„Herr, dein Weg ist gut …!“

21.04.2020 10:18
Gruppenbild vom Sommer 2019: Mitarbeiter im kurzen Auslandseinsatz 2019/20 mit der DMG
Gruppenbild vom Sommer 2019: Mitarbeiter im kurzen Auslandseinsatz 2019/20 mit der DMG

Mitte März haben wir unsere Freiwilligen und Kurzzeitmitarbeiter vorzeitig aus den Einsätzen zurückbeordert. Ein Wunder, die 35 jungen Leute in so kurzer Zeit und der chaotischen Weltsituation sicher in Deutschland zu wissen. Wir haben sie gefragt, was sie empfinden, wenn sie an den Abbruch ihrer Einsätze denken?

An meinem Aussendungsgottesdienst sang meine Gemeinde mit mir: „Herr, dein Weg ist gut, du gehst ihn mit mir. Ich vertraue dir allein. Du siehst weiter, Herr, siehst, was ich nicht seh’. Ich vertraue dir allein.“ Ich weiß nicht, warum meine Zeit in Mexiko jetzt schon vorbei sein muss, aber ich halte daran fest, dass Gottes Sicht größer ist. Dass er treu durchträgt und mir hier in Deutschland neue Türen für die nächsten Monate öffnen wird. Ich darf jeden Morgen neu mit seiner Freude und Kraft in den Tag starten. Danke, dass auch ihr mich begleitet habt und mir jetzt eine Stütze seid. Möge Gott euch reichlich segnen!

Johanna war in Mexiko

Als ich tieftraurig über meinen Abschied war, schrieb mir jemand: „Gott wusste schon vor deiner Geburt, dass du morgen in diesem Flugzeug sitzen würdest.“ ER ist allmächtig und allwissend. Darauf will ich mich immer wieder fokussieren.

Christiane war in Ecuador

Bei aller Traurigkeit über den Abbruch war Tansania ein riesiger Segen. Ich genoss die letzten Tage in der Gastfamilie in vollen Zügen. Bei unserer Abschiedsfeier kamen mehr als 50 Leute, um Tschüss zu sagen. Nach der emotionalen, tansanisch-fröhlichen Feier fand ich einigermaßen meinen Frieden über den Abschied. Ich schaue dankbar auf sieben erfüllte Monate voller besonderer und prägender Erfahrungen, interessanter Begegnungen und neuer Freunde zurück …

Josia war in Tansania

Im Flugzeug kam mir ein Gedanke, der mich unglaublich getröstet hat: Gott wusste schon bevor ich nach Italien geflogen bin, dass mein Einsatz im März und nicht im Juni enden würde. Er hatte für mich genau die Zeit geplant gehabt. Für diese sieben, fast acht Monate war ich unglaublich dankbar. Auch wenn ich den Grund meiner schnellen Abreise vielleicht nie verstehen werde, weiß ich, dass seine Pläne besser sind, als meine.

Esther war in Italien

Ich war echt traurig, weil ich mich nicht mehr von allen meinen Freunden in Chile verabschieden konnte. Aber während der letzten Tage dort durfte ich noch viel Schönes erleben. Mein Einsatz war eingerahmt von Ereignissen, die wir am Anfang und am Ende erleben durften. Wir haben uns beispielsweise in unserer allerersten Woche mit zwei Kollegen zum Kaffeetrinken getroffen – und genau diese Kollegen konnten wir am vorletzten Tag noch einmal in einem Café sehen. Wir hatten während der letzten Tage ermutigende Gespräche mit unseren Gasteltern und chilenischen Freunden und haben sehr viel Trost im Gebet gefunden. Das alles hat diesen Abbruch ein bisschen leichter gemacht und mir gezeigt, dass Gott in dem ganzen Chaos dabei ist und die Kontrolle behält, obwohl es ganz anders kam, als ich es mir gewünscht hatte.

Lydia war in Chile

Gottes perfekter Plan ist mir erst im Nachhinein klar geworden. Er sorgt auch für die Zukunft. Zeitgleich mit dem Abbruch des Einsatzes hat sich bei mir nämlich die Tür für eine Ausbildungsstelle geöffnet, worüber ich mich sehr freue. Und mein Rückflug für das Bewerbungsgespräch in Deutschland war bereits geplant, deshalb hatte ich trotz allem einen günstigen Flug!

Sarah Lena war in Italien

Wir müssen nach Deutschland zurück, noch diese Woche. Schockstarre. Langsam steigt Panik auf. Mein neues Zuhause vorzeitig verlassen?! Die Menschen, die mir zur Familie geworden sind? „Lass uns erstmal Lobpreis machen“, sagt Almuth. Ja! Was sonst könnten wir tun?

Johanna (l.) und Almuth
waren in Israel

Nach einem tränenreichen Abschied, ging es für uns zurück nach Deutschland. Wir konnten nicht als Team zusammenfliegen, sondern mussten uns aufteilen. So flogen Almuth, Lisa und ich ohne die anderen nach Frankfurt. Aus Israel rauszukommen, war gar nicht so einfach. Sie haben uns alle drei einem doppelten Sicherheitscheck unterzogen. Wir nahmen das Ganze gelassen. Umgestiegen sind wir in Istanbul. Nach einer langen Wanderung durch den Riesenflughafen fanden wir endlich unser Gate. Dort ist uns bewusst geworden: Es geht zurück nach Deutschland. Die Menschen kennen unsere Sprache und verstehen, was wir von uns geben. Dieses Gefühl war ehrlich ziemlich befremdlich, aber auch heimelig. Nach weiteren vier Stunden Flug kamen wir in Frankfurt an. Nun musste ich mich von den Mädels verabschieden, die mit mir zusammen durch alles gegangen sind und mich am besten verstehen. Überwältigt von Gefühlen fiel ich letztendlich meiner Mama in die Arme. Trauer, Wut, Abschiedsschmerz und Frust wichen – und Freude, Liebe, Geborgenheit umhüllten mich. Zuhause! Nun bin ich also wieder hier. Traurig, glücklich, verwirrt, ohne einen Plan und mit den Gedanken oft ganz woanders. Aber ich vertraue Gott, seine Wege sind gut. Ich danke euch, dass ihr mich immer unterstützt habt und ich auch jetzt noch auf euch bauen kann. Gott segne euch.

 

 

 

Joela war in Israel

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