Jesus schenkt ansteckende Lebensfreude

Nicht, dass wir Herren wären über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude! (2. Korinther 1,24).

Ansteckende Lebensfreude!?

Theo Volland, DMG-Redakteur
Theo Volland

Das begeistert mich. Darüber wollte ich immer schon mal schreiben. Als ich meiner Frau Elke morgens beim Frühstück von diesem geplanten Artikel erzählt habe, meinte sie trocken: „Das einzige, was bei mir gerade ansteckt, ist mein Schnupfen!“ So geht es uns Christen leider manchmal; dass wir vor allem die aktuell grassierenden Viren weitergeben. Aber das muss ja nicht sein, oder …?

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! (Philipper 4,4)

Freude will verteilt werden

Jesus schenkt ansteckende Lebensfreude! Darum geht es Paulus in den zwei Bibelworten oben. Paulus macht hier eine zentrale Aussage, die ich mir als Christ wieder ganz neu hinter die Ohren schreiben möchte. Er hat in seinem 1. Brief an die Christen in Korinth so Klartext geredet und ihre Probleme angesprochen – offen, ja fast schonungslos. Mit seiner Kritik wollte er sie jedoch nicht verletzen, das zeigt 2. Korinther 1,24 deutlich. All die kritischen Dinge, all das Negative, was Paulus nach Korinth geschrieben hatte, diente einem Ziel. Er wollte sich nicht „zum Herrn über ihren Glauben“ aufspielen oder sie mit Regeln und Forderungen zutexten. Stattdessen wollte er ihnen helfen, er wollte ein „Gehilfe der Freude“ für sie sein. Das ist etwas Fundamentales, das allen Christen gilt. Uns allen. Wir sollen „Gehilfen der Freude“ sein – wollen wir das? Allen Menschen um uns her Freude bereiten? Bei Paulus wird deutlich, dass das Ehrlichkeit nicht ausschließt. Auch Klartext-Reden, Offenheit und das Ansprechen von Problemen kann zu der Freude beitragen, von der Paulus hier redet.

Freude, ein Geschenk Gottes

Egal in welchem Volk, welcher Kultur oder Generation – die Botschaft von Jesus wirkt befreiend
Jesus macht innerlich frei

An meinem Geburtstag habe ich im Gottesdienst Philipper 4,4 als Bibelvers gezogen: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“ Dieses besondere Bibelwort ist schon seit meiner Bekehrung mein Lebensmotto. Als ich den Vers an meinem Geburtstag wieder in Händen hielt, habe ich es mir neu vorgenommen: Ich will diese Freude leben! Ausleben jeden Tag. Jeder soll es an mir merken, dass Jesus Christus echte Freude schenkt. Wer mich kennt, weiß, dass mir das leichter fällt als anderen. Ich bin ja von vornherein eine Art Berufsoptimist. Mein fröhliches Lachen ist beinahe schon berüchtigt. Mein Sohn Jonathan sagte einmal: „Papa, es ist voll peinlich, du lachst immer so laut, das man es aus 100 Metern Entfernung hört.“ Als ich einem Kollegen von diesem Artikel erzählte, schmunzelte er: „Theo, ansteckende Lebensfreude – da brauchst du nicht viel erzählen! Die Leute müssen dich doch nur anschauen, du bist das beste Beispiel dafür.“

Freude nicht als Fassade

Leider war das nicht immer so. Ich war tatsächlich schon immer ein fröhlicher Typ, auch bevor ich Christ geworden bin. Doch erst seit ich Jesus kenne, ist mein Lachen echt. Vorher konnte ich über den größten Blödsinn laut losprusten. Es war Fassade! Dahinter steckte gähnende Leere. Nicht Lebensfreude, sondern Lebensfrust. Vorne hui, dahinter ein Abgrund an Traurigkeit, Einsamkeit und Sinnlosigkeit. Als ich dann mit 19 Jahren Jesus kennengelernt habe, passierte etwas Gravierendes. Ich erlebte, was Paulus in vielen Bibelworten festgestellt hat: Jesus schenkt ansteckende Lebensfreude. Das klingt platt. „Kennen wir schon“, höre ich da jemanden flüstern. Aber es ist wahr; Jesus macht froh. Nicht nur ein wenig. Schwaben würden sagen: „Jesus-mäßig!“ Was Jesus damals, bei meiner Bekehrung, mit meinem Herz gemacht hat – wie er mich verändert hat – das war wunderschön! Da ist nichts mehr wie vorher.

Freude macht frei!

Jesus hilft, Einsamkeit zu überwinden
Jesus hilft, Einsamkeit zu überwinden

Zuvor fühlte ich mich abgrundtief alleine, und verbarg das mit gekünsteltem Lachen vor meinen Mitmenschen. Doch plötzlich spürte ich: Jesus ist immer da, ich bin nicht mehr alleine. Vorher trug ich einen Riesenberg an Schuld mit mir herum, die mich bodentief niedergedrückt hat. Was hatte ich als Jugendlicher nicht schon alles angestellt. Am Schlimmsten fand ich eine eher kleine Sache: Dass ich meiner total netten Mutter andauernd Geld gestohlen hatte, um Zigaretten zu kaufen. Ich verachtete mich dafür. Diese Sucht bekam ich einfach nicht in den Griff. Und so stahl ich heimlich weiter Mutters Geld. Es folgte mein erstes Gebet zu Jesus. Ich bat ihn um Vergebung aller Schuld und spürte schlagartig: Die Last ist weg, Jesus hat mir vergeben. Eine Riesenfreude! In den folgenden Monaten gelang es mir, mit dem Rauchen aufzuhören, – einfach so, ganz ohne Entzugserscheinungen. Ich war frei! Zuvor hatte ich nur Zerbruch erlebt; meine Eltern sind geschieden, ich hatte keine heile Familie mehr. Überall sah ich nur Chaos und Verletzungen. Als 20-Jähriger las ich Johannes eins und begriff: Jesus macht mich zum Kind des lebendigen Gottes. Ich gehörte wieder zu einer Familie. Und zu was für einer. Zu Gottes Familie! Darüber habe ich mich unbändig gefreut. All den Frust und das aufgesetzte Lachen hat Jesus von einem Moment zum anderen in tiefe Freude umgewandelt. Er ist klasse.

Freude ist Vielen suspekt

Dürfen wir Christen uns einfach so freuen? Wer Freude offen ausdrückt, zeigt doch, dass er naiv und ein bisschen einfach gestrickt ist, oder nicht? Freude ist suspekt in unserer Gesellschaft, leider oft auch unter Christen. Freude meint auch nicht „Action“. Wir Christen sollten nicht die ewigen „Aufmischer“ sein, die stets auf der Suche nach dem nächsten Kick sind. Wir dürfen nicht jede heilsame Stille in unseren Gemeindehäusern mit viel Lärm tottreten. Wir müssen auch nicht immer trendy sein und jedem Ruf nach Fun und Action gerecht werden. Martin Luther sagte: „Christen SIND ein seliges Volk, die sich freuen im Herzen und rühmen und pochen und tanzen und springen. Man findet keinen fröhlicheren Menschen als den, so ein gottesfürchtiger Christ ist.“ Diese Freude wird im Galaterbrief als eine „Frucht“ des Heiligen Geistes beschrieben, als natürliche Auswirkung. Sie ist uns versprochen. Wir haben sie, wenn wir Jesus folgen. Sie entspringt der direkten Lebensverbindung mit dem Freudengeber Jesus Christus. Jesus schenkt sie uns – wir müssen das nicht selber machen.

Freude über den Tod hinaus

Jesus schenkt eine nie gekannte Zuversicht auf ein erfülltes Leben nach dem Tod
Jesus schenkt ewiges Leben

Vor einiger Zeit besuchte ich einen krebskranken Freund, um die 50. Er lag abgemagert in seinem Krankenbett, fast nicht wiederzuerkennen. Ich brauchte Zeit, um das zu verarbeiten. Wir schauten uns an und wussten beide, dass er sterben wird. Aber in diesem Zimmer war mehr als nur ein sterbenskranker Mensch. Über dem sichtbaren Verfall des menschlichen Lebens glänzte hier die Freude Gottes aus der Ewigkeit herüber. Es war wie eine Vorwegnahme dessen, was kommt. Ich ging von Gott beschenkt von diesem Krankenbesuch nach Hause. Gottes Freude überdauert den Tod. Wir wussten beide, dass wir uns wiedersehen werden. Diese Gewissheit kennen nur Christen. Hier wird deutlich: Die Freude in Jesus ist nicht nur ein vergängliches Gefühl. Das, wovon Philipper 4,4 redet, ist dauerhaft und schließt Schmerz mit ein. Paulus hat ja selbst ein Leben voller Schmerz, Verfolgung, Entbehrungen, Krankheit und Leid geführt. Trotzdem zieht sich die Aufforderung zur Freude wie ein roter Faden durch alle seine Briefe. Sogar die Autoren des Internet-Lexikons Wikipedia haben das gemerkt. Dort steht unter „Freude“: „Die Bibel stellt die Freude an Gott als eine Quelle der Kraft dar (‚Die Freude am Herrn ist eure Kraft’), die es ermöglicht, auch in unerfreulichen Situationen sein inneres Gleichgewicht zu erhalten.“ Auf diese Wahrheit dürfen wir bauen. Mit Jesus an unserer Seite können wir uns sogar in Problemen freuen. Das klingt naiv – jedoch nicht aus der Sicht der Bibel. Die Freude am Herrn ist eure Stärke. Das ist eine der grundlegendsten Glaubenswahrheiten überhaupt.

Freude hilft bei Mission

Manchmal reicht schon ein Lächeln, um uns und andere wieder froh zu machen. Lasst uns also wie Paulus ganz bewusst „Gehilfen der Freude“ für andere Menschen sein. Die größte Freude überhaupt hat einen Namen: Jesus! Es ist eine besondere Freude, wenn andere durch uns Jesus kennenlernen. Wir sind der Spiegel, in dem die Menschen Jesus sehen. Was wir an Freude weitergeben, trägt dazu bei, dass Menschen Jesus begegnen. In Philipper 4,5 – direkt nach dem „Freuet euch!“ – heißt es: „Eure Güte lasst kund sein allen Menschen!“ In der alten Lutherübersetzung wird das noch deutlicher, da heißt es: „Eure Lindigkeit lasst kund sein allen Menschen.“ Lindigkeit. Dieses uralte Wort bedeutet, sacht sein, gütig, sanft, heilsam, verbindend, beschenkend, nett, fröhlich, lächelnd, liebevoll, zärtlich, sensibel, einfühlsam, aufbauend und uns aufopfernd. Wir sollen alle Formen der Liebe Jesu voll ausleben. Das führt zur Freude, so Paulus. Nicht nur bei uns, auch bei anderen.

Freude durch Freigiebigkeit

Wo wir Freude und Liebe verschenken, verändert Jesus die Menschen und die Gesellschaft um uns her
Freude verschenken

In unserer Mitarbeit bei der DMG haben Elke und ich immer wieder mit Menschen zu tun, die diese „Lindigkeit“ leben. Hans und Martina, frühere DMG-Missionare in Papua-Neuguinea, sind uns da Vorbilder geworden. Es war vor ihrer ersten Ausreise, wir zogen zeitgleich in eine neue Wohnung auf dem Buchenauerhof ein. Damals hatten wir keine Waschmaschine. Was taten die Zwei? Sie schenkten uns ihre. „Die steht ja sonst nur jahrelang nutzlos herum, wenn wir als Missionare in Asien sind“, erklärten sie. Sieben Jahre später ging diese Waschmaschine kaputt, und wir mussten uns eine neue kaufen. Irgendwie haben Hans und Martina das mitbekommen. Spontan überwiesen sie uns 100 Euro für die neue Maschine. Ihre Freigiebigkeit hat uns bewegt und Gott gegenüber dankbar gemacht. Interessant daran: Durch Christen, die sich so großzügig verschenken, erreicht die allergrößte Freude – Jesus – andere Menschen. Nicht: „Geiz ist geil!“ Nein. Freigiebigkeit, sich verschenken können, das macht wirklich froh! Gott schafft neues Leben, wo Christen selbstlos Freude und Liebe weitergeben.

Freude für alle!

Ein Beispiel aus der Missionsarbeit der DMG in Asien: Akhbar war Teil der Unterwelt in der Millionenstadt Bombay. Er war verwickelte in Gewalt und Erpressung. Mit kriminellen Methoden, oft mit vorgehaltener Waffe, besorgte er sich Geld und gab es schnell wieder für Drogen und Frauen aus. Eines Nachts nahm er in seiner Wohnung versehentlich eine Überdosis Morphium. Torkelnd fiel er auf die Matratze und warf dabei eine brennende Kerze um. Die Wohnung fing Feuer. Er bekam schreckliche Angst und begann zu beten. Eine gläubige Nachbarin rettete Akhbar aus den Flammen und brachte ihn in ein christliches Krankenhaus. Sein Leben hing am seidenen Faden. Mitarbeiter der Klinik behandelten ihn mit besonderer Liebe und Fürsorge. Und sie erzählten ihm von Jesus. Aufgrund ihrer liebevolle Art entschied sich der Gangster Akhbar für Jesus. Er änderte sich von Grund auf! Heute hilft Akhbar Aidswaisen. 

Wo wir Freude und Liebe verschenken, verändert Jesus die Menschen und die Gesellschaft um uns herum. Lasst uns deshalb Freude verteilen, ja „Gehilfen der Freude“ sein, wie Paulus sich das wünschte. Damit noch viele Menschen durch uns Jesus Christus kennenlernen, die größte Freude überhaupt!

Theo Volland
(Foto oben / DMG-Redakteur)