Das war das JuMi26
Menschen statt den Mond erreichen
Rund 300 junge Leute feierten am vergangenen Wochenende mit uns, dem LZA (Adelshofen) und OMF (Mücke), dass Jesus „überALL“ ist.
... Herr über ALLes?
Gott fragt nicht, ob wir alles richtig machen, sondern ob wir bereit sind, unser Herz auf ihn auszurichten. – Patrick Wolf (OMF)
Was hat christliche Missionsarbeit mit dem Weltall zu tun? Alles ist in Bewegung, dreht sich aber um ein gemeinsames Zentrum. Gleich zu Beginn der Veranstaltung thematisiert Josia von der Band „GraceToGlory“ die kreisförmige Anordnung der Stühle und sagt: „Wie ihr seht, stehen wir nicht auf der Bühne, sondern drumherum. Im Zentrum ist Platz für Jesus. Um ihn dreht sich alles.“ Tatsächlich erinnert die Gestaltung des Raumes mit bunten Sternen, Planeten und beleuchteten Raumkapseln an das Universum. Die Liedauswahl stellt Gott als Schöpfer in den Mittelpunkt: „Deine Größe erfüllt das ganze All.“
„Es kommt nicht darauf an, was ich kann, sondern ob ich der Berufung folge, die Gott für mich hat.“
René Reifel, Seemannsmissionar in Rotterdam
... von und nach überALL
Jesus ist unser Licht im Leben, wir wollen dieses Licht und seine Liebe an die Menschen in Deutschland weitergeben. – Bram (Missionar aus Kenia)
Christen vertrauen einem Gott, der das gesamte Universum geschaffen hat – und dem dennoch jeder einzelne Mensch wichtig ist. Dieser Glaube bildet die Grundlage für die Arbeit der beteiligten Organisationen: „Wir haben Interesse an den Menschen. Sie sollen Gottes Liebe durch uns kennenlernen“, erklärt Kilian Spieß, DMG-Missionar und Mentor für junge Leiter in Mittel- und Osteuropa. Das Beispiel seiner Eltern sei für ihn beeindruckend: „20 Jahre lang gute Freunde zu sein, war der Anstoß für ihre Nachbarn, eines Tages die Frage nach Gott zu stellen.“ Auch Patrick Wolf (OMF) wird in seiner Predigt am Samstagnachmittag persönlich. Er berichtet von Sucht und Schwächen und seiner jahrelangen Suche nach echtem Leben, die ihn durch 54 Länder führte. „Gott fragt nicht, ob wir alles richtig machen, sondern ob wir bereit sind, unser Herz auf ihn auszurichten. Das, worauf du deinen Fokus richtest, wird dein Leben prägen.“
So findet an diesem Wochenende beides zusammen: die Weite des Weltalls und die persönlichen Fragen des eigenen Lebens. Was ist meine Berufung? Wie kann ich meinen Alltag mit Gott gestalten? Wo ist mein Platz in der Welt? Rund 40 Jugendliche haben diese Fragen für das kommende Jahr bereits beantwortet. Ihr Weg führt sie jeweils in ein anderes Land, wo sie im Rahmen eines Freiwilligendienstes oder Kurzeinsatzes in Projekten mithelfen werden.
Im Programm schlüpfen sie in Raumanzüge und werden mit Applaus und Gebet in ihre „Missionen“ ausgesandt. Nach Südafrika, Thailand, Alaska, Frankreich und in verschiedene andere Regionen. Dabei gilt das Motto, das auf ihren „MISSIONASA“-Aufklebern zu lesen ist: „Nicht den Mond, sondern Menschen erreichen!“
Beim diesjährigen JuMi geht es nicht nur ums Senden, sondern auch ums Empfangen. Wie das Motto „ÜberALL“ bereits andeutet, findet Gottes Mission laut den Veranstaltern von überall nach überall statt. Deutschland ist schon lange eines der Länder, die Missionare aus aller Welt empfangen. Fünf junge Kenianer werden deshalb lautstark willkommen geheißen, als sie die Teilnehmer auf der Bühne zum Tanzen animieren. Die DMG unterstützt sie derzeit dabei, in Deutschland in ihren Ausbildungen und Arbeitsstellen Fuß zu fassen: „Jesus ist unser Licht im Leben, wir wollen dieses Licht und seine Liebe an die Menschen in Deutschland weitergeben.“ Ihre „Landung“ hier hat bereits vielversprechend begonnen. Sie werden in Kirchen, Schulen oder Altenheimen eingeladen, um unter dem Arbeitstitel „Come & Shine“ anderen von Jesus zu erzählen – und auch mit ihnen zu tanzen.
Immer wieder kommen im JuMi-Programm Missionare mit Geschichten aus dem Alltag zu Wort. Dabei wird klar, dass es sich nicht immer leicht oder sicher anfühlt, wenn man sich mit Jesus auf den Weg in die Welt macht. „Folge Jesus, auch wenn es menschlich zuerst gar keinen Sinn ergibt“, ermutigt Sarah Fischer aus Spanien die Jugendlichen. Sie hat erlebt, dass sich schwierige Beziehungen unerwartet verändern, wenn man das umsetzt, was Jesus vorgelebt hat: liebevoll auf Menschen zugehen. Weitere junge Erwachsene berichten in Workshops, wie sie Erfahrungen mit Mobbing oder Krankheit überwunden haben.
Und das auch mit der Hilfe von anderen: „Missionare brauchen Freunde“, bestätigt Paul Ngila: „Wenn wir neu in einem Land sind, dann brauchen wir Menschen, die uns begleiten. Einen Freund, der uns zeigt, wie Dinge in dem Land funktionieren, und sei es das Einkaufen im Supermarkt. Jemand, der uns etwas über die Kultur beibringt – Menschen, die mit uns auf dem Weg sind.“
Eine besondere Herausforderung mutet Siggi Waldmann vom Erlebnisgarten Adelshofen den Teilnehmern zu: In fünf Metern Höhe wartet eine Slackline zwischen den Bäumen auf die Jugendlichen. Wer dort oben balanciert, erlebt die Frage „Wo finde ich Halt?” in einer neuen Dimension. Auch die 360°-Bewegung im Astronautentrainer kommt gut an. Wem hierbei nicht schwindelig wird, der ist vermutlich fürs Weltall geeignet. Am Ende des ersten Event-Tages bleiben viele Teilnehmer noch bis in die Nacht im Gespräch. Hier treffen sich Ehemalige und aktive Kurzzeit-Missionare, neue Jugendliche in Vorbereitung, Interessenten und Jugendgruppen aus der Region. Wer Rat sucht oder Fragen hat, findet Mitarbeiter, die ein offenes Ohr haben. Beim „Sterne staunen“ ist außerdem ein offenes Auge gefragt: Ein Kosmos-Kenner hat am Rand des DMG-Geländes sein Teleskop aufgebaut und erklärt die Wunder der Schöpfung am Himmel. So wird ein Stern beim genaueren Betrachten zum Doppelstern. Am Mond werden plötzlich Bergspitzen sichtbar und einige der JuMi-Besucher sehen zum ersten Mal einen Kugelsternhaufen.
ALLes geben!
Wenn du Jesus dein Leben gibst, wirst du immer mehr bekommen, als du eingesetzt hast. – Ole Kratzat (LZA)
„People ask: Well, aren't you afraid of the spirits of this mountain? As a follower of Christ, I don't need to be afraid.“
Missionar Rod Ragsdale, über Paragleiten in der Elfenbeinküste
Ist Zuschauen aus sicherer Entfernung auch für die weltweite Missionsarbeit eine gute Option? Diese Frage stellt Ole Kratzat (LZA) in der letzten Session am Sonntagmorgen. Er plädiert für Präsenz statt Popcorn: „Die Jünger von Jesus hätten sich sicher gern wie im Kino hingesetzt, um ihm bei seinen Wundern zuzusehen. Aber er hat sie stattdessen mit eingebunden.“ Das bekannte Wunder der Speisung der 5000 bringt ihn zum Nachdenken: „Gebt ihr ihnen zu essen“ – mit dieser Aufforderung lockte Jesus seine Jünger aus der Reserve. Und erst, als sie aktiv wurden und sich beteiligten, begann das eigentliche Wunder. Ole fordert heraus: „Gottes Welt ist nicht geprägt von Mangel, sondern von Fülle. Wenn du Jesus dein Leben gibst, wirst du immer mehr bekommen, als du eingesetzt hast. Gib ihm alles: das Schwere und das Gute. Den Schmerz, die Freude, die Fehler und die Begabungen. Und gib ihm dein Bestes, nicht deine Reste! Wenn du für ihn aktiv bist, bist du nie allein, denn Jesus hat nicht einen Einzelnen, sondern uns alle gemeinsam beauftragt.“
Die Gemeinschaft in der Vielfalt steht spürbar über dem gesamten Wochenende: Mehrere Organisationen haben Kräfte gebündelt, um Jugendliche für weltweite Mission zu ermutigen. Das Programm enthält Elemente aus unterschiedlichen Sprachen und Kulturen. Nachdenkliche Stille und ausgelassene Freude wechseln sich ab. Jesus steht sowohl als persönlicher Freund, aber auch als weltweiter Retter im Fokus.
Es geht nicht zuerst um Projekte und Anstrengungen, sondern vor allem um das gemeinsame Staunen darüber, was Gott tut. Als Schöpfer des Universums, aber auch in und durch Menschen, die er weltweit in Bewegung setzt, vom Schüler bis zum Aktiv-Rentner. Patrick (OMF) nennt das GPS: das Godly Positioning System, das weltweit funktioniert - von überall nach überall.
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