Jesus ist das größte Geschenk

17.12.2013 16:00
An Weihnachten führen die DMG-Mitarbeiter Johnny und Marlene Shahwan und ihr Team ein Musical in Bethlehem auf
Große Weihnachtsfeier in Bethlehem

Seit 21 Jahren arbeiten Johnny und Marlene Shahwan in Beit Jala bei Bethlehem. Sie haben dort ein Haus der Begegnung aufgebaut, in dem Menschen dieser krisengeschüttelten Region, besonders Kinder und Jugendliche, ein Zuhause finden, Hoffnung und einen Ort der Geborgenheit. Ehepaar Shahwan berichtet:

Weihnachten in Bethlehem

Heiligabend vor der Geburtskirche in Bethlehem
Heiligabend vor der Geburtskirche

Johnny und Marlene Shahwan

Bei Weihnachten in Bethlehem denken viele an ein kleines verträumtes Städtchen mit einem abseits gelegenen Stall. Doch Bethlehem ist heute alles andere als ruhig und beschaulich. Mehr als 185.000 Einwohner leben dicht gedrängt in der Provinz Bethlehem. Die meisten sind palästinensische Muslime, die 32.000 Christen sind eine Minderheit. Es gibt einige traditionelle Kirchen und die Allianz Evangelikaler Gemeinden, zu der auch wir mit unserem „Beit Al Liqa“ (Haus der Begegnung) gehören.

Trotz all des Rummels gehört für uns Christen das alljährliche „Nach-Bethlehem-Gehen“ einfach zu Weihnachten dazu. Hier direkt vor der Krippe machen wir uns bewusst, was es Jesus gekostet hat, in Armut in unserer Stadt geboren zu werden. Stehen wir in der Menschenmenge vor der Geburtskirche, erschrecken wir aber auch jedesmal wieder darüber, wieviele Menschen hier in Bethlehem die wahre Bedeutung von Weihnachten noch gar nicht kennen. Für uns ist das eine Herausforderung. Deshalb machen wir vom Beit Al Liqa uns um Weihnachten auf den Weg, um Menschen mit dem Evangelium zu erreichen.

Wie die Weihnachtsfreude in den Palästinensergebieten lebendig wird
Weihnachtsfreude wird lebendig

In der Weihnachtszeit sind die Christen hier sehr aktiv. Es gibt viele Weihnachtsfeiern und die Gemeinden nutzen die Gelegenheit, Menschen hierbei die Freudenbotschaft von der Geburt des Retters der Welt zu verkündigen. Die größte öffentliche Feier findet an Heiligabend vor der Geburtskirche statt. Vor Tausenden von Menschen singen Chöre aus der ganzen Welt. In diesem Jahr werden wir dort in Zusammenarbeit mit den „KISI-Kids“ aus Österreich ein Weihnachtsmusical in Arabisch und Englisch aufführen.

Längst nicht alle Zuhörer kommen, um die Geburt von Jesus Christus zu feiern. Vor einigen Jahren hat die palästinensische Regierung Weihnachten zum Volksfest erklärt. So wird unser Publikum größtenteils aus Menschen bestehen, die keine Ahnung haben, weshalb man Weihnachten feiert. Was für eine Chance …

Weihnachten im Schuhkarton

Hunderte Palästinenserkinder erhalten Geschenke im Rahmen von Weihnachten im Schuhkarton
Hunderte Kinder erhalten Geschenke

Als „Haus der Begegnung“ arbeiten wir seit Jahren mit der Organisation „Geschenke der Hoffnung“ (Berlin) zusammen und verteilen im Rahmen der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ jedes Jahr Geschenke an Kinder im ganzen Land. Ende 2012 und Anfang 2013 haben wir bei verschiedenen Aktionen insgesamt 12.000 Geschenke an Kinder in Jenin, Nablus, Jericho, Ramallah und in der Provinz Bethlehem verteilt. Die Päckchen enthalten Spielsachen, Naschereien, Waschutensilien und anderes Nützliche, sie haben uns schon viele Türen zu Menschen geöffnet.

Ein Beispiel ist die Provinz Jenin in den nördlichen Autonomiegebieten, wo fast nur Muslime wohnen. Der dortige Gouverneur und das Schulministerium erlaubten uns, die Verteilaktion in mehreren Schulen durchzuführen. Als wir mit sieben Mitarbeitern nach drei Stunden Fahrt auf einem großen Schulhof ankamen, wurden wir von einer Delegation politischer und geistlicher Leiter begrüßt. Ihre freundliche Aufnahme machte uns Mut, unser Programm durchzuführen und auch das Kind von Bethlehem deutlich beim Namen zu nennen. Mehr als 4.000 Kinder lauschten mit offenen Ohren und Mündern.

Sie waren begeistert von unserem Puppentheater, bei dem wir zeigten, dass nicht die Geschenke das Wichtigste an Weihnachten sind. „Jesus ist das größte Geschenk!“, erklärte Ronza von der Bühne. „Er will dein Leben reich machen und dir deine Sünden vergeben!“ Dann erzählte Johnny von den Geschenken: „Ganz viele Kinder aus Deutschland haben von ihrem Taschengeld kleine Geschenke für euch gekauft und in Kartons gepackt, damit sie euch eine Freude machen!“ Die Kinder waren begeistert.

Weihnachten zum ersten Mal

Viele der Kinder erhalten zum allerersten Mal im Leben ein Weihnachtsgeschenk und hören von Jesus
Veranstaltung zur Übergabe der Päckchen

Viele der Kinder haben zum ersten Mal in ihrem Leben so ein Geschenk bekommen. Manche umklammerten den Karton wie eine Schatztruhe, andere machten ihn sofort auf und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es war eine Freude, die leuchtenden Augen zu sehen. Mit den Geschenken verteilten wir auch ein Heftchen, das die Geburt von Jesus erklärt und was es für die Kinder bedeutet. So kommt Gottes Wort selbst in die entlegendsten Häuser in den Palästinensergebieten.

„Bitte kommt im nächsten Jahr wieder“, bat uns die Direktorin des Schulministeriums beim Abschied. „Es gibt hier noch so viele Kinder, die sich über solch ein Programm und über die Geschenke freuen würden!“

 


Die Provinz Bethlehem in Zahlen:

  • Einwohner: 199,463.00, davon ca. 13 % Christen
  • Alter: 40,1 % der Bevölkerung unter 15 Jahre, 56,1 % von 15 bis 26. Nur 3,8 % ist über 64 Jahre alt
  • Geburtenrate: Jährlich ca. 5.200 Kinder
  • Arbeitslosigkeit: 19,2 %
  • Sonstiges: Jedes Jahr wandern rund 600 Personen mit christlichem Hintergrund aus der Provinz Bethlehem aus
Ein Palästinensermädchen packt sein Geschenk aus
Ein Palästinensermädchen packt sein Geschenk aus

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