For Freedom: Westafrikanische Frauen schützen

02.10.2018 15:07
Unterwegs, um jungen afrikanischen Frauen zu helfen
Unterwegs, um Frauen zu helfen

Die DMG engagiert sich in der Bekämpfung von Menschenhandel und moderner Sklaverei. Einige unserer 400 Mitarbeiter in aller Welt helfen jungen Frauen präventiv, damit sie nicht in die Hände verbrecherischer Banden gelangen. Ein Beispiel sind Angelika und Rod Ragsdale in der Elfenbeinküste, sie berichten:

„Tag der Würde“ für junge Frauen in der Elfenbeinküste

Angelika und Rod Ragsdale, Mitarbeiter der DMG in der Elfenbeinküste
Angelika und Rod Ragsdale

Immer mehr Mädchen und junge Frauen in Westafrika brechen die Schule ab, oft weil sie schwanger werden. Oder sie laufen von zu Hause weg, weil sie dem Leben auf dem Land, der bitterer Armut und chaotischen Verhältnissen im Elternhaus entkommen wollen. Sie träumen von einem schöneren Leben in der Stadt oder im reichen Europa. Diese jungen Frauen sind hochgradig dem Risiko ausgesetzt, in die Falle des Sexhandels und moderner Sklaverei zu geraten. Im November berichtete die New York Times von 26 Nigerianerinnen, die im Mittelmeer ertrunken sind. Sie sind von Menschenhändlern mit falschen Versprechungen geködert und nach Libyen überführt worden, von wo aus sie mit nicht seetüchtigen Booten in Richtung Italien aufs Meer hinausgeschickt wurden. Man hat ihre Leichen irgendwo im Mittelmeer gefunden. In derselben Woche schickte die Regierung der Elfenbeinküste drei Flugzeuge nach Libyen, um junge Frauen dort wiederzufinden und zurückzubringen.

Dabei ist unser großes Netzwerk der einheimischen Kirche von Bedeutung, denn wir können über die christlichen Gemeinden eine große Zahl junger Frauen erreichen. Die Ortskirchen laden uns ein zu Seminaren und Jugendfreizeiten. Wir möchten jungen Frauen die wesentlichen Informationen an die Hand geben, damit sie fundierte, gute Entscheidungen für ihr Leben treffen. In unseren Schulungen geht es um Identität, Selbstwert und ihre Persönlichkeit als Frau, ihre Zugehörigkeit, Pubertät, Beziehungen, Aids, Trafficking und wie sie gute Entscheidungen treffen können. Dabei spielt der Glaube eine zentrale Rolle. Dass sie ihren Sinn und eine tragende Hoffnung in Gott, unserem Schöpfer, und dem Heiland Jesus Christus finden und lernen, ein gelingendes Leben zu führen.

Wir organisieren „Dignity Days“ (Tage der Würde), bei denen junge Frauen miteinander lernen, wer sie sind, wo sie ihr Zuhause haben und was ihre Aufgabe in der Welt ist. Wir informieren die Teilnehmerinnen über Menstruationsmanagement und Hygiene und erforschen gemeinsam diese Themen in einer für sie sicheren Umgebung, wo sie als Frauen ganz unter sich sind.

Ein großes Problem vieler Mädchen in Westafrika ist, dass sie nicht aufgeklärt werden über ihren Zyklus und wie ihr Körper funktioniert. Es sind Tabuthemen, darüber sprechen sie oft nicht einmal mit den eigenen Müttern. Besonders junge Frauen ohne Schulbildung sind betroffen. Viele sind arm und können sich weder Binden noch Tampons leisten, wenn sie ihre Periode haben. Da diese Hilfsmittel nicht gut für die Umwelt sind, bieten wir ihnen wiederverwendbare, hygienische Binden an. Jedes Mädchen, das an einem „Dignity Day“ teilnimmt, erhält ein Paket mit den waschbaren Einlagen. So können sie auch in den Tagen ihrer Periode zur Schule gehen – eine wichtige Hilfe.

Sie träumen vom Leben in der Stadt oder im reichen Europa und sind hochgradig gefährdet, in die Falle des Sexhandels zu geraten.

For Freedom, die Iniative der DMG gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei

Wir haben ein Team von fünf Frauen, die in verschieden Regionen des Landes weitere Mitarbeiterinnen schulen, die wiederum viele Mädchen und junge Frauen zu solchen Events zusammenzubringen. Ziel ist, so viele junge Frauen wie irgend möglich zu informieren und präventiv zu helfen. Im April nahmen drei von uns an einer Schulung der „Dignity Campaign“ in Südafrika teil, das Gelernte geben wir in der Elfenbeinküste an so viele Mitarbeiterinnen wie möglich weiter.

Vergangene Woche hat mich eine Freundin eingeladen, bei ihr zu Hause eine Schulung mit Mädchen ihrer Gemeinde abzuhalten, es kamen 17 Teilnehmerinnen. Wir hatten in dem kleinen Wohnzimmer einen wunderbaren Austausch. Für die meisten der jungen Frauen war es ungewohnt, über ihre eigene Identität zu sprechen. Ich habe ihnen deutlich gemacht, dass sie auch eine Berufsausbildung oder ein Studium ins Auge fassen können. Der Gedanke, so einen Traum oder ein Ziel zu verfolgen, bei dem es nicht nur darum geht, den Mann fürs Leben zu finden, war neu für die meisten.

Sie möchten für „For Freedom“ spenden?

Bitte beten Sie für diese wichtige Arbeit, dass wir viele junge Frauen davor bewahren, falsche Entscheidungen zu treffen und in die Fänge von Menschenhändlern und der Sexindustrie zu geraten. Wenn Sie unsere Initiative „For Freedom“ unterstützen möchten, erbitten wir eine Spende aufs  Konto der DMG  mit Stichwort: P50256 For Freedom.

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