Gebet – Gott hört deinen Notruf!

„Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe mich zu Hilfe! Ich will dich retten, und du sollst mich preisen“ (Gott in Psalm 50,15).

Theo Volland ist Redakteur der DMG und für die Pressearbeit zuständig
DMG-Redakteur Theo Volland

Von DMG-Redakteur Theo Volland

Unsere Tochter Jule machte als sie sieben Jahre alt war eine ganz besondere Erfahrung. Sie erlebte zum ersten Mal bewusst mit, wie Gott Gebet erhört. Am Spielplatz stand Jule alleine oben auf einem Podest, unter ihr der Sandkasten. Das kleine Mädchen überlegte: „Springe ich jetzt, oder springe ich nicht?“ Jule traute sich nicht, da beschloss sie: „Vielleicht hilft es, wenn ich mal dafür bete?“ Sie setzte sich hin, faltete die Hände und sagte: „Bitte Herr Jesus, mache dass ich mich zu springen traue. Amen!“ Daraufhin öffnete sie die Augen, stand auf – und sprang! Kurz darauf rannte mir Jule freudestrahlend in die Arme und rief, dass alle auf dem Spielplatz es hörten: „Papi, Papi, Jesus hat mein Gebet erhört!“

Gott will wirklich helfen!
Gottes Größe wird gerade in solchen scheinbaren Nebensächlichkeiten deutlich. Gott, dem Schöpfer des Weltalls, ist es nicht zuviel, sich um die kleinen Wünsche eines siebenjährigen Mädchens zu kümmern! Wieviel mehr können wir ihm unsere substanziellen Bedürfnisse anvertrauen: unsere Familie, Gesundheit, Beruf, Gemeinde, Mission und die Zukunft unseres ganzen Landes! Gott will helfen! Er möchte auf unser Bitten antworten, das macht Psalm 50,15 deutlich! Gott ist wirklich da für uns, jederzeit zum Gespräch bereit. Darum nennen manche Psalm 50,15 auch bildhaft die „Telefonnummer Gottes“ – eine, die es sich zu merken lohnt. Auch im hypermodernen Deutschland bietet kein Handy-Service weit und breit eine kostenlose Standleitung, noch dazu eine, die wirklich hilft! Das gibt es nur bei Psalm 50,15. Wie großartig und einzigartig ist seine Zusage. Da kann es schon verwundern, wie selten wir uns bei Gott melden.

Betendes Kind in Kenia
Betendes Kind in Kenia

Er ist immer für uns da
Die Bibel sagt in Psalm 121,4: Gott, dein Beschützer, „schläft und schlummert nicht.“ Unser himmlischer Vater rechnet damit, dass wir ihn Tag und Nacht brauchen! Seine Tür steht immer offen. Wir haben ein „rotes Telefon“ zum Chef des Universums! Wenn wir Gott anrufen, wimmelt uns keine Computerstimme ab, es meldet sich kein Anrufbeantworter. Gott selbst antwortet auf unser Rufen – höchstpersönlich! Er macht unsere Anliegen zur Chef-Sache! Uns zu helfen ist wesentlich für ihn. Unsere früheren Missionare Hans und Martina Schuhwerk haben das erlebt:

Es war Regenzeit. Im entlegenen Hochland von Papua Neuguinea benötigten sie dringend Gummistiefel für ihre Kinder. Doch wo sollten sie die herbekommen. Man kann dort nicht einfach in den nächsten Laden gehen und welche kaufen. Also, was tun? Klar: Beten! Kurz darauf kamen Freunde auf sie zu und sagten, dass sie gerade die Gummistiefel ihrer Kinder ausrangieren, ob Schuhwerks Interesse hätten? Dankbar und staunend über Gottes Hilfe nahmen sie die Stiefel entgegen.

Es entspricht seinem Wesen
Wer Bibel liest, merkt bald: Es entspricht Gottes Wesen, auf solche Weise zu helfen. Das sagt uns schon sein Name im Alten Testament: „Ich bin, der ich bin!“ Ins heutige Deutsch übersetzt heißt dies ganz schlicht: „Ich bin für dich da!“

Ein anderes Beispiel: Unser Sohn Jonathan ist eigentlich ein braver Bursche, aber vor ein paar Jahren hat er mal etwas angestellt. Mit Schwung pfefferte er die Brille eines Missionarskindes in ein Gebüsch. Die Eltern waren natürlich nicht begeistert und wollten das wertvolle Stück wieder haben. Also machten wir uns auf die Suche. Hilflos stand ich vor einem großen Heckenriegel – überall Äste, Dickicht – und suchte eine kleine Kinderbrille, deren Gestell grün war – hoffnungslos! Eine dreiviertel Stunde kroch ich durchs Unterholz. Als ich gerade aufgeben wollte, fiel mir Psalm 50,15 ein. Mitten in der Hecke ging ich in die Knie, faltete die Hände und betete: „Jesus, bitte ... du bist doch unser Freund und weißt, wo diese Brille ist ...“
Als ich die Augen wieder öffnete, staunte ich nicht schlecht: Auf dem Ast direkt vor mir hing die kleine grüne Brille, als hätte Jesus sie extra für mich dorthin gehängt. Sein Eingreifen hat mich tief berührt. Staunend und dankbar überlegte ich, weshalb ich nicht gleich zu Beginn meiner Suche gebetet hatte? Wir wissen doch als Christen, dass Gott uns zur Seite steht, oder nicht?!

Gott hält seine Versprechen
Gott gibt uns in der Bibel überaus viele Verheißungen fürs Gebet. Psalm 62,9: „Ihr Menschen, vertraut ihm jederzeit, schüttet euer Herz bei ihm aus!“ Philipper 4,6: „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft Gott um alles bitten. Sagt ihm, was euch fehlt!“ Jakobus 5,16: „Denn das Gebet eines Menschen, der unbeirrt glaubt, hat große Kraft.“ 1. Tim. 2,1: „Sorge vor allem und zuerst dafür, dass die Gemeinde nicht aufhört zu beten. Betet für alle Menschen auf dieser Welt und dankt Gott.“ 1. Thess. 5,17: „Hört niemals auf zu beten.“ Die zahlreichen Aufforderungen zum Gebet münden ein in das große Versprechen des Gottessohnes Jesus Christus an seine Jünger (Matthäus 21,22): „Alles, was ihr bittet im Gebet, wenn ihr glaubt, werdet ihr es empfangen!“
Was für eine Zusicherung: Alles, was wir benötigen ... Wenn wir es glaubend vor ihn bringen, möchte er uns beschenken! Daran wird deutlich: Wer für Gebet keine Zeit hat, der vergeudet die beste Zeit. Wie leicht fällt das Gebet auch bei engagierten Christen unter den Tisch. Wenn Aufgaben drängen, spart man zuerst am Gebet. Dabei ist ein Christ ohne Gebet wie ein Autofahrer, der vor einer langen Reise aufs Tanken verzichtet! Wie viele Kilometer kommt ein Auto ohne Sprit? Wie weit kommt ein Christ, eine Gemeinde, eine Mission ohne Gebet? Beten ist nie unnötig. Für echtes Beten gibt es kein Zuviel.

Gefängnis in der Elfenbeinküste
Gebet öffnet Gefängnistüren ...


Gebet öffnet Gefängnistüren

Einmal hat Gott mir ein besonderes Erlebnis geschenkt: Horst, einem unserem Missionare in Ecuador, ist damals etwas Furchtbares passiert. Er war auf dem Heimweg von seiner Arbeit. Auf der achtspurigen Schnellstraße lief ihm unvermittelt eine ältere Frau vor den Wagen. Trotz Hupen, Vollbremsung und Ausweichmanöver erfasste er sie. Gott sei Dank erlitt die Frau nur Prellungen und eine gebrochene Hand. Horst fuhr sofort mit ihr in die Klinik, wo sie behandelt wurde.
Dorthin kam auch die Polizei und führte Horst als Fahrer ab. Er musste ins Gefängnis. „In Ecuador ist das bei allen Unfällen mit Personenschäden der Fall“, schrieb er, „der Autofahrer gilt immer als schuldig“. Nun darf man sich ein Gefängnis dort nicht so vorstellen wie in Europa ... Mehrere Tage verbrachte Horst unschuldig hinter Gittern. Bei einer Gebetsversammlung in unserer Heimatzentrale Buchenauerhof erzählte jemand, dass er am nächsten Tag Geburtstag habe. Ich war tief berührt. „Das kann so nicht Gottes Wille sein“, dachte ich, stand spontan auf und betete: „Vater, du weißt, dass Horst morgen Geburtstag hat, im Namen von Jesus bitten wir dich, dass er frei kommt ...“
Menschlich gesehen war das aussichtslos, doch das Unfassbare geschah. Genau zum Zeitpunkt des Gebets öffneten sich auf der anderen Seite des Atlantiks die Gefängnistüren. Horst wurde freigelassen, pünktlich zu seinem Geburtstag! Dieses Erlebnis rückte mir Psalm 50,15 neu ins Herz: Wir riefen zu Gott in einer Notlage. Gott rettete. Rund um den Erdball freuten sich Menschen darüber und priesen seine Macht.

Dein Wille geschehe ...
Gott hört auch Ihren Notruf! Natürlich ist Gebet kein Bestellschein für einen himmlischen Lieferservice. Gott ist nicht dazu da, unsere materiellen und gesundheitlichen Bedürfnisse zu stillen, er möchte Gemeinschaft mit uns. Also wird er auch nicht jedes Gebet so erhören, wie wir das wünschen. Oft passiert scheinbar nichts. Gott erhört jedes Gebet, doch seine Antwort muss nicht immer „ja“ heißen, sie kann auch „nein“ oder „noch nicht“ lauten. Es liegt in Gottes Freiheit, wann und wie er Gebete erhört. Jesus betete (Matth 26,39): „Aber nicht mein Wille soll geschehen, sondern dein Wille.“ Beter stimmen sich ein auf den Willen Gottes. Sie rechnen mit seinem Wirken und gestehen Gott zu, dass seine Antwort auch anders aussehen darf, als wir es uns wünschen.

Gebet verändert die Welt
Probieren Sie es mal wieder aus. Nehmen Sie Gott beim Wort. Beten Sie – alleine oder mit jemand gemeinsam. Sie werden Gottes Kraft erleben. Seine Energie reicht, um die Sonne aufzuheizen. Jesus hat sogar Tote wieder lebendig gemacht. Und der allmächtige Gott hat alle Menschen unendlich lieb! Ihm ist es wichtig, wie es uns geht! Unsere Wünsche und Bedürfnisse lassen Gott nicht kalt. Gott interessiert sich für Sie, genauso wie für die Straßenkinder in Tansania, denen unsere Missionarin Andrea Hellemann beisteht. Für die Flüchtlinge im Kongo, denen Toni Stenger hilft. Für die Beduinen im Orient, denen Ärztin Elisabeth medizinisch beisteht. Für die jungen Leute in Bangkok, denen Ehepaar Böhm von Jesus weitersagt.

Bringen wir unsere persönlichen Nöte im Gebet vor Gott. Aber auch die Nöte unseres Landes und die von Menschen weltweit. Es lohnt sich, denn unser Notruf kommt an. Das hat uns Gott in Psalm 50,15 versprochen. Er möchte uns überreich beschenken und uns dankbar und froh machen. Einfach indem er unsere Gebete auf seine Weise individuell beantwortet.