Unerreichte Völker

Bei den Masonkas in Guinea Bissau
Ein Beispiel: Die Masonkas in Guinea Bissau (Afrika)

In den vergangenen Monaten haben wir als DMG über unsere Prioritäten nachgedacht. Ein Ergebnis: Wir wollen künftig besonders unerreichten Völkern dienen. Hier stellen Ihnen unsere Missionare solche Völker beispielhaft vor:


Die syrischen Araber

Syrische Flüchtlingskinder im Libanon
Syrische Flüchtlingskinder im Libanon

Das Internetportal  www.Etnopedia.org  zählt die rund 14,5 Millionen syrischen Araber zu den unerreichten Völkern. Sie sind mehrheitlich muslimisch und hatten in ihrer Heimat Syrien kaum Gelegenheit, bibelgläubige Christen und das Evangelium kennenzulernen. Durch die Migrationswelle 2015 sind Hunderttausende syrische Araber nach Deutschland gekommen. Viele leben noch in Erstaufnahmelagern und Asylheimen, andere haben bereits Arbeit und Wohnung gefunden. Jetzt können sie einfach Freundschaften zu engagierten Christen aufbauen, Gemeinden kennenlernen und das Evangelium hören.

Gebetsanliegen:

  • Dass Gott Christen in Deutschland Mut gibt, sich mit syrischen Flüchtlingen anzufreunden, damit diese von Jesus hören.
  • 20 DMG-Mitarbeiter helfen inzwischen Vollzeit Flüchtlingen in Deutschland, auch syrischen Arabern. Dass Gott die Finanzen für diese wichtige Aufgabe schenkt.
  • Partnerwerke schicken uns ausländische Mitarbeiter, die Arabisch sprechen und unter Flüchtlingen in Deutschland tätig werden. Um gute Strukturen für diesen  neuen Arbeitszweig der DMG >>

Die Gehörlosen weltweit

Gehörlose in Zentralasien
Gehörlose in Zentralasien

Es gibt mindestens 70 Millionen Gehörlose rund um den Globus: Menschen, die ohne Gehör geboren werden oder dies in früher Kindheit verlieren, werden oft übersehen. Ohne operativen Eingriff bleiben viele „sprachlos“ – sie können sich nicht ausreichend in Laut- oder Schriftsprache mitteilen. Völlig zu Unrecht hält man sie dann für „taubstumm“ und dumm. Sie kommunizieren visuell und manuell mit Gebärden, einer der Lautsprache gleichwertigen Sprache.

Neun von zehn gehörlosen Kindern werden hörenden Eltern geboren. Doch nur die wenigsten Eltern erlernen die Gebärdensprache. So wachsen Gehörlose in Isolation auf und finden erst unter anderen Gehörlosen (beispielsweise im Internat) soziale Bindungen. Sie kommunizieren in 137 verschiedenen Gebärdensprachen (Ethnologue), Dialekte nicht eingerechnet. Daneben erlernen sie auch die Laut- und Schriftsprache des jeweiligen Landes – diese bleibt jedoch immer eine Zweitsprache für sie, keine Sprache des Herzens. Nur zwei Prozent der Gehörlosen weltweit bekennen sich als Christen.

Gebetsanliegen:

  • Bitte beten Sie, dass die Bibel endlich in Gebärdensprachen übersetzt wird. Die meisten Übersetzungsprojekte stehen noch ganz am Anfang.
  • Dass gehörlose Christen im Dienst unter Gehörlosen eingesetzt werden; um Ausbildung und die Bereitschaft von Hörenden zur Zusammenarbeit.
  • Für eine geistliche Erweckung unter Gehörlosen (Mk 7,31–35 / „Hefata!“)

Von DMG-Mitarbeitern in Zentralasien.


Die Brahmanen Indiens

Die Priesterkaste der Brahmanen gelten als fünftgrößte Volksgruppe weltweit, wo Jesus unbekannt ist.
Die Priesterkaste der Brahmanen

Auf dem indischen Subkontinent gibt es vier Hauptkasten (Varnas) und 3.000 Unterkasten (Jatis), von denen die rund 60 Millionen Brahmanen als Priesterkaste die oberste und einflussreichste in Religion, Politik, Wirtschaft und Bildung ist. Laut „Joshua Projekt“ gelten sie als fünftgrößte unerreichte Volksgruppe weltweit. Sie sind reich, stolz, einflussreich und tief verwurzelt im Hinduismus mit seinen Riten und der Götzenanbetung.

Heute sind viele Brahmanen als Lehrer, Ärzte, Richter und Anwälte tätig. Niedrige Arbeiten und Kontakt mit den sogenannten Unberührbaren lehnen sie ab. Sie sehen das Christentum als minderwertige westliche Religion. Christ zu werden würde für sie die Aufgabe ihrer Identität und sozialen Stellung bedeuten. Bisher sind nur 6.000 von ihnen Christen, 0,01 % der Bevölkerung. Bekennen sie sich öffentlich zu Jesus, werden sie fast immer unter Druck gesetzt und aus ihrer Familie und Kaste ausgeschlossen.

Gebetsanliegen:

  • Bitte beten Sie, dass zahlreiche Brahmanen ihre geistliche Not erkennen und die Macht der Finsternis, die sie gefangen hält, gebrochen wird.
  • Dass Gott mutige und liebevolle Christen bereit macht, ihnen über Kastenschranken hinweg Jesus zu bezeugen.
  • Um Gottes übernatürliches Eingreifen, indem er sich persönlich Brahmanen offenbart.
  • Um einen Abbau ihrer Vorurteile Christen gegenüber.
  • Dass gläubige Brahmanen ihren Einfluss nutzen, um auf Jesus hinzuweisen und ihr Land zu verändern.

Von DMG-Mitarbeitern in Indien


Die Japaner

Das Land Japan hat mit die wenigsten Christen weltweit
Faszinierendes Japan

Der Inselstaat Japan ist gleichermaßen von Tradition und Moderne geprägt: Die vielen Tempel und Schreine sind umgeben von riesigen Kaufhäusern und grellen Leuchtreklamen. Im Tempelgarten herrscht Ruhe, während draußen Autos, Busse und Passanten unentwegt lärmen. 130 Millionen Japaner leben dichtgedrängt in den Küstenregionen. Ihre Höflichkeit und Disziplin sorgen dafür, dass es nicht zu Konflikten kommt. Oberflächlich betrachtet hat man das Gefühl, im Land des Lächelns gehe es allen gut.

Doch der Schein trügt: Viele Japaner leiden unter einem enormem Druck der Arbeitswelt, hohen Erwartungen ihrer Familien, und dem Stress, niemals ihre Gefühle äußern zu dürfen. Hinter der freundlichen Maske verbergen sich oft Verzweiflung und Einsamkeit. Japan hat eine der höchsten Selbstmordraten weltweit.

Die traditionellen Religionen Shintoismus und Buddhismus bietet keinen Ausweg. Auch wer im Tempel betet und Geld opfert, weiß nie sicher, ob die Geister wirklich helfen. Nur wenige Japaner glauben an Jesus Christus. Zeitmangel, familiäre Zwänge und ein starkes Gruppendenken behindern die Verbreitung der biblischen Botschaft. Wir sind dankbar, dass trotzdem immer wieder einzelne zum Glauben finden.

Gebetsanliegen:

  • Dass die wenigen japanischen Christen trotz der gesellschaftlichen Zwänge standhaft in ihrem Glauben bleiben.
  • Dass Jesus den Verzweifelten und Einsamen begegnet.
  • Um neue Mitarbeiter, die das Evangelium verkünden.
  • Und für eine neue Generation japanischer Christen, die ihre Gesellschaft prägt.

Von Stefan und Martina Süßmuth (Japan)


Die Dunganen (Zentralasien)

Frauen vom Volk der Dunganen
Dunganinnen

Die rund 110.000 Dunganen sind chinesisch-stämmige Muslime, die vor 140 Jahren aus China nach Zentralasien flohen. Sie sprechen einen chinesischen Dialekt und leben vorwiegend von Landwirtschaft, andere sind findige Geschäftsleute. Ihre Kultur ist stark vom Islam und der Ahnenverehrung geprägt. Das Leben der Dunganen besteht aus harter Arbeit, sie pflegen starke Familienbande und feiern gerne. Einmal erlebten wir eine Hochzeit mit 700 Gästen.

Besonders die islamischen Feste sind den Dunganen wichtig, wie das tägliche Fastenbrechen im Ramadan und das Opferfest. Aber auch die Gedächtnisfeiern zu Ehren ihrer Verstorbenen. Nach einer Beerdigung gibt es 40 Tage lang täglich eine Feier. Danach werden die jährlichen Todestage bis in die siebte Generation zelebriert. Einmal trafen wir einen Nachbarn, der gerade zur Gedächtnisfeier seines Urgroßvaters ging. Dieser war vor 107 Jahren verstorben! Bei solchen Feiern wird gegessen, aus dem Koran zitiert und für Tote gebetet. Die starke Kontrolle durch Familie und Gesellschaft erschwert es sehr, dass Dunganen Christ werden. Es gibt wahrscheinlich weniger als 100 Christen und keinen Gottesdienst in ihrer Sprache.

Gebetsanliegen:

  • 2015 führen gläubige Dunganen erstmals einen Sommereinsatz in ihrem eigenen Volk durch. Bitte beten Sie, dass viele Jesus kennenlernen und ihm nachfolgen.
  • Und für die Entstehung ganzer Gemeinden, die Gottesdienste in ihrer Muttersprache feiern.

Von DMG-Mitarbeitern in Zentralasien


Die Basken (Spanien/Frankreich)

DMG-Mitarbeiterin Kirsten Dollen (2.v.l.) mit Baskenkindern
Baskische Schulklasse

Die Basken sind ein freiheitsliebendes Volk. Sie leben beidseits der Pyrenäen, und ihr Ursprung verliert sich in Legenden. Das Baskengebiet umfasst die autonomen Provinzen Alaba, Biskaia, Guipuzkoa und halb Navarra in Spanien sowie drei kleinen Provinzen in Frankreich. Hier sprechen rund 1,5 Millionen Menschen Baskisch. Äußerlich unterscheiden sich die Basken von den Spaniern: Sie sind klein, blass, manchmal blond und haben markante Gesichtszüge.

Bis heute pflegen sie das Matriarchat. Frauen haben das Sagen, Kochen hingegen ist Männersache. Berühmt sind sie für ihre Folkloremusik. Was zutiefst berührt sind ihre Solidarität und Echtheit. Traurig dagegen macht mich ihre Verschlossenheit Jesus gegenüber. Immer wieder ist ihnen der Glaube von autoritären Regierungen aufgezwungen worden. Schon die Römer brachten Gewalt, Diktatur – und die Kirche ins Land. Durch ihre wechselhafte Geschichte ist Basken alles Religiöse suspekt. Sie pflegen kirchliche Traditionen, doch ihre Herzen sind oft weit entfernt.

Es gibt kleine ev. Gemeinden; unsere in Amara (300 Gottesdienstbesucher) ist mit Abstand die größte. Wir haben einzelne Basken unter uns; meist Familien, von denen ein Partner Baske und der/die andere Spanier oder Südamerikaner ist. Ganz langsam kommen hier und da auch Basken in Hauskreise und Gottesdienste. Bitte beten Sie, dass Gott die Herzen der Basken berührt und noch viele die Freiheit in Jesus entdecken.

Von Kirsten Dollen (Foto l., Baskenland)


Die Hakkas (Südostasien)

Eine Hakka-Familie
Eine Hakka-Familie

Hei-long ist ein Hakka-Christ, und er dankt Gott für die Menschen, die ihm von Jesus erzählt haben. Zu seiner Volksgruppe gehören weltweit rund 70 Millionen Menschen. Die Hakkas (客家; „Kè jiā“; bed. „Gäste“) sind eine der acht Gruppen Han-Chinesen, und sie sprechen eine eigene Sprache, die sich in mehrere Dialekte aufteilt.

Seit 2.400 Jahren sind sie in mehreren Migrationswellen vom Baikalsee in Sibirien aus südostwärts durch China nach Südostasien eingewandert; ab dem 7. Jahrhundert auch nach Taiwan. Sie haben Malaysia, Indonesien, Hawai, Surinam sowie Nord- und Mittelamerika erreicht. Hakkas finden sich oft in verantwortlichen Positionen in Bildung, Politik, Kultur und Armee, eine starke Bewegung fördert ihr kulturelles Erbe.1

Fürs Gebet:

  1. Wir suchen kultursensitive Mitarbeiter, die ihnen das Evangelium verständlich nahebringen und helfen, christliche Gemeinden in ihrer Sprache aufzubauen.
  2. Im Januar wurden Heilong und weitere gläubig gewordene Hakkas getauft. Bitte beten Sie für sie und ihre Stadt, dass noch viele Jesus kennenlernen.
  3. Und um Kraft für die wenigen Missionare, die unter den Hakkas tätig sind. Unsere Partnermission SEND arbeitet bei ihnen in Dongshe, Guandong und Gongguan (Taiwan), wo sie sich ein Zentrum wünschen, um sich versammeln zu können.

In Longtan (Taiwan) soll bis 2016 ein theologisches Seminar entstehen, das in Hakka unterrichtet. Für die Finanzierung des Baus, gute Dozenten und die künftigen Studenten.

1 Hakka – An important Element in Chinese Culture, www.asiawind.com/hakka, 14.12.2014.

Von Dr. Alain und Rita Haudenschild (Taiwan)


Unerreichte Regionen weltweit

Weltkarte: Die Gebiete mit den wenigsten Christen

Die Wolof (Westafrika)

Ein Wolof
Ein Wolof

Zwischen 3,5 und 6,5 Millionen Wolof leben im Senegal und Gambia. Der Islam, vermengt mit animistischem Gedankengut, bestimmt ihr Denken und Handeln, und sie praktizieren die Mehr-Ehe. Viele gehören zur muslimischen Bruderschaft der Muriden. Sie haben eine heilige Stätte im Dorf Touba im Landesinnern, jährlich brechen 1 Million zu einer Wallfahrt dorthin auf. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit wandern viele junge Wolof in den Westen aus. Im Senegal sind bisher nur weniger als 100 Wolof-Christen bekannt.

Für Senegalesen ist es erstaunlich, dass ein Wolof auch christlicher Pastor sein kann: Amet kam als Teenager zum Glauben und leitet heute eine Gemeinde in Dakar. Er hat viele Möglichkeiten, Jesus zu bezeugen: Ein Radiosender strahlt jede Woche seine Predigt aus. Eine Schule bat ihn um Religionsunterricht. Auch muslimische Eltern schicken ihre Kinder dorthin, weil sein Glaube sie beeindruckt. Amet erzählte in einem Video von Jesus. Das ermutigte andere Wolof, sich ebenfalls als Christen zu outen. Ein Sänger macht christliche Musik in Wolof. Teile der Bibel, Bücher und Videos sind in dieser Sprache erschienen.

Gebetsanliegen:

  1. Bitte beten Sie für die wenigen Wolof-Christen, dass sie im Glauben wachsen und sich mutig zu Jesus stellen.
  2. Um neue Missionare unter den Wolof im Senegal, Gambia, USA und Europa.
  3. Für die Verbreitung christlicher Videos und Bücher, damit viele Wolof Jesus kennenlernen.

Von Stefan und Dorothea Henger (Senegal)


Wachstum christlicher Gemeinden

Weltkarte: Wo christliche Gemeinden am stärksten wachsen

Die Jesiden (Nahost)

Aus der Syrien-Nothilfe der DMG
Aus der Syrien-Nothilfe der DMG

Die rund 800.000 Jesiden (Eziden/Yeziden) sind eine nicht missionarische Religionsgemeinschaft, die im 12. Jahrhundert unter kurdischen Stämmen entstanden ist und deren Angehörige fast nur untereinander heiraten. Ihr Glaube umfasst Elemente des Zoroastrismus, des islamischen Sufismus und der Reinkarnationslehre. Jesiden glauben an einen Schöpfergott, der über den Mittlerengel Taus (Pfau) zugänglich sei. Sie haben eine Hierarchie von Scheichs/Pirs als religiöse Mittlern, die entlang traditioneller Stammesstukturen organisiert sind. Jesiden sind oft von den muslimischen Machthabern verfolgt worden. Die Christen im Nahen Osten sind ihre natürlichen Leidensgenossen und Freunde. Jesiden leben heute dezimiert im Irak, Syrien, Türkei, Iran, Armenien, Aserbaidschan und Georgien, viele sind Analphabeten. Seit 1970 sind einige in den Westen (Deutschland/USA) geflohen.

Aktuelle Gebetsanliegen von Augenzeugen, die mir in den vergangenen Wochen aus verschiedenen Ländern aus erster Hand berichtet haben:

  1. In Armenien, Aserbaidschan und Georgien haben sich etliche jesidische Familien und ganze Teile von Stämmen für Jesus entschieden. Für die weitere Ausbreitung und Vernetzung mit christlichen Jesiden außerhalb.
  2. Für die konzertierte aktuelle Hilfsaktion durch türkische Christen: Um mehr kurdische Geschwister, einen geistlichen Aufbruch und gute Hilfeleistung vor dem Winter.
  3. Für Massenevangelisation mit Videos, kurdischer christlicher Musik und übers Internet.

Von DMG-Mitarbeitern im Nahen Osten