„Letts go Mission ...?!“

06.02.2019 17:43
Foto (v.l.n.r.): Andrew Howes (Stellv. Direktor der DMG), Theologiestudent Davis Sarguns, IT-Spezialist Zigmars Rozentals, Journalist Girts Vikmanis und DMG-Direktor Günther Beck.
Die Delegation aus Lettland mit den Direktoren der DMG

Wie die Kirchen Lettlands Mission für sich entdecken

Von Theo Volland

Sie kommen aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland, um sich das christliche Missions- und Hilfswerk DMG in Sinsheim anzuschauen. In ihren Herzen die Frage, wie sie als wachsende christliche Gemeinden in Lettland sich in die weltweite Missionsarbeit einbringen könnten: Zigmars Rozentals, IT-Fachmann von Beruf, Girts Vikmanis, ein Journalist, und Theologiestudent Davis Sarguns. Am 6./7. Februar treffen sie sich mit Verantwortlichen der DMG, um Strukturen und Arbeitsweise einer internationalen Mission kennenzulernen und sich über Entsende- und Einsatzmöglichkeiten für lettische Missionare in aller Welt zu informieren. „Wir sind offen für die großartige Möglichkeit, eine lettische Mission nach Vorbild der DMG zu gründen. Wir beten, was Gott von uns möchte, und wollen ihm keine Grenzen setzen, sondern hören, was ER will“, sagt Zigmars Rozentals.

Die „Alte Gertrude“ in Riga
Die „Alte Gertrude“ in Riga

Einer der drei engagierten Christen kommt aus der ev.-luth. Kreuzkirche in Riga, zwei gehören zur „Alten Gertrude“, der „Ev.-Luth. Gemeinde der heiligen Gertrud“, einer 150 Jahre alten ehemals deutsch-baltischen Kirche, die nach der Vertreibung der Deutschen beinahe am Ende war. In den 1990er-Jahren hatte die Kirche nur noch rund 20 Senioren als Gottesdienstbesucher. Seit dem Jahr 2000 erleben sie eine Erweckung. Die „Gertrude“ ist mit heute 2.000 Mitgliedern eine der stärksten Gemeinden im ganzen Land.

Sie setzen viel dafür ein, dass Menschen in Jesus Christus neue Hoffnung und ewiges Leben finden: „Wer einmal erlebt hat, was für eine Freude Jesus ins Herz schenkt, will, dass auch seine Mitmenschen von Jesus hören“, sagt Davis Sarguns. Derzeit führen sie den 28. Alpha-Glaubensgrundkurs mit Interessierten durch, begleitet von viel Gebet. Und sie haben neben dem traditionell lutherischen Gottesdienst mit Liturgie und Orgel ansprechende Angebote für junge Leute und Studenten mit moderner Anbetungsmusik und passender biblischer Botschaft.

Wie es dazu kommt, dass ihnen die Beteiligung an Mission in anderen Ländern und Kulturen wichtig wird? Rozentals erzählt: „Ein Leiter der Mission TEAM (ein Partnerwerk der DMG) fragte mich, was in unserer Kirche mit jungen Letten passiert, die Missionare in anderen Ländern werden möchten? Diese Frage ließ mich nicht mehr los.“ In den Monaten darauf führt Rozentals Gespräche mit Pastoren und Leitern verschiedener Kirchen und Gemeinden. Es stellte sich heraus, dass es für diesen Fall in Lettland bisher weder Strukturen noch Ideen gab. „Wir entdeckten eine große Lücke, Mission spielte kaum eine Rolle bei uns“, erklärt Rozentals.

Wie Mission in ihr Blickfeld rückt

Bei Davis Sarguns war es die Begegnung mit einer Christin im Studium, die immer wieder davon erzählte, wie Gott durch Missionare handelt und Menschen dadurch zum Glauben finden. „Das inspirierte mich!“, sagt er. Und Reporter Girts Vikmanis erklärt: „Ich bete viel für meine Freunde, dass sie Jesus kennenlernen. Als Christen sind wir Repräsentanten unserer Kirche in unserem Umfeld.“

Allen dreien ist wichtig, dass der große Auftrag von Jesus aus Matthäus 28 nicht nur ihrer Stadt und ihrem Land gilt, sondern den Menschen auf der ganzen Welt. TEAM empfahl ihnen die DMG als mögliches Modell, wie eine moderne Mission in Partnerschaft mit Kirchen und internationalen Organisationen auch in Lettland funktionieren könnte. Deshalb besuchen sie Anfang Februar die DMG-Zentrale Buchenauerhof.

Der große Auftrag von Jesus aus Matthäus 28 gilt nicht nur unserer Stadt und unserem Land, sondern für alle Menschen weltweit.

Den jungen Verantwortungsträgern aus Riga sind drei Dinge bei ihren Überlegungen in Bezug auf Mission von Bedeutung: Was immer sie tun soll christuszentriert sein, Gebet soll eine zentrale Rolle spielen, genauso die Zusammenarbeit mit Christen anderer Ausrichtung – drei geistliche Prioritäten auch der DMG, über deren Wirkung sie mit Mitarbeitern des Buchenauerhofs ins Gespräch kommen. Sie interessieren sich für die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Wie Christen Jesus in ihrem Beruf in Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit dienen könnten. Wie Missionare angestellt werden und versichert sind, wie die seelsorgerliche Begleitung geschieht und wie Zusammenarbeit mit anderen Werken, Kirchen und Freikirchen in anderen Ländern gestaltet werden kann. Bereiche, in denen die DMG langjährige Erfahrung hat.

Bitte um Gebet für die Kirchen in Lettland

Als ein Problem in ihrer Heimat sehen sie die starke Nationalverbundenheit ihrer Landsleute und dass lettische Christen bisher kaum Erfahrung in kulturüberschreitender Mission haben: „Es wird nicht leicht, unsere Kirchen davon zu überzeugen, dass wir einen weltweiten Auftrag haben. Aber es ist notwendig“, sagt IT-Fachmann Zigmars Rozentals. „Die Zeit ist reif, dass wir von empfangenden zu sendenden Gemeinden werden. Es gibt Möglichkeiten, wie Gott uns Letten in der Mission einsetzen möchte.“ Dafür beten die drei engagierten Christen um Gottes Hilfe und klare Wegweisung. Beten Sie mit?


Hintergrund: Die DMG ist 1951 gegründet worden, weil sich junge Christen aus Deutschland in die Mission berufen sahen, jedoch wegen der Kriegsschuld unseres Landes kaum Möglichkeiten hatten. Die besondere Struktur der DMG, dass Missionare grundsätzlich in Teams unserer heute 105 Partnerwerke aus anderen Ländern integriert sind, öffnete ihnen die Tür und hat Vorbildcharakter. Dasselbe gilt für die betende und dienende Arbeitsweise.

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