Mission weltweit
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Ab 2 Jahre
„MISSION BRAUCHT NEUE WEGE,
Barrieren überwinden, um Menschen auch in Zukunft die Liebe Gottes zu bringen.
Wie erreichen wir in Zukunft Menschen, die bisher kaum Zugang zum Evangelium haben? – Die DMG beschäftigt sich neu mit dieser wichtigen Kernfrage.
Monika Mench ist Teil des DMG-Leitungsteams und gibt Einblicke ins Thema.
Monika Mench auf der Bühne des DMG-Missionsfests
Bei der DMG sprechen wir in diesen Tagen über einen schwierigen Begriff, die „Unerreichten“. Wer ist das?
Monika Mench: Aus Statistiken wissen wir, dass es weltweit noch etwa 7.000 Volksgruppen gibt, in denen die meisten bislang noch keinen Zugang zum Evangelium haben. In diesen Gruppen kann sich die Gute Nachricht von Jesus kaum oder gar nicht verbreiten. Das betrifft insgesamt über 3,5 Milliarden Menschen, also mehr als 40% der Weltbevölkerung, in deren Umfeld weniger als eine Person pro 1.000 Menschen Jesus nachfolgt.
Wie kommt diese hohe Zahl zustande? Bietet die digitale Welt des 21. Jahrhunderts nicht alle Möglichkeiten der Verbreitung von Inhalten?
MM: Bei den Ursachen, warum Volksgruppen in der Welt „wenig erreicht“ sind, unterscheiden wir zwischen inneren und äußeren Hindernissen, Zugang zur Botschaft von Jesus zu bekommen. Manche Menschen haben schlicht (noch) keine Möglichkeit, von Jesus zu erfahren. Andere wiederum reagieren einfach nicht darauf, mit anderen Worten: Sie zeigen kein Interesse an der Einladung, die Gott ausspricht. Vielleicht auch, weil das Angebot von Mission ihren Lebensalltag bisher nicht berührt.
Wie reagiert die DMG darauf? Die Verbreitung der Guten Nachricht von Jesus ist ja das Hauptziel unserer Arbeit.
MM: Wir fragen ganz konkret: Was ist Gottes Auftrag für die DMG in dieser Situation? Und wie setzen wir unsere begrenzten Ressourcen dort ein, wo sie einen Unterschied machen und den größten geistlichen Einfluss haben können? Dabei sind wir total abhängig von Gott und wollen hören, was er sagt. Wir beten und fragen Gott: Wo leben die Menschen, die keinen Zugang zum Evangelium haben? Unter welchen dieser Menschen möchtest du uns als DMG konkret gebrauchen?
Dieses „Wo“ kann geografisch gemeint sein, aber es könnte auch bestimmte gesellschaftliche Gruppen, Schichten oder Milieus außerhalb ihrer Heimatregion betreffen. Dabei lautet die zentrale Frage: Wie können wir mit Gottes Hilfe die angesprochenen inneren und äußeren Barrieren überwinden? Die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem missiologischen Thema soll uns 2026 durch das ganze Jahr begleiten. Letztlich handelt es sich um zentrale strategische Weichenstellungen unserer Arbeit.
Wer ist sonst noch in diesen inhaltlichen Prozess der Klärung und Diskussion mit eingebunden, außerhalb der DMG-Gremien?
MM: Jeder Mitarbeiter in der Heimatzentrale oder im aktiven Missionsdienst bis hin zum Verwaltungs- und Missionsrat kann sich mit einbringen. Jeder Einzelne kann das Thema im eigenen Umfeld ansprechen: in Gemeinden, Verbänden, Ausbildungsstätten – denn es betrifft nicht nur Missionswerke, sondern alle Christen.
Auch in unseren Veranstaltungen möchten wir ansprechen, dass es immer noch viele Menschen gibt, die „wenig erreicht“ sind, genauso in Veröffentlichungen, Predigten oder bei Vorträgen. Gemeinden und Einzelne wollen wir ermutigen, regelmäßig für diese Gruppen zu beten und sich über sie zu informieren.
In der Beratung von neuen Interessenten wird die Frage auch eine wichtige Rolle spielen: Wo können wir Menschen dienen, die keinen Zugang zum Evangelium haben und wie kann unser Einsatz dort einen Unterschied machen? Mission braucht neue Wege, kreativ und lebensnah, um die Liebe Gottes „an den Mann und an die Frau“ zu bringen.
Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, dieses Anliegen besteht bei der DMG seit ihrer Gründung vor 75 Jahren. Was hat sich verändert?
MM: Das Herz für unerreichte Menschen prägt die DMG seit 1951 – und tut es bis heute. Im Lauf der Jahre haben sich aber die Rahmenbedingungen verändert. In vielen Regionen, die früher als klassische „Missionsländer“ galten, gibt es heute lebendige Gemeinden. Menschen aus der sogenannten Mehrheitswelt sind zu treuen Nachfolgern Jesu geworden und tragen den Glauben eigenständig weiter. Damit verändern sich nicht nur Orte, sondern auch die Gruppen von Menschen, die weiterhin unerreicht sind. An dieser aktuellen Realität richten wir uns aus.
Wo gelingt es heute schon, einen Weg zu Menschen zu finden, die sonst „unerreicht“ wären?
MM: Einige unserer Missionare arbeiten zum Beispiel bei TWR, einem weltweit tätigen christlichen Mediennetzwerk. Über das klassische Radio und digitale Kanäle erreicht TWR Menschen auch in Regionen, in denen es keine Gemeinden oder Missionare gibt. Hörer finden durch die biblischen Botschaften Trost, Hoffnung und neue Kraft.
Dann denke ich an Geflüchtete, in Deutschland ebenso wie im Nahen Osten. Sie sind oft innerlich verletzt und von ihrer Religion enttäuscht. DMG-Missionare erzählen ihnen vom gnädigen, barmherzigen Gott, nach dem sie gesucht haben.
Eine riesige, weltweit kaum erreichte Gruppe bilden die Gehörlosen. Nur wenige Christen sind darauf vorbereitet, ihnen die gute Nachricht von Jesus in ihrer „Herzenssprache“ zu vermitteln. In Zentralasien setzt sich ein DMG-Ehepaar mit großer Leidenschaft für Gehörlose ein.
Du hast „neue Wege“ in der Mission angesprochen, „kreativ und lebensnah“. Wie könnte das aussehen, gibt es da schon erste Ideen?
MM: Wir sehen eine ganze Reihe spannender Entwicklungen. Ein großer Bereich ist die Diaspora-Arbeit hier in Deutschland. Immer mehr internationale Christen kommen zu uns und beginnen, unter ihren eigenen Landsleuten zu arbeiten. Sie sprechen die Sprache, kennen die gemeinsame Kultur – das schafft Vertrauen und öffnet Türen.
Ein weiteres Beispiel, ganz konkret: Missionare aus Kenia. Einige von ihnen stehen bereits im Bewerbungsprozess für diakonische Einrichtungen in Deutschland, vor allem im Pflegedienst. Dort leben sie ihren Glauben ganz natürlich im Berufsalltag. Gleichzeitig bringen sie mit ihrer lebensfrohen und mutigen Art frischen Wind in unsere Gemeinden.
Wir sehen aber auch, dass in viele Länder kaum noch Visa für Missionare vergeben werden. Für qualifizierte Fachkräfte hingegen sind die Türen weit offen. Deshalb suchen wir Menschen, die bereit sind, ihren Beruf im Ausland auszuüben und sich dort missionarisch einzubringen – immer in Zusammenarbeit mit lokalen Projekten und Gemeinden.
Dabei wird zunehmend Flexibilität wichtig sein. Die Zeiten, in denen man eine feste Stellenbeschreibung für fünf Jahre hatte, sind vorbei. Vieles ergibt sich heute vor Ort: neue Kontakte, Dienste oder offene Türen, mit denen keiner gerechnet hat. Wir brauchen Missionare, die sich flexibel und kreativ darauf einlassen können.
Und schließlich eröffnet die digitale Mission ganz neue Möglichkeiten. Online-Angebote können niedrigschwellig sein und gleichzeitig tiefgehendes Bibelstudium ermöglichen. So erreichen wir Menschen, die wir vor einigen Jahren noch gar nicht hätten ansprechen können, und sogar in Ländern, die für Missionare verschlossen sind.
Was kann ich als Einzelner tun? Wo kann ich mit anpacken, damit unerreichte Volksgruppen Gott begegnen?
MM: Ein paar zentrale Dinge haben wir schon genannt, zum Beispiel das Gebet. Wenn es nötig ist, wollen wir mutig wegweisende Entscheidungen treffen für die Zukunft der DMG. Bete mit uns um Weisheit, Klarheit und Einheit.
Du kannst aber auch durch dein Feedback teilhaben an diesem Prozess: Jeder Einzelne, der in seiner Gemeinde das Anliegen teilt, ist ein wichtiger Botschafter. Wir sind dankbar, wenn Unterstützer auch ihre Beobachtungen und Ideen mit uns teilen – sprich uns gerne an.
Auch Ermutigung für die Missionare und Mitarbeiter ist sehr wichtig. Sie investieren Zeit, Verantwortung und Expertise, damit Menschen zum ersten Mal Jesus begegnen. Durch Wertschätzung und Ermutigung werden sie in ihrem Dienst gestärkt.
Danke, wenn du selbst aktiv wirst in deinem Umfeld: Du kannst die Vision und Arbeit der DMG sichtbar machen in deiner Gemeinde, deinem Netzwerk und bei deinen Freunden. So trägst du dazu bei, dass wir uns alle gemeinsam fragen: Wie können „Unerreichte“ zu Kindern Gottes werden?
Monika Mench, DMG-Vorstand, Personalleiterin (Asien).
Monika Mench unterstützte sieben Jahre lang die Kirche in Benin im Bereich der Alphabetisierung, Bibelübersetzung und Gemeindegründung.
Seit 2003 ist sie im Heimatzentrum der DMG.
Als Vorstand Personal gehört sie heute zum Leitungsteam der DMG und begleitet Missionare und Mitarbeiter in Asien.
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