Die Gemeinde

07.04.2014 11:36

Der Schlüssel zu Gottes weltweitem Handeln

Die Ev. Gemeinde in Aalst, Belgien
Die Ev. Gemeinde in Aalst, Belgien

Jesus hält den Schlüssel zu Gottes weltweitem Handeln in seiner Hand. Durch seinen Tod und die Auferstehung ist es möglich, dass Menschen aller Nationen gerettet werden. Jesus selbst ist es, der seine Gemeinde baut und ans Ziel bringt. Er sorgt dafür, dass alle Völker, Stämme und Sprachen das Evangelium gehört haben werden, bevor er wiederkommt (Matth 24,14). Doch diesen Auftrag führt er nicht allein aus. Er setzt keine Spezialisten dafür ein. Der Auftrag gilt allen Nachfolgern, seiner ganzen Gemeinde (Apg 1,8). Jeder Christ kann dazu beitragen. Unser normaler (Gemeinde-) Alltag erhält so weltweite Auswirkungen. Mehr als zwei Milliarden Menschen haben noch nie von Jesus gehört. Rund 3.000 dringende Bitten um neue Mitarbeiter liegen uns als DMG vonseiten unserer internationalen Partnerwerke und Kirchen in den Einsatzländern vor. Rund um den Globus werden weitere Mitarbeiter benötigt. Wo sollen all diese herkommen?

Die „Geburt“ von Botschaftern der Liebe Gottes

Sie fallen nicht vom Himmel, sie wachsen in christlichen Gemeinden heran. Biblische Gemeindearbeit hat deshalb immer auch direkte Auswirkungen auf den weltweiten Dienst. Missionar kann nur werden, wer erkannt hat, dass Jesus Christus für ihn gestorben ist, ihm seine Lebensschuld bekennt, die Vergebung der Sünden in Anspruch nimmt und Jesus die Herrschaft über alle seine Lebensbereiche gibt. Das muss in der Gemeinde verkündigt werden. Dazu muss echte Hilfestellung gegeben werden. Gemeinden, denen wichtig ist, dass Menschen (von Kindern bis zu Senioren) eine persönliche Beziehung zu Jesus bekommen, werden dies in der Verkündigung, den Gebeten und Aktivitäten ausdrücken. Solchen Gemeinden ist wichtig, dass immer wieder neue Menschen gerettet werden und zum lebendigen Glauben an Jesus Christus finden.

Es ist Auftrag der Gemeinde, das Evangelium an die Enden der Erde zu tragen
Es ist Auftrag der Gemeinde, das Evangelium an die Enden der Erde zu tragen

Die Ausbildung und erste Schritte

Die Ausbildung von Botschaftern der Liebe Gottes beginnt nicht am Tag des Eintritts in die theologische Ausbildungsstätte oder ein Missionswerk. Sie beginnt mit der Hinwendung zu Jesus und dem verbindlichen Engagement in einer Gemeinde! Gibt es ein besseres Trainingsfeld als die eigene Gemeinde? Hier sollte jeder neue Christ die Bibel als Gottes zuverlässiges Wort kennen und lieben lernen. Hier kann er durch Mitarbeit bei verschiedenen Aufgaben lernen, wo die persönlichen Begabungen und Grenzen liegen. Zusammen mit anderen übt er, das Evangelium auf liebevolle Weise relevant und verständlich weiterzugeben. Gleichzeitig kann er lernen, sich in ein Team einzuordnen und Verantwortung zu übernehmen, mit anderen auszukommen und zusammenzuarbeiten – auch mit Menschen, die er sich nicht selbst ausgesucht hätte. Im kulturüberschreitenden Dienst und im Team mit Kollegen aus anderen Ländern werden genau diese Eigenschaften dringend benötigt – wichtige Voraussetzungen für den internationalen Einsatz.
Jeder Christ, der sich in seiner Gemeinde für andere einsetzt, kann also entscheidend an der Vorbereitung und Ausbildung künftiger internationaler Mitarbeiter mitwirken, selbst wenn er seinen Heimatort nicht verlässt. Ist uns das im Alltag bewusst? Das Kind, das uns in der Kinderstunde anvertraut ist, der Jugendliche aus unserem Jugendkreis, das gemeinsame Bibellesen mit jemandem, der neu zu Jesus gefunden hat, und der Einsatz in verschiedenen Gemeindeteams – wer weiß, welche Grundlagen gerade hier gelegt werden, und wie Gott diese Person später einmal für besondere Aufgaben gebrauchen wird!

Berufung und Sendung

Auch Berufung ist nicht in erster Linie Privatsache des potentiellen Missionars und seine Sendung nicht zuerst Sache des Missionswerks: Beides gehört in die örtliche Gemeinde! Je mehr sie ihren Gesamtauftrag sieht, vor Ort und weltweit Gemeinde mitzubauen, desto mehr wird es ihr wichtig, in Lehre und Praxis einen globalen Blick zu fördern. Die Sendung von Christen in die Welt soll also aktiver, natürlicher Bestandteil des Gemeindelebens werden in Verkündigung, evangelistischem Einsatz, durch Freundschaft mit internationalen Gästen, durch Information, Gebet und im Einladen von Missionaren. Wenn in einer Gemeinde deutlich wird, dass jeder, der sich retten ließ, ganz Jesus gehört, und dass Christus entscheidet, wo er lebt und was er tut; wenn klar ist, dass Mission fester Bestandteil und Aufgabe der Gemeinde ist, dann können immer mehr Gemeindeglieder an der Verkündigung des Evangeliums vor Ort und weltweit engagiert mitarbeiten. Sie werden sich auch vermehrt am Beten und Geben beteiligen ...
Und Gott wird in der Gemeinde den Wunsch wachsen lassen, dass auch bewährte und befähigte Mitarbeiter aus ihrer Mitte in andere Länder und Kulturen gehen. Dabei kann Gott auch den Verantwortlichen und Mitarbeitern der Gemeinde deutlich machen, wer das sein könnte. Und die, die gehen möchten, stehen dann mit ihren Fragen nicht allein da. Sie finden in der Gemeinde Rat, Hilfe, Korrektur und Begleitung. In einem englischen „Handbuch für Gemeinde und Mission“ heißt es:
 
 

Ein Einzelner kann seine Bereitschaft zu gehen zum Ausdruck bringen. Andere werden über seine Fähigkeit entscheiden. Der Einzelne mag frei sein zu gehen, aber nur seine Gemeinde weiß, ob er der Richtige ist.

Das weist auf die große Verantwortung der Gemeinde hin. Es ist wichtig, dass sich ihre verantwortlichen Mitarbeiter über die Welt, die Anforderungen für einen internationalen Einsatz, Ausbildungsmöglichkeiten und Fragen der persönlichen Begleitung informieren. Dann finden diejenigen, die sich fragen, ob sie sich senden lassen sollten, schon in der eigenen Gemeinde kompetente Hilfe und Betreuung. Eines ist klar: Jesus beruft immer nur solche, die ihm schon dienen (Apg 13,2). Dieser Dienst findet im Rahmen der Gemeinde statt. Die gesandten Mitarbeiter bleiben stets Teil der Gemeinde. Sie nehmen ihren Dienst in einer anderen Kultur als Gesandte der Gemeinde und in Verantwortung ihr gegenüber wahr.

Den Auftrag von Jesus auszuführen, ist nicht einfach
Den Auftrag von Jesus auszuführen, ist nicht einfach

Begleitung im Einsatz

Diese Verbundenheit drückt sich auch durch kleine Zeichen der Liebe aus: Ein kurzer Brief, eine E-Mail, ein Gruß in Facebook, die Zusendung der Gemeindenachrichten, eine MP3 der Predigt vom vergangenen Sonntag, ein kurzes Video, in dem Gemeindeglieder den internationalen Mitarbeiter grüßen und am (Gemeinde-) Alltag teilnehmen lassen, eine Bastelarbeit der Kindergruppe, das Foto der Jungschar ... Solche Zeichen der Ermutigung können große Wirkung haben. Vielleicht erreichen sie den internationalen Mitarbeiter in einem Moment, in dem er Ermutigung besonders braucht. Zeigen wir ihr/ihm, dass er nicht vergessen ist. Wie schön, wenn diese Zeichen nicht mit der Entfernung von zu Hause und der Zeitspanne seit dem letzten Heimataufenthalt weniger werden. Dazu sollte natürlich auch der internationale Mitarbeiter selbst beitragen, etwa durch Gebet für seine Heimatgemeinde, persönliche Berichte, ein Kurzvideo oder ein paar Digitalbilder. Damit kann auch er die Gemeinde ermutigen und herausfordern. Ob jemand in Krisenzeiten seinem Einsatzort in der Ferne standhält, hängt auch damit zusammen, ob schon vor seiner Sendung ein transparentes, seelsorgerliches Verhältnis zwischen seiner Gemeinde und ihm aufgebaut wurde. Dann kann er vom Einsatzort offen von seinen Fragen, Zweifeln, Nöten, Kämpfen und Niederlagen schreiben und im Heimatdienst darüber berichten, ohne befürchten zu müssen, dass seine Gemeinde ihn enttäuscht fallen lässt.

Außendienstmitarbeiter der Gemeinde

Der Missionar ist letztlich ein Außendienstmitarbeiter seiner Gemeinde
Von der Gemeinde gesandt

Wie ermutigend, wenn ein internationaler Mitarbeiter schon vor dem Heimataufenthalt spürt: „Meine Gemeinde erwartet mich und freut sich auf mich.“ Vielleicht hat sie sogar eine Wohnung für diese Zeit gefunden. Wie befreiend, wenn er erlebt, dass sein Wert nicht an Erfolgsberichten gemessen wird. Sein Dienst ist ja der Außendienst der Gemeinde in einem anderen Land, einer anderen Kultur. Seine Freude ist die der Gemeinde, aber auch seine Nöte und Enttäuschungen. So kann die Zeit im Heimataufenthalt eine Ermutigung zur erneuten Ausreise sein: „Ich gehe neu gestärkt (durch die Zeit in der Gemeinde, die Erholung, Seelsorge und Weiterbildung) stellvertretend für meine Gemeinde in mein Einsatzland.“ Und schließlich hat der Gemeindealltag in der Heimat auch Einfluss auf den Gemeindebau im Einsatzland. Denn: Wie die Mitarbeiter ihren Dienst im Einsatzland tun, wie sie Menschen, denen sie dienen wollen, begegnen, und wie sie vor Ort Gemeinde bauen, hängt entscheidend von der Prägung in ihrer Heimatgemeinde ab. Nur was wir selbst empfangen, können wir auch an andere weitergeben (2Tim 2,2).

Wir sind gefragt

Manches, was hier angedeutet wurde, scheint herausfordernd für unseren Gemeindealltag. Doch wer kein Ziel hat, kann es nicht erreichen. Warum nicht bei mir selbst anfangen? Bin ich fest in einer lebendigen Gemeinde verankert? Bringe ich mich mit meinen Begabungen ein? Helfe ich, dass meine Gemeinde einen weltweiten Horizont bekommt? Bete ich darum? Habe ich Jesus im Gebet schon meine Bereitschaft signalisiert, andere mit auszusenden oder selbst gesandt zu werden? Haben wir als Gemeinde den Wunsch, dass Gottes Wirken in der Welt bei uns nicht mehr Randthema, sondern Kernkompetenz wird? Dass sie nicht exotische Beigabe im Jahresprogramm ist, sondern natürliches Anliegen von immer mehr Gemeindegliedern? Ist es uns als Leitungskreis der Gemeinde wichtig, jungen Menschen zu helfen, ihre Berufung zu erkennen und zu leben? Wünschen wir, dass jeder Kreis der Gemeinde neu seine Bedeutung für die lokale Arbeit und Weltverantwortung erkennt und dadurch auch neu motiviert und herausgefordert wird?

Stephano Carlomagno ist DMG-Mitarbeiter in Süditalien und baut dort eine Gemeinde auf
Warum nicht bei mir selbst anfangen ...

Unsere Mission als DMG

Die DMG ist mit knapp 400 Mitarbeitern in 76 Ländern weltweit in sozialen und kirchlichen Projekten und Aufgaben aktiv. In den Einsatzländern arbeitet die DMG mit rund 100 internationalen Organisationen und Kirchen vor Ort zusammen, in deren Teams die Missionare tätig sind. 1951 gegründet, blickt das Werk auf langjährige Erfahrung in interkulturellem Lernen und internationalen Einsätzen zurück. Es setzt sich ein für eine nachhaltige Entwicklung von Mensch, Ressourcen und Natur. Die DMG arbeitet auf der theologischen Basis der Deutschen Evangelischen Allianz und ist Mitglied der AEM (Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen).

Die DMG hilft konkret. Straßenkinder und Aidswaisen erhalten ein Zuhause. Kliniken werden eingerichtet, Kranke medizinisch und seelsorgerlich betreut, Behinderte und Gehörlose erhalten eine Ausbildung. Menschen in entlegenen Regionen profitieren von Dorfgesundheitshelfern. Flüchtlingen und Immigranten wird geholfen. Kinder und Jugendliche in Armenvierteln erhalten schulische und berufliche Ausbildung. Abgelegene Dörfer bekommen Energieversorgung, Trockengebiete Brunnen, in Hungerregionen wird Nahrung und Saatgut verteilt. Und vieles mehr. Auf vielfältige Weise wollen die Mitarbeiter/innen Gottes Liebe mit Menschen in Not teilen.

Unsere Mitarbeiter wollen das Evangelium in Wort und Tat leben. Gott hat unser Leben reich gemacht. Diesen Reichtum wollen wir mit anderen teilen. Wir sehen uns von Gott in unseren Dienst berufen und wollen Gott mit unserem ganzen Leben ehren. Als Botschafter der Nächstenliebe helfen wir Menschen ganzheitlich.

Gerald Häde, DMG-Personalleiter Europa
Gerald Häde

Wir möchten Ihnen dabei helfen. Gerne kommen wir in Ihre Gemeinde zum Gespräch mit dem Leitungskreis, für Seminare oder einen Bericht aus der weltweiten Arbeit. Damit viele erkennen: „Ja, der ganz normale Gemeindealltag kann tatsächlich dazu beitragen, dass unsere Sendung in die Welt gefördert wird, neue Mitarbeiter geprägt, ausgesandt und begleitet und christliche Gemeinden weltweit gebaut werden. Das möchten wir neu als Gemeinde entdecken. Dadurch werden wir selbst am meisten beschenkt, ermutigt und motiviert.“ Ja, die Gemeinde ist der Schlüssel zu Gottes weltweitem Handeln!

Gerald Häde,
DMG-Personalleiter Europa

 

 

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