Ein Danke aus Kenia für die DMG-Hungerhilfe

29.05.2013 13:08

Die Mitarbeiter konnten im Dürregebiet tausende Leben retten

Kürzlich besuchte Rev. Francis, der Leiter einer kenianischen Partnerorganisation, das DMG-Heimatzentrum. Er kam eigens nach Sinsheim, um sich für die Hilfsgelder der DMG zu bedanken, die seine Organisation in die Lage versetzt hatten, Tausenden seiner Landsleute effektiv zu helfen.

Hungerhilfe: Kinder in einem Dorf stehen Schlange an der Essensausgabe
Kinder erhalten Nahrung und Schulbildung

Wichtig: Afrikanern Vertrauen schenken …

Nothilfe im riesigen Flüchtlinslager Dadaab
Nothilfe im riesigen Flüchtlinslager Dadaab

G a r i s s a / S i n s h e i m (tv). „Eure partnerschaftliche Hilfe während der Hungerkatastrophe im Nordosten Kenias 2011 und 2012 war etwas ganz Besonderes: Ihr habt uns afrikanischen Christen vertraut und die nötigen finanziellen Mittel in die Hand gelegt, damit wir selbst unseren Landsleuten helfen konnten – das war der richtige Weg.“

Mit diesen eindrucksvollen Worten dankte der Leiter der kenianischen Mission „TSM International“, Rev. Francis aus Garissa, der Deutschen Missionsgemeinschaft (DMG) für 281.000 Euro Hilfsgelder, die seine Organisation von der DMG erhalten hatte, um Menschen während der Dürrekatastrophe zu helfen. Er überbrachte Grüße der kenianischen Kirchen: „Wir danken den Gebern aus Deutschland und staunen über Ihre Großzügigkeit. Gott hat Sie gesegnet und Ihre Gaben gebraucht, um tausenden Menschen in Kenia das Leben zu retten und Hoffnung für die Zukunft zu gegeben.“

Als das zweite Mal die Regenzeit ausblieb
Bei seinem Besuch der DMG im Mai 2013 schilderte Pastor Francis, wie in seiner Heimat im Herbst 2011 das zweite Mal die Regenzeit ausblieb und einer halben Million Menschen die letzten Vorräte ausgingen. „So viele hungerten“, sagte er, noch immer sichtlich bewegt. Besonders betroffen war die Region der 70.000-Einwohner-Stadt Garissa, wo Rev. Francis mit seiner Familie lebt, und im 120 Kilometer entfernten gewaltigen Flüchtlingslager Dadaab. Dort war damals die Versorgung zusammengebrochen und 400.000 Menschen aus dem Sudan, Somalia, Kongo und Äthiopien hatten kein Wasser und Essen mehr.

„Woher sollte Geld für Tonnen an Nahrung kommen?“
„Unsere 80 Mitarbeiter begannen sofort im Vertrauen auf Gott, Nahrung in die Hungergebiete zu fahren und Unterernährte medizinisch zu versorgen. Wir hatten Mitarbeiter vor Ort und gute Kontakte zu lokalen christlichen Gemeinden. Doch wie sollten wir die Tonnen an Hilfsgütern bezahlen, die hier benötigt wurden?“ Für Francis war es „ein Wunder Gottes“, dass Organisationen aus dem Ausland, darunter die DMG, seinen Helferteams großzügig unter die Arme griffen. „Dank Ihrer Finanzhilfe konnten wir die Hilfsgüter und einen Lastwagen zum Transport kaufen. Die Christen aus Deutschland schenkten uns so viel Vertrauen, das hat uns berührt.“

Christen vor Ort mit einbeziehen
Dabei bauen die kenianischen Helfer selbst stark auf Partnerschaft und Vertrauen. Rev. Francis berichtete, dass sie Nahrung und Hilfsgüter nicht selbst ausgehändigt haben, sondern bewusst christlichen Gemeinden, Pastoren und Einzelnen in die Hand legten. Damit ermöglichten sie den Christen vor Ort, selbst ihren Nachbarn zu helfen, von denen die meisten Muslime sind. „Sie kennen ihre Nachbarn und wissen besser wie wir, wer wirklich bedürftig ist. Es war beeindruckend, wie die christlichen Gemeinden in Nordostkenia aktiv wurden, um die Menschen in ihrer direkten Umgebung mit Gottes Liebe zu beschenken. Seither geht die muslimische Mehrheit dieser Region offener mit ihren christlichen Nachbarn um, und viele interessieren sich für Jesus.“

Was aus den Spenden an die DMG wurde
Es ist beachtlich, was die kenianische Mission auf diese Weise aus den Nothilfegeldern der DMG gemacht hat: Im Flüchtlingslager Dadaab versorgen sie bis heute 1.000 Familien mit Nahrung und Medizin – auch an Weihnachten 2011, als andere Organisationen wegen Terrorattacken das Lager verließen – zudem 2.000 Familien in der Region Wajir. 50.000 Kinder und 100.000 Erwachsene erhielten Nahrung. Mediziner von TSM versorgten 30.000 Patienten, technische Mitarbeiter bohrten und gruben 30 Brunnen gemeinsam mit Einheimischen. Wassertanks wurden aufgebaut und kleine Staudämme errichtet, um Regenwasser zu speichern und künftigen Dürrezeiten vorzubeugen. Die Wasserversorgung für 60.000 Menschen, ihre Felder und Tierherden ist sichergestellt.

Nachhaltigkeit ist wichtig
Dabei baute TSM von Anfang an auf Nachhaltigkeit. „Wir haben Trainingsfarmen, wo Dorfbewohner, die bisher meist von Viehzucht lebten, jetzt Ackerbau erlernen“, erklärte der kenianische Missionsleiter. Die Partnerorganisation der DMG versorgt Dörfer mit Saatgut und ermöglicht 4.000 Kindern aus armen Familien die Schulbildung. „Wichtigstes Ziel ist heute die Ausbildung von Dorfgesundheitshelfern und Lehrern, damit jeder zur Schule gehen kann, zu essen hat und Zugang zu einem Arzt findet.“ Dabei liegen Rev. Francis mehr als Brot und Gesundheit am Herzen: „Jeder Mensch soll auch von Jesus hören. Deshalb haben wir beispielsweise zusammen mit den Christen im Flüchtlingslager Dadaab auch Kirchen aufgebaut und ihre Pastoren ausgebildet. Denn Jesus nicht zu kennen ist genauso schlimm wie Hunger“, sagte der kenianische Missionsleiter.

Nothilfe trotz hohem Risiko
Die Arbeit der DMG-Partnerorganisation TSM ist alles andere als ungefährlich, denn Garissa ist nach wie vor ein Krisenherd. Somalische Al-Shabaab-Milizen machen die Gegend bis heute unsicher. In den vergangenen Monaten verübten sie Attentate auf Polizeistationen, Kirchen, ein Hotel und im Flüchtlingscamp. Ein befreundeter Pastor von Rev. Francis ist bei einem Anschlag ums Leben gekommen, Mitarbeiter von TSM wurden schon verletzt. „Manchmal riskieren wir unser Leben, doch wir beten, dass sich die Situation beruhigt und wir weiter helfen und Menschen mit Gottes Liebe beschenken können“, so der Pastor aus Garissa.

Partnerschaft mit Kirchen in Afrika
Rev. Francis forderte die Christen in Deutschland zur Partnerschaft mit christlichen Gemeinden in Kenia auf. „Kommt in unser Land, nicht nur um zu helfen, sondern auch um zu lernen“, sagte er. „Die Christen in Kenia können euch Deutschen viel schenken, beispielsweise Leidenschaft für Jesus und neue Freude im Glauben.“ Er bot Gemeinden in Deutschland an, eine Partnergemeinde in Kenia zu suchen (Kontakt über die DMG).

Sie wollen helfen?

Hungerhilfe in Nordostkenia erreicht ihr Ziel
Hungerhilfe in Nordostkenia erreicht ihr Ziel

TSM ist eine von mehr als 100 Partnerorganisationen der DMG in aller Welt. Die Deutsche Missionsgemeinschaft selbst hat 400 Mitarbeiter in Übersee, 13 davon in Kenia, die teilsweise ebenfalls in der Hungerhilfe aktiv waren, zum Beispiel über Projekte ihres Partners „SIM international“. Auch in diesen Tagen helfen DMG-Missionare und Partnerorganisationen Hungernden. Beispielsweise im Niger, Mosambik und im Tschad – und auch die Nothilfe in Nordostkenia ist weiterhin notwendig. Sie wollen dafür spenden? Hier finden Sie die Konten der DMG, als Stichwort bitte einfach „Hungerhilfe“ eintragen. Herzlichen Dank für Ihre Gabe.

Zurück