Echt, kreativ und spontan

11.04.2014 12:20
Die junge Generation Christen ist genau die Richtige, um Menschen von heute Jesus nahezubringen
Die junge Generation Christen ist genau die Richtige, um Menschen von heute Jesus nahezubringen

Oft hören wir Klagen über die Jugend: Stichworte wie Unverbindlichkeit, die Tendenz, sich nicht festzulegen, mangelnde „Abhärtung“ und begrenztes Durchhaltevermögen. Dabei wäre es eine Katastrophe, wenn die Welt ohne junge, christliche Mitarbeiter auskommen müsste. Milliarden Menschen, die nie von Jesus gehört haben, hätten keine Hoffnung. Wir sind überzeugt, dass die junge Generation bestens für die globalen Aufgaben und Projekte im 3. Jahrtausend geeignet ist. Eine Reihe von Gründen spricht dafür:

Eine neue Generation für moderne Mission

Beim Kurzeinsatz in Afrika
Beim Kurzeinsatz in Afrika

1. Weltoffenheit und Toleranz

Internationaler Schüleraustausch, ausländische Mitbürger, informative Fernsehsendungen über andere Völker und Kulturen und der natürliche Umgang mit modernen Medien und sozialen Netzen ... Die Welt wird immer internationaler – die Jugend auch. Sie weiß um die Gräuel, die durch Intoleranz anderen Völkern gegenüber entstanden sind. Die meisten jungen Christen haben eine tiefe Abneigung gegen Rassismus und zeichnen sich durch Offenheit gegenüber anderen Völkern, Kulturen und Lebensweisen aus – eine super Voraussetzung.

2. Erfahrung in kulturübergreifenden Begegnungen

Viele junge Leute haben diese Internationalisierung nicht nur beobachtet, sie suchen aktiv die Begegnung mit Menschen aus anderen Kulturen. Sei es in der Schule oder im Fußballverein, in der Gemeinde, bei Auslandsreisen in entfernte Länder wie Indonesien und Venezuela oder bei missionarischen Kurzeinsätzen. Man geht auf Ausländer zu. Viele junge Leute suchen bewusst und aktiv den Kontakt mit anderen Sprachen und Kulturen. Dabei hilft auch, dass sie mit guten Sprachkenntnissen (Englisch, Französisch, Spanisch) von der Schule kommen. Ein großes Plus für einen späteren Einsatz im Ausland.

3. Verstädterung

Die junge Generation ist von der Kultur der Stadt und des globalen Datennetzes geprägt. Angesichts der fortschreitenden Verstädterung weltweit ist das von Vorteil. Die größten Pioniergebiete der Mission im anbrechenden 3. Jahrtausend sind nicht mehr die tropischen Urwälder. Im Großstadt-Dschungel mit all seinen Herausforderungen und Problemen liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit. Wer bringt das Evangelium in die Metropolen Mexiko Stadt, Bangkok und Kairo? Die Mehrheit neuer christlicher Mitarbeiter arbeitet in Städten und Stadtrandgebieten.

4. Mobilität

Während in früheren Jahrzehnten Sesshaftigkeit normal war, ist die heutige Generation mobil. Die Wenigsten absolvieren ihre berufliche Ausbildung am Geburtsort. Bis ins Jugendalter mussten die meisten mit ihren Eltern schon ein-, zweimal umziehen. Die Ausbildung macht man heute, wo es ein akzeptables Angebot gibt – oft hunderte Kilometer vom Elternhaus entfernt. Schon Abiturienten haben ein eigenes Auto, um auf Achse sein zu können. Die Mobilität heute erleichtert es jungen Leuten, ihre Heimat zu verlassen und selbst in der Ferne in Bewegung zu bleiben, wie es für Missionare in ihren Einsatzländern unumgänglich ist.

5. Technische Mittel

Es fasziniert, wie es unter den christlichen Missionaren aller Generationen immer auch technische Pioniere gab, die neue Erfindungen zur Verbreitung des Evangeliums einsetzten, angefangen vom Buchdruck über das Radio, Flugzeug bis hin zum Tonbandgerät. Beispiele heute sind Computer, E-Mail, Internet, SMS, Facebook, Youtube, Wikipedia usw., mit denen junge Christen ganz selbstverständlich umgehen. Computer helfen, die Buchhaltung rationell zu erledigen, evangelistische Filme herzustellen, beim Erlernen der Sprache und Bibelübersetzen. Sie sind nicht mehr wegzudenken. Wovor viele der mittleren und älteren Generation noch Respekt haben, ist für den Nachwuchs das tägliche Brot.

6. Gute Ausbildung

Wo Schulen früher mehr auf das Leben allgemein vorbereitet haben, bieten sie heute Möglichkeiten zur Spezialisierung. Es wachsen immer mehr „Experten“ heran. Da auch die Aufgaben in der Mission immer komplexer sind, werden immer mehr Spezialisten gebraucht, sei es in Technik, Verwaltung und im sozialen Dienst. Junge Leute sollten bewusst Ausbildungsangebote nutzen, um das Gelernte für Gott einzubringen.

Sie lassen sich gerne auf andere Kulturen ein
Sie lassen sich gerne auf andere Kulturen ein

7. Bedeutung persönlicher Beziehungen

Lange Zeit war unsere Gesellschaft sehr leistungsorientiert. Damit haben frühere Generationen zwar äußerlich viel erreicht, aber nicht selten die Beziehung zur nachfolgenden Generation und anderen Menschen vernachlässigt. Junge Leute wissen aus Erfahrung, dass materielle Werte nicht das Nonplusultra sind. Als Reaktion darauf legen sie Wert auf Beziehungen. Damit ist die heutige Generation den vielen personenorientierten Kulturen in aller Welt nähergerückt. Es wird diesen jungen Leuten leichter fallen, sich in anderen Kulturen einzuleben und sie zu verstehen. Zudem mögen die meisten jungen Leute heute Teamwork. Die Zeit der individualistischen Alleskönner ist vorbei. In der Mission kommt es auf Zusammenarbeit und Partnerschaft besonders an.

8. Das Bewusstsein der Zerbrechlichkeit des Lebens

Wir leben leider in einer Gesellschaft, in der die Bibel kaum mehr eine Rolle spielt und deshalb viele Familien und Ehen zerbrechen. Entsprechend viele junge Leute sind ohne Vater oder Mutter aufgewachsen, haben das Trauma der Scheidung der Eltern erlebt, wurden als Kinder missbraucht oder haben ähnliche notvolle Erfahrungen gemacht. Das macht junge Menschen sensibler für eine Welt, die von Bürgerkriegen, Flüchtlingselend und Ausbeutung geprägt ist. Wer nach eigenen leidvollen Erfahrungen in Jesus einen echten Halt gefunden hat, der hat mehr Verständnis für das Elend anderer Menschen. Und, so paradox das klingen mag, hat auch der große Wohlstand der vergangenen Jahrzehnte die Zerbrechlichkeit des Lebens verdeutlicht: Junge Leute kennen das Gefühl der Sinnleere, obwohl man (fast) alles hat. Glücklicherweise finden auch heute noch viele in Jesus Sinnerfüllung. Solche Christen sind sehr gut geeignet, die desillusionierten Menschen anderer Länder und Kulturen auf Jesus hinzuweisen.

Mut und Hingabe und Einsatzfreude zeichnen sie aus
Mut und Einsatzfreude zeichnen sie aus

9. Wunsch nach Echtheit

Es gab Zeiten, da war eine gute Fassade das Wichtigste, aber die sind längst vorbei. Durch die Massenmedien wurde immer offensichtlicher, dass das Äußere trügen kann. Die junge Generation hat eine tiefe Sehnsucht nach Echtheit. Worte und Bekenntnisse müssen zum Leben eines Menschen passen – und das entspricht der Botschaft der Bibel. Der tiefe Wunsch nach einem ehrlichen, ganzheitlichen Leben ist ein großes Potential. Junge Christen gestehen sich heute ein, dass es keine Patentlösungen auf komplexe Fragen gibt. Sie möchten in tiefer Verbindung mit Jesus leben und sind sich der Abhängigkeit von ihm in jedem Lebensbereich bewusst. Vorbilder sind gefragt, keine Superhelden. Echte Vorbilder, an denen sichtbar wird, wie man Probleme des Lebens praktisch Schritt für Schritt bewältigen kann. Leute, die vorleben, wie man als Christ mit Schuld und Schwächen umgeht. Viele junge Christen sind dazu in besonderer Weise geeignet.

10. Akzeptanz eigener Grenzen

Die letzten drei Punkte machten deutlich, dass die heutige Generation der 20- bis 30-Jährigen oft ausgesprochen nüchtern und realistisch ist. Das „Immer-mehr“ und „Immer-schneller“ und „Immer-noch-besser“ der älteren Generation kann gefährlich sein (man denke nur an die Katastrophe in Fukushima), und es ist in ärmeren Ländern auch gar nicht machbar. Wer schon hier ein Ja zur menschlichen Begrenztheit gefunden hat und nicht auf äußere Perfektion baut, wird als Botschafter von Jesus in seinem späteren Einsatzland besser zurechtkommen.

11. Begeisterungsfähigkeit

Trotz des eben genannten Realismus sind junge Leute bereit, sich für lohnende Ziele mit aller Kraft einzusetzen. Wer möchte nicht an einer wirklich großen Aufgabe beteiligt sein, mitarbeiten bei der Linderung der geistlichen, seelischen und körperlichen Not vieler Menschen – Mission eben. Wer Jesus gehört, bekommt einen Blick für die Millionen, die noch nichts von der Bibel wissen oder im Glauben noch ungefestigt sind. Auch die nächsten Jahre werden unzählige junge Christen benötigt, die als Botschafter Gottes in die Welt hinausgehen und all ihre Kraft in seinen Dienst investieren. Junge Christen lassen sich auch heute noch für Mission begeistern.

Lebensfreude und Glaube zeichnen viele junge Christen aus
Lebensfreude und gelebter Glaube

12. Kreativität

In einer Welt, die mehr und mehr zum globalen Dorf schrumpft, in der sich neue Erfindungen und Moden mit rasendem Tempo ablösen, sind junge Christen gefragt, die kreativ und fleißig überlegen, wie die biblische Botschaft unter den immer neuen Voraussetzungen verbreitet und verwurzelt werden kann. In Bezug auf Kreativität sind die jungen Leute heute unschlagbar. Da machen sich junge Computerfreunde nachts im Internet auf eine virtuelle Reise, um Muslimen am anderen Ende der Erde von Jesus weiterzusagen – mit Erfolg. Da zieht ein kleiner, christlicher Jugendchor von der Schwäbischen Alb singend durch Osteuropa und macht fröhlich auf Jesus aufmerksam. Da macht ein junger Theologiestudent einen Youtube-Film, in dem die Botschaft der Bibel mit dem Koran verglichen wird und erreicht damit Millionen Zuschauer. Kreativität und Spontaneität – ein großes Plus für junge Christen. Die biblische Botschaft wird in neuen Formen weitergegeben und Menschen finden zu Jesus.

Monika Mench, Koordinatoren für Auslandseinsätze
Monika Mench

Fazit: Vieles, was die Jugend heute prägt, stellt einen echten Vorteil für kulturüberschreitende Mission dar. Sie sind von Gott begabt. Er kennt die Veränderungen, unter denen die heutige Jugend aufwächst. Gott will gerade diese Generation einsetzen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Die Frage ist: Was macht der einzelne aus den Vorteilen oben? Was machst du persönlich daraus? Melde dich bei uns, wir helfen dir gerne weiter ...

Monika Mench,
Koordinatoren für Auslandseinsätze

 

 

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