Mission weltweit
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Ab 2 Jahre
Nicht noch eine Frau weniger!
Wie begegnen wir Not und Ungerechtigkeit?
Judith und Sebastián Cabral
(Argentinien, Gefängnisseelsorge / Frauenhaus)
Ich bin auf dem Rückweg von einem Besuch im Gefängnis, als ich kurz vor unserem Zuhause in eine Demonstration gerate. Hunderte von Menschen gehen auf die Straße, um auf das Verschwinden eines jungen Mädchens aufmerksam zu machen – mal wieder, wie so oft in den letzten Jahren. Die folgenden Tage sind voller Hoffen und Bangen und schreckliche Stunden für die Familie und Freunde. Nach zwei Wochen dann die schlimme Nachricht: die verschwundene 14-jährige Agostina wurde Opfer eines Femizids, vergewaltigt, getötet, und weggeworfen.
Sich abwenden ist keine Option für mich.
Leider ist der südamerikanische Machismus kein Vorurteil, sondern eine bittere Realität. In Argentinien wird alle 30 Stunden ein Femizid begangen, ein Mord an einer Frau, weil sie eine Frau ist.
Immer mal wieder begegnet mir die Frage, wie ich als deutsche Sozialarbeiterin und Missionarin mit dieser Ungerechtigkeit in Argentinien umgehe. Ganz ehrlich: es ist ein Ringen zwischen der tiefen Hoffnung auf Veränderung und der alltäglichen Wirklichkeit von Ausbeutung und Gewalt. Und ich leide mit, auch nach 20 Jahren, denn an das vielschichtige Leid in Argentinien kann man sich nicht gewöhnen, es sei denn man wendet sich ab. Und das ist keine Option für mich.
Wie begegnen wir der Not und Ungerechtigkeit also und welche nachhaltige Hilfe können wir leisten? Ich denke, man sollte da anfangen, wo man regelrecht drüber fällt. Um es geistlich auszudrücken: da, wo Gott einen immer wieder darauf hinweist. Das ist eine Not, die uns nicht kalt lässt und unser Herz bewegt. Gott hat mich schon lange auf das Leid vieler Frauen hingewiesen, die in ihrem häuslichen Umfeld nicht mehr sicher sind und sich aus falsch verstandener Liebe selbst aufgeben. In Argentinien gibt es nur wenige Einrichtungen, die Frauen vor Gewalt schützen. Es waren vor allem die Frauen, die ich im Trakt der Lebenslänglichen im Hochsicherheitsgefängnis von Córdoba besucht hatte, die mich von der Notwendigkeit eines christlichen Frauenhauses überzeugten. Sie selbst sahen den Mord an ihren Männern als einzigen Ausweg aus der Spirale der Gewalt.
Mit verschiedenen Teams aus den Gemeinden konnten wir ein Haus in Schuss bringen und dem Zweck entsprechend einrichten. Die ersten Volontäre nahmen ihren Dienst auf und kommen seitdem regelmäßig für Workshops, Andachten und Geburtstagsfeiern vorbei. Außerdem sind sie eine große Hilfe bei Behördengängen und der Suche nach Arbeit und Fortbildungen. Wo nötig, helfen sie den Kindern bei ihren Hausaufgaben. Im April 2025 zog die erste Frau ein. Danach konnten wir noch weitere acht Frauen und neun Kinder aufnehmen und sind sehr dankbar! Hier bekommen die Frauen Raum, ihre Begabungen zu entfalten, und selbst Geld zu verdienen. Zum anderen ist ein Schutzraum zur Verarbeitung traumatischer Erlebnisse und zur Heilung von größtem Wert. Oft ist er die Grundlage dafür, dass sich Frauen der Liebe Gottes und seinem Wort öffnen.
Das ist eine Not, die uns nicht kalt lässt ...
So wie bei Ale (Name geändert). Im Juli kam sie mit ihren zwei Kindern zu uns. Der Vater der Kinder verlor sich immer mehr in der Drogensucht und war völlig unzurechnungsfähig. Mehrmals zeigte Ale ihn wegen Gewalt an. Als er schließlich im Gefängnis landete, verlor sie ihr Zuhause. So kam sie durch eine gemeinsame Freundin zu uns. Sie war stets proaktiv und jedem gegenüber hilfsbereit. Vor allem aber wollte sie die Bibel verstehen und danach leben. Mit der Frau unseres Pastors absolvierte sie über Wochen hinweg einen Glaubenskurs. Sie erstaunte uns nicht nur mit ihrem schnellen Verständnis der Bibel, sondern auch mit ihrer klaren Umsetzung. Nach einigen Wochen überraschte sie uns mit dem Wunsch, getauft zu werden.
UND DU?
Betest du mit uns für die Frauen in Argentinien?
Gott möchte auch dich gebrauchen.
Gerne kommen wir mit dir ins Gespräch, zum Beispiel bei unseren Infotagen auf dem Buchenauerhof:
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