Betet mit den Christen im Südsudan

05.05.2014 15:10

Update zum Bericht unten von Ruth Gebhardt

5. Mai 2014: Die Lage in Doro hat sich inzwischen wieder beruhigt, auch die Spannungen zwischen der lokalen Bevölkerung und den Flüchtlingen haben sich gelegt. Örtliche Kirchen haben sogar Lebensmittel fürs Flüchtlinslager gesammelt. Bitte beten Sie weiter für Frieden und Gottes Schutz für Ruths Team.


April 2014:

Betet mit den Christen im Südsudan

Ein Bericht von DMG-Kinderkrankenschwester Ruth Gebhardt

Chor in einer Uduk-Gemeinde. Musik spiel eine wichtige Rolle in ihren Feiern.
Chor einer Uduk-Gemeinde

„Ich weiß, wir leben in einer schwierigen Zeit. Viele von uns können nachts nicht schlafen, weil sie Angst haben. Aber in allem wissen wir, dass Gott bei uns ist …“

Gemeinsam mit südsudanesischen Christen sitze ich unter dem Grasdach einer kleinen Gemeinde vom Volk der Uduk. Und ich bin dankbar, dass der Pastor so ermutigende Worte an seine Gemeinde richtet, bevor er mit der Predigt beginnt. Ich spüre, die Leute sind bedrückt, nicht so fröhlich und gesprächig wie sonst. Sie sehen müde und hungrig aus. Die letzte Essensration war nur ein Viertel der eigentlichen Monatsration, und sie muss trotzdem für den ganzen Monat ausreichen.

Ruth Gebhardt ist als DMG-Mitarbeiterin in einem Flüchtlingslager im Südsudan tätig - derzeit ist sie in Kenia
Ruth Gebhardt hilft Kindern im Südsudan

Durch die anhaltenden Kämpfe in anderen Landesteilen sind die Transportwege für Lebensmittel abgeschnitten. So wurde auch in unserem Flüchtlingscamp in Doro Anfang des Monats ausgegeben, was noch übrig war. Durch die knappen Ressourcen kommt es in der Umgebung vermehrt zu Konflikten zwischen Flüchtlingen und der örtlichen Bevölkerung. Einmal gab es eine Schießerei mit mindestens zwei Toten.

Das alles wiegt schwer auf den Herzen meiner Freunde. Dazu die vielen Fragen: „Wo bekommen wir Nahrung her? Und wenn wir nicht hierbleiben können – wohin dann?“ In ihrer Heimat ist es zu gefährlich, weil dort noch gekämpft wird. Doch wie lange können sie in Doro bleiben?

Ich fühle mich hilflos angesichts dieser Not. Was kann ich als einzelne Kinderkrankenschwester da schon ausrichten? Unsere Arbeit mit den unterernährten Kindern erscheint mir verschwindend klein – und aus organisatorischen Gründen muss unser Team schon bald Doro wieder verlassen.

Aber dann kündigt der Prediger an: „Morgen von sieben bis zwölf Uhr treffen sich alle Uduk-Gemeinden, um zu beten. Wir wollen zusammen vor Gott kommen, unsere Herzen vor ihm ausschütten, und ihm unsere Not sagen. Denn er ist bei uns, und er ist größer als unsere Not.“ Es ermutigt mich, dass die Uduk-Christen so auf die Not reagieren. Sie wissen, wo sie mit ihren Sorgen hingehen können. Und ich möchte ihnen darin zur Seite stehen.

Inzwischen ist unser Team wieder außer Landes, in Nairobi, Kenia. Selbst wenn ich im Moment nicht praktisch bei den Uduk-Christen sein kann, will ich doch weiter für meine Glaubensbrüder und -schwestern im Gebet mit einstehen und ihre Not vor Gott bringen. Beten Sie mit?!

Für Frieden im Südsudan und die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Medikamenten. Für Ermutigung der Christen im Land, dass sie ihren Glauben leben und andere durch sie Jesus kennenlernen. Und um Versöhnung zwischen Volksgruppen, die sich bisher bekämpfen. Herzlichen Dank.

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