Flüchtlingen helfen

Junge Christen helfen im Rahmen ihres Jahreseinsatzes bspw. Einwanderern in Südfrankreich
Flüchtlinge und Migranten benötigen mehr als nur eine Matratze und Nahrung

Mit der Sprache der Liebe Kulturbarrieren überwinden

Das traurige Gesicht des ausgehungerten Einwanderers aus Eritrea in einem großen Auffanglager habe ich noch vor Augen. Was für eine Chance haben wir plötzlich, hier in Europa so viele Flüchtlinge willkommen zu heißen und ihnen zu helfen, ein neues Zuhause zu finden. Als ich ihn ansprach, strahlte er. Es reicht eben nicht aus, dass unsere neuen Nachbarn eine Matratze und Essen bekommen – genauso wichtig sind menschliche Nähe und ein offenes Ohr.

Herzen und Gemeindehäuser öffnen

Viele der Neuzuwanderer sind Christen, die wegen ihres Glaubens aus ihrer Heimat vertrieben worden sind. Als DMG bitten wir Sie, ihnen großzügig Privatquartiere, Gemeindehäuser und Freizeitheime als Unterkunft anzubieten, zumal viele sogar in den Gemeinschaftsunterkünften in Deutschland weiter um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Wir können sie zu Gottesdiensten einladen und anschließend zum Mittagessen mitnehmen. Die Sprache der Liebe überwindet Sprachgrenzen!

Liebe leben und von Jesus reden

Eine Pastorin lädt gerne auch Flüchtlinge anderen Glaubens in ihre Gemeinde ein. „Sie stellen mir immer die Frage: ‚Ist Jesus wirklich Gott?‘“, erzählt sie. Glaubensfragen, auf die sie Antworten suchen. Außerdem interessiert sie, wie wir Deutsche leben, beten und Feste feiern. Etliche DMG-Missionare helfen inzwischen Migranten in Deutschland. Sie bringen die Erfahrung dazu aus ihren Einsätzen in anderen Ländern und Kulturen mit – und helfen damit gerne auch Ihnen und Ihrer Gemeinde. Mittlerweile stehen zudem viele Vereine und Kirchengemeinden Flüchtlingen bei, denen Sie sich anschließen können.

Beim Kartenspielen mit internationalen Gästen
Internationale Besucher und Studenten aus der Firma oder Universität zu sich nach Hause einladen

Ideen und praktische Anregungen:

Der Kreativität, wie Sie auf Neubürger in Ihrer Nachbarschaft zugehen können, sind kaum Grenzen gesetzt. Hier eine Material- und Ideensammlung:

    • Wie wäre es mit einem Besuch in der örtlichen Unterkunft für Asylbewerber? Gewinnen Sie Personen aus Ihrer Gemeinde und planen Sie Ihre Aktion. Heißen Sie die neuen Nachbarn herzlich willkommen und staunen Sie, was dann geschieht.

    • Wertvolle Hilfestellung dabei bietet Ihnen der „Refugee-Guide“ über deutsche Kultur und Verhaltensweisen in zehn Sprachen. Einfach ausdrucken und an Flüchtlinge geben  www.refugeeguide.de

    • Informationen über Deutschland, Weihnachten und den christlichen Glauben in fünf Sprachen  www.deutschland-begleiter.de

    • Ähnliches in Deutsch, Englisch und Arabisch  www.welcome-deutschland.de

    • Oder Sie schenken neuen Nachbarn zu Weihnachten einen christlichen Kalender in ihrer Sprache  www.MSOE.org

    • Bei  Orientierung:M  erhalten Sie fremdsprachige Bibeln und wertvolle Hilfen fürs Gespräch, die Weihnachtsgeschichte für Kinder zum Ausmalen, Bibelkurse und viel Material in Arabisch, Farsi usw.

    • Biblische Geschichten als Videos in Englisch, Arabisch usw.
      www.thehopeproject.com

    • ERF-Medien hat Kärtchen mit Telefonnummern, über die fünfminütige Botschaften in 30 Sprachen zu hören sind, jeden Tag eine neue  http://shop.erf.de/products/0171

    • Hier eine Smartphone-App, die christliche Glaubensinhalte in verschiedenen Sprachen in kurzen Video-Clips erklärt  www.get-welcome.de

    • More than Dreams“ ist eine Video-DVD in mehreren Sprachen, in der Muslime berichten, wie ihnen Jesus begegnet ist  www.morethandreams.org

Die Bibel als Lernhilfe

Einen besonderen Tipp gab uns kürzlich ein Sprachwissenschaftler; Deutschlernen mit der Bibel. Wenn ein Flüchtling z.B. das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte in seiner Muttersprache liest und eine moderne deutsche Bibelübersetzung daneben liegt, bekommt er schnell einen reichen deutschen Wortschatz. Denn diese Bibelbücher sind präzise übersetzt und enthalten viele praktische Wörter. Heutzutage gibt es die Bibel auch in vielen Sprachen als App fürs Smartphone, was fast jeder Neueinwanderer hat. Einfach im Appstore nach „Bibel“ oder „Bible“ suchen – oder:  www.bibleserver.com

Christliche Organisationen, die Ihnen gerne weiterhelfen:

Wir helfen Ihnen gerne, auf Menschen anderer Kulturen und Religionen zuzugehen
Auf Neubürger zugehen

 

Orientierung:M
MSOE
DMG interpersonal

Wir ermutigen Sie sehr, auf Menschen aus anderen Ländern zuzugehen. Es ist einfacher als Sie denken, dabei auch Glaubensfragen anzusprechen. Hier einige Tipps, wie Sie ein Gespräch beginnen können, ohne in kulturelle Fettnäpfchen zu treten:

Tipps für die Begegnung mit anderen Kulturen

Ein Gemeindeseminar zum Thema: Flüchtlingen helfen
Schulungen in Gemeinden

1) Bevor Sie gehen, beten Sie! So kann Gott unser Herz verändern, Vorbehalte ausräumen und Ängste (auf beiden Seiten) abbauen. Er befähigt uns, Menschen mit Liebe zu begegnen. Bitten Sie Gott, dass er Ihnen zeigt, zu wem Sie Kontakte knüpfen können.

2) Besuchen Sie die Menschen, die Gott Ihnen aufs Herz legt. Das ehrt die Person, und in ihren eigenen Wänden fühlt er/sie sich sicher. Seien Sie einfühlsam, ob es gerade passend ist und wie lange Sie bleiben können. Laden Sie Ihr Gegenüber zu sich ein, besonders zu christlichen Festen wie Weihnachten. Oder bringen Sie Nachbarn und Kollegen einen Kalender in deren Sprache als Weihnachtsgeschenken vorbei.

3) Kritisieren Sie im Glaubensgespräch nie den Islam, Mohammed oder den Koran. Schildern Sie einfach Ihr Leben mit Jesus. Was er Ihnen bedeutet, wie Sie Jesus im Alltag erleben und wie er Ihr Leben ethisch und praktisch verändert hat. Versuchen Sie, die Bibel liebzumachen, ohne den Koran herabzusetzen.

4) Gehen Sie als Frau auf Frauen zu und als Mann auf Männer. Wahren Sie Distanz zum anderen Geschlecht; so ist es in vielen Kulturen üblich.

5) Nehmen Sie Ihr Gegenüber als eigenständigen, gleichberechtigten Menschen wahr und begegnen Sie ihr/ihm mit Respekt. Es geht um Menschen mit eigener Geschichte, Hoffnungen, Erwartungen, Ängsten und Verletzungen. Die Nationalität spielt eine wichtige Rolle. Was für einen Araber oder Iraner gilt, kann für einen Türken falsch sein …

6) Orientalen lieben Geschichten, sie reden gerne in Gleichnissen und Sprichwörtern. Erzählen Sie Gleichnisse der Bibel. Wenn Sie Jesus meinen, sprechen Sie nicht von „Gottes Sohn“ – das wird von Muslimen missverstanden. Bezeichnen Sie ihn lieber als den guten Hirten, die Brücke zu Gott, Ihren Retter, Licht, Liebe, Gottes Offenbarung oder Messias.

Viele Flüchtlinge und Einwanderer heutzutage sind Christen – laden wir sie in unsere Gemeinden ein
Viele Flüchtlinge und Einwanderer heutzutage sind Christen – laden wir sie in unsere Gemeinden ein

7) Bieten Sie Muslimen nie Schweinefleisch oder Alkohol an. Wenn Ihre Gäste unsicher sind, weisen Sie sie darauf hin, dass Sie Rind oder Hähnchen gekocht haben.

8) Zeigen Sie Interesse an ihrem Herkunftsland, Essgewohnheiten, Sitten und Musik. Lassen Sie sich im Atlas zeigen, woher Ihr Gegenüber stammt. Im Orient ist es üblich, sich nach dem Ergehen der Eltern zu erkundigen. Schauen Sie gemeinsam Familienfotos an.

9) Frauen können miteinander kochen oder backen, dazu braucht man nur wenig Sprachkenntnisse.

10) Vor dem Essen können Sie ein Tischgebet sprechen. Erfahren Sie von persönlicher Not, dann bieten Sie an, diese im Gebet Jesus zu bringen. Ihr Gegenüber wird so Zeuge, wie vertrauensvoll Sie mit Gott reden.

11) Muslime haben Hochachtung vor allem Heiligen. Sie legen den Koran meist oberhalb der Gürtellinie ins Regal oder eine Vitrine. Zeigen Sie Respekt vor der Bibel. Legen Sie diese nie auf den Fußboden!

12) Geben Sie Ihren Freunden Bibeln, Schriften und Videos in der Muttersprache weiter. Das spricht zu ihren Herzen.

Verfasst vom Team der DMG

Matthias Knödler (im Bild mit Ehefrau Martina) ist als Personalleiter Deutschland für die Migrantenhilfe in Deutschland zuständig
Matthias und Martina Knödler
Inzwischen sind mehr als 20 DMG-Mitarbeiter in der Flüchtlings- und Migrantenhilfe in Europa tätig, meist in Deutschland. Wir möchten Ihnen und Ihrer Gemeinde Mut machen, auf Flüchtlinge zuzugehen und Einwanderern praktisch und seelsorgerlich zu helfen. Gerne beraten wir Sie oder bieten Seminare für Ihre Gemeinde an, wie Sie auf Neueinwanderer in Ihrer Nachbarschaft zugehen können.
 
Matthias Knödler
(Personalleiter Deutschland mit Schwerpunkt Flüchtlings- und Migrantenhilfe)