Königreich Eswatini: Feuer, Strom und Radio!

21.10.2019 09:41
Feuer auf dem Nachbargrundstück ...
Feuer auf dem Nachbargrundstück ...

„Euer Nachbargrundstück brennt. Die Flammen sind schon ganz nah an eurem Haus!“ Als Tobias Pfeiffer diese Nachricht aufs Handy erhält, sind wir gerade bei der Sendestation von Trans World Radio (TWR) im Königreich Eswatini (ehem. Swasiland). Schnell packen wir zusammen. Die fünf Häuser, in denen neben Pfeiffers vier weitere Familien leben, sind 40 Minuten entfernt. Zum Glück gibt es an dem Freitagabend wenig Verkehr, so dass Tobias etwas Gas geben kann. Als wir in den Feldweg einbiegen, der zu ihnen führt, schlagen ringsum Flammen in die Höhe. Ich schicke ein Stoßgebet zum Himmel: „Hilf, Herr!“

Tobias’ Kollegen stehen mit Schläuchen draußen, um die Häuser zu schützen. Ich renne mit Britta und den Kindern ins Haus. Überall riecht es nach Rauch. Nach einer Stunde kommt Tobias zu uns herein. Die Gefahr ist gebannt, die Flammen werden kleiner. „Es ist normal, dass die Afrikaner um diese Jahreszeit ihre Felder abbrennen“, erklärt mir Britta später. Die Buschfeuer, die schon den ganzen Tag in der Umgebung loderten, waren durch starken Wind außer Kontrolle geraten.

„Gott passt auf uns auf!“

Unterwegs im früheren Swasiland
Unterwegs im früheren Swasiland

Es ist mein erster Tag in Swasiland – oder Eswatini, wie das kleine Königreich mit einer Million Einwohnern im Südosten Afrikas neuerdings heißt. Dort besuche ich Tobias und Britta Pfeiffer mit ihren drei Kindern David (8), Lucas (6) und Samuel (3). Erst vor wenigen Wochen hatte es an ihrer Radiosendestation gebrannt. „Gott sei Dank haben wir das Feuer dort auch früh genug entdeckt und konnten es löschen“, berichtet Tobias erleichtert. Wie rasend sich die Flammen bei der Trockenheit hier ausbreiten, denke ich.

Als wir am nächsten Tag einen Spaziergang über die Felder machen, sehen wir, was die Flammen alles kahlgefressen haben. Nur das Gelände von TWR ist verschont geblieben. Ein Wunder! Beruhigend spricht Britta mit ihren Kindern: „Seht ihr, Gott hat uns bewahrt. Er passt auf uns auf.“ David, Lucas und Samuel sind erstaunlich gelassen mit der Situation umgegangen. Zwar haben sie wie wir Erwachsenen große Augen gemacht und Stoßgebete zum Himmel geschickt, doch niemand ist in Panik ausgebrochen. Eine gute Portion Gottvertrauen ist sicher angebracht, wenn man in einem Land lebt, wo nicht alles abgesichert ist und überall Gefahren lauern. So kann es sein, dass den kleinen Männern beim Spielen im Garten schon mal eine Giftschlange begegnet. „Bisher ist alles gut gegangen“, lächelt Britta.

Familie Pfeiffer beim Abendessen
Familie Pfeiffer beim Abendessen

Hoffnungsbotschaft senden

Abgesehen von den schwarz verbrannten Feldern, die erst in der Regenzeit wieder grün werden, ist es ein idyllisches Fleckchen Erde, wo Familie Pfeiffer ihr Zuhause hat. 2009 sind Tobias und Britta als junges Missionarsehepaar der DMG nach Eswatini ausgesandt worden. Zehn Jahre lebt die mittlerweile fünfköpfige Familie nun schon in den Hügeln von Manzini. Seit einigen Monaten gehören noch ein Hahn, zwei Hennen und ein Küken dazu.

Tobias ist ein technischer Missionar. Er arbeitet als Ingenieur an der Sendestation von Trans World Radio mit, einem internationalen Partner der DMG. Von hier aus werden christliche Radiosendungen in weite Teile Afrikas ausgestrahlt. Er und seine Kollegen warten die Antennen und die Technik darunter. Dank ihres Dienstes im Hintergrund erreichen Sendungen ihre Hörer, Menschen finden zum Glauben und Christen werden ermutigt.

Willkommen in Afrika!

Tobias wartet die Sendeanlagen von TWR
Tobias wartet die Sendeanlagen

„Wir haben gerade keinen Strom“, lacht meine Gastfamilie fröhlich, als ich morgens ihre große Wohnküche betrete. Zum Glück sind Pfeiffers auf solche Vorfälle eingestellt. Es gibt einen Gaskocher und somit heißes Wasser für Kaffee und Tee. Der Tag ist also gerettet. Eine permanente Stromversorgung und stabile Internetverbindung sind für die 1,3 Milliarden Menschen in Afrika auch heute noch nicht selbstverständlich – und falls vorhanden oft nur für die Reichen erschwinglich. Ein Hörer der Sendungen, die über Tobias’ Anlagen ausgestrahlt werden, schrieb aus Simbabwe: „Wir haben fünf Stunden Strom am Tag. Seit ich eure Frequenz auf Mittelwelle entdeckt habe, höre ich eure Programme, wann immer es möglich ist. Korruption und Machtgier haben unser Land zerstört. Danke für eure Arbeit, eure Sendungen machen unsere langen, dunklen Nächte hell.“

An der Stelle kommt die wichtige Aufgabe von Tobias zum Tragen. Als einer von vier Ingenieuren und Technikern, sorgt er dafür, dass die Sendeanlage in Eswatini einwandfrei funktioniert und täglich christliche Radioprogramme über die starken Kurz- und Mittelwellenfrequenzen in den ganzen Kontinent ausgestrahlt werden. Die anspruchsvolle Sendetechnik erfordert regelmäßige Wartungen und Updates. „Bei einem Ausfall arbeiten alle Kollegen gemeinsam auf Hochtouren, um die Anlage so schnell wie möglich wieder in Gang zu bringen“, beschreibt Tobias seinen Alltag.

Antennen reparieren in schwindelnder Höhe
Antennen reparieren in schwindelnder Höhe

Mit Lunga und Xlemusa spielen

Während er wochentags an der Sendeanlage arbeitet, kümmert sich Britta um den Haushalt und die Kinder. Außerdem sind bei Pfeiffers Nachbarn, Freunde und Gäste immer herzlich willkommen. Auch das gehört zum Leben von Missionaren. Sie öffnen Haus und Herzen, damit Menschen ihren Glauben miterleben.

Zwei Nachmittage die Woche sind Lunga und Xelemusa, zwei Jungen aus der Nachbarschaft, zu Besuch. „So kann ihre Mutter arbeiten gehen“, sagt Britta. David und Lucas freuen sich schon. Sobald die Hausaufgaben gemacht sind, können sie mit ihren Freunden draußen spielen. Zeit zum Durchschnaufen und klar Schiff machen hat Britta nur vormittags, wenn die Kinder im Kindergarten und in der Schule sind.

Es geht lebendig zu bei Pfeiffers; bei Tobias’ Arbeit am Sender und bei Britta zu Hause. Britta bestätigt das mit einem zufriedenen Lachen: „Wir lieben das Leben in Eswatini und sind dankbar, dass wir Christen in Afrika übers Radio und hier zu Hause zu Jesus einladen dürfen.“


Von Claudia Schmidt

Die Autorin, Jahrgang 1968, verantwortet die weltweite Arbeit von ERF Medien in Wetzlar. Sie ist mit Familie Pfeiffer befreundet und hat sie in Afrika besucht.


Bitte unterstützen Sie die wertvolle Arbeit unserer Missionare Tobias und Britta Pfeiffer. Ihr Dienst im Rahmen unserer Partnermission Trans World Radio ist wichtig, damit Menschen in fast ganz Afrika übers Radio das Evangelium hören können.

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Stichwort: P10522

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