Eine offene Tür zum Leben
Das war unser Erlebnistag am 10. Mai 2026
Am vergangenen Sonntag öffneten wir unsere Türen!
Über 3.000 Gäste jeden Alters verbrachten den Tag auf dem Buchenauerhof. Hier gibt's den Rückblick:
Als DMG sind wir in 60 Ländern, unter verschiedenen Volksgruppen tätig. Unsere Mitarbeiter teilen das Leben mit Menschen aus unterschiedlichsten Kulturen. Diese Vielfalt erleben die Besucher beim heutigen Erlebnistag – mit allen Sinnen. An verschiedenen Ecken des weitläufigen Geländes ertönt Straßenmusik: Klänge aus Ecuador, Kenia und Kroatien.
Unsere Gäste probieren interkulturelle Spezialitäten: mexikanische Köstlichkeiten und asiatische Küche an Food-Trucks – oder sie greifen auf die bekannte Wurst im Brötchen vom DMG-Grill zurück. Am nordafrikanischen Stand werden Gewürze anhand ihres Geruchs erraten. Leuchtende Flaggen aus aller Welt und traditionelle Stoffe aus Peru oder dem Nahen Osten erfreuen das Auge.
Unter den Besuchern sind einige bekannte Gesichter: Ehemalige oder Freunde, die unsere Arbeit unterstützen oder in befreundeten Organisationen tätig sind. Ein großer Teil der Besucher ist jedoch zum ersten Mal bei uns. Einige sind aus größerer Entfernung angereist, viele kamen aus Sinsheim und den umliegenden Orten, neugierig zu sehen, was der Buchenauerhof zu bieten hat.
Lebendige Geschichte
Unser Heimatzentrum wächst – durch neue Menschen und Gebäude. In seinem Grußwort erwähnt Ortsvorsteher Manfred Wiedl aus Sinsheim-Weiler anerkennend, dass der Buchenauerhof inzwischen zu einem „richtigen kleinen Ortsteil“ geworden sei. Mit einer bewegten Geschichte: 200 Personen nehmen den Tag über an Führungen zur Geschichte des Buchenauerhofs teil. Im Schloss können sie den Spuren von insgesamt 75 Jahren DMG folgen.
„Mission soll nicht nur erzählt, sondern auch erlebt werden“, sagt Simon Bohn, DMG-Missionsleiter. „Viele Menschen sehnen sich nach Hoffnung, Liebe und Vergebung. Wir haben diese Hoffnung gefunden: im Gott der Bibel, den wir in Jesus Christus persönlich kennenlernen können. Weil er lebt, lebt auch die Geschichte der DMG. Mission bedeutet nicht, dass wir etwas besser wissen, sondern dass wir dazu einladen, Gott zu begegnen.“
„Wo ist der deutsche Gottesdienst?“
Drei verschiedene Gottesdienste finden im Rahmen des Erlebnistags jeweils zweimal statt. Ein klassisch deutscher ist nicht dabei. Aber nach kurzer Orientierung lassen sich die Gäste gerne auf die ungewohnten Formen ein.
Im lateinamerikanischen Gottesdienst in der Schlosskapelle spielt die Jugendband der Iglesia de Mannheim spanische Lobpreislieder. Der ehemalige DMG-Missionar und Pfarrer Bernhard Grupp berichtet von 25 Jahren Leben und Arbeit unter dem indigenen Volk der Canela in Brasilien. Er erzählt, wie Jesus für viele Menschen im Dorf die offene Tür zum Leben wurde. Sie kannten aus ihrer Kultur bereits den Brauch eines „Retterfreundes“, der für die Strafe eines anderen einspringen kann. Dass sie Jesus als Retterfreund kennengelernt haben, wollen sie nun mit anderen teilen.
Das gleiche Anliegen hat auch Dan, ein kenianischer Christ. Im afrikanischen Gottesdienst auf der Wiese sagt er: „Deutschland hat viele große Kirchen, aber es scheinen wenige Menschen darin zu sein. Vor vielen Jahren waren es Deutsche, die die Bibel in meinem Land übersetzt haben. Heute wünsche ich mir, dass sich die Menschen hier in Deutschland und Europa wieder neu mit dieser Botschaft beschäftigen.“ Die Predigt in diesem Gottesdienst betont, dass Jesus die „offene Tür“ für jeden ist und ein erfülltes Leben ermöglicht.
Beim arabischsprachigen Gottesdienst mit Übersetzung wird anhand von biblischen Gleichnissen deutlich, was Mission bedeutet. Baker aus dem Nahen Osten fasst in seiner Predigt zusammen: „Einerseits sind wir auf der ganzen Welt aktiv – das ist unser Auftrag. Aber wir wenden uns auch an die Menschen in unserem Haus, in unserer Gemeinschaft, in unserem direkten Umfeld und geben Gottes Botschaft und seine Liebe weiter.“
Hin zu den Menschen
In einer riesigen Ausstellung haben unsere Missionare Erlebnis-Stände vorbereitet. An diesen können Interessierte internationale Spezialitäten kosten, Schriftzeichen schreiben, Sportarten entdecken oder exotische Früchte probieren. Wie kalt ist der Yukon-Fluss in Alaska? Mutige testen bei der „Hand im Eiswasser“-Challenge ihre Grenzen. Die Missionare präsentieren ihre praktischen Tätigkeiten: Taekwondo, Pizza backen, Fahrräder reparieren und Unterricht geben.
Ist das Mission? Ja, denn es sind Wege, die Beziehungen knüpfen, Brücken bauen und Türen öffnen „hin zu den Menschen“.
Unser Mitarbeiter aus Nordafrika fragt die Besucher aktiv um Hilfe: „Wer von euch kennt sich mit Landwirtschaft, Böden und Bewässerung aus?“ Er arbeitet vor Ort mit Einheimischen zusammen, um neue Wege zu finden, damit auch auf Wüstenboden und bei salzhaltigem Wasser Pflanzen gedeihen.
In welchem Land sie auch immer leben und arbeiten, verstehen sich DMG-Mitarbeiter als Lernende. Mission ist immer durch Gottes Hoffnungsbotschaft bewegt, kommt aber nie mit vorgefertigten oder schnellen Lösungen. Unsere Missionare nehmen sich Zeit, lernen Sprachen und Kultur, denn auch Gott hat Zeit. Zeit, auf Wachstum in der Wüste zu warten. Oder – wie zwei Missionarinnen berichten – Zeit, um Einzelnen aktiv zuzuhören oder Menschen bei der Verarbeitung von Traumata zu helfen.
Auf Entdeckungsreise
Das Angebot ist besonders für Kinder groß: Die LEGO® Stadt und ein Escape-Room von kids-team, mehrere Hüpfburgen, Bubble-Soccer und das Baumklettern mit dem LZA (Adelshofen) laden zum Bewegen und Nachdenken ein. Was ist nötig, damit ich mich trotz schwindelerregender Höhe sicher fühle? Wo finde ich Sicherheit im Leben? Eine „offene Tür“ persönlich zu erleben oder Offenheit für andere Kulturen und Menschen zu zeigen, ist kein Vorrecht für Erwachsene. Beim Erlebnistag bekommen die Kinder ein eigenes Entdecker-Heft, mit dem sie auf dem Missions-Erlebnis-Pfad spannende Rätsel und Aufgaben lösen können. Als Wegweiser im Heft und an den Ständen dient die eigens entworfene Libelle Lilli. „Unterwegs mit Gott, hin zu den Menschen“, singt der Kinderchor der „Königskinder“ Hüttenberg auf der Bühne hinter dem Schloss. Sie spielen Musical-Episoden aus dem Leben des Paulus nach, durch den der christliche Glaube nach Europa kam. Ihr Lied fasst zusammen:
„Die Nachricht vom Leben weiterzugeben, das ist Mission.“
Auf dem Weg
Auch mit Skeptikern kommen DMG-Mitarbeiter ins Gespräch. „Von Mission halte ich ja eigentlich nichts“, sagt eine Besucherin und fragt nach, was wir eigentlich darunter verstehen. Eine andere fragt: „Sind hier alle so christlich?“ Ja – die Arbeit der DMG ist vom Glauben an Jesus geprägt und die Mitarbeiter sind von ihm begeistert. So ist Jesus das zentrale Thema des Erlebnistags. Trotzdem sind ein gutes Miteinander und große Offenheit gegenüber allen Gästen und Menschen weltweit spürbar – auch dort, wo das christliche Anliegen hinterfragt wird.
Unsere Gäste zeigen sich beeindruckt von den vielfältigen Angeboten. „Alles hier ist liebevoll geplant bis ins Detail,“ schwärmt eine Besucherin.
Wir wünschen uns, dass jeder ein „offene Tür"-Erlebnis und persönliche Ermutigung mit in den Alltag nimmt.
Am folgenden Morgen verabschieden wir unsere zehn neuen Missionare aus ihrer Vorbereitungszeit, damit sie in ihre Dienste ausreisen können. Sie machen sich auf den Weg, um „offene Türen“ zu nutzen und das Leben und Jesus mit Menschen zu teilen.
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