Unerreichte Völker

Bei den Masonkas in Guinea Bissau
Ein Beispiel: Die Masonkas in Guinea Bissau (Afrika)

Eine unserer Prioritäten als DMG ist, dass wir besonders unerreichten Völkern (Definition siehe Kasten rechts) dienen wollen. Hier stellen Ihnen unsere Missionare solche Völker beispielhaft vor:


Die Karen in Thailand

Taufe im Volk der Karen
Taufe im Volk der Karen

Oder: Die Weisheit des Buches Y’was

Die Karen sind eine Volksgruppe in Myanmar (ehem. Birma) und Thailand, die mir schon seit meiner Kindheit am Herzen liegt. Genaue Zahlen gibt es wegen ihrer bewegten Geschichte kaum. Man schätzt, dass in Myanmar etwa fünf Millionen und in Thailand etwa eine Million Karen entlang der gemeinsamen Grenze leben. Eine weitere Million ist wegen des Konflikts mit Myanmars Regierung im Lauf der Jahre nach Thailand geflohen. Viele davon sind in westliche Länder übergesiedelt, eine Gruppe auch auf die Indischen Andaman- und Nikobarinseln.

DMG-Mitarbeiter Johannes Janzen hilft Karen-Dörfern, Fairtrade-Kaffee zu produzieren
DMG-Mitarbeiter Johannes Janzen

Die Karen haben eine beachtliche kulturelle und sprachliche Vielfalt. 60 Prozent sind Buddhisten, 40 Prozent Christen! Ein Problem sind Gruppierungen, die Christliches und buddhistische Elemente mit dem alten Geisterglauben vermengen, besonders die Sekten der Telakhon und Leke. Berühmt sind die Karen als „Mahouts“, als die Bezähmer von Elefanten. Elefanten waren vor allem in den Kriegszeiten vergangener Jahrhunderte wichtig. Noch immer sind die meisten der Elefantenlenker für Touristen Karen.

Im Buch „Ewigkeit in ihren Herzen“ von Don Richardson werden die Karen als eine Volkgruppe erwähnt, die erstaunlich viele christliche Elemente in ihrer überlieferten Glaubenstradition hatte, bevor Missionare ihr Gebiet erreichten. Sie glaubten an einen Schöpfergott „Y’wa“ und an ein „Buch der Weisheit“, das ihnen verloren ging. Die Legende besagt, dass das Buch Y’was durch Regen aufgeweicht in Brei verwandelt worden sei, den Schweine und Hühner gefressen hätten. Seither könnten sie die Weisheit zu besonderen Festen aus den Innereien von Schweinen und Hühnern lesen. Bis heute wird dieser Ritus im Norden praktiziert.

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet … und es geschahen viele Wunder und Zeichen. (Apg. 2,42 f.)

Traditionelle Gesänge, die sie zu Hochzeiten und Beerdigungen anstimmen, sind ein Aufruf zur Rückkehr zu Y’wa. Der Name Y’wa ähnelt erstaunlich dem jüdischen Yaweh, doch es gibt keine Hinweise auf Abraham oder Jesus in ihrer Kultur. Missionar Adoniram Judson kam 1813 als Bibelübersetzer nach Birma. Er kaufte einen Karen von der Sklaverei los, dieser war der erste Karen, der die Botschaft der Bibel hörte. Ergriffen bekehrte er sich und wurde 1828 getauft. Er wanderte zu vielen Karen in die Dörfer und erzählte ihnen vom „Buch der Weisheit“, der Bibel!

Die ersten westlichen Missionare, die in Karendörfer aufbrachen, erhielten von den englischen Kolonialherren einen Albino-Elefanten mit auf die Expedition. Das berührte die Seele der Karen, denn Albino-Elefanten waren Königen vorbehalten. Als „der weiße Bruder“ und „Hüter des Buches der Weisheit“ auf einem weißen Elefant geritten kam, erfüllte sich für sie eine Prophetie. Ganze Dörfer bekehrten sich. Sie waren so wissbegierig, die Missionare bauten viele Schulen und Kirchen.

Von Anfang an hatten die Karenchristen eine missionarische Sicht. Sie organisierten sich selbst, um die Botschaft von Jesus in unerreichte Gebieten zu tragen. Karenmissionare hatten bereits Teile Nordthailands bereist, lange bevor der erste westliche Missionar auftauchte. 1880 eröffneten sie die erste Karenkirche in Thailand. Es gab eine Bibel mit burmesischen Schriftzeichen. 1955 wurde eine mit Thai-Schriftzeichen entwickelt. Die 2015 verstorbene DMG-Missionarin Gerda Meinusch war an der Übersetzung in die Sprache der Pwo-Karen beteiligt, der zweitgrößten Karengruppe Thailands.

Seit 2012 herrscht Frieden in Myanmar. Das hilft Karenkirchen, die sich seither vermehrt um Vertriebene kümmern, ihre Gemeinden stärken und neue aufbauen. Die Baptisten sind die größte Kirche bei den Karen. Sie haben noch unerreichte Gebiete ihres Volkes im Blick. Da ist noch viel Arbeit, vor allem in abgelegenen Bergregionen.

Landflucht ist ein Problem. Familien zerfallen, weil die Jugend in die Städte zieht. Die Grundstruktur ihrer Dorfgemeinschaften ist gefährdet. Wir helfen den Karen im Hochland, Fairtrade-Kaffee anzubauen. So haben die Menschen Arbeit und Einkommen, und können die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren. Zudem können die Kaffeebauern die Pastoren ihrer Gemeinden angemessen unterstützen und ihre Kinder- und Jugendarbeit ausbauen. Es lohnt sich, in die Karen zu investieren.

Von Johannes und Astrid Janzen
(Projektnummer für Spende: P10294)


Entlegene Regionen im Tschad

Unerreichte Völker gibt es noch ...
Es gibt noch Unerreichte!

Personalleiter Andrew Howes berichtet nach einer Reise in den Tschad:

Die Frohe Botschaft verbreitet sich in Afrika. Durch den motivierten Einsatz vieler Christen ist der Name Jesus heute in fast jeder Sprache des Kontinents bekannt. Doch im Tschad gibt es noch Volksgruppen in entlegenen Gebieten, denen niemand von Jesus erzählt.

Neben den Tuba in der Bergwüste im Norden, leben im östlichen Tschad an der Grenze zum Sudan noch neun solche Völker, mit insgesamt 864.000 Menschen: die Dar, Daju, Sinyar, Kujarge, Masalit, Runga, Kibet, Kajakse, Fur und Fongoro. Sie brauchen:

  • christliche Entwicklungshelfer als Berater für Umweltschutz und Landwirtschaft
  • Sportler, die sich für Kinder, Jugendliche und ihre Familien einsetzen
  • Fachkräfte für Traumabewältigung für Flüchtlinge aus dem krisengeschüttelten Darfur
  • Mediziner, die helfen und Hygiene unterrichten
  • Lehrer mit christlichem Weltbild, die in Städten und Flüchtlingslagern der Sila-Region alphabetisieren, Englisch, Französisch und IT lehren oder beruflich ausbilden
  • Teamleiter; Verwaltungsfachleute; Pastoren ...

Klima und Sprachen sind anspruchsvoll, aber ein erfahrenes Team übernimmt Orientierung und persönliche Begleitung. Wer mehr wissen will, kann uns gerne schreiben ...


Die Türken in Deutschland

Die DMG unterstützt christliches Fernsehen in Türkisch über den Sender SAT-7
Christliches Fernsehen in Türkisch

Ali erinnert sich daran, wie es vor 40 Jahren war, als er nach Berlin kam. Er suchte Arbeit, Berlin brauchte günstige Arbeitskräfte. Einige Jahre wollte er hier Geld verdienen und nach Hause zu seinen Eltern schicken. Deutsch lernen war nicht so wichtig. Bei einem Besuch in der Türkei fand er eine Braut, die er nach Berlin mitbrachte.

Vom christlichen Glauben hat er kaum etwas gehört. 150.000 ethnische Türken wie er in Berlin bilden eine Großstadt für sich. Mit einer Dönerbude hat Ali sich selbständig gemacht. Jetzt hat er Kinder und Enkel und lebt als Rentner hier. Das Fasten im Ramdan gehört für ihn dazu, auch seine Kinder und Enkel hält er an, als Muslime zu leben. In Berlin gibt es knapp 100 Moscheen; das sind mehr als es Christen unter den Türken gibt. Doch nur eine Handvoll christliche Mitarbeiter arbeitet unter ihnen.

In anderen Teilen Deutschlands sieht es ähnlich aus. So bilden die etwa drei Millionen Türken in Deutschland eine weitgehend unerreichte Volksgruppe direkt vor unserer Haustüre – jeder von uns hat in seinem Umfeld türkische Nachbarn.

Gebetsanliegen:

  • Wir beten, dass Jesus Christus sich neue Mitarbeiter für die Türken in Deutschland und die Türkei beruft
  • Dass Gemeinden eine Vision für Türken entwickeln und Vorbehalte überwinden.
  • Und um Gottes Wirken an ihren Herzen, dass sie sich für die gute Nachricht öffnen.
  • Für unseren Partner SAT-7, der (finanziell und ideel unterstützt von der DMG) christliches Satellitenfernsehen in Türkisch produziert (Foto)

Von DMG-Mitarbeitern in Berlin, die Flüchtlingen und Migranten helfen.


Die syrischen Araber

Syrische Flüchtlingskinder im Libanon
Syrische Flüchtlingskinder im Libanon

Das Internetportal  www.Etnopedia.org  zählt die rund 14,5 Millionen syrischen Araber zu den unerreichten Völkern. Sie sind mehrheitlich muslimisch und hatten in ihrer Heimat Syrien kaum Gelegenheit, bibelgläubige Christen und das Evangelium kennenzulernen. Durch die Migrationswelle 2015 sind Hunderttausende syrische Araber nach Deutschland gekommen. Viele leben noch in Erstaufnahmelagern und Asylheimen, andere haben bereits Arbeit und Wohnung gefunden. Jetzt können sie einfach Freundschaften zu engagierten Christen aufbauen, Gemeinden kennenlernen und das Evangelium hören.

Gebetsanliegen:

  • Dass Gott Christen in Deutschland Mut gibt, sich mit syrischen Flüchtlingen anzufreunden, damit diese von Jesus hören.
  • 40 DMG-Mitarbeiter helfen inzwischen Vollzeit Flüchtlingen in Deutschland, auch syrischen Arabern. Dass Gott die Finanzen für diese wichtige Aufgabe schenkt.
  • Partnerwerke schicken uns ausländische Mitarbeiter, die Arabisch sprechen und unter Flüchtlingen in Deutschland tätig werden. Um gute Strukturen für diesen  neuen Arbeitszweig der DMG >>

Die Gehörlosen weltweit

Gehörlose in Zentralasien
Gehörlose in Zentralasien

Es gibt mindestens 70 Millionen Gehörlose rund um den Globus: Menschen, die ohne Gehör geboren werden oder dies in früher Kindheit verlieren, werden oft übersehen. Ohne operativen Eingriff bleiben viele „sprachlos“ – sie können sich nicht ausreichend in Laut- oder Schriftsprache mitteilen. Völlig zu Unrecht hält man sie dann für „taubstumm“ und dumm. Sie kommunizieren visuell und manuell mit Gebärden, einer der Lautsprache gleichwertigen Sprache.

Neun von zehn gehörlosen Kindern werden hörenden Eltern geboren. Doch nur die wenigsten Eltern erlernen die Gebärdensprache. So wachsen Gehörlose in Isolation auf und finden erst unter anderen Gehörlosen (beispielsweise im Internat) soziale Bindungen. Sie kommunizieren in 137 verschiedenen Gebärdensprachen (Ethnologue), Dialekte nicht eingerechnet. Daneben erlernen sie auch die Laut- und Schriftsprache des jeweiligen Landes – diese bleibt jedoch immer eine Zweitsprache für sie, keine Sprache des Herzens. Nur zwei Prozent der Gehörlosen weltweit bekennen sich als Christen.

Gebetsanliegen:

  • Bitte beten Sie, dass die Bibel endlich in Gebärdensprachen übersetzt wird. Die meisten Übersetzungsprojekte stehen noch ganz am Anfang.
  • Dass gehörlose Christen im Dienst unter Gehörlosen eingesetzt werden; um Ausbildung und die Bereitschaft von Hörenden zur Zusammenarbeit.
  • Für eine geistliche Erweckung unter Gehörlosen (Mk 7,31–35 / „Hefata!“)

Von DMG-Mitarbeitern in Zentralasien.


Die Brahmanen Indiens

Die Priesterkaste der Brahmanen gelten als fünftgrößte Volksgruppe weltweit, wo Jesus unbekannt ist.
Die Priesterkaste der Brahmanen

Auf dem indischen Subkontinent gibt es vier Hauptkasten (Varnas) und 3.000 Unterkasten (Jatis), von denen die rund 60 Millionen Brahmanen als Priesterkaste die oberste und einflussreichste in Religion, Politik, Wirtschaft und Bildung ist. Laut „Joshua Projekt“ gelten sie als fünftgrößte unerreichte Volksgruppe weltweit. Sie sind reich, stolz, einflussreich und tief verwurzelt im Hinduismus mit seinen Riten und der Götzenanbetung.

Heute sind viele Brahmanen als Lehrer, Ärzte, Richter und Anwälte tätig. Niedrige Arbeiten und Kontakt mit den sogenannten Unberührbaren lehnen sie ab. Sie sehen das Christentum als minderwertige westliche Religion. Christ zu werden würde für sie die Aufgabe ihrer Identität und sozialen Stellung bedeuten. Bisher sind nur 6.000 von ihnen Christen, 0,01 % der Bevölkerung. Bekennen sie sich öffentlich zu Jesus, werden sie fast immer unter Druck gesetzt und aus ihrer Familie und Kaste ausgeschlossen.

Gebetsanliegen:

  • Bitte beten Sie, dass zahlreiche Brahmanen ihre geistliche Not erkennen und die Macht der Finsternis, die sie gefangen hält, gebrochen wird.
  • Dass Gott mutige und liebevolle Christen bereit macht, ihnen über Kastenschranken hinweg Jesus zu bezeugen.
  • Um Gottes übernatürliches Eingreifen, indem er sich persönlich Brahmanen offenbart.
  • Um einen Abbau ihrer Vorurteile Christen gegenüber.
  • Dass gläubige Brahmanen ihren Einfluss nutzen, um auf Jesus hinzuweisen und ihr Land zu verändern.

Von DMG-Mitarbeitern in Indien


Die Japaner

Das Land Japan hat mit die wenigsten Christen weltweit
Faszinierendes Japan

Der Inselstaat Japan ist gleichermaßen von Tradition und Moderne geprägt: Die vielen Tempel und Schreine sind umgeben von riesigen Kaufhäusern und grellen Leuchtreklamen. Im Tempelgarten herrscht Ruhe, während draußen Autos, Busse und Passanten unentwegt lärmen. 130 Millionen Japaner leben dichtgedrängt in den Küstenregionen. Ihre Höflichkeit und Disziplin sorgen dafür, dass es nicht zu Konflikten kommt. Oberflächlich betrachtet hat man das Gefühl, im Land des Lächelns gehe es allen gut.

Doch der Schein trügt: Viele Japaner leiden unter einem enormem Druck der Arbeitswelt, hohen Erwartungen ihrer Familien, und dem Stress, niemals ihre Gefühle äußern zu dürfen. Hinter der freundlichen Maske verbergen sich oft Verzweiflung und Einsamkeit. Japan hat eine der höchsten Selbstmordraten weltweit.

Die traditionellen Religionen Shintoismus und Buddhismus bietet keinen Ausweg. Auch wer im Tempel betet und Geld opfert, weiß nie sicher, ob die Geister wirklich helfen. Nur wenige Japaner glauben an Jesus Christus. Zeitmangel, familiäre Zwänge und ein starkes Gruppendenken behindern die Verbreitung der biblischen Botschaft. Wir sind dankbar, dass trotzdem immer wieder einzelne zum Glauben finden.

Gebetsanliegen:

  • Dass die wenigen japanischen Christen trotz der gesellschaftlichen Zwänge standhaft in ihrem Glauben bleiben.
  • Dass Jesus den Verzweifelten und Einsamen begegnet.
  • Um neue Mitarbeiter, die das Evangelium verkünden.
  • Und für eine neue Generation japanischer Christen, die ihre Gesellschaft prägt.

Von Stefan und Martina Süßmuth (Japan)


Die Dunganen (Zentralasien)

Frauen vom Volk der Dunganen
Dunganinnen

Die rund 110.000 Dunganen sind chinesisch-stämmige Muslime, die vor 140 Jahren aus China nach Zentralasien flohen. Sie sprechen einen chinesischen Dialekt und leben vorwiegend von Landwirtschaft, andere sind findige Geschäftsleute. Ihre Kultur ist stark vom Islam und der Ahnenverehrung geprägt. Das Leben der Dunganen besteht aus harter Arbeit, sie pflegen starke Familienbande und feiern gerne. Einmal erlebten wir eine Hochzeit mit 700 Gästen.

Besonders die islamischen Feste sind den Dunganen wichtig, wie das tägliche Fastenbrechen im Ramadan und das Opferfest. Aber auch die Gedächtnisfeiern zu Ehren ihrer Verstorbenen. Nach einer Beerdigung gibt es 40 Tage lang täglich eine Feier. Danach werden die jährlichen Todestage bis in die siebte Generation zelebriert. Einmal trafen wir einen Nachbarn, der gerade zur Gedächtnisfeier seines Urgroßvaters ging. Dieser war vor 107 Jahren verstorben! Bei solchen Feiern wird gegessen, aus dem Koran zitiert und für Tote gebetet. Die starke Kontrolle durch Familie und Gesellschaft erschwert es sehr, dass Dunganen Christ werden. Es gibt wahrscheinlich weniger als 100 Christen und keinen Gottesdienst in ihrer Sprache.

Gebetsanliegen:

  • 2015 führen gläubige Dunganen erstmals einen Sommereinsatz in ihrem eigenen Volk durch. Bitte beten Sie, dass viele Jesus kennenlernen und ihm nachfolgen.
  • Und für die Entstehung ganzer Gemeinden, die Gottesdienste in ihrer Muttersprache feiern.

Von DMG-Mitarbeitern in Zentralasien


Die Basken (Spanien/Frankreich)

DMG-Mitarbeiterin Kirsten Dollen (2.v.l.) mit Baskenkindern
Baskische Schulklasse

Die Basken sind ein freiheitsliebendes Volk. Sie leben beidseits der Pyrenäen, und ihr Ursprung verliert sich in Legenden. Das Baskengebiet umfasst die autonomen Provinzen Alaba, Biskaia, Guipuzkoa und halb Navarra in Spanien sowie drei kleinen Provinzen in Frankreich. Hier sprechen rund 1,5 Millionen Menschen Baskisch. Äußerlich unterscheiden sich die Basken von den Spaniern: Sie sind klein, blass, manchmal blond und haben markante Gesichtszüge.

Bis heute pflegen sie das Matriarchat. Frauen haben das Sagen, Kochen hingegen ist Männersache. Berühmt sind sie für ihre Folkloremusik. Was zutiefst berührt sind ihre Solidarität und Echtheit. Traurig dagegen macht mich ihre Verschlossenheit Jesus gegenüber. Immer wieder ist ihnen der Glaube von autoritären Regierungen aufgezwungen worden. Schon die Römer brachten Gewalt, Diktatur – und die Kirche ins Land. Durch ihre wechselhafte Geschichte ist Basken alles Religiöse suspekt. Sie pflegen kirchliche Traditionen, doch ihre Herzen sind oft weit entfernt.

Es gibt kleine ev. Gemeinden; unsere in Amara (300 Gottesdienstbesucher) ist mit Abstand die größte. Wir haben einzelne Basken unter uns; meist Familien, von denen ein Partner Baske und der/die andere Spanier oder Südamerikaner ist. Ganz langsam kommen hier und da auch Basken in Hauskreise und Gottesdienste. Bitte beten Sie, dass Gott die Herzen der Basken berührt und noch viele die Freiheit in Jesus entdecken.

Von Kirsten Dollen (Foto l., Baskenland)


Die Hakkas (Südostasien)

Eine Hakka-Familie
Eine Hakka-Familie

Hei-long ist ein Hakka-Christ, und er dankt Gott für die Menschen, die ihm von Jesus erzählt haben. Zu seiner Volksgruppe gehören weltweit rund 70 Millionen Menschen. Die Hakkas (客家; „Kè jiā“; bed. „Gäste“) sind eine der acht Gruppen Han-Chinesen, und sie sprechen eine eigene Sprache, die sich in mehrere Dialekte aufteilt.

Seit 2.400 Jahren sind sie in mehreren Migrationswellen vom Baikalsee in Sibirien aus südostwärts durch China nach Südostasien eingewandert; ab dem 7. Jahrhundert auch nach Taiwan. Sie haben Malaysia, Indonesien, Hawai, Surinam sowie Nord- und Mittelamerika erreicht. Hakkas finden sich oft in verantwortlichen Positionen in Bildung, Politik, Kultur und Armee, eine starke Bewegung fördert ihr kulturelles Erbe.1

Fürs Gebet:

  1. Wir suchen kultursensitive Mitarbeiter, die ihnen das Evangelium verständlich nahebringen und helfen, christliche Gemeinden in ihrer Sprache aufzubauen.
  2. Im Januar wurden Heilong und weitere gläubig gewordene Hakkas getauft. Bitte beten Sie für sie und ihre Stadt, dass noch viele Jesus kennenlernen.
  3. Und um Kraft für die wenigen Missionare, die unter den Hakkas tätig sind. Unsere Partnermission SEND arbeitet bei ihnen in Dongshe, Guandong und Gongguan (Taiwan), wo sie sich ein Zentrum wünschen, um sich versammeln zu können.

In Longtan (Taiwan) soll bis 2016 ein theologisches Seminar entstehen, das in Hakka unterrichtet. Für die Finanzierung des Baus, gute Dozenten und die künftigen Studenten.

1 Hakka – An important Element in Chinese Culture, www.asiawind.com/hakka, 14.12.2014.

Von Dr. Alain und Rita Haudenschild (Taiwan)


Unerreichte Regionen weltweit

Weltkarte: Die Gebiete mit den wenigsten Christen

Die Wolof (Westafrika)

Ein Wolof
Ein Wolof

Zwischen 3,5 und 6,5 Millionen Wolof leben im Senegal und Gambia. Der Islam, vermengt mit animistischem Gedankengut, bestimmt ihr Denken und Handeln, und sie praktizieren die Mehr-Ehe. Viele gehören zur muslimischen Bruderschaft der Muriden. Sie haben eine heilige Stätte im Dorf Touba im Landesinnern, jährlich brechen 1 Million zu einer Wallfahrt dorthin auf. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit wandern viele junge Wolof in den Westen aus. Im Senegal sind bisher nur weniger als 100 Wolof-Christen bekannt.

Für Senegalesen ist es erstaunlich, dass ein Wolof auch christlicher Pastor sein kann: Amet kam als Teenager zum Glauben und leitet heute eine Gemeinde in Dakar. Er hat viele Möglichkeiten, Jesus zu bezeugen: Ein Radiosender strahlt jede Woche seine Predigt aus. Eine Schule bat ihn um Religionsunterricht. Auch muslimische Eltern schicken ihre Kinder dorthin, weil sein Glaube sie beeindruckt. Amet erzählte in einem Video von Jesus. Das ermutigte andere Wolof, sich ebenfalls als Christen zu outen. Ein Sänger macht christliche Musik in Wolof. Teile der Bibel, Bücher und Videos sind in dieser Sprache erschienen.

Gebetsanliegen:

  1. Bitte beten Sie für die wenigen Wolof-Christen, dass sie im Glauben wachsen und sich mutig zu Jesus stellen.
  2. Um neue Missionare unter den Wolof im Senegal, Gambia, USA und Europa.
  3. Für die Verbreitung christlicher Videos und Bücher, damit viele Wolof Jesus kennenlernen.

Von Stefan und Dorothea Henger (Senegal)


Wachstum christlicher Gemeinden

Weltkarte: Wo christliche Gemeinden am stärksten wachsen

Die Jesiden (Nahost)

Die rund 800.000 Jesiden (Eziden/Yeziden) sind eine nicht missionarische Religionsgemeinschaft, die im 12. Jahrhundert unter kurdischen Stämmen entstanden ist und deren Angehörige fast nur untereinander heiraten. Ihr Glaube umfasst Elemente des Zoroastrismus, des islamischen Sufismus und der Reinkarnationslehre. Jesiden glauben an einen Schöpfergott, der über den Mittlerengel Taus (Pfau) zugänglich sei. Sie haben eine Hierarchie von Scheichs/Pirs als religiöse Mittlern, die entlang traditioneller Stammesstukturen organisiert sind. Jesiden sind oft von den muslimischen Machthabern verfolgt worden. Die Christen im Nahen Osten sind ihre natürlichen Leidensgenossen und Freunde. Jesiden leben heute dezimiert im Irak, Syrien, Türkei, Iran, Armenien, Aserbaidschan und Georgien, viele sind Analphabeten. Seit 1970 sind einige in den Westen (Deutschland/USA) geflohen.

Aktuelle Gebetsanliegen von Augenzeugen, die mir in den vergangenen Wochen aus verschiedenen Ländern aus erster Hand berichtet haben:

  1. In Armenien, Aserbaidschan und Georgien haben sich etliche jesidische Familien und ganze Teile von Stämmen für Jesus entschieden. Für die weitere Ausbreitung und Vernetzung mit christlichen Jesiden außerhalb.
  2. Für die konzertierte aktuelle Hilfsaktion durch türkische Christen: Um mehr kurdische Geschwister, einen geistlichen Aufbruch und gute Hilfeleistung vor dem Winter.
  3. Für Massenevangelisation mit Videos, kurdischer christlicher Musik und übers Internet.

Von DMG-Mitarbeitern im Nahen Osten