Traumjob Missionar

08.04.2014 15:41
Viele junge Christen haben ein etwas verklärtes Bild von Mission
Viele junge Christen haben ein etwas verklärtes Bild von Mission

Gott dienen, Fähigkeiten einsetzen, eine neue Kultur ...

Wer träumt nicht davon? Viele junge Christen haben ein leicht verklärtes Bild vom Dienst eines Missionars. Und christliche Organisationen werben ganz massiv um Mitarbeiter für andere Länder und Kulturen. Aber, wie wird man überhaupt Missionar? Was sind das für Leute, die man da braucht? Und was tut so jemand eigentlich heute?

Traumjob Missionar: Flugmechaniker Marc Menne beispielsweise repariert in Papua-Neuguinea Hubschrauber und Flugzeuge, mit denen Dörfer und Missionare versorgt und Kranke transportiert werden. Krankenschwester Andrea Hellemann kümmert sich um Kinder von der Müllhalde in Tansania. Arzt Dr. Eckehart Wolff betreut eine Klinik im Urwald Ecuadors. Theologe Dr. Andreas Hahn unterrichtet in Polen angehende Pastoren. Feinmechaniker Hans-Peter Lechner sucht im Mittleren Osten Freundschaften zu Muslimen, um ihnen von Jesus weiterzusagen. Es gibt in der Mission fast alles, nur eines nicht: Arbeitslosigkeit.

Unterwegs in Afrika
Unterwegs in Afrika

Traumjob Missionar: Nimmt man den Personalbedarf der Missionswerke in Deutschland, dann zählt man mehr als 3.000 offene Stellen (im Web: www.aem.de und unter www.DMGint.de/Personalbedarf): Von der Hebamme bis zum Sozialarbeiter, vom Verwaltungsfachmann bis zum Grafiker, vom Arzt und Apotheker bis zum Landwirt – es gibt keine Fachkenntnisse, die nicht gebraucht werden. Besonders wichtig: Theologen werden gesucht! In Europa vermeintlich ein Auslaufmodell, sind bibeltreue (!) Theologen aus Deutschland wegen ihrer Verlässlichkeit und Gründlichkeit in anderen Ländern gefragt wie nie. Mögliche Aufgaben für Theologen reichen von Evangelisation, Gemeindegründung und -bau über die theologische Ausbildung an Einrichtungen einheimischer Kirchen bis hin zum Fernunterricht für Gemeindemitarbeiter (TEE), Hilfe beim Aufbau einheimischer Missionswerke und der Mitarbeiterschulung. Viele interessante Aufgaben!

Eine neue Generation für die Welt von heute

Aber mehr noch: Die junge Generation passt auch genial zu den Anforderungen der modernen Welt: Jugendliche und junge Erwachsene sind sehr von der Kultur der Stadt und den modernen sozialen Netzen geprägt. Angesichts fortschreitender Verstädterung weltweit ist das eine optimale Voraussetzung. Die größten Pioniergebiete im anbrechenden dritten Jahrtausend sind nicht mehr tropische Urwälder, sondern der Großstadt-Dschungel. Wer bringt das Evangelium in die Metropolen Kairo, Manila, Rio, Tokio und Bangkok? Die Mehrheit künftiger Missionare arbeitet in Städten. Was noch für die junge Generation spricht: Sie ist mobil, weltoffen und tolerant, sie gehen ganz selbstverständlich mit modernen technischen Mitteln wie Facebook und Youtube um, die den Dienst erleichtern. Junge Christen aus Europa haben meist eine gute Ausbildung, sie legen Wert auf persönliche Beziehungen, nicht nur auf Leistung. Viele sind außerordentlich kreativ und tragen in sich den durchaus biblischen Wunsch nach Echtheit und Ehrlichkeit. Diese junge Generation ist begeisterungsfähig, stark und gleichzeitig sensibel. Was für ein Potential, von Gott geschenkt!

Traumjob Missionar: Das Missionarsleben kann tatsächlich traumhaft sein. Es hat aber auch Tücken. Stefan Henger schreibt aus Westafrika:

 

 

 

 

„Als Missionar weiß ich mich in eine Aufgabe berufen, die Sinn macht. Es ist kein ‚Traumjob‘, wie man halt eine Arbeit tut,sondern eine Berufung, sich für Gott einzusetzen, damit Menschen einmal in der Ewigkeit bei IHM sein werden und auch heute schon ein sinnvolles Leben führen.“

 

 

 

 

 

Schwierigkeiten sieht er in materiellen und familiären Einschränkungen:

 

 

 

 

 

„Es ist manchmal öde zu sehen, wie Schulkameraden Karriere machen und Geld verdienen. Ich muss mir immer wieder bewusst werden, was bei Gott wirklich zählt.“

 

 

 

 

 

 

Auch das Zurücklassen von Eltern, Verwandten und Freunden macht Missionaren zu schaffen. Hans Ziefle (Chile) erzählt dazu:

 

 

 

 

 

 

„Wir sehen unsere Kinder aufwachsen, ohne echte Verbindung zu ihren Großeltern und Verwandten, und sie haben nicht mehr dieselben kulturellen Wurzeln, das tut weh...“

 

 

 

 

Trotz dieser Schwierigkeiten ist er ganz sicher:

 

 

„Missionar ist ein Traumjob – man sieht Gott handeln! Es ist schön, Zeit und Kraft in vielfältiger Weise einzusetzen; als Missionar arbeite ich im Alltag als Lehrer, Schreiner, Seelsorger, Stratege, Grafiker, Prediger, Mechaniker, Maler und Vorbild.“

 

 

Soweit Hans Ziefle

 

Traumjob Missionar: Auch Hans-Peter Sautter (Österreich) empfindet seinen Dienst in der Jugendarbeit so:

 

 

 

Es ist toll, ich habe Gott als Chef und investiere mich in eine Aufgabe, die Bedeutung hat. Es ist eine gute, befreiende Botschaft, die wir weitergeben. Ich bin flexibel in der Zeitplanung. Ich darf im Team mit Christen zusammenarbeiten. Es gibt kaum eintönige, öde Arbeiten, ständig ist was Neues dran, ich habe viel mit Menschen zu tun!

 

 

 

Aber Hans-Peter Sautter kennt auch Schattenseiten: „Weil ich kaum Fortschritte sehe, geistliche Frucht nicht selbst machen kann und in den Augen der anderen nichts darstelle. Weil persönlicher Glaube, Beruf, Familie und Freizeit dasselbe sind und ich kaum Feierabend und Wochenenden kenne.“ Christoph Hägele (ehem. Litauen) meinte dazu: „Ich kann nicht mit gutem Gewissen zu Hause bleiben, solange es noch so viele Menschen gibt, die keine Gelegenheit haben, das Evangelium zu hören.“ Er hatte manchmal Probleme mit den Verhältnissen vor Ort: „Warum ist keiner pünktlich, das Klo täglich verstopft, kein sauberes Trinkwasser? Warum sind Missionare nicht erwünscht, bloß ihr Geld? Warum bekämpfen sich die Gemeinden? Viele Probleme, aber Gott hilft!“

Traumjob Missionar?! Diesen Worten spürt man ab: Missionar zu sein ist mehr als nur ein „Job“ – es geht um Berufung. Wie kommen junge Leute heute auf den Gedanken, ihre Karriere an den Nagel zu hängen und ihr ganzes Leben Gott zu weihen? Eine Prise Abenteuer, etwas Multikulturelles, der Wunsch zu helfen? Ist es das? Wie beruft Gott heute seine Mitarbeiter? Drei Beispiele:

Eine junge Kurzzeitmitarbeiterin beim Entdecken neuer Fähigkeiten und Freunde in Afrika
Ein Jahreseinsatz mit der DMG bringt's!
  1. Peter spaziert gedankenverloren durch seine Stadt. Da! Eine offene Tür. Neugierig tritt er ein. Menschen in den Bänken, vorne ein Pastor, der gerade predigt. Peter setzt sich. Da schaut der Pastor ihm direkt in die Augen und sagt: „Petrus, auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen!“ Wie vom Blitz getroffen fühlt Peter, dass Jesus durch diesen Mann zu ihm redet. Er wird Christ. Peter wurde Missionar im Kosovo.

  2. Als Teenager las Silke gerne Geschichten über Indianer. Als sie später zum Glauben fand, erinnerte sie sich daran. „Gott will, dass ich Missionarin unter Indianern werde“, sagte sie in ihrem Bewerbungsgespräch. Heute gibt Silke Hornfischer gemeinsam mit ihrem Mann Martin Indianern in Alaska die Liebe von Jesus weiter.

  3. Susanne weint das Herz, wenn sie an Straßenkinder denkt. Aber sie zweifelt. Taugt sie als junge Frau zur Missionarin? Ist das Gottes Wille? In ihrer Vorbereitungszeit bei der Mission erlebt sie, wie Gott alle Hindernisse beseitigt. Jetzt ist Susanne Harbich-Tello in Mexiko Stadt, hilft Straßenkindern und baut mit ihrem Mann zusammen eine christliche Gemeinde auf.

Keiner der Genannten hatte ursprünglich den Berufswunsch „Missionar“. Aber in einer bestimmten Situation in ihrem Alltag hat Gott durch Erlebnisse, andere Christen und direkt durch die Bibel zu ihnen geredet und sie in sein weltumspannendes Team eingebunden. Mission: das tut Gott. Aber der allmächtige Gott bezieht uns einfache Menschen in seine weltweite Rettungsaktion mit ein. Wir dürfen mitmachen. Bist du dabei?

Wenn du den Eindruck hast, dass Gott dich in einer anderen Kultur in den Dienst stellen will, um Menschen an Leib und Seele zu helfen, dann tue den ersten Schritt. Sprich mit deinem Pastor, Seelsorger oder den Verantwortlichen deiner Gemeinde über diese Gedanken und bitte sie um Rat, was sie darüber denken. Nimm Kontakt mit einer theologischen Ausbildungsstätte auf (umfassende Informationen dazu gibt es im Internet unter: www.bibelschulen.de). Die Bibelschulen und wir als Missionswerk werden dich gerne persönlich beraten. Die Mitarbeiter nehmen sich Zeit, um gemeinsam mit dir herauszufinden, was Gottes Wille für dich ist.

Theo Volland, DMG-Redakteur
Theo Volland

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Mission hautnah kennenzulernen, beispielsweise durch Kurzeinsätze. Die Mitarbeiter der DMG helfen dir gerne weiter mit Informationen zum Thema Berufung, über Einsatzmöglichkeiten, biblisch-theologische Ausbildung und über deine persönlichen Fragen. Es liegt an Dir, den ersten Schritt zu tun ...

Theo Volland,
DMG-Redakteur

 

 

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