Hilferuf aus Mosambik

01.02.2018 16:58
Christen aus dem Norden Mosambiks bitten um Gebet
Christen aus dem Norden Mosambiks bitten um Gebet

Aus dem äußersten Nordosten Mosambiks erreichte uns folgender Hilferuf von afrikanischen Mitarbeitern unseres Partners „TSM international“ (Nairobi). Sie versorgen Notleidende mit Nahrung, unterstützen christliche Gemeinden und unterhalten dort ein Schulungszentrum. Ihre Arbeit ist stark eingeschränkt, doch sie bleiben trotz der dramatischen Situation vor Ort:

Ein Konflikt, der in keinen Nachrichten erscheint:

Im Oktober 2017 hat eine islamistische Terrorgruppe unsere Stadt Mocimboa da Praia überfallen (damals sind 14 Angreifer und zwei Polizisten ums Leben gekommen). Seither kommt es täglich zu Übergriffen. Die Menschen unserer Region und unsere Gemeinden haben große Angst vor den Terroristen. Die lagern irgendwo im angrenzenden Buschland, von wo aus sie nachts Dörfer unserer Umgebung überfallen. Häuser werden niedergebrannt. Menschen ausgeraubt, entführt und getötet.

Christen im Norden Mosambiks

Wegen der Überfälle sind die meisten Dorfbewohner inzwischen in unsere Stadt Mocimboa zu Verwandten und Freunden geflüchtet. Einige entkamen mit etwas Nahrung und Eigentum, das sie retten konnten, andere haben alles in ihren niedergebrannten Häusern verloren. Kürzlich haben Terroristen am helllichten Tag Bauern auf ihren Feldern überfallen und gefangengenommen. Sie raubten deren Dorf aus und zwangen die Leute, ihr geplündertes Hab und Gut über eine weite Strecke in den Busch zu tragen. Die Entführten seien nach dem muslimischen Freitagsgebet umgebracht worden, hören wir. Sie seien „geschlachtet worden wie Hühner“, heißt es. Frauen habe man mit Islamisten zwangsverheiratet. Ein Mann erzählte, dass von seiner Frau, die zum Reispflanzen auf dem Acker war, selbst heute – zwei Wochen später – noch jede Spur fehlt.

Dörfer werden überfallen und ausgeraubt

Die Regierung hat die meisten Menschen in den gefährdeten Gebieten inzwischen von ihren Höfen evakuiert. Viele aus den christlichen Gemeinden, die wir betreuen, können nun in der so wichtigen Regenzeit nicht ihre Felder bestellen. Die Auswirkungen werden wir zu spüren bekommen. Die Angriffe der Islamisten haben sich auf die Bezirke Palma und Nangadi ausgebreitet, auch dort überfallen sie Dörfer und rauben sie aus. Ein Kollege dort berichtet: „Eben hat man einen unserer Nachbarn verhaftet, weil er ein Terrorist ist. Überall herrscht Angst und die Leute schlafen nicht mehr gut.“ In der Nachbarschaft unseres Schulungszentrums übernachten die Menschen nicht mehr in ihren Häusern, sie verstecken sich nachts im Busch. Wir haben unsere Studenten erstmal in ihre Heimatorte zurückgeschickt, bis sich die Situation entspannt.

Bitte betet mit uns, dass Jesus unserer Region wieder Frieden schenkt. Die Menschen hier leiden. Viele verlieren das Vertrauen ins Militär. Die Bedrohungslage hat gravierende Auswirkungen auf unsere Nothilfe und Projekte und die christlichen Gemeinden, die wir unterstützen. Wir beten, dass der Herr uns gibt was nötig ist, um den Menschen weiterhin dienen zu können. Wir wünschen uns, dass Jesus unsere Arbeit als Brücke nutzt. Bitte beten Sie mit uns um Bewahrung und Sicherheit, und dass wir in dieser schweren Zeit in unserer Abhängigkeit zu Jesus hin wachsen. Ein allgemeiner Geist der Angst hat unsere Region fest im Griff. Möge der Herr uns Mut und Kraft geben, seine Botschaft des Friedens und der Hoffnung gerade jetzt auszuteilen und vielen Hoffnung zu schenken. Der folgende Bibelvers (Mt 10,29f) ermutigt uns:

Welchen Wert hat schon ein Spatz? Man kann zwei von ihnen für einen Spottpreis kaufen. Trotzdem fällt keiner tot zur Erde, ohne dass euer Vater davon weiß. Bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Darum habt keine Angst! Ihr seid Gott mehr wert als ein ganzer Spatzenschwarm.

Vielen Dank, dass ihr den Weg betend mit uns geht,
Paul und Aira Zubaida, Mosambik

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