Das Privileg von Weihnachten

20.12.2018 15:39
Mit Migrantenkindern in Südfrankreich Plätzchen backen ...
Mit Migrantenkindern in Südfrankreich Plätzchen backen ...

Hier lerne ich Dankbarkeit

Angelika war 10 Monate in Frankreich und unterstützte in einem Problemviertel Migrantenkinder, beispielsweise durch Hausaufgabenhilfe. Sie schreibt:

Eins der Dinge, die ich hier lerne, ist Dankbarkeit: für meine Familie, meine Bildung, mein bisheriges Leben. Hier sehe ich, dass dies nicht der Normalfall sein muss. Nicht jedes der Kinder, die wir betreuen, hat ein eigenes Zimmer, kann Essen so viel er oder sie will oder hat Geschwister und Eltern, die bei den Hausaufgaben helfen.

Zum anderen bin ich dankbar, dass ich eine Beziehung zu Gott habe und ihn schon von klein auf kenne. Hier ist das ganz anders. Vor Weihnachten haben wir zwar mit den Kindern Weihnachtsfeste gefeiert, bei denen wir Plätzchen gebacken, viel Crêpes gegessen und ihnen, unter anderem in einem Marionettenpuppenspiel, die Weihnachtsgeschichte erzählt haben. Allerdings bedeutete das für viele der Kinder hier, dass sie das erste Mal überhaupt die Weihnachtsgeschichte und ihre gute Botschaft gehört haben.

Was für ein Privileg es ist, die Weihnachtsgeschichte schon seit meiner Kindheit auswendig zu kennen. Mehr noch, diesen Gott zu kennen, der uns so liebt, dass er selbst Mensch geworden ist (was wir ja eigentlich an Weihnachten feiern), um später am Kreuz für jeden von uns zu sterben. Damit wir, wenn wir glauben, das ewige Leben haben. Ich darf jetzt schon eine Beziehung mit dem König der Könige leben. Das wünsche ich auch den Kindern hier.

Die Stadt, die Weihnachten vergaß


Vera war in Georgien
Vera

Vera war 10 Monate in Georgien, um dort im Sozial- und Gemeindedienst mitzuarbeiten.

Was erlebt man an Weihnachten in einer Stadt, in der das für uns in Deutschland wohl wichtigste Familienfest unbekannt ist und kaum jemand den Grund für die Feier eine Woche vor Neujahr weiß? Eine Woche nach Neujahr erst feiern die orthodoxen Georgier ihr Weihnachten.

„Wieso der amerikanische Präsident schon eine Woche vor Neujahr seine Geschenke verteilt?“, fragte sich meine Aserbaidschanischlehrerin, bis sie die Weihnachtsbotschaft von Jesus hörte. Es war interessant, durch den Ort zu gehen und zu sehen, wie alles seinen gewohnten Gang geht. Von Weihnachtsstimmung oder Weihnachtsstress keine Spur. Weil die eigentliche Feier hier erst Wochen später kommt …

Stille ...

Leonie war mit der DMG auf Kreta
Leonie

Leonie war 10 Monate auf Kreta in der Flüchtlingshilfe und hat in der Zeit dort einige Gedichte verfasst.

Ein einsamer Berghang. Der Schnee knirscht unter meinen Schuhen. Bis sie still stehen. Die eisigen Wolken wabern um das Geröll zu meinen Füßen – fast kann ich sie berühren, während sie sich schwerelos den Weg zur Spitze erkämpfen. Alles grau, leblos und doch Frieden. Nur das Rauschen in meinen Ohren und mein dumpfer Herzschlag. Dem Himmel näher?

Ich bin in den Monaten, die ich jetzt hier bin, so vielen verschiedenen Menschen begegnet, habe viel mit ihnen erlebt und viel beobachtet. Neben all der Freude ist natürlich auch deutlich geworden, dass jeder von uns seine persönlichen Berghänge hat. Zeiten, in denen wir das Gefühl haben, dass wir nicht weit sehen, dass es kalt ist. Dieses Erlebnis auf dem Berg hat mir eines klargemacht: Da war nichts, außer Stille. Und dann sehe ich nochmal genauer hin – und weil da nichts ist, ist ER da.

Ist das nicht Weihnachten? Wir können nicht einfach höherklettern, um den Himmel zu berühren. Aber Gott kommt zu uns herunter, mitten hinein in unsere Welt, um auf deinem und meinem steinigen und kalten Berghang mit uns zu sein.

    Leere Hände >> Gedicht von Leonie  >>

Du möchtest auch dein nächstes Weihnachten im Freiwilligendienst oder Kurzeinsatz im Ausland Gott dienen? Hier unsere offenen Stellen 2019:

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