Buona Pasqua – Ostern in Italien

13.04.2017 15:07
Viele in Italien feiern Ostern nur noch aus Gründen der Folklore
Viele in Italien feiern Ostern nur noch aus Gründen der Folklore

Andere Länder, andere Sitten. Das gilt auch für Osterbräuche. Es ist verblüffend, was hier in Italien alles an Ostern geschieht: Bis vor wenigen Jahren gab es noch keinen Osterhasen hier. Er wurde erst von der lila Kuh importiert, bringt aber immer noch keine Eier. Die sucht auch kein Kind hier. Sind italienische Ostereier doch übergroß und bunt und glitzernd verpackt, gefüllt mit Spielzeug für die Kleinen oder sonst einem Geschenk für liebe Menschen. Eine Freundin, die in einer „Pasticceria“ diese großen Ostereier (bis 50 cm) nach Wunsch für Kunden füllt, hat sogar mal einen Pelzmantel in ein Ei verpackt …

Wo viele Menschen nicht mehr wissen, was sie feiern

Viele Italiener haben sich vom christlichen Glauben abgewandt, sind materialistisch eingestellt oder mixen sich ihren eigenen Glauben zusammen. Die meisten sind nominell Christen und glauben irgendwie an Gott, doch das hat kaum Einfluss aufs tägliche Leben.

Die DMG-Missionare Johannes und Anke Wiegers produzieren christliches Radio, das landesweit in Italien über UKW zu hören ist
Anke und Johannes Wiegers

Osterbräuche werden heute eher folkloristisch begangen, auch wenn sie christliche Wurzeln haben. Die Karwoche beginnt an Palmsonntag mit einem Festgottesdienst, bei dem jedem ein Palmzweig mitgegeben wird. Er gilt als Friedenszeichen und erinnert an die Taube, die Noah aus der Arche fliegen ließ. In Wohnungen, Werkstätten und Läden wird der Zweig aufgehängt, weil man sich Frieden und gute Geschäfte wünscht. Gründonnerstag ist der Einsetzung der Eucharistie (Abendmahl) geweiht. An vielen Orten wird die Fußwaschung praktiziert. Letztes Jahr wusch Papst Franziskus zu diesem Anlass Flüchtlingen die Füße.

Karfreitag ist in Italien kein Feiertag, doch überall im Land gibt es teils spektakuläre, manchmal bizarre Prozessionen. Besonders im Süden scheint die Karwoche eine einzige große Prozession zu sein. Die Stimmung der Bevölkerung wechselt abrupt zwischen Trauer und ausgelassener Freude. Statuen werden durch Straßen getragen, und ritualisierte Konflikte ausgetragen. Denn jeder Heilige hat seine eigenen Anhänger, die mit anderen Heiligen in teils heftigem Disput stehen.

In Rom rutschen auch heute noch fromme Büßer die Heilige Treppe (Scala Santa) hinauf. Der Brauch soll an Jesus erinnern, als er zu Pilatus ins Verhör geführt wurde. Im Jahre 326 soll die Originaltreppe angeblich von der Mutter Kaiser Konstantins, der Heiligen Helena, aus Jerusalem nach Rom gebracht worden sein. Am Karfreitag zieht der Papst, begleitet von Pilgern, die Via Crucis (Kreuzweg) vom Kolosseum zum Vatikan entlang.

In der Osternacht wird die Veglia Pasquale (Osterwache) und die Auferstehung des Herrn gefeiert – der eigentliche Höhepunkt der Osterzeit und das Herzstück des christlichen Glaubens: der Sieg über den Tod. Viele Jahre wurde dieser besondere Gottesdienst an den Rand gedrängt durch folkloristische Veranstaltungen. Der Ostergottesdienst mit dem anschließenden Ostersegen „urbi et orbi“ des Papstes wird übers Fernsehen weltweit ausgestrahlt.

Menschen im ganzen Land erfahren Trost und Hilfe durch unsere christlichen Radiosendungen. Hoffnung ausstrahlen ist unser Motto.

In Italien darf ein Festmahl natürlich nicht fehlen. Zum klassischen Ostergericht gehört der Lammbraten – nachdem man sich durch die leckeren Vorspeisen und Nudelgerichte gegessen hat. Zum Frühstück gibt’s „Taube“, ein fluffiger Kuchen mit Mandeln (wieder Symbol des Friedens). Pasquetta, „kleines Ostern“, wird der Ostermontag genannt. Da ist ganz Italien, Jung und Alt, von Südtirol bis Sizilien unterwegs zum Picknick an der frischen Luft. Ausgerüstet mit Körben, Decken, Klappstühlen, Kühltaschen, Plastikgeschirr, Wein und Wasser. Dieser Osterausflug wird mit den biblischen Emmaus-Jüngern in Verbindung gebracht, denen der auferstandene Jesus Christus begegnet ist, die ihn jedoch nicht erkannt haben.

Deshalb arbeiten wir in Italien:

Produktion christlicher Radioprogramme auf Italienisch
Im Studio

Wie die Jünger damals erkennen auch heute kaum noch Italiener, warum sie all dieses Brimborium eigentlich machen. Viele wissen nicht mehr, warum sie Ostern feiern. Wir leben in Italien, damit Menschen die Osterbotschaft vom Sieg des Erlösers über Tod und Sünde ganz persönlich erleben. Menschen im ganzen Land erfahren Trost und Hilfe durch unsere christlichen Radiosendungen. Hoffnung ausstrahlen ist unser Motto. Danke, dass Sie uns dabei helfen, beten und uns auf vielfältige Weise unterstützen.


Übrigens: Im Sommer sind wir einige Zeit im Reisedienst und freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen. Kontaktieren Sie uns über die DMG. Gesegnete Ostern, der Herr ist auferstanden!


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