Mitarbeiter entsenden – gar nicht so einfach

03.04.2014 12:16
Aussendung von Missionarin Angelika Maader in einer Gemeinde
Aussendung von Missionarin Angelika Maader in einer Gemeinde

Mission entspringt dem Wesen Gottes. Doch er führt den Auftrag, alle Menschen zu erreichen, nicht allein aus. Er will seine Gemeinde beteiligen. Das macht ihre Berufung aus: Christen gesandt in die Welt (Eph 3,9f; 1.Petr 2,9).

Wozu ist dann aber ein Missionswerk nötig? Kann der Auftrag nicht durch die sendende Gemeinde alleine effektiv, kostengünstig und persönlicher wahrgenommen werden (Apg 13,1f)? „Haben sich Missionswerke gar ein eigenes Arbeitsfeld geschaffen und die Gemeinden aus dem Missionsauftrag verdrängt?“, so fragen heute manche.

Es war schon immer schwer

Missionarin Toni Stenger (Kongo) bei einem Missionsfest auf dem Buchenauerhof
Missionare fröhlich ziehen lassen

Ein Blick ins Neue Testament zeigt jedoch, dass sich bereits zu biblischen Zeiten Gemeinden schwergetan haben, Mitarbeiter über Kulturgrenzen hinweg zu senden und in der Arbeit zu begleiten. Die erste Gemeinde in Jerusalem war so sehr mit sich selbst und ihrer eigenen Stadt beschäftigt, dass ihr der Blick für die unerreichten Völker fehlte (Apg 6,1; 9,26; 11,1–18). Gott musste erst Verfolgung schicken, damit sie aus der Stadt herauskamen und die Frohe Botschaft auch in andere Orte getragen haben (Apg 8,1–4). Noch viele Jahre später hatten sie große Mühe, wenn sich Menschen aus anderen Kulturen für Jesus interessiert haben (Apg 15, 8–10; Gal 2,11f). Auch der ersten Gemeinde in Antiochia scheint es schwergefallen zu sein, ihre besten Mitarbeiter „ziehen zu lassen“. Das hier verwendete Wort „apolyo“ bedeutet eigentlich „losbinden“, „freigeben“ und wird sonst für das Freisetzen von Gefangenen (Mt 18,27; 27,15) oder eine Ehescheidung (Mt 5,32) gebraucht. 

Das biblische Wort für „senden“ bedeutet eine schmerzvolle Trennung, nicht aber das fröhliche Ereignis der bewussten Aussendung von Missionaren

Darum fordert der Geist Gottes die Gemeinde in Antiochia auch lediglich auf, Barnabas und Saulus „auszusondern“ – „aforizo“. Dieses Wort bedeutet „scheiden“, „trennen“ (Mt 13,49; Mt 25,32), „aus einer Gemeinschaft ausschließen“ (Lk 6,22), „absondern“ (Apg 19,9; 2.Kor 6,17; Gal 2,12). Es bezeichnet die Trennung von wesensmäßig Verschiedenem.

Im ganzen Neuen Testament ist uns nur ein einziges Beispiel bekannt, in dem „aussenden“ von Missionaren auf eine Gemeinde bezogen ist, nämlich die Reise von Petrus und Johannes nach Samaria (Apg 8,14). Sie sollten dort nach dem Rechten sehen, nachdem durch die Arbeit des Philippus eine Erweckung ausgebrochen war und die Apostel schon das Schlimmste befürchteten. Anlass waren folglich nicht das Interesse an Bekehrungen, sondern Angst und Sorge, es könne sich eine Irrlehre ausbreiten. In allen anderen Fällen wird stets Gott bzw. der Heilige Geist als der Sendende bezeichnet, so auch in Apg 13,4: „Als sie aber ausgesandt waren durch den Heiligen Geist ...“

Es ist interessant, wie schwer sich schon Gemeinden in biblischen Zeiten damit getan haben, ihre Mitarbeiter über Kulturgrenzen hinaus zu senden. Und das obwohl die Missionsbewegung der Apostelgeschichte sich zunächst auf das Römische Reich beschränkte und auf Juden im Exil konzentrierte, so dass weder Fremdsprachenkenntnisse, kulturüberschreitende Kommunikation, Visabestimmungen noch internationaler Zahlungsverkehr zu beachten waren.

Gemeinsame Entscheidungen

Die grundlegenden missiologischen Weichenstellungen allerdings wurden weder vom Team noch von der Heimatgemeinde in Antiochia getroffen, sondern bewusst an die Muttergemeinde in Jerusalem bzw. die weltweite Synode (Apostelkonzil) delegiert (Apg 15,22–29). Nur gemeinsam konnten Grundsatzentscheidungen getroffen werden.

Mehr als eine sendende Gemeinde

Weitere Gemeinden haben sich hinter den Apostel Paulus gestellt: „Keine Gemeinde hat mit mir solche Gemeinschaft gehabt im Geben und Nehmen als ihr allein“ (Phil 4,15). Paulus erbat sogar von der ihm noch unbekannten Gemeinde in Rom Unterstützung für die geplanten Missionseinsätze in Spanien (Röm 15,22–24). Zudem fühlte sich Paulus der Gemeinde in Jerusalem verpflichtet (Apg 21,15f; Gal 2,2+9). Viele wollten und sollten am Dienst des Paulus beteiligt sein. Darum hat Gott eine sorgfältige Arbeitsteilung zwischen Missionarsteam und Heimatgemeinde vorgesehen.

Ein Hilfsinstrument für die Gemeinde

... und bestaunen sie unser romantisches Schlösschen Buchenauerhof
Kommen Sie uns besuchen

Als christliches Werk möchten wir bewusst den örtlichen Gemeinden dienen und ihnen bei der Ausführung ihres Missionsauftrags helfen: durch Motivation zur Mission, biblische Lehre, spezifische Schulung, Informationen über andere Länder und unerreichte Völker, Verbindungen zu internationalen Missionsgesellschaften, Kontakte zu Kirchen in den Einsatzländern und überregionalen Organisationen, persönliche Beratung von Interessenten, Ausbildung von jungen Mitarbeitern, Anstellung, Sozialversicherung, Arbeitsrecht, internationalen Zahlungsverkehr, bei der Betreuung und Ermutigung von Missionaren ... In all diesen Bereichen wollen wir Gemeinden Hilfestellung geben und ihr verlängerter Arm sein, was auch in der gemeinsamen Aussendung der Mitarbeiter zum Ausdruck kommt. Gerne kommen wir in Ihre Gemeinde zum offenen Gespräch, Erfahrungsaustausch, zur Beratung, einem Seminar, Gemeindeabend oder Missionstag. Und ganz herzlich laden wir Sie in unser Heimatzentrum, den Buchenauerhof, ein, zu unseren Veranstaltungen, für einen Gemeindeausflug mit buntem Programm oder auch zum persönlichen Gespräch.

Ein großer Auftrag

Den gewaltigen Auftrag von Jesus aus Matthäus 28, allen Menschen seine Botschaft weiterzugeben, können wir nur gemeinsam tun. Er erfordert das Zusammenwirken aller von Gott zur Verfügung gestellten Kräfte: „Und es wird verkündigt werden dies Evangelium in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker“ (Mt 24,14). Noch warten Tausende von Völkern und Milliarden von Menschen auf die Frohe Botschaft. Wer unbeteiligt zuschaut, disqualifiziert sich als Nachfolger von Jesus.

Dr. Detlef Blöcher, Direktor der DMG
Dr. Detlef Blöcher

Gemeinde und Mission gehören zusammen wie zwei Seiten einer Münze. Miteinander sind wir herausgefordert, das Evangelium und Gottes Liebe weiterzutragen, damit Menschen aus allen Völkern, Sprachen und Stämmen Gott loben und ihn anbeten (Apg 2,7–11; Offb 5,9) – jetzt und in Ewigkeit. Gerne beraten wir Sie und Ihre Gemeinde, wie das im Alltag aussehen kann, wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen ...

Dr. Detlef Blöcher,
Direktor der DMG

 

 

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