„For Freedom“ – moderne Sklaverei bekämpfen

04.07.2018 10:30
Das christliche Missions- und Hilfswerk DMG (Sinsheim) engagiert sich in der Bekämpfung von Menschenhandel und moderner Sklaverei
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Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.
(Die Bibel, Sprüche 31,8)

Das christliche Missions- und Hilfswerk DMG (Sinsheim) engagiert sich in der Bekämpfung von Menschenhandel und moderner Sklaverei. Gemeinsam mit internationalen Partnern möchten die Verantwortlichen der DMG neue Einsatzmöglichkeiten schaffen für christliche Sozialarbeiter, Streetworker, Psychologen, Seelsorger, Juristen, Mediziner und sonstige passende Fachkräfte, die in Projekten im In- und Ausland gefährdeten Frauen, Geflüchteten und Arbeitssklaven helfen – und in der Prävention aktiv werden, sodass gefährdete Personen gar nicht erst in die Fänge von Menschenhändlern geraten.

Unsere Direktoren Andrew Howes und Günther Beck mit den SIM-Mitarbeiterinnen Sarah Scott Webb und Karine Woldhuis (von links nach rechts).
Andrew Howes (DMG, li.), Günther Beck (DMG), Sarah Scott Webb (SIM) und Karine Woldhuis (SIM, re.).

Zwei Mitarbeiterinnen einer der größten Partnerorganisationen der DMG, der SIM (Charlotte, USA), Sarah Scott Webb und Karine Woldhuis, hatten in den vergangenen Jahren rund um die Welt das Thema Menschenhandel recherchiert. Bei einem Besuch in der DMG-Zentrale im Juni stellten sie ihr neues Programm „For Freedom“ gegen Menschenhandel und moderne Sklaverei vor. Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und das Zwingen in Arbeit sind ein weltweites Phänomen. Auf dem europäischen Kontinent werden die Auswirkungen besonders bei den Migranten sichtbar. Fast alle Einwanderer von anderen Kontinenten bezahlen viel Geld an kriminelle Netzwerke, um ins vermeintliche Paradies Europa zu kommen, Frauen oft mit ihrem Körper.

Heute seien mehr Menschen von Sklaverei betroffen als jemals zuvor, erklärten die beiden SIM-Mitarbeiterinnen, rund 40 Millionen weltweit. Die Hälfte davon werde zu harter Arbeit gezwungen, beispielsweise in der Textil- und Baubranche; oft zwölf Stunden am Tag in völliger Abhängigkeit, ohne Lohn. Besonders gefährdet hierbei seien Geflüchtete und illegale Einwanderer in Europa und den USA. 38 Prozent der 40 Millionen sind Frauen, die zwangsverheiratet werden; besonders in China, wo aufgrund der Einkindpolitik akuter Frauenmangel herrsche. Mädchen aus Thailand und Kambodscha würden mit Versprechungen nach China gelockt, zur Heirat gezwungen und missbraucht.

Ein Mitarbeiter in Südamerika betet mit einer Prostitutierten
Christen beten für Betroffene

Opfer von sexueller Ausbeutung seien weitere zwölf Prozent der von moderner Sklaverei Betroffenen; beispielsweise mehr als 300.000 afrikanische und osteuropäische Frauen in Bordellen in Deutschland – oder afrikanische Mädchen, die nach Nahost entführt werden. Der stellvertretende Direktor der DMG, Andrew Howes, erklärte im Gespräch mit der SIM-Delegation: „Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir herausfinden, wo die Ursachen für Menschenhandel und moderne Sklaverei liegen, wie wir gefährdeten Personengruppen vorbeugend helfen und für Betroffene Wege aus der Abhängigkeit finden können. Wir wollen aufdecken, aufklären, Christen sensibilisieren und Mitarbeitern die Chance eröffnen, in guten Projekten Menschen zu helfen und aus dem Glauben an Jesus Hoffnung zu schenken.“

Bereits heute hat die DMG über das Programm „For Freedom“ der SIM weltweit einige offene Stellen für gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: beispielsweise in einem Projekt in Bologna (Italien), bei dem es um die Hilfe für Flüchtlingsfrauen geht, die zur Prostitution gezwungen worden sind. Und für Osteuropäer, die in italienischen Innenstädten betteln müssen. In Bangladesch hat die DMG offene Türen für neue Mitarbeiter (m/w), die Prostituierten und gefährdeten jungen Frauen praktisch und seelsorgerlich helfen und deren Kindern Schulunterricht geben könnten; in ein- und mehrjährigen Einsätzen.

In Indien gibt es zwei Projekte zur seelischen Wiederherstellung von Teenager-Mädchen, die aus Bordellen gerettet worden sind – ihnen wird mit Kreativtherapie, Medienarbeit, Schulunterricht und Traumaseelsorge geholfen. In Peru könnten neue Mitarbeiter verhindern, dass Eltern aus ländlichen Gebieten ihre Kinder in Haushalte in der Stadt schicken, wo viele von klein auf ausgebeutet, misshandelt und missbraucht werden. In der Prävention seien Sport- und christliche Jugendarbeit, Familienförderung und Ausbildung erforderlich, damit junge Menschen in Sicherheit aufwachsen. In diesem Bereich könnten sich auch aktive, fitte Rentner einbringen.

Als DMG wollen wir nicht wegsehen. Wir wollen Christen informieren, damit sie in ihren Städten schauen, wo es Betroffene gibt.

For Freedom - ein Programm von SIM gegen moderne Sklaverei.

Das Programm „For Freedom“ sieht vor, weltweit viele neue solche Einsatzstellen zu schaffen, sodass tausenden Betroffenen geholfen werden kann. Die DMG steht in diesem Zusammenhang auch mit einigen Initiativen in Deutschland in Kontakt, um Mitarbeiter ihrer 105 Partnerwerke aus anderen Ländern für die Arbeit mit Prostituierten und Randgruppen in Großstädten hierzulande zu gewinnen.

Das Ziel von „For Freedom“ ist, internationale Netzwerke aufzubauen, um gemeinsam die moderne Sklaverei zu bekämpfen und gefährdete Menschen zu schützen, sagten die beiden SIM-Mitarbeiterinnen bei ihrem Besuch der DMG-Zentrale. „Das Wichtigste ist, neben professioneller Sozialarbeit und seelsorgerlich-psychologischer Betreuung, die lebensverändernde Kraft von Jesus Christus. Jesus will Verlorene retten und Menschen heilen.“

„Als DMG wollen wir nicht wegsehen“, erklärte Andrew Howes. „Wir wollen Christen informieren, damit sie bei sich vor Ort, in ihren Städten und Dörfern, schauen, wo es von moderner Sklaverei Betroffene gibt.“ Die DMG wolle helfen, regionale Netzwerke aufzubauen, um gegen Menschenhandel aktiv zu werden. „Wir wollen Kirchen und Gemeinden stärken, die sich bewusst sozial und missionarisch an ihrem Ort engagieren. Dabei sehen wir im Glauben an Jesus und in der Botschaft der Bibel die eigentlichen Hoffnungsträger für die Menschen“, betonte der stellvertretende Direktor der DMG.

Machen Sie mit:

  • Sie sind engagierter Christ (m/w), Sozialarbeiter, Anwalt, Lehrer, Streetworker, erfahrener Mitarbeiter für Geflüchtete, Helfer für Prostituierte oder Randgruppen? Sie haben Erfahrung in der Bekämpfung moderner Sklaverei, sind mutig und gesund? Bewerben Sie sich bei der DMG, wir haben offene Türen in aller Welt für Sie!
  • Sie arbeiten in einer Initiative oder Organisation, die sich gegen Menschenhandel engagiert? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, damit wir miteinander lernen, als Christen aktiv zu werden.
  • Herzliche Einladung: Beim  Gebetssonntag der DMG  am „Sonntag für Freiheit“, dem 21. Oktober 2018 ab 10 Uhr in unserer Zentrale 74889 Buchenauerhof, geht es auch ums Thema: Bekämpfung von Menschenhandel und moderner Sklaverei.

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