Was sagt die Bibel über den Umgang mit Angst?

13.03.2020 17:47

Veranstaltungen abgesagt, Ladenregale leer, Desinfektionsmittel ausverkauft und Börsen im freien Fall. Corona hat eine verblüffende Kettenreaktion ausgelöst. Wir Menschen haben Angst! Das Virus ist real; ich will es nicht verharmlosen. Gesunde Vorsicht ist angebracht: Es gilt, ältere und vorerkrankte Menschen zu schützen! Dabei müssen wir eine neue Art des liebevollen Umgangs miteinander lernen. Jetzt ist es richtig, anderen nicht (!) mehr die Hand zu geben und auf Nähe zu verzichten. Das fällt mir sehr schwer, ich übe es ein. Doch vieles, was wir beobachten, geht weit über diese gesunde Vorsicht hinaus. Das eigentliche Virus ist die Angst.

In einem schlauen theologischen Buch habe ich den Satz entdeckt: Angst ist das Gegenteil von Glaube. Negativglaube, den die Welt des Bösen uns Menschen ins Herz legt. Ein Fehlen an Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint. „In der Welt habt ihr Angst“, sagt Jesus in Johannes 16,33. Wenn uns Bedrohliches begegnet, wie der unsichtbare Feind Corona, ist Angst die normale Reaktion. Sowas macht unsicher, raubt uns Zuversicht und Gottvertrauen. Was hilft?

Wir Christen haben ein probates Medikament gegen die Angst im Portfolio unseres Glaubens.

Wie begegnen wir als Christen einem Gegner, den wir weder sehen, riechen, noch einordnen können. Angst bringt da nichts, sie führt nur immer tiefer ins Chaos. Wir Christen haben ein probates Medikament gegen die Angst im Portfolio unseres Glaubens. Gott lässt uns nicht alleine. Er ist für uns da – genau jetzt, mitten in der Angst. Jesus führt den Satz weiter: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ICH habe die Welt überwunden.“ Er hat die Angst für uns überwunden!

DMG-Buch: Mit anderen Augen

Vor einem Jahr haben Missionar Fred Eick und ich ein Buch aus dem Englischen ins Deutsche übertragen: „Mit anderen Augen – Perspektiven des Evangeliums für Scham-, Schuld- und Angstkulturen“ (zu beziehen bei der DMG). Autor Jayson Georges ist überzeugt, dass die Bibel in jede Kultur hineinspricht. Es gibt auch Angstkulturen, also muss es in der Bibel eine besondere Botschaft gegen Angst geben. Seine steile These ist, dass Jesus nicht nur unsere Schuld mit ans Kreuz genommen. Jesus hat am Kreuz auch die Angst aller Menschen ein für allemal besiegt.

Da Angst eine Auswirkung von Sünde ist, stimmt diese Botschaft. Jesus hat am Kreuz alle Spielarten der Sünde besiegt, auch lähmende Angst. Wir Christen sind frei davon, eigentlich. Wenn wir uns dessen bewusst sind und uns mit Vollmacht im Gebet darauf berufen, wie in Bezug auf Sünde, Scham und Schuld. Wir sind von Angst befreit, im Namen von Jesus Christus! Die Angst als kleiner Bruder des Todes ist niedergerungen, wie der Tod selbst. Jesus hat sie erledigt. Das ist die Botschaft des Kreuzes in Zeiten von Corona.

Oder wie es Paulus seinem jungen Freund Timotheus (2. Tim. 1,7) schreibt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und Besonnenheit.“ Als Christen geben wir der Angst nicht diesen Raum in unserem Leben. Wir fürchten uns, wie die anderen auch. Wir sind keine Superhelden. Aber wir wissen, wohin mit unserer Panik. Jesus hat den Tod überlebt. Er ist auferstanden. Also ist er stärker als das tödlichste Virus. Und stärker als die Angst davor. Es gibt keinen Anlass, uns lähmen zu lassen.

Die Angst als kleiner Bruder des Todes ist niedergerungen, wie der Tod selbst. Jesus hat sie erledigt.

Gesunde Vorsicht, ja. Auch Rücksicht, ja. Aber keine Panik! Jetzt ist unsere Stunde als Christen. Jetzt gilt es, Solidarität zu leben und für andere dazusein. Wie können wir es hinbekommen, dass wir Senioren und Einsame nicht alleine lassen – aber ohne sie zu gefährden? Einkaufen für ältere Freunde und Angehörige? Anrufen, zuhören und am Telefon mit den Menschen beten. Jetzt ist Kreativität gefragt, wie wir auf eine Weise für die Menschen da sind, die weder für sie noch für uns zur Gefahr wird. Unsere Nachbarn brauchen uns Christen. Corrie ten Boom sagte: „Mut ist Angst, die gebetet hat.“ Lasst uns beten. Wir haben Zeit, weil viele unserer Events abgesagt sind. Aus dem Gebet, der Stille mit Jesus, kommt neuer Glaube, kommen Vertrauen und Kraft. Dann können wir Freunden und Bekannten Mut machen und die Botschaft weitergeben, was für einen großen Gott wir haben: Jesus, der die lähmende Angst überwunden hat.

Theo Volland,
Chefredakteur


Corona: 10 Gebetsanliegen!

Unsere internationale Partnerorganisation SIM hat eine weltweite Gebetsinitiative ins Leben gerufen, der wir uns als christliches Missions- und Hilfswerk DMG bewusst anschließen. Wir bitten Sie, mit uns zu beten:

Christen weltweit beten angesichts der Corona-Krise
Christen weltweit beten ...
  1. Dass der Herr eingreift und die Ausbreitung des Virus stoppt. Er hat die Macht. Bitten Sie Gott, dass ab sofort die Zahl der Infizierten rasch zurückgeht.

    Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns (1. Joh. 5,14).

  2. Für die vielen Kranken weltweit, dass sie Zugang zu guter Pflege und Behandlung bekommen. Und für die Tausende in Quarantäne, die isoliert warten müssen, ob sie infiziert sind oder krank werden. Dass sie ihren Halt in Jesus suchen.

    Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben (Psalm 46,2).

  3. Bitten Sie Jesus um Kraft für die Mitarbeiter in Krankenhäusern und Arztpraxen, um Schutz vor dem Virus und Ausdauer bei der intensiven Arbeit. Dass sie den Herrn suchen.

    Sie schrien zum Herrn in ihrer Not und er führte sie aus ihren Ängsten (Psalm 107,28).

  4. Beten Sie für Trauernde, die Angehörige durch die Krankheit verloren haben, um Trost durch den Heiligen Geist. Dass Freunde und Nachbarn sich um sie kümmern.

    Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren. (Phil. 4,6).

  5. Für Pastoren und Gemeindeleiter, dass Gott Weisheit schenkt, die rechten Entscheidungen zu treffen, und durch sie in Vollmacht spricht in diesen besonderen Tagen.

    Der Mensch ging hin und berichtete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe (Joh. 5,15).

  6. Für die Christenheit weltweit, dass sie betet und Kranken und Betreuern aufopferungsvoll beisteht. Dass wir Licht sind in Krankenhäusern und überall, wo Jesus uns hinstellt. Um Liebe, Mitgefühl und eine dienende Haltung.

    Er gab die Kraft, Wunder zu tun, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen … (1. Kor. 12,28b).

  7. Beten Sie für Regierungen, Entscheidungsträger und Organisationen, dass sie schnell und effektiv Ressourcen mobilisieren, wo diese benötigt werden. Für alle, die hinter den Kulissen versuchen, die Lage in den Griff zu bekommen.

    Suchet der Stadt Bestes … und betet für sie zum Herrn; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl (Jer. 29,7).

  8. Für die Firmen, Hotels, Geschäfte und ihre Mitarbeiter, deren Lebensgrundlage gefährdet ist. Dass sie nicht ihre Arbeitsplätze und Gehälter verlieren. Wir beten, dass sie sich nach Jesus ausstrecken und ihn ernsthaft zu suchen beginnen.

    Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung (Jer. 29,11).

  9. Beten Sie für Missionswerke und Missionare weltweit, besonders in Gebieten, die akut betroffen sind. Um Weisheit für die Teams, wie sie ihre Aufgaben weiterhin tun und Menschen für Jesus gewinnen können. Besonders, dass Missionare weiterhin uneingeschränkt in ihre Einsatzländer reisen und wirken dürfen.

    Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht (2. Kor. 4,8).

  10. Beten Sie bitte für alle Menschen weltweit, die Jesus noch nicht kennen. Dass sie in der Krise von ihm hören und auf sein Angebot der Liebe mit einem klaren Ja antworten.

    Der Herr will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße finde (2. Petr. 3,9).

Wie Sie helfen können

Durch die Krise kommen unerwartete Kosten auf die DMG zu: Besonders Flugkosten für die Rückholung von Mitarbeitern im kurzen Auslandseinsatz nach Deutschland und einzelner Langzeit-Missionare, die wir in sicherere Gebiete verlegen. Ticketpreise sind höher wie sonst, weil es kaum Auswahl an Flügen gibt. Im Heimatbüro muss spontan in Technik investiert werden, damit mehr Mitarbeiter zu Hause arbeiten können. Unser Gästebetrieb steht still, was Ausfallkosten verursacht. Und wir rechnen damit, dass Mitarbeiter erkranken; für deren Lohnfortzahlung. Wir bitten um Spenden, Projekt:

P08 Corona-Sonderkosten

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