut, zwei Millionen waren obdachlos. Es folgten eine Choleraepidemie sowie die Tropenstürme Isaac und Sandy. Die Nachrichten brachten uns immer neu Bilder von Not, Hunger und Tod aus Haiti ins Wohnzimmer. Doch was hat Haiti, das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, mit meinem Leben zutun?

 

Bereits als Kind schlug mein Herz höher, wenn ich den spannenden Geschichten auf den Kinderfesten der Liebenzeller Mission lauschte. Ich wollte Missionarin werden, das stand fest, aber natürlich in Afrika … Mit der Zeit korrigierte Gott meine Ideen. Der Bibelvers „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und meine Wege sind nicht eure Wege“ (Jesaja 55,8) prägte mein Denken. Gott handelt nicht nach „Schema F“. Er ist kreativ und schreibt mit jedem Menschen seine ganz eigene Geschichte.

Traumberuf Kinderkrankenschwester

Nach dem Schulabschluss ging ich erstmal für ein halbes Jahr nach Israel, wo ich als Volontärin im Haus Beth Yedidja (Chrischona) Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Kulturen sammelte. Danach erlernte ich meinen Traumberuf, Kinderkrankenschwester – ich wollte ja Missionarin werden. Die Flamme in meinem Herzen wuchs weiter durch Vorträge von Missionaren und Biographien wie die von Gladys Aylward. Doch sollten noch Jahre ins Land gehen, bis es endlich soweit war.
Es folgten die Mitarbeit im Klinikum Reutlingen und meine Theologische Ausbildung am Neues Leben Seminar in Wölmersen. Im zweiten Jahr dort bemerkte ich Anzeichen eines Burnouts. In diesem Tempo konnte es nicht weitergehen, mir wurde klar, dass ich erst einmal zurück in meinen Beruf gehen sollte. Enttäuschung über mich und Gott machte sich breit. Was war der tiefere Sinn dahinter? Alles hatte ich aufgegeben, um Gott zu dienen, und jetzt?

Outdoor Seminare

Ich fand eine Arbeitsstelle am Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen. Dort lernte ich eine Kinderärztin kennen, die bereits mehrere humanitäre Hilfseinsätze in Krisengebieten gemacht hatte. Bis heute verbindet uns eine tiefe Freundschaft. War so ein Einsatz etwas für mich? Ich ging der Sache nach und nahm an „Outdoor Seminaren“ teil, mit denen ich mich auf Hilfseinsätze in Übersee vorbereitete. Gleichzeitig arbeitete ich vermehrt in der Akutmedizin.
Die Ev. Gemeinschaft Wolfratshausen wurde mein geistliches Zuhause, wo ich Wurzeln schlagen, Freundschaften aufbauen und aktiv im Gottesdienst mitwirken konnte. Wie ein Puzzle fügte sich ein Teil ins andere. Bis zum 12. Januar 2010:

Humanintärer Einsatz

Ein gewaltiges Erdbeben erschütterte Haiti – der Startschuss für meinen ersten humanitären Hilfseinsatz mit LandsAid. Zum Abschied hatten mir meine Eltern noch Jesaja 58,7f, mit auf den Weg gegeben: „Gebt den Hungrigen zu essen, nehmt Obdachlose bei euch auf, und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen! Dann wird mein Licht eure Dunkelheit vertreiben wie die Morgensonne, und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt. Eure barmherzigen Taten gehen vor euch her, meine Macht und Herrlichkeit beschließt euren Zug.“ Dieses Bibelwort und die Erfahrungen in Haiti haben mein Leben verändert.
Einen Monat arbeitete ich in einer Zeltklinik in Chazeau mit, einem völlig verwüsteten Wohnviertel der Hauptstadt Port au Prince. Ich lernte viel, auch Organisatorisches, und konnte in der Klinik St. Damien Waisenkinder betreuen. Total erfüllt kehrte ich nach Deutschland zurück.

„Ja, du kannst fliegen ...“

Seitdem ist Haiti ein Teil meines Lebens. Im Oktober 2010 brach dort die schwere Choleraepidemie aus, und LandsAid bat erneut um meine Mitarbeit: „Kannst du im Dezember mit zwei Orthopädietechniker mit nach Haiti begleiten?“ Klar wollte ich fliegen, die Not der Menschen brach mir das Herz. Doch ich hatte keinen Urlaub mehr. Ein rasches Telefonat mit der Kinderklinik Starnberg und 48 Stunden des Wartens und Betens, dann die Antwort: „Ja, du kannst fliegen, die Kolleginnen übernehmen deinen Dienst!“ Was für eine Freude!
Dieser zweite Einsatz verlief nicht wie geplant. Es gab Unruhen, und wir mussten zunächst evakuiert werden. Trotzdem kam ich ins mir bereits bekannte Gelände der Kinderklinik St. Damien – es war wie ein Nachhausekommen. Hier konnte ich vielen Cholera-Patienten helfen. Beide Einsätze waren nicht einfach. Doch Jesus zeigte mir deutlich, dass er jede Situation unter Kontrolle hat und es sich lohnt.

Wie sollte es weitergehen?

Gemeinsam mit Freunden, Familie und meiner Gemeinde fragten wir nach Gottes Willen. Unsere Gemeinde hatte schon länger dafür gebetet, einen eigenen Missionar/in auszusenden. Sollte ich das sein? Schritt für Schritt ebnete Gott mir den Weg. Im September 2012 habe ich meinen Arbeitsplatz in Starnberg gekündigt – meine Kolleginnen bereiteten mir einen wunderbaren Abschied – und mich der DMG angeschlossen. Einem mehrjährigen Auslandseinsatz steht nichts mehr im Wege …

DMG-Mitarbeiterin Susanne Fassl hilft Kindern in Haiti medizinisch
Kind in Haiti

Als Kinderkrankenschwester werde ich in Bonne Fin im Südwesten von Haiti am Hospital Lumiére und dessen Gesundheitsprogramm medizinisch mitarbeiten. Dort möchte ich den vielen kleinen und großen Patienten zeigen, dass Jesus sie liebt. Er will ihnen Hoffnung schenken, die auch in Schwierigkeiten durchträgt.

Sponsoren gesucht ...

Momentan bin ich in Deutschland unterwegs, um Sponsoren für meinen Auslandseinsatz zu gewinnen. Gerne komme ich auch in Ihre Gemeinde oder Hauskreis, berichte von Haiti und stelle meine medizinische Arbeit vor. Im September geht es ins Sprachstudium nach Frankreich, denn Amtssprache in Haiti ist Französisch, obwohl die meisten Leute Kreolisch reden. Die Ausreise nach Haiti ist im April 2014 geplant. Bitte begleiten Sie mich und meine künftige Arbeit mit Ihren Gebeten.

Familie Clemm und Susanne Fassl unterstützen

Sie wollen den Dienst unserer neuen Missionare Arne und Priscilla Clemm und Susanne Fassl unterstützen: Über den Link unten finden Sie die Spendenkonten der DMG. Einfach als Stichwort „Familie Clemm“ und/oder „Susanne Fass“ mit angeben. Herzlichen Dank für Ihre Spende.

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