Bewegender Abschied von Johannes Hagen

15.01.2015 10:00
Bewegender Abschied von unserem langjährigen Missionar und Mitarbeiter Hans Hagen
Bei der Trauerfeier in Eichtersheim

„Ganz tief in seinem Herzen ging es ihm eigentlich nie um ihn selbst, sondern um die Verherrlichung Gottes.“ Mit diesen bewegenden Worten und einem wunderbaren Dankgebet hat Sohn Wolfgang Hagen gestern bei der Trauerfeier in Eichtersheim seinen am 7. Januar verstorbenen Vater gewürdigt. Der Vorstorbene und seine Ehefrau Brigitte „haben nie gefragt, was wir von Jesus haben können, sondern immer, was hat Jesus von uns“, betonte er. Viele Angehörige, Freunde und Weggefährten von Hans Hagen waren nach Eichtersheim und zur anschließenden Nachfeier auf den Buchenauerhof gekommen und würdigten das Lebenswerk des langjährigen Pioniermissionars in Äthiopien und Mitarbeiters der DMG-Heimatzentrale; beispielsweise den Aufbau von 20 Bibelschulen in Äthiopien oder die engagierte Mitarbeit in seiner Gemeinde in Brackenheim. Dort wird Hans Hagen im engsten Familienkreis beigesetzt.


Nachruf: Johannes Hagen

* 13. November 1921               † 7. Januar 2015

Johannes (Hans) Hagen ist in einer christlichen Familie in Ostberlin aufgewachsen. Als junger Mann hat er sich im Januar 1939 nach drei Jahren innerer Krise für ein Leben mit Jesus Christus entschieden; und durch eine Jugendfreizeit in Schweden wuchs sein Interesse an Mission. Doch bald darauf wurde er als Soldat in die Wehrmacht eingezogen – während des Zweiten Weltkriegs erlebte er immer wieder eindrucksvoll Gottes Bewahrung und Führung.

Hans Hagen war DMG-Missionar in Äthiopien und Sierra Leone und später Mitarbeiter unserer Heimatzentrale
Hans Hagen

Nach dem Krieg engagierte er sich in der Jungschar- und Jugendarbeit in Berlin und Brandenburg, da in der DDR an einen Missionseinsatz im Ausland nicht zu denken war. Er studierte Elektroingenieur und Lehramt, arbeitete einige Jahre als Lehrer und später als Schulleiter. Durch einen Missionsvortrag des damaligen DMG-Geschäftsführers Gottfried Liebenau erhielt er 1957 seine Berufung in die Mission.

Hans Hagen als Missionar in Afrika
Hans Hagen als Missionar in Afrika

Kurz darauf floh er mit seiner Familie auf abenteuerliche Weise aus der DDR, absolvierte seine Missionarsausbildung in Beatenberg (Schweiz), schloss sich der DMG an und reiste im September 1959 erstmals als Missionar nach Äthiopien aus. Ab 1971 arbeitete er als Landesleiter in Sierra Leone. Gesundheitliche Gründe zwangen ihn 1976 zur Rückkehr nach Europa, und er arbeitete bis zu seiner Pensionierung 1984 in der DMG-Geschäftsstelle Buchenauerhof in der Haustechnik, Ausbildung neuer Missionare sowie Medien- und Öffentlichkeitsarbeit mit.

Selbst im Ruhestand absolvierte er noch zahlreiche Kurzeinsätze in Äthiopien, wo er u.a. 17 im Krieg zerstörte Bibelschulen wieder aufbaute. Und auch im hohen Alter unterhielt er noch ein umfassendes Netz an internationalen Beziehungen und nahm an Gottes kraftvollem Wirken in der Welt mit große Freude teil. Das Geheimnis seines Lebens fasste Hans mit folgenden Worten zusammen:

... und als Mitarbeiter der Heimatzentrale
... und als Mitarbeiter der Heimatzentrale

„Für mich haben sich die drei Lebensweisheiten immer wieder bestätigt: 1. Gott in allem vertrauen lohnt sich in jeder Situation. 2. Wenn wir zuerst nach dem Reich Gottes trachten, werden wir nicht enttäuscht. 3. Wenn wir die Ehre Gottes suchen, statt um den eigenen Vorteil zu kämpfen, erhalten wir Ehre durch ihn. Immer wieder darf ich Gott, meinem Vater im Himmel, der uns in Jesus Christus persönlich so nahe kommt, für ein reich erfülltes Leben danken, in dem die Freude an ihm zu meiner Stärke geworden ist.“

Am 7. Januar hat unser himmlischer Vater ihn während einer Operation zu sich gerufen, und Hans darf jetzt schauen, was er hier geglaubt hat.

In herzlicher Verbundenheit mit den Hinterbliebenen, Freunden und der Familie.

Ihr Detlef Blöcher
Missionsleiter

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