Albanien: Jungen Müttern die Angst nehmen

01.10.2019 08:45
Unsere Hebamme Anne Kretschmer bietet Beratung für junge Mütter in Albanisch über Kurzfilme an
Hebamme Anne Kretschmer bietet Beratung für junge Mütter in Albanisch über Kurzfilme an

Als ausgebildete Hebamme liegen mir Schwangere, Mütter und ihre Babys am Herzen. Das beeinflusst auch unseren Dienst hier in Albanien. Schwangerschaft und Geburt und die erste Zeit mit dem Baby sind eine ganz besondere Phase im Leben jedes Paares, ja der gesamten Großfamilie! Meist geht sie einher mit Freude und Glück, aber auch mit Verunsicherung und Ängsten. Dieses Gefühlsdurcheinander kennen natürlich auch albanische Frauen.

Hier werden medizinische Kontrollen rund um Schwangerschaft und Geburt von Ärzten und Krankenhäusern abgedeckt. Leider gibt es weder vor noch nach der Geburt irgendwelche Unterstützung durch Hebammen, wie wir sie aus Deutschland kennen. Hebammen sind fast ausschließlich im Bereich der Geburt selbst ausgebildet und so gut wie nicht in der Vor- und Nachsorge aktiv. Wen also können albanische Frauen um Rat fragen?

Beispiele der Kurzfilme für Schwangere und Mütter:

In der Vergangenheit haben sie ihre Mütter und Schwiegermütter gefragt. Aber die Beziehungen zwischen den Generationen sind nicht mehr wie damals. Und wir wissen alle, dass sich Ansichten und Umgangsweisen über die Generationen hinweg verändern und dass es heutzutage deutlich mehr wissenschaftlich belegte Informationen rund um Schwangerschaft und Wochenbett gibt als vor 30 Jahren. An fundierte Informationen zu gelangen, ist für eine albanische Frau alles andere als leicht – erst recht, wenn sie weder Englisch noch Italienisch spricht.

Heute suchen junge Albanerinnen Informationen übers Internet. Unsere Filme helfen ihnen bei Fragen rund um Wochenbett, Geburt, Stillen und den Umgang mit Neugeborenen.

Aus diesem Grund arbeite ich mit der „Fondation Spitalor in nenes dhe femijes“ (Stiftung für Mütter und Frauen im Krankenhaus) an einem Projekt, das Kurzvideos zu wichtigen Themen rund um Schwangerschaft und Säuglingspflege bereitstellt. Wir haben einen Youtube-Kanal in albanischer Sprache eröffnet, über den wir gute Lehrvideos für Schwangere und junge Mütter zugänglich machen.

David und Anne Kretschmer sind DMG-Missionare in Albanien
Familie Kretschmer in Albanien

Internet gibt es in Albanien selbst in abgelegensten Gebieten. Heute suchen und finden junge Albanerinnen wichtige Informationen zu solchen Fragen übers Internet. Unsere Filme helfen ihnen bei Fragen rund um Wochenbett, Geburt, das Stillen und den Umgang mit dem Neugeborenen. Wir wollen Frauen in dieser wichtigen Lebensphase stärken! Denn es ist eine sensible Zeit, in der ihnen ausgewählte, gute Informationen über Ängste, Unsicherheiten und Schwierigkeiten hinweg helfen.

Bitte unterstützen Sie die wertvolle Arbeit unserer Missionare David und Anne Kretschmer. Er ist Psychologe von Beruf, sie Hebamme. In Albanien bringen sie sich mit ihren Fachkenntnissen ein und helfen, eine christliche Gemeinde aufzubauen.

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Stichwort: P10348

Albanien

... ist ein Land am Mittelmeer, halb so groß wie Bayern, mit 2,8 Millionen Einwohnern, davon eine Million in der Hauptstadt Tirana. Mehr als 400 Jahre von den Osmanen regiert und systematisch islamisiert, wurde Albanien während des Zweiten Weltkriegs von Italienern und Deutschen besetzt und ab 1945 kommunistisch und atheistisch. Ab 1967 war jegliche religiöse Äußerung verboten. Nach dem Sturz des kommunistischen Regimes 1990 versank das Land zunächst im Chaos. Langsam geht es wirtschaftlich bergauf, es ist demokratisch und sicher für Reisende. Inzwischen herrscht Glaubensfreiheit. Es gibt viel Korruption; im Gesundheitswesen, der Justiz und der Bildung ist es besonders schlimm. Darum sehen sehr viele Albaner keine Hoffnung mehr für ihre Zukunft und verlassen das Land. Albaner sind freundlich, gastfrei und offen, sie lieben Ausländer, besonders Deutsche. 70% der Bevölkerung rechnet sich dem Islam (der eher mystischen Gruppierung der Bektashi) zu, 30% bezeichnen sich als orthodox oder römisch-katholisch christlich, 0,1% sind evangelisch.

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