Mission – kann das so einfach sein?
Herbstmissionsfest 2026
Rund 1200 Besucher haben mit uns Herbstmissionsfest gefeiert! Für die über 100 Kinder gab es ein eigenes großes Kindermissionsfest.
Geteilte Freude – das ist das Motto unseres diesjährigen Missionsfestes. Bei sommerlichen Temperaturen empfangen wir die Besucher in der großen Veranstaltungshalle. Und freuen uns über die Rückmeldung: „Die DMG lebt, worüber sie spricht: Mitarbeiter begegnen einem hier mit Freude und Herzlichkeit.“
Prediger, Redner und Missionare aus aller Welt teilen ihre Freude darüber, wie Gott im Leben von Menschen wirkt. Die Band der International Christian Fellowship (ICF) Frankfurt unterstreicht das mit fröhlicher Musik. Die Grundlage des christlichen Glaubens steht im Gottesdienst klar im Vordergrund – auch im Kinderprogramm:
Jesus macht es möglich, dass Menschen in einer persönlichen Beziehung mit Gott leben. Eine Mitarbeiterin sagt: „Beim Zuhören dachte ich, eigentlich ist Mission so einfach: Wir haben eine Botschaft der Freude. Mit unseren Gaben und Möglichkeiten können wir diese Freude mit anderen teilen.“
Mission – einfach?
In seiner Predigt am Morgen erzählt DMG-Missionar Sarmad Aziz, wie er aus dem Irak fliehen musste. „Damals habe ich mich gefragt, ob Gott mich liebt, wenn ich solche Schwierigkeiten durchstehen muss“, sagt er. Verluste und Abschiede haben auch die Mitarbeiter im Heimatzentrum erlebt. Mission und Glaube seien also nicht immer „einfach“. Und doch ist das Evangelium die frohe Botschaft, so Sarmad: „Wenn ein Mensch Jesus begegnet und seine Freude erlebt, dann verändert sich sein Leben – so war das auch bei mir. Menschen erfahren, dass sie für Jesus wertvoll sind und dass er sie sieht.“
Eine ehemalige Missionarin berichtet: „Ältere DMG-Mitarbeiter sagten uns damals vor unserer Ausreise: Wenn ihr zurückkommt, erzählt nicht nur das Positive, sondern auch, was euch schwerfällt.“ Diese Ehrlichkeit sei wichtig, um zu zeigen:
Bei Jesus geht es um eine Freude, die über den Umständen steht.
Einfach flexibel bleiben
Was Gott weltweit tut, erleben wir als Missions- und Hilfswerk seit 75 Jahren. Anlässlich des Jubiläums bieten wir im neuen Bürogebäude eine Ausstellung an. Rund 100 Besucher pro Stunde erfahren dort mehr über unsere Geschichte.
„Was hat sich verändert, was blieb gleich?“ Diese Frage stellt unser Mitarbeiter Kai Rinsland in einer Gesprächsrunde dem ehemaligen Missionsleiter Detlef Blöcher, unserem aktuellen Missionsleiter Simon Bohn und der ehemaligen Kenia-Missionarin Hanna Seidl-Schulz. Simon Bohn antwortet: „Die Einreise in manche Länder wird für Christen schwieriger. Gemeinden verändern sich. Man kann diese Veränderungen als Probleme sehen ...
aber wir entscheiden uns für die Chancen. Wir bleiben flexibel und fragen Gott, was wir als nächstes tun sollen. Neue Arbeitsfelder und Möglichkeiten eröffnen sich auch durch die sozialen Medien und die digitale Welt im Allgemeinen. Menschen verbringen Stunden ihrer Zeit online. Wie können wir ihnen dort begegnen, wo sie sind?”
Hanna Seidl-Schulz fügt hinzu: „Ja, und bei aller Veränderung bleibt unsere Botschaft dieselbe.“
Auf die Frage, wie wir mit der Vielfalt in einem großen Team umgehen, das von damals 20 auf heute 450 Mitarbeiter gewachsen ist, antwortet Detlef Blöcher mit einem Schmunzeln:
In den Grundfragen des Glaubens und unseres Auftrags sind wir uns einig. In den sekundären Fragen können wir fröhlich anderer Meinung sein.
Einfach zuhören
Hanna Seidl-Schulz betont, dass sich ein Schwerpunkt in 75 Jahren DMG nie verändert habe: das Gebet. „Als wir 1992 begonnen, war die erste Arbeitsstunde des Tages reserviert, um für alle Mitarbeiter und Missionare zu beten. Diese Praxis besteht heute immer noch.“ Eine andere Missionarin erzählt per Live-Schaltung aus Südostasien berührend davon, wie schon kleine Gesten Hoffnung schenken können: „Viele Menschen in meinem Land haben Schweres erlebt. Zuerst dachte ich, dass ich ihnen kaum helfen kann. Aber auch ohne spezielle Ausbildung konnte ich Mut machen. Oft hat es geholfen, einfach nur in Ruhe zuzuhören und Aufmerksamkeit zu schenken.“
In einem Seminar berichten Mitarbeiter der SMD, wie man interkulturelle Beziehungen knüpfen kann: Bei „Friends for Dinner“ werden internationale Studenten an Ostern oder Weihnachten zum Essen eingeladen. „Sie wären sonst alleine, und sind interessiert daran, warum wir in Deutschland diese Feste feiern“, erzählt Benjamin Pfitzer. „Vielleicht hören sie zum ersten Mal von Jesus, wenn wir unsere Tür öffnen.“
Einfach du selbst sein
„Ein Missionar ist meistens jemand, der sich von seiner Kultur aufmacht in eine andere“, sagt Buli Beyenne Gossa. Er kam selbst aus Äthiopien nach Deutschland, um unter Migranten zu arbeiten. „Wir sind von überall nach überall unterwegs, als Botschafter der Freude. Wir beobachten weltweit, wie Menschen in Angst und Hoffnungslosigkeit leben. Vielleicht scheinen sie von außen glücklich, weil sie im Wohlstand leben, in den Urlaub fahren, ein tolles Auto besitzen. Diese Dinge sind gut, aber sie geben uns keine vollständige Zufriedenheit. Wahre Freude kommt nur von Jesus – davon erzählen wir."
Dass die „Botschaft der Freude“ keine Altersgrenze hat, ist an diesem Herbstmissionsfest deutlich zu sehen: Die Bühne teilen sich unser 90-jähriger ehemaliger Missionsleiter Manfred Bluthardt (im Interview), unsere 29-jährige junge Moderatorin sowie zehn 18-jährige aus dem neuen Jahresteam. Sie arbeiten für ein Jahr praktisch auf dem Buchenauerhof mit. Ebenso begrüßt die DMG neue Missionare, die in ihre Einsätze aufbrechen. Linda Stark wird in Albanien unter Roma arbeiten:
Was mich freut? Gott beruft immer noch Menschen! Dafür bin ich ein lebendes Beispiel.
Beim Seminar „Mit Jesus im Plattenbau“ wird außerdem klar, dass die beste Botschaft der Welt keine besondere Sprache braucht. Gäste aus dem „Patchwork Center“ sind angereist. In ihrem Stadtteil in Schwerin gibt es sehr wenig Berührung mit dem christlichen Glauben – und christlichen Begrifflichkeiten. Anwohner und Mitarbeiter berichten davon, wie sie Gott erleben.
Eine Zuhörerin ist begeistert: „Es war erfrischend mit diesen Menschen zu sprechen. Sie brauchen kein ‚frommes‘ Vokabular, um zu erzählen, wie Gott mit ihnen Geschichte schreibt. Wenn wir von Jesus reden, sollten wir so sprechen, dass die Menschen uns auch verstehen.“
Einfach praktisch werden
Zum Abschluss der Veranstaltung bieten wir gemeinsam mit unseren Partnern YouVersion (Bibel-App) und Marburger Medien eine Aktion zum Mitmachen an: Besucher können eine Wasserflasche, Brezeln und mutmachende Flyer mitnehmen. Wer möchte, kann damit auf dem Heimweg einem LKW-Fahrer eine Freude machen, der gerade sein Wochenende auf dem Rastplatz verbringen muss. „Einsamen Menschen mit einer guten Botschaft zu begegnen – auch über Kulturgrenzen hinweg – muss nicht schwierig sein“, betont unsere Moderatorin. „Probiert es aus.“ So wird das Motto „Geteilte Freude“ noch am selben Tag in die Praxis umgesetzt.
Das Fazit? Ganz „einfach“: Tiefe Freude kommt von Jesus Christus. Geh mit deinen Gaben und Fähigkeiten zu den Menschen, um diese Botschaft zu teilen. Sei ehrlich und authentisch. Hör anderen zu, lade sie ein. Jesus gebraucht dich, so wie du bist. Er schenkt dir Freude, die zu anderen überspringt.
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