Das machen wir gemeinsam

06.04.2014 16:28

Zur Arbeitsweise der DMG

Die DMG baut auf das Miteinander auf Augenhöhe unterschiedlicher Kulturen
Die DMG baut auf das Miteinander auf Augenhöhe unterschiedlicher Kulturen

Die Verbreitung der Frohen Botschaft ist Gottes Anliegen, seine weltweite Mission. Er ist der Handelnde, und er bezieht uns Menschen in sein kraftvolles Handeln in der Welt mit ein. Dass Gott uns an seinem Wirken beteiligt, macht das Wesen (1.Petr 2,9; Apg 1,8) und den Auftrag (Mt 28,18ff) der christlichen Gemeinde aus. Dabei hat Gott ganz besondere Verheißungen gegeben, wenn wir dies gemeinsam tun (Joh 17,21)

Berufen zur Gemeinschaft

Der allmächtige Gott hat uns Menschen als „soziale Wesen“ geschaffen, die Gemeinschaft suchen. Bereits Adam war im Paradies sich selbst nicht genug: Im vollkommenen Garten, von zahlreichen Tieren umgeben und in der innigen Gemeinschaft mit Gott, benötigte er dennoch eine Gefährtin, und Gott bestätigte: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist“ (1.Mo 2,18).

Im Alten Testament lebt Israel als Volk Gottes diese Gemeinschaft: Der Segen des einen Menschen kommt dem ganzen Volk zugute. Die Sünde eines Einzelnen schadet allen. Israel soll im „Wir“ leben, statt im „Ich“ und „Meine Familie“. Doch bereits damals brach das Streben nach Macht und Reichtum (Dynastie-bauen) immer wieder durch.

Jesus rief seine Jünger zuerst in die Gemeinschaft mit ihm und untereinander (koinonia: Leute, die miteinander teilen), bevor er sie in kleinen Teams aussandte und ihnen Verantwortung übertrug. So wie Jakobus und Johannes beim Fischefangen Gefährten und Teilhaber (koinonos) von Petrus waren, so sollten sie auch lernen, sich in der Aufgabe, allen Menschen von Jesus weiterzusagen, gegenseitig zu unterstützen und zu ergänzen.

Vom Götzendienst der westlichen Kultur

Unsere westliche Kultur hat sich leider von diesem Lebensprinzip gelöst und frönt dem Individualismus. Der Mensch möchte unabhängig sein, strebt nach Macht, Einfluss und Kontrolle, statt die Gemeinschaft als Segen und die Abhängigkeit von anderen als Bereicherung zu erfahren. Unser Schöpfer hat uns bewusst miteinander in einen gemeinsamen Lebensraum (Garten) hineingestellt, in dem mein Handeln selbstverständlich andere direkt betrifft. In Europa aber leben wir im „Ich“ und „Mein“, „Meine Rechte“ und „Meine Ansprüche“. Das ist der Götzendienst des Egoismus. Von dieser Sogwirkung sind auch unsere Gemeinden erfasst, und es bedarf besonderer Anstrengungen, um sich diesem Machtstreben entgegenzustellen.

Gemeinschaft in der Gemeinde

Die Gemeinschaft macht das Wesen der christlichen Gemeinde aus. Sie ist als ein „Leib“ berufen (1.Kor 12,12ff; Eph 4,15ff). Jeder Einzelne wird mit einem Körperteil verglichen, das Einzigartiges zum gesamten Organismus beiträgt und gleichzeitig Ergänzung durch andere Organe erfährt. Alle werden gebraucht, damit der Leib funktioniert. Der Geist Gottes stattet jedes Gemeindeglied mit einigen geistlichen Gaben aus, die jedoch der Ergänzung durch andere bedürfen (1.Kor 12). So sollen wir einander helfen, korrigieren, stärken und zum Guten herausfordern (Joh 13,14; Röm 15,5-14; Kol 3,13, 1.Thess 5,11; 1.Petr 4,10; 1.Petr 5,5).

Zusammenarbeit ist mühsam, lohnt sich aber

Zusammenarbeit erfordert Geduld von beiden Seiten
Teamwork ist effektiv

Fruchtbare Zusammenarbeit fällt uns nicht in den Schoß. Sie entspricht nicht unserer alten menschlichen Natur, sondern muss mühsam erarbeitet werden. Es erfordert Geduld, Demut, Barmherzigkeit, Vergebungsbereitschaft und sorgfältiges Hören aufeinander, um „den anderen höher zu achten als sich selbst“ (Phil 2,3).

Zusammenarbeit in der Mission

Auch hier ist Zusammenarbeit nicht einfach. Es können unterschiedliche Erkenntnisse und feste Vorstellungen aufeinanderprallen – doch ist es der von Gott gesetzte Weg, wie wir anderen zum Segen dienen. So ist Arbeitsteilung nicht nur ein pragmatischer Weg, sondern ein bewusster Glaubensschritt. Als DMG verstehen wir uns als eine große Gemeinschaft und wollen ganz bewusst mit anderen zusammenarbeiten – auch über Gemeindegrenzen hinweg und in Partnerschaft mit vielen Organisationen und Kirchen weltweit.

Partner der sendenden Gemeinde

Als DMG wollen wir Gemeinden in Deutschland beim Umsetzen ihres weltweiten Auftrags unterstützen. Wir sind überzeugt, dass der große Auftrag von Jesus der ganzen Gemeinde gilt, nicht in erster Linie Missionswerken oder Spezialisten. Jeder einzelne Christ soll an der Mission vor der Haustür und bis an die Enden der Erde beteiligt sein. Wir wollen Gemeinden helfen, ihre Mitarbeiter in einen kulturüberschreitenden Einsatz zu entsenden und im Dienst zu betreuen. Wir wollen das Bewusstsein für andere Länder und Kulturen und die weltweite Christenheit fördern, helfen Ressourcen zu entdecken und zu entwickeln und Kompetenz auszubauen.

Partner im Einsatzland

Das Prinzip der Zusammenarbeit gilt in gleicher Weise im Einsatzland. Dort arbeiten wir stets mit Partnerkirchen und -werken zusammen, in deren Teams unsere Mitarbeitenden integriert sind. Dies sind vor allem internationale Missions- und christliche Hilfswerke, sowie einige nationale Organisationen und einheimische Kirchen. Sie haben die Projektleitung und strategische Planung. DMG-Mitarbeiter sind unter ihrer Leitung tätig, erfahren Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung, können ihre Gaben einbringen und profitieren von der Erfahrung ihres Partnerwerkes.

Effektiver Umgang mit Ressourcen

So kann die Leitungs- und Betreuungsstruktur des Partners genutzt sowie auf ihren Erfahrungen und gewachsenen Beziehungen aufgebaut werden. Finanzen und Personal werden dadurch sparsam und effektiv eingesetzt, und Mitarbeiter können sich gegenseitig unterstützen. Weltweite Studien zeigen, dass kleine Teams und Organisationen viel Personalwechsel haben, da es einer Mindestgröße bedarf, um die erforderlichen Aufgaben abzudecken, damit ein Mitarbeiterteam effektiv arbeiten und Krisen gemeinsam bewältigen kann. Es ist wie bei einem Lagerfeuer, in dem die Glut eines brennenden Holzscheits die benachbarten erwärmt und so das Feuer am Brennen hält. Legt man ein Stück Holz beiseite, verlischt die Glut. In gleicher Weise brauchen wir einander, damit der Dienst an den Menschen effektiv geschehen kann. Darum arbeiten wir immer mit Partnern vor Ort zusammen.

Gemeinsam und indem die Menschen mit einbezogen werden erlangen Projekte Nachhaltigkeit
Gemeinsam und indem die Menschen mit einbezogen werden erlangen Projekte Nachhaltigkeit

Erfolg der Glaubensmissionen

Dass „Glaubensmissionen“ im 19. Jahrhundert so erfolgreich waren, lag mit daran, dass die wichtigen Entscheidungen vor Ort im Einsatzland und nicht weit entfernt in der Heimat getroffen wurden. Vor Ort kann man die Zweckmäßigkeit einer Entscheidung, ihre kulturelle Bedeutung und mögliche Alternativen besser und schneller erkennen. Heute ermöglichen die modernen Kommunikationstechniken (Telefon, E-Mail, Skype, SMS) zwar eine rasche Kommunikation, doch leben die Gesprächspartner in der Heimat doch in einer völlig anderen Welt und können sich nur begrenzt in die Situation im Einsatzland hineindenken. Darum vertraut die DMG dem Partnerwerk und Team vor Ort und arbeitet mit diesem eng zusammen. Wir beschränken uns auf die Unterstützung der Missionare und Projekte von Deutschland aus, auf Rat und kritische Rückfragen. Aber die Entscheidungen müssen vor Ort getroffen werden.

Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten

Diese Zusammenarbeit lebt von der unmittelbaren Begegnung und dem Vertrauen, den Partnern vor Ort auf Augenhöhe zu begegnen und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit immer wieder auszuloten. In den meisten Ländern hat die DMG mehrere Vertragspartner. In Spanien z.B. sind dies die Avant, ECM, EM, SEND, TEAM und Worldteam; auf den Philippinen Christar, SEND, SIM etc. Über unsere gegenwärtig 105 Vertragspartner stehen uns weltweit mehrere tausend Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung.

Mitglied zweier Organisationen

Die knapp 400 DMG-Mitarbeiter in 76 Ländern weltweit sind sowohl Mitglieder der DMG als auch ihres Partnerwerkes vor Ort. Alle Aufgaben im Heimatland werden durch die DMG abgedeckt, diejenigen im Einsatzland durch die Feldleitung des Partners. Es ist ähnlich wie bei großen internationalen Organisationen, die jeweils über Heimatbüros und Teamleitung im Einsatzland verfügen – in unserem Fall tragen lediglich Heimatbüro (DMG) und Feldleitung (Partnermission) verschiedene Namen. Es sind jedoch keine zusätzlichen Strukturen erforderlich. Damit ist dies die effektivste Weise, wie internationale Missionswerke Fachkräfte aus Deutschland erhalten können. Die Zugehörigkeit zu zwei Werken führt genauso wenig zu Identitätsproblemen wie in einer Großfamilie: Die Verwandtschaft meiner Mutter hat eine andere Familienkultur und trägt einen anderen Namen als die meines Vaters, und doch gehöre ich zu beiden.

Unterschiedliche Bedürfnisse und Begabungen

Jede Partnerorganisation hat besondere Wesenszüge und Stärken: Einige arbeiten eng mit lokalen Gemeinden zusammen, andere mehr übergemeindlich in der Schulungs- oder Medienarbeit; einige arbeiten in engen Mitarbeiterteams, andere geben dem einzelnen große Freiheit; ein Werk hat theologische Besonderheiten, ein anderes arbeitet mit einem bestimmten Gemeindeverband zusammen.

So können DMG-Mitarbeiter im Ausland aus einer Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten diejenige auswählen, die genau zu ihrer Berufung, Gaben und Erfahrungen, Persönlichkeitstyp, Bedürfnissen und Wünschen sowie zu Gottes Geschichte mit ihnen am besten passt.

Auch bei Jahreseinsätzen bauen wir auf Teams
Auch bei Jahreseinsätzen bauen wir auf Teams

Internationale Teams

Auf diese Weise arbeiten unsere Missionare normalerweise in einem internationalen Team mit Kollegen von verschiedenen Nationalitäten zusammen. Sie erleben die Ergänzung durch ihre Kollegen, und jeder darf den anderen mit seinen Gaben und Fähigkeiten beschenken. Die Vielfalt an Persönlichkeiten und Kulturen ist von Gott gewollt und ein Ausdruck seiner Größe. Jede Nationalität hat ihre besonderen Stärken und darf so andere ergänzen. Internationale Zusammenarbeit erfordert jedoch Demut, Vergebungsbereitschaft, Barmherzigkeit und Offenheit, damit die Andersartigkeit des Teamkollegen nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung erfahren wird.

Förderung der Zusammenarbeit

In einem Einsatzland gehören DMG-Mitarbeiter möglicherweise zu verschiedenen Partnerorganisationen und tragen dadurch ganz automatisch zur gegenseitigen Wahrnehmung und stärkeren Zusammenarbeit von Werken und Kirchen vor Ort bei. So können die vorhandenen personellen, finanziellen und technischen Ressourcen optimal genutzt werden, und es entstehen Synergien. Diese Arbeitsteilung und wachsende Kooperation ist eines der Kennzeichen moderner Missionsarbeit.

Dr. Detlef Blöcher, Direktor der DMG
Dr. Detlef Blöcher

Als DMG erhalten wir immer wieder Anfragen von jungen Missionswerken aus dem Süden, die unsere Arbeitsweise übernehmen möchten und ihre Missionare ebenfalls in Zusammenarbeit mit Partnern im Einsatzland entsenden wollen – und auch manche Organisation in Deutschland übernimmt unsere Arbeitsweise. So dürfen unsere Erfahrungen zum Vorbild für andere Werke werden.

Dr. Detlef Blöcher,
Direktor der DMG

 

 

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